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Kampf dem demografischen Wandel: Downtown Hiddenhausen
DPA

Die ostwestfälische Gemeinde Hiddenhausen will sich nicht mit dem demografischen Wandel abfinden: Sie kämpft erfolgreich gegen leer stehende Häuser und für junge Menschen.

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karljosef 08.09.2015, 12:55
30. Wieviele Wohnungen/Häuser stehen wohl in Deutschland leer,

nur, um den Mietspiegel möglichst hoch zu treiben?

Und Asylanten leben in Zelten?

Grüße aus dem neochristlich regierten Deutschland!

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bill_dauterive 08.09.2015, 12:57
31.

Zitat von tkedm
Hauptsache, mit irgendeinem dahergeblubberten Stuss Stimmung machen, oder?
Wenn Sie schon einmal enteignet oder entmietet worden wären würden Sie hier nicht so einen, sorry, weltfremden Blödsinn schreiben.
Ich musste schonmal eine gutgehende und gut eingefûhrte Werkstatt wegen einem Biotop für Käfer und Eidechsen zwangsweise abgeben. Entschädigung null.

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Peter Bernhard 08.09.2015, 13:02
32. De-Organisierung

Ich möchte auf die Perspektive "Bildschirmarbeit", "Outsourcing" usw aufmerksam machen. Da ist tatsächlich das In-einer-Familie-Sein erforderlich in einem "Hiddenhousing" - weil kein Mensch allein sein kann. Ein karriereorientierter - äh, Yuppie scheint als Begriff gar nicht mehr aktuell zu sein - Single muss wohl in die Stadt - wo es andere Singles hat. Das muss schon eine werte Familie sein, ein Haufen zu bilden auf dem Lande ist nur als inhomogene Kommune denkbar - z.B. würde eine Gruppe Wirtschaftsimmigranten aus Afrika richtig nur in einer Großstadt integrierbar sein?
Computerarbeit ist heute auf dem Lande möglich, das muss kein Call-Center in Hinterindien sein.
Das Hindernis liegt im Sozialen der Arbeit - isoliert Arbeitende bilden prinzipiell einen nicht-regulierten Markt - es gibt keinen Sonntag mehr - und das bei Kirche im Dorf, es gibt auch kein letztes Rad von Heut-Wagen etc.
Eigentlich ist die Urbanisierung durch die "Fabrik" ausgelöst worden - so dass bei deren Auflösung durch Virtualisierung andere Motive für die Großstadt sprechen - und die könnten ebenso virtuell sein.

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g10220530 08.09.2015, 13:04
33. Kann man eigentlich auf alten Grundstücken neu bauen?

Wenn ich gerne in das (Klein)Stadtzentrum ziehen möchte, mir aber keine olle Gammelbude antun möchte, kann ich dann eigentlich das alte Haus abreißen und ein neues bauen? Dann hätte man ja ein neues Haus, mit großem Grundstück in guter Lage. Oder gibt das Probleme mit Baugenehmigung, etc.pp.?

Ernstgemeinte Frage.

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bill_dauterive 08.09.2015, 13:07
34.

Zitat von moev
Vor allem die 50-jährigen Häuschen bereits als alt zu bezeichen. In unserem Dorf finden Sie im Ortskern kein Haus das nicht noch zu Kaiser's Zeiten mit Reichsmark erbaut wurde. 9TEUR sind da nicht mal mehr Tropen auf dem heißen Stein wenn die 100-jährigen renoviert werden sollen
Das dumme ist ja dass diese Häuser wegen dieser idiotischen Energierichtlinien (kaputt...)renoviert werden müssen. Ich habe das extreme Glück; durch viel Goodwill seitens der Behörden, Bestandsschutz und zwei genauso wie ich "tickende" Mietparteien; mein Gründerzeithaus im Originalzustand erhalten zu können. Ich hoffe, das klappt noch ein paar Jährchen.

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Kamillo 08.09.2015, 13:10
35.

Zitat von leser008
Das gezeigte Vorher / Nachher Haus zeigt doch genau das Problem. Durch Vorschriften muss bei Altbauten eine energetische Vollsanierung durchgeführt werden. Das kommt so teuer, dass man gleich ordentlich neu bauen kann. Deshalb sind alte Häuser auf dem Land teilweise unverkäuflich.
Das stimmt so nicht. Bei ausschließlicher Eigennutzung muss man die Hütte nicht mit nem Meter Styropor zupappen. Wenn ich mein 90 Jahre altes Haus zupappen müsste, würde ich sofort wieder ausziehen. Denn es hat eine Art Déco Fassade, zu schade zum Einpacken. Besser wenn die Heizung mal die Grätsche macht die durch ein Blockheizkraftwerk und Solarpanels ersetzen, das bringt mehr.

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FIFA87 08.09.2015, 13:10
36. Demographie

Hallo, ein schöner Artikel ueber einen Ort, der es geschafft hat, für junge Familien wieder attraktiv zu werden. Leider sind diese Geschichten eher selten, und werden es auch bleiben. Die allgemeine Landflucht wird zu einer Entvoelkerung der ländlichen Gebiete führen, und der Zuzug aus dem Ausland erfolgt in der großen Mehrheit in die Städte. Da die Landflucht eher juengere Leute betrifft verschlechtert sich die Altersstruktur auf dem Land zusätzlich. (Allgemein gesehen). Diese Entwicklung ist in nahezu allen Industrie und Schwellenländern zu beobachten. Es sieht in manchen Gegenden der nördlichen Türkei nicht anders aus als in Sachsen Anhalt.

