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Kalter Krieg: USA konnten Ostblock durchgängig abhören
Maurizio Gambarini / DPA

Nach SPIEGEL-Informationen offenbaren bislang geheime Dokumente, dass die Vereinigten Staaten zur Zeit des Kalten Krieges über weitreichende Lauschfähigkeiten verfügten.

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gt1961 08.06.2019, 09:36
10. Lügen

der kalte Krieg war doch eine durchgehende Lüge, amerikanische Spitzenmilitärs als auch die Geheimdienste wußten, das die Sowjetunion nicht annähernd über das know how der USA verfügen. Aber eines war es mit Sicherheit und darauf kam es an, ein rentabeles Geschäft für die Rüstungsindustrie.

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jürschn 08.06.2019, 09:45
11. Die Details kenne ich natürlich nicht,

aber irgendwie sieht es doch schon wieder so aus, also ob Deutschland eben doch nicht souverän ist, sondern den USA gehört. Man denke hier auch an Snowdon, und das seltsame Schweigen Deutschlands dazu, bzw. die Verweigerung des Asyls für ihn.

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CarstenFechtmann 08.06.2019, 09:55
12. Siemens gestern, Huawei heute?

Warum nur drängt sich der Verdacht auf, dass es bei der aktuellen Huawei 5G Diskussion gar nicht so sehr darum geht, ob die Chinesen mithören können (was durchaus sein kann oder eben auch nicht, je nachdem wem man mehr glauben mag), sondern vor allem, dass es dann unsere amerikanischen Freunde dann wohl nicht mehr könnten ... und natürlich gibt es nicht erst seit "America First" bei den amerikanischen Firmen auch noch finanzielle Interessen.
Ein Schelm, wer ...

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tingeltangel-bob 08.06.2019, 10:19
13.

Zitat von gt1961
der kalte Krieg war doch eine durchgehende Lüge, amerikanische Spitzenmilitärs als auch die Geheimdienste wußten, das die Sowjetunion nicht annähernd über das know how der USA verfügen. Aber eines war es mit Sicherheit und darauf kam es an, ein rentabeles Geschäft für die Rüstungsindustrie.
Ist doch weiterhin so! Bequemerweise kam nach dem bösen Russen der böse Saddam, danach gab´s Al-Kaida, dann wieder Saddam, gefolgt vom IS und dem Schurken in Damaskus und jetzt ist dann wohl bald der Iran fällig. Ganz nebenbei wird man natürlich ständig von Nordkorea, irgendwelchen diffusen Terrorzellen und natürlich wieder dem Russen und nun auch noch dem Chinesen bedroht. Wohl der Rüstungsindustrie, der nie das Feindbild ausgeht.

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stef_ma 08.06.2019, 10:44
14. Schon komisch, da

wird jahrzehntelang geschrieben, die DDR sei Ende der 80er kurz vor der Pleite gewesen und nun kommt raus dass der westdeutsche Konzern Siemens 1988 kurz vor lukrativen Geschäften und Großaufträgen mit der DDR stand. Während der Wendezeit und Wiedervereinigung wurde gelogen, dass sich die Balken biegen. Naja wer will es Ihnen verübeln, es galt die westdeutsche Industrie zu schützen.

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Korken 08.06.2019, 12:14
15.

Zitat von tingeltangel-bob
Ist doch weiterhin so! Bequemerweise kam nach dem bösen Russen der böse Saddam, danach gab´s Al-Kaida, dann wieder Saddam, gefolgt vom IS und dem Schurken in Damaskus und jetzt ist dann wohl bald der Iran fällig. Ganz nebenbei wird man natürlich ständig von Nordkorea, irgendwelchen diffusen Terrorzellen und natürlich wieder dem Russen und nun auch noch dem Chinesen bedroht. Wohl der Rüstungsindustrie, der nie das Feindbild ausgeht.
Das Konzept nennt sich "Schurke im Wandschrank". Nachzulesen - oder zu sehen/hören bei Volker Pispers' Programm "Bis neulich".

