Forum: Politik
Kalkulierter Eklat: Britischer Rechtspopulist bepöbelt neuen EU-Ratspräsidenten

Es war eine gezielte Provokation im Europaparlament: Der britische Rechtspopulist Nigel Farage verhöhnte den neuen EU-Ratspräsidenten Herman van Rompuy als "feuchten Lappen" und Belgien als "Nichtland". Nun musste er beim Parlamentspräsidenten antreten - und legte noch einmal nach.

Seite 7 von 20
the doctor 02.03.2010, 21:11
60. Farage triffts genau

Rechtspopulist? du meine güte SPON.

Farage spricht die Wahrheit aus:

Wieso darf es über Lissabon keine zwei Meinungen geben?
Wieso werden demokratische Referenden in demokratischen Ländern ignoriert und im Falle der Iren wiederholt mit massiven Einschüchterungen?
Wieso dürfen wir nicht über Lissabon abstimmen?

van Rompoy und Ashton sind politische Zwerge und haben keinerlei Charisma. Wer hat sie gewählt?

Mit Demokratie hat das alles nichts zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oberst klein 02.03.2010, 21:12
61. großartig

großartiger Mann. So einen bräuchten wir in Deutschland statt dieser wachsweichen Figuren wie Merkel und Westerwelle, die sich allem unterwerfen was aus brüssel von der EU oder aus New York von den Vereinten Nationen kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Usambaras 02.03.2010, 21:12
62. Ekelhaft

Unabhängig davon, ob Nigel Farag ein guter Redner ist oder nicht. Einen Menschen mit solchen ekelhaften Manieren möchte ich definitiv nicht als Repräsentanten im EU-Parlament sehen und ihn mit meinen Steuergeldern mitfinanzieren. Vollkommen unabhängig vom Inhalt. Da zieht es mir als Mensch vor Fremdscham die Schuhe aus.

Und was Demokratie und Volkes Wille als solches angeht, können die Briten gerne mal ihr Mehrheitswahlrecht hinterfragen. Auch wenn es ein gängiges Verfahren ist, darf man durchaus bezweifeln, ob es sonderlich fair ist, wenn sich im Extremfall 49,9 Prozent der Stimmen in Luft auflösen und eine Partei 100 Prozent der Sitze bekommt.

P.S. Noch eine Anmerkung zu einem Vorschreiber, der die Meinung vertrat, dass Belgien ein kunstgebilde sei, weil Menschen zweier vollkommen verschiedener Kulturkreise aufeinanderstoßen. Das könne ja nicht gut gehen. Da frage ich mich doch ernsthaft, mit welcher Begründung Sie Ostfriesen und Oberbayern einem Kulturkreis zuordnen würden ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Liberalitärer 02.03.2010, 21:17
63. In sich nicht stimmig

Zitat von 4tet
...Einwanderungsstopp und "Deportation" illegaler Einwanderer)der ist nunmal in meinen Augen kein gewöhnlicher Populist sondern durchaus ein Rechtspopulist.
Ich kann mich noch an Sprüche wie "Deutschland ist kein Einwanderungsland erinnern, Leitkulturen und an gewisse Koch Referenden auch. Sind das Rechtspopulisten? Will man legale und illegale Einwanderer gleichstellen? Auch in Deutschland ist für illegale Einwanderer die Abschiebung vorgesehen, genau wie in Italien, Frankreich oder Spanien. Sonst kann man sich den Einwanderungsklamauk sparen und die Grenzen öffnen. Damit denkt man konservativ, aber nicht rechts.
M.E. wird durch zu häufiges Schwingen des Schwertes "Rechtspopulismus" das Schwert stumpf.
Das ist gefährlich. Was ich als krassen Gegensatz empfinde ist die Betonung der British Nation. Will man international aus der EU razs, wie verträgt sich das mit dem Selbstbestimmungsrecht britischer Nationen. Er ist ja gegen ein Referendum in Schottland, das er für die EU immer fordert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
apo97 02.03.2010, 21:19
64. Autoritäre Erziehung

Zitat von unbekannt47
Hoffen wir mal, dass unsere Väter in der EU-Bürokratie bei unserer Erziehung nicht allzu oft Hand anlegen müssen...
Derzeit habe ich das Gefühl, daß ein Kaiserschnitt versucht wird. Eine Gewaltgeburt!! Maastricht war der Schnitt, und verdammte Scheiße das blutete ganz schön doll, weil die Ärzte gepfuscht hatten. Lissabon war der Versuch die Wunde zu vernähen. Leider wurden die gleichen Ärzte zurate gezogen. Jetzt haben wir den Mist!!

Oh doch, das Bild ist so lebensnah...
Wenn wir dann erst geboren sind, werden wir zu Sündenböcken und durchleiden eine schwere von Mißhandlung geprägte Kindheit. Unsere "Eltern" werden sagen: Das geschah nur zu unserem Wohle. Liebe heucheln werden sie, und uns doch nur als Taugenichtse in ihrem Alterssitz-Kaffeekränzchen diffamieren. Die Indizien sprechen dafür...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hugh Theo 02.03.2010, 21:23
65. Nein

Zitat von 4tet
...es geht ihm vor allem darum, die Londoner City zu schützen, aus deren Welt er selbst stammt und wo seine größten Unterstützer sitzen.
Sie irren sich gewaltig. Obschon Farage als Commodity Broker bis 2002 in der Londoner City gearbeitet und dabei wohlhabend geworden ist, haben die Londoner City und mit ihr alle namhaften Bankiers und Investoren überhaupt gar kein Interesse daran, die Europäische Union zu verlassen.