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UM Pieper 08.09.2015, 13:12
37. Vor allem:

Zitat von swandue
Für manches sterbende Dorf könnte es die Wende darstellen, wenn da mal einige Dutzend Syrer zuziehen. Es fragt sich bloß, wovon die dann leben sollen in Oberfranken oder Meck-Pomm.
Und aus welchem Topf die Milliarden von € genommen werden sollen, die für die Renovierung/Sanierung der vielfach seit Jahren leerstehenden, teilweise maroden Gebäude genommen werden sollen.

Aber wir sind ja ein reiches Land, wer soll das schaffen, wenn nicht wir.

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Kamillo 08.09.2015, 13:16
38.

Zitat von moev
9TEUR sind da nicht mal mehr Tropen auf dem heißen Stein wenn die 100-jährigen renoviert werden sollen
Die sind meistens besser in Schuss als die in den 50er Jahren für die Ostflüchtlinge schnell und billig hochgezogegen Siedlungshäuser im Speckgürtel der Städte.

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Ihr5spieltjetzt4gegen2 08.09.2015, 13:22
39. Problem auch in Städten

Das Problem stellt sich nicht nur für kleine Gemeinden, sondern durchaus auch für Städte. Nicht für München, Hamburg, Köln oder einige andere. Die Binnenmigration geht in diese Städte, weil die Wirtschaft dort boomt, Arbeitsplätze vorhanden sind und Arbeitskräfte gesucht werden. Allerdings werden sich auch diese Städte dem Bevölkerungsrückgang nicht entziehen können. Deutlich später als andere Städte, aber die Mühlen der Demographie arbeiten unaufhaltsam. Denn entscheidend ist die Anzahl der Frauen im gebärfähigen (oder besser 'gebärwahrscheinlichen') Alter und die durchschnittliche anzahl an Kinder, die pro Frau geboren werden. Irgendwann geht die Bevölkerungskurve dann doch nach unten, da hilft keine noch so starke Binnenmigration. Aber etliche Städte sind schon seit langem vom Bevölkerungsrückgang betroffen oder weden es in Kürze sein.

Letztes Jahr habe ich einen Vortrag eines Demographen zu diesem Thema gehört, der sich explizit gegen das Ausschreiben von Neubaugebieten in Städten an den Stadträndern aussprach. Er wies u.a. darauf hin, dass in diesen Neubaugebieten eine vollständig neue Versorgungsinfrastruktur geschaffen werden muss (Wasser, Strom, etc.), die in anderen Bereichen der Städte bereits vorhanden ist. Er wies anhand von Beispielen nach, wie so ein Neubaugebiet in einer mittelgroßen Stadt lediglich einen Umzug von anderen Stadtteilen in das neuerschlossene Gebiet fördert und damit auch den Leerstand in den 'verlassenen' Stadtteilen. Gleichzeitig müsse aber sowohl die alte, wie auch die neue Infrastruktur gewartet und erhalten bleiben, was gerade bei Wasserleitungen erhebliche Probleme mit sich bringe. Was letztlich zu enormen Kosten und damit drastischen Gebührenerhöhungen führe. Den Bevölkerungsrückgang müsse man als Fakt anerkennen und 'managen', auch und gerade auf dem Bausektor. Brachen in Innenstadtbereichen und Leerstände bieten Chancen, hier neuen Wohnraum entstehen zu lassen; zentral und nicht am Stadtrand.
Er sprach davon, das man mit Migration von Außen den Bevölkerungsrückgang nicht aufhalten könne. Dazu müssten schon derartige Massen in sehr kurzer Zeit, aber auch über einen längeren Zeitraum hinweg, wie sie nicht darstellbar wären; auch aufgrund gesellschaftlicher Verwerfungen. Nun , der gute Mann hatte wohl nicht mit Herrn Gabriel und Frau Merkel gerechnet...

Vor einigen Tagen besuchte ich einen Vortrag de Architekturprofessors Vittorio Magnago Lampugnani von der ETH Zürich. Er plädiert für "Quartiere, keine Siedlungen" in den Städten. Grundsätzlich gelte dabei 'Renovieren vor Neubauen'. Aber auch Neubauen im Innenstadtbereich könne sinnvoll sein, wenn es Bebauung von Brachen und Lückenschlüsse ginge. Anhand des Richti-Quartiers in der Gemeinde Wallisellen im Kanton Zürich, das auf einer ehemaligen Industriebrache gebaut und von geplant wurde, zeigte er Möglichkeiten auf, wie dies zu bewerkstelligen ist. Ein Problem würden oftmals städtische Bauentwicklungsgesellschaften darstellen, die wohl auch aus einem gewissen Selbsterhaltungstrieb heraus eher an der Ausweisung von Neubaugebieten am Stadtrand interessiert seien, was die Zersiedelung aber voran treiben und unter dem Strich auch teurer würde.

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