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Korken 08.06.2019, 12:27
16.

Zitat von juba39
"Die USA konnten während des Kalten Kriegs den gesamten Richtfunk im Ostblock abhören." Da kräuseln sich jedem Nachrichtenmann die Fingernägel, bei solchem physikalischem Unfug. Technisch ist ja vieles möglich, aber die Gesetze der Physik kann auch die USA beim besten Willen nicht umkehren. Vieleicht sollte der Verfasser einmal, besser VOR dem Schreiben solcher Sachen, sich bei Fachleuten der Bundeswehr erkundigen, was ist Richtfunk. Nur so viel. Bis 1990 konnte ich, wenn ich Nachts Langeweile hatte (heute ja kein Vergehen mehr), den gesamten Richtfunkverkehr zwischen Westberlin und dem Bundesgebiet mithören. Weil ich mich eben ZWISCHEN den beiden Richtfunkmasten befand. Hätte ich mich z-B. östlich Berlins befunden, hätte ich nur den Verkehr Richtung Berlins hören können. Weil ich mich eben in Richtung Berlin befand, für den Sendeverkehr in Richtung Westen aber HINTER der Westberliner Sendestation. Alles allerdings nur mit militärischer/professioneller Technik, die ich ja von 1970-90 bediente. Jetzt auch für Amateure verständlich? Deshalb auch das hier: "Ein Abhören wäre bei Einführung der Siemens-Technik nicht mehr möglich." eigentlich ein Fake. Der Verfasser sollte sich doch besser damit: "Doch die Amerikaner protestierten: Die Siemens-Technologie würde der DDR den "Zugang zu sensitiven westlichen Computern und Datenbasen" erleichtern." beassen, und den Zusammenhang mit der CoComm-Liste herstellen. Danach war es westlichen Staaten nicht einmal erlaubt, Halbleiter, an die DDR zu verkaufen. Warum wohl war Robotron gezwungen, für viel Geld selber welche zu entwickeln, anstatt sie tonnenweise von IBM zu kaufen? Das Geld hätte FJS schon gebracht.
Nun, eine Abhörtechnik muss ja nicht erdgestützt sein. So ein erdgebundener Richtfunkstrahl geht durchaus weit über das Ziel hinaus, weitet sich auch aus und Leakage gibt es grundsätzlich, auch hinter Antennen. Den gesamten Richtfunkverkehr im gesamten Ostblock dauerhaft abhören zu können bezweifle ich auch aber die Dichte an Militärsatelliten liese durchaus ein Abhören auch im All zu, wenn ein Satellit den aufgeweiteten Strahl durchfliegt. Auch können durch Überreichweiten erdgestützt solche Restsignale ausgewertet werden. Die Standardprozedur nur direkt im Richtfunkstrahl abhören zu können ist sicherlich durch etwas höher eingestufte militärische Angehörige damals erweitert gewesen. Schlussendlich spricht das ganze ja auch nicht gegen die BND Begründung, dass dann durch bessere Verschlüsselung oder evtl. gar Abschaltung des Richtfunksignals ein Abhören nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Sache mit Huawei klingt nebenbei verdammt ähnlich.

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Farhad 08.06.2019, 12:29
17. Parallelitäten zu Huawei

