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Kampf dem demografischen Wandel: Downtown Hiddenhausen
DPA

Die ostwestfälische Gemeinde Hiddenhausen will sich nicht mit dem demografischen Wandel abfinden: Sie kämpft erfolgreich gegen leer stehende Häuser und für junge Menschen.

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schmidt herbert 08.09.2015, 11:13
10. Erkenntnis...

Ich bin ein wenig erstaunt darüber, dass sich eine Gemeinde mit "geballter Kernkompetenz" zusammensetzen muss, um zu erkennen, dass der demografische Wandel, der schon lange nicht mehr aufzuhalten ist, die Zukunft derselben bedroht!
Dass sie droht auszusterben, wenn keine jungen Familien zuziehen.
Leider erkennt man das Problem erst dann, wenn es zu spät ist.
Denn es ist genau so, wie einer der Vorschreiber bereits gepostet hat: Es gibt nur eine begrenzte Zahl junger Familien und um die wird dann konkurriert werden müssen.
Viellecht wird die Situation endlich mal so, wie sie für die Industrie schon lange ist: Gemeinden, Kommunen und Länder überbieten sich mit Anreizen, um den kläglichen Rest anzulocken. Vielleicht können auch Familien bald Forderungen stellen, Steuererleichterungen, günstige Grundstücke, kostenlose Zufahrtsstraßen und und und....

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tkedm 08.09.2015, 11:15
11.

Zitat von max-mustermann
Da irren sie aber gewaltig, Eigentum verpflichtet steht im Grundgesetz. Diese Häuser sind vom Staat schneller für die Unterbringung von Flüchtlingen "übernommen" als sie Eigentum sagen können.
Hauptsache, mit irgendeinem dahergeblubberten Stuss Stimmung machen, oder?

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jogola 08.09.2015, 11:17
12. Das ist so ähnlich wie mit der Weltwirtschaft:

Zitat von ingofischer
Wenn man anerkennender Weise in diesem Dorf geschafft hat, junge Familien hinzulocken, dann heißt das aber nichts anderes als dass dieser Zuzug eben auf einem anderen Dorf fehlen wird. Wer in die Stadt ziehen möchte, wird man nicht umstimmen können - es ist sozusagen nur ein hin und Hergeschiebe der noch Verbliebenden. Die Hauptursache für den Demografischen Wandel - der starke Geburtenrückgang ist für Jahrzente zementiert und das die Attraktivität der Städte für junge Familien wieder abnimmt ist vorerst nicht zu erwarten.
Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben. Und da die Umlandgemeiden um die wenigen Familien kämpfen, die sich bei entsprechenden (Förder-)Bedingungen zum Leben auf dem Lande entschließen, weiß man, wo die Verlierer sind: In der Nachbargemeinde.

Zudem entlastet jeder aufgehaltene Bewohner den Wohnungsmarkt in den Zentren - und steigert damit deren Attraktivität. Das wiedrum ist so ähnlich wie bei der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs.

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jungletiger9 08.09.2015, 11:18
13.

Zitat von jowitt
Das ist ja beileibe nicht überall so. In vielen Umlandgemeinden der großen Städte fehlt Bauland, die Preise schießen durch die Decke.
Das habe ich auch gar nicht bestritten. Es geht mir darum, dass innerhalb einer einzigen Gemeinde oft aussen erweitert wird, waehrend der Kern verkuemmert.

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claterio 08.09.2015, 11:30
14.

Zitat von jogola
Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben. Und da die Umlandgemeiden um die wenigen Familien kämpfen, die sich bei entsprechenden (Förder-)Bedingungen zum Leben auf dem Lande entschließen, weiß man, wo die Verlierer sind: In der Nachbargemeinde.
Nicht unbedingt, hier geht es ja eher um die Alternative Hauskauf im Ortskern versus Bauen im Neubaugebiet am Ortsrand der selben Gemeinde.

Je nach Substanz des Altbestandes kann dieser Kauf durchaus sinnvoll sein: Die Lage ist bereits erschlossen, die Grundstücke sind innerorts oft größer als in den Neubaugebieten und teure Erschließungskosten entfallen gleichermaßen für Bürger und Gemeinde. Außerdem wird der Ortskern am Leben erhalten und die Geschäfte sind fußläufig erreichbar.

Da können sogar die 9000 Euro Zuschuss für die Gemeinde unterm Strich noch eine Ersparnis bedeuten. Der Hauskäufer sollte sich davon allerdings nicht zu sehr beeinflussen lassen. Mancher Altbau hält bei der Renovierung teure Überraschungen bereit. Da reicht das Geld dann nicht für ein neues Dach oder eine Kellertrocknung.

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Claudia_D 08.09.2015, 11:30
15.

Zitat von max-mustermann
Wow bis zu 1500 Euro im Jahr, also gut hundert Euro im Monat. Wer bindet sich den für die paar Kröten eine alte Bude die noch kernsaniert werden muss ans Bein ?
Das kommt wohl drauf an, wie gut die Bausubstanz ist. Und wie groß das Grundstück, das man mitkauft. Neubau mit z. B. 3000 m² Grundstück sind auch auf dem Land eher Mangelware, so dass sich das durchaus "lohnen" kann.
Sofern man ein so großes Grundstück haben möchte, natürlich.