An und mit der EU lässt sich nämlich viel zu viel verdienen, um dieser Geldvernichtungsmaschine den Rücken zu kehren zu wollen.

Europa und die Welt befinden sich in der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine wesentliche Ursache hierfür ist der freie Kapitalverkehr. Unter anderem erlaubt er es bis heute den Vermögenden, ihr Geld in Steueroasen anzulegen. Mit diesem Geld wurde in der Vergangenheit und wird auch weiterhin auf den Finanzmärkten auf der Basis immer verrückterer Renditeerwartungen spekuliert.

Der Lissabon-Vertrag und die EU erlauben es nicht, diesen Kapitalverkehr zu kontrollieren. Damit wird ein obsolet gewordenes Finanz- und Wirtschaftssystem festgeschrieben. Schon im geltenden Artikel 56 des EG-Vertrages heißt es: „Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten sowie zwischen den Mitgliedsstaaten und dritten Ländern verboten.“

Na also. Wer diese goldene Gans nach Brüssel zurückschicken will, arbeitet bestimmt nicht in der Londoner City, denn deren Kompass zeigt nur Profitmaximierung und Dividenden an.

Nigel Farage und die UKIP haben daher eine ganz andere Zielgruppe angesprochen. Das sind mehrheitlich Tories, die mit der sehr kostspieligen, europafreundlichen Politik ihres Vorsitzenden David Cameron gar nichts mehr anfangen können.

Auch deshalb ist die UKIP der Alptraum der derzeit so unmotiviert daherkommenden konservativen Partei bei den kommenden Parlamentswahlen im Mai. Ein Schisma droht, das Cameron und seine Nummer Zwei, George Osbourne, schon lange hätten entschärfen können, wenn sie eine innerparteiliche Reform denn tatkräftig vorangetrieben hätten.

Haben sie aber nicht. Stattdessen gab es monatelang nur Lippenbekenntisse und das Verlassen auf die trügerische Gewissheit, dass die Unpopularität eines Gordon Brown die Tories schon ohne eigene Mühen an die Regierung bringen werde.

Bad luck, David!

Und was den Rabauken Farage betrifft - den hat der Parteivorsitzende der UKIP, Lord Pearson of Rannoch, wohlweisslich in den Ring ziehen lassen, um mit der ihm eigenen Lärmentfaltung auf die relativ neue Partei aufmerksam zu machen.

Und diese Rechnung geht fabelhaft auf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Liberalitärer 02.03.2010, 21:25
66. Redetalent

Zitat von arac
Der war ja nun mal so richtig gut: Cohn Bendit als Beispiel für einen Politiker erster Wahl ...
Cohn Bendit mag ich auch nicht, reden kann er aber - besser allerdings in französischer Sprache und ein gewisses Talent dafür sollte ein Politiker schon haben. Obama kann auch reden, Kennedy konnte es, Lafontaine kann es und ja sogar der selige FJS konnte es. Ob man den Politiker mag, das ist eine andere Frage.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Chrischan74 02.03.2010, 21:31
67. Reflexartige Zuckungen

Es ist mal wieder typisch:

Sobald sich ein EU-Parlamentarier gegen die EUDSSR und das Zustandekommen des Ermächtigungsgesetzes äussert oder sonstwie Kritik am Brüsseler/Straßburger-Wasserkopf übt, ist er ein "Rechtspopulist".

Traurig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasky 02.03.2010, 21:33
68. Provokation

Wenn ich nicht auch bei diesem Artikel von einer gewissen Freude des SPON an der Provokation seiner Leser ausgehen könnte, sondern ihn so nehmen müßte, wie er geschrieben steht, dann wäre SPON womöglich nicht mehr meine bevorzugte Nachrichtenlektüre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Westley 02.03.2010, 21:33
69. Farage ist Demokrat, van Rompuy Vorbote des Totalitarismus!

Zitat von pietro-del-cesare
Wird eigentlich jeder Politiker, der nicht einer etablierten Partei angehört und unbequeme Ansichten vertritt, abwertend als Populist bezeichnet?
Dieser Frage kann ich mich nur anschließen. Ich habe Farage schon öfters in Radio Interviews gehört (Alex Jones radio show on onfowars) und kann seine Meinungen nur teilen. Ich wünschte es gäbe in Deutschland auch ein Independence Party. Dann wüßte ich endlich, wen ich wählen könnte. van Rompuy ist durch nichts demokratisch legitimiert. Er hätte in freien Wahlen nie eine Chance und eins seiner Hauptziele ist es die Demokratie in Europa weiter abzubauen und die Macht in einer nicht-dmokratischen EU weiter zu zentrlisieren. Farage ist demokratisch legitimiert. Davor und vor dem Recht der freien Meinungsäußerung sollte man Respekt haben und nicht vor einem Präsidenten, der in windigen Hinterzimmerdeals ausgehandelt wurde, um die Interessen einiger großer Konzerne zu vertreten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 20