Aus verschiedenen Gründen setzten die USA alles daran, Huawei den Stecker zu ziehen. Huawei ist praktisch das einzige Unternehmen weltweit, welches eine vollständige Ende-zu-Ende Kette der Telekommunikationstechnologien aus einer Hand entwickeln und anbieten kann. Die Verschlüsselungstechnik von Huawei sowie die von Huawei entwickelten Operationssysteme sind nach heutigen Erkenntnissen nicht zu entschlüsseln oder ohne weiteres abzuhören. Ohne größere bemerkbare Eingriffe ist ein Abzapfen auch nicht möglich. Darüber hinaus ist es mit ziemlich großer Sicherheit davon auszugehen, dass Huawei bislang keine Backdoors geplant und umgesetzt hat. Huawei bedeutet für die USA ein direkter Angriff auf die Machtansprüche der USA für die Kontrolle jeglicher Kommunikationsströme auf der Welt. Durch Huawei werden die Einfluss- und Kontrollmechanismen der USA weltweit effektiv beeinträchtigt. Diese haben für die USA eine vitale Bedeutung - viel wichtiger und essentieller als mögliche ökonomische Hintergründe beim aktuellen Konflikt mit Huawei. Deshalb setzen die USA weltweit auf aggressive Handlungen, um weitere Verbreitung von Huawei möglichst einzudämmen. Die US-Hersteller, sei es Betriebssysteme oder Netzwerktechnologien, sind begründet durch Druck und Drohung der US-Regierung ( National Security Act) gezwungen, Backdoors zu hinterlassen. In der Vergangenheit ist es schon vorgekommen, dass solche Backdoors durch US-Hersteller derart ungeschickt implementiert wurden, dass diese durch Experten tatsächlich als Backdoor identifiziert und veröffentlicht wurden. Viel mehr werden Backdoors durch die US-Hersteller selbst oder durch Dritte als "Bugs" (faktisch aber Backdoors) erst bekanntgegeben, nachdem für eine gewisse Zeit mögliche Nutzungen durch US-Behörden stattgefunden haben. Huawei können die US-Behörden natürlich nicht zu solchen Lücken zwingen. Wie China selbst in Zukunft mit dem Thema umgeht, kann man nicht vorsehen. Bisher ist aber eine USA ähnliche aggressive Praxis durch China nicht bekannt. Für D/EU hat ein weiterer Einsatz von Huawei den Vorteil, dass sich der Überwachungsschirm der USA effektive Löscher findet, sodass irgendwann die USA trotz eines unheimlich großen Überwachungsapparats keinen so eindeutigen Vorteil gegenüber D/EU genießen können. Den heutigen technologischen Zustand hat Huawei in etwa 15 Jahren erreicht. Es stellt sich schon die Frage, warum z.B. Siemens damals die Konkurrenz aufgegeben hat und warum D/EU nicht der Herr der Technologie sein wollen. Dies schafft stärkere Sicherheit, stabilere und handlungsfähigere Politik/Wirtschaft, mehr Jobs, neue Investitionsmöglichkeiten und vieles mehr. Ein Umdenken bei der Politik in Berlin und vor allem bei der Wirtschaft scheint notwendig, damit das Feld mittel- und langfristig nicht China und den USA überlassen wird.

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yvowald@freenet.de 08.06.2019, 14:34
18. Kalter Krieg - für den Westen ein "Rüstungsgeschäft"

Zitat von gt1961
der kalte Krieg war doch eine durchgehende Lüge, amerikanische Spitzenmilitärs als auch die Geheimdienste wußten, das die Sowjetunion nicht annähernd über das know how der USA verfügen. Aber eines war es mit Sicherheit und darauf kam es an, ein rentabeles Geschäft für die Rüstungsindustrie.
Genau hier "liegt des Pudels Kern". Die Westmächte, allen voran die USA und die NATO insgesamt, wußten natürlich alles über die militärische Stärke und Zielsetzung der UdSSR und deren Verbündete, also die NVA der DDR. Man wollte es gar nicht wissen, weil dies ja ein Ende des Kalten Krieges bedeutet hätte und damit eine massive Abrüstung beider Seiten des Eisernen Vorhangs.
Also lag der NATO nicht daran, ihr Wissen auf der Weltbühne zu offenbaren, denn dadurch wäre das schöne Rüstungsgeschäft abrupt zusammen gebrochen, das "rentable Geschäft der Rüstungsindustrie", dessen Kosten wir alle in den westlichen Wohlstandsländern zu tragen hatten, Problemlos.

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axelsius 08.06.2019, 15:04
19. Abhören

alleine reicht bei weitem nicht. Sensible Informationen wurden und werden stets verschlüsselt. Die Kryptologen wurden nach dem Mauerfall von den entsprechenden westdeutschen Stellen aus gutem Grund übernommen.

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