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ratxi 08.09.2015, 11:34
16.

Zitat von ingofischer
Wenn man anerkennender Weise in diesem Dorf geschafft hat, junge Familien hinzulocken, dann heißt das aber nichts anderes als dass dieser Zuzug eben auf einem anderen Dorf fehlen wird. Wer in die Stadt ziehen möchte, wird man nicht umstimmen können - es ist sozusagen nur ein hin und Hergeschiebe der noch Verbliebenden. Die Hauptursache für den Demografischen Wandel - der starke Geburtenrückgang ist für Jahrzente zementiert und das die Attraktivität der Städte für junge Familien wieder abnimmt ist vorerst nicht zu erwarten.
Das ist nicht ganz richtig. Viele junge Leute wollen in die Stadt, weil da eben "nichts mehr los" ist, mit Tendenz nach unten. Wenn die Tendenz aber wieder nach oben zeigt, entstehen plötzlich auch wieder Perspektiven.
Dann schaut man plötzlich auch wieder darüber hinweg, dass man vielleicht dinstags nicht tanzen gehen kann o.ä., und besinnt sich wieder darauf, dass es auf dem Land eben doch schöner, ruhiger, entspannter und persönlicher ist. In der Folge entsteht eine Sogwirkung auf die Freunde und Bekannten, die man in der Stadt hat.
Ein klares Bekenntnis der Kommune zu einem Aufleben-lassen des Ortskerns hat eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf junge Leute.

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tommit 08.09.2015, 11:40
17. Oh lieber Max Mustermann

Zitat von max-mustermann
Wow bis zu 1500 Euro im Jahr, also gut hundert Euro im Monat. Wer bindet sich den für die paar Kröten eine alte Bude die noch kernsaniert werden muss ans Bein ?
ich ahbe einiges erlebt was man so macht und sich ans Bein bindet..
Ich könnte dies hier breit auswalzen habe aber keine Zeit dazu. Es kommt halt auf die persönliche Flexibilität an ..
Mit KFW (dann natürlich ohne Schwarzarbeit) kann man pro WOhneinheit für altersgerechtes Umbauen 50000 Euro zu 0,75% effektiv bekommen...
Da kommen dann aber solche Argumente wie 'Lieber Neu weil alle Augen auf mich schauen' Neu gilt als potent Renovieren als altbacken, da ist man eben u.U. nicht in 3 Monaten drin und erntet die AAhss und die Ohhs für die man einen sehr hohen Preis bezahlt..

Ob ich 100000 Euro zu 0,75% in die Hand nehme oder neu baue mit 30 cm Dämmung und einer dann notwendigen aktiven Lüftung ein Neues Haus mit einer 250 000 Euro Kreditaufnahme zu dann 2 % macht sich erst bemerkbar, wenn der ambitionierte Rückzahlplan nicht aufgeht..
auch die 500 Euro Energieeinparung jährlich nichts...
150 000 * 2,00% pa = 3000 Euro
Kaufpreis Altimmobile + Grundstück
100 000 * 0,75% pa = 750 Euro Zinsen jährlich
_______________________________________
SUmme 3750

Neubau

250 000 * 2,00 % pa = 5000 Euro Zinsen jährlich
_________________________________________
SUmme 5000 Euro

Dazu kommt dass ich mit Zinsen auf mein Eigenkapital von 1,5% laufende Einnahmen zinsseitig belastungsfrei zu stellen, d.h. ich tilge mit dem ersten Euro aus laufendem Einkommen.

Zusammen mit Gebäuden in kommunalen Sanierungsgebieten und anderer Abschreibung kann man da richtig Geld sparen.
Man muss isch natürlich einigen Vorgaben der LEG (Landesentwicklungsgesellschaften stellen) und kann z.B: nur schwarze Schindeln auf das Dach tun.

Manche erliegen aber eher der Illusion alles selbst und vor allem kostenfrei machen zu können und vor allem so wie sie wollen. Wenn man aber die eigene Leistung und die fehlende Gewährleistung mit 0 einrechnet, kann man einer Milchmädchenrechnung aufsitzen...
Dass ein Bauherr die Substanz generell prüfen sollte , sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Dann kann man ja immer noch mit der Gemeinde bzw dem Besitzer verhandeln...

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leser008 08.09.2015, 11:41
18. Zwangssanierung

Das gezeigte Vorher / Nachher Haus zeigt doch genau das Problem. Durch Vorschriften muss bei Altbauten eine energetische Vollsanierung durchgeführt werden. Das kommt so teuer, dass man gleich ordentlich neu bauen kann. Deshalb sind alte Häuser auf dem Land teilweise unverkäuflich.

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erizodom 08.09.2015, 11:44
19. ja, da gibt es in Ost-D

bestimmt genügend Landstriche in denen genügend Wohnraum zur Verfügung gestellt werden könnte. Für junge Familien, für syrische Familien, für andere Familien aus dem Irak, Libanon, usw. Da wo keiner hin will. Wo der syrische Arzt den seit Jahren fehlenden Husarzt ersetzen könnte zum Beispiel. Aber leider liegen viele in den national befreiten Gebieten und man will ja nicht aus der Heimat fliehen und der nationale Mob läuft des Nachts mit den Mollis Streife.

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