Forum: Politik
Kampf gegen Frauenfeindlichkeit: Nicht lächeln beim Oralsex
AFP

Grundlos grinsende Frauen in der Werbung? Gehören verboten, findet man im Pilotbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dabei kommt die wirkliche Herabwürdigung von Frauen als naiv und hysterisch aus dem Zeitschriftenregal.

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benutzer5180 29.04.2015, 20:07
390.

Zitat von marthamuse
Ich wundere mich, dass die Männer sich nicht schon lange über das Männerbild in der Werbung beschweren. Männer werden vorzugsweise als absolute Volldeppen dargestellt. Insbesondere in Werbung, in der Familie eine Rolle spielt, ist der Mann grundsätzlich ein Tölpel, über den sich auch die Kindr heimlich lustig machen. Da werden auch mal Männer kräftig geohrfeigt, nur weil sie einen Schluck Cola aus der Flasche der Freundin trinken. Man stelle sich das umgekehrt vor: Ein Mann ohrfeigt eine Frau, die einen Schluck von seinem Bier getrunken hat! Schon morgen gäbe es endlose Lichterketten und stilles Gedenken auf öffentlichen Plätzen, irgendwo hielte mit Sicherheit irgendjemand das blödsinnige Schild mit der Aufschrift 'warum?' in jede Kamera, der Bundestag würde aufgefordert, einzuschreiten und einschränkende Gesetze zu verabschieden. Und was passiert, wenn eine Frau einen Mann zu Werbezwecken ohrfeigt? Nichts passiert.
Die Realität sieht so aus, dass Frauen Menschen 1. Klasse mit entsprechenden (gesetzlichen) Privilegien sind. Männer sind Menschen 2. Klasse. Beispiele gefällig? Mann und Frau ziehen sich aus und gehen durch die Innenstadt. Der Mann erhält einen Strafbefehl, die Frau handelt legal ("Ich bin so frei!"). Nachzulesen in § 183 Absatz I StGB. Mann und Frau gehen in ein Zugabteil. Frau darf drinbleiben, Mann muss raus. Mir so passiert, nennt sich "Frauenabteil". Männerabteile gibt es nicht, klar. Kommt mir irgendwie bekannt vor aus der Zeit in den USA, in denen für "Weiße" vorne im Bus Sitzplätze reserviert waren, die für die Menschen 2. Klasse mit fadenscheinigen Argumenten ("Wollen unter uns sein, die Menschen 2. Klasse stinken/sind gewalttätig") nicht zugänglich waren. "Frauen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt" kennen wir ja alle. Willkommen in der schönen neuen Welt! Alles rechtlich abgesichert! Um "Gerechtigkeit" geht es schon lange nicht mehr. Das ist ein knallharter Kampf um Ressourcen, nicht mehr, nicht weniger.

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wiebitte 29.04.2015, 20:22
391. Soviel

Zitat von katzenheld1
Ich kann es mir nicht verkneifen: wenn das wirklich stimmt, das „mit dem nicht mehr Gefahr laufen, Ihnen in Berlin zu begegnen“, überlege ich mir als Berlinerin vielleicht einen Rückzug … habe zwar nur die ersten Jahre meines Lebens dort verbracht und war meinen Eltern immer dankbar für die Flucht aus Ostberlin, aber meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Ururgroßeltern – alle Berliner. Nach einem Leben in der schwäbischen Diaspora (ist mir gut gegangen hier) habe ich hoffentlich noch ein paar Jährchen und ich könnte ein klein wenig dazu beitragen, dass insbesondere das anlasslose Lächeln in Berlin nicht unter das feministische Fallbeil kommt. Erstens, indem ich selber lächle. Zweitens, indem ich das z.B. in einem extrem körperbetonten rosa Jogginganzug tue, was mit Sicherheit ein Lächeln bei dem einen oder anderen Menschen in Berlin auslöst. Steigerung: ich gründe eine Arbeitsgruppe „Meine Willensschwäche, Hysterie, Dummheit und Naivität gehört mir“. Das wird meinem Leben wieder einen Sinnkick geben, denn richtig arbeiten oder mich echten Problemen widmen, das mag ich genauso wenig wie die Initiatorinnen dieser Kampagne. Allerdings bin ich auch schon im Ruhestand, nach 45 Jahre Maloche. P.S. Unzurechnungsfähigkeit habe ich ausgelassen bei der „Gehört mir“-Arbeitsgruppe. Auf die haben sich ausschließlich die Friedrichshainer Projektpilotinnen berechtigten Anspruch erworben.
Ihr erster Irrtum: Frau wiebitte ist ein Herr wiebitte,das hätten Sie durch tatsächliches Lesen meines Beitrages sehr leicht in Erfahrung bringen können. Noch dazu Westberliner, wir reden also über zwei fremde Welten. Des Weiteren weiblicher Schönheit zugeneigt und vom Geschmack her durchaus im Mainstream zu verorten. Das ändert aber nichts daran, dass ich mich durch Werbetreibende und ihre dumpfbackigen Verkaufsversuche sowohl intellektuell als auch ästhetisch beleidigt fühle und insbesondere auch meiner Tochter den beschränkten Horizont der Konsum fördernden Maßnahmen nicht zumuten möchte.

Dann noch eine Bitte: Auch wenn ich demnächst Berlin verlasse. Bitte verschonen Sie meine zurückgelassenen Freunde mit ihrem anlasslosen Lächeln. Wir alle bevorzugen es mit Anlass zu Lächeln und finden Anlässe genug.

Verschönern Sie doch einfach weiterhin mit ihrem rosa Jogginganzug Ihr geliebtes Schwabenländle und lassen Sie uns unser graues Berlin. Jeder bleibt bei seinen Vorurteilen und uns geht es allen gut. Sie dürfen sich dann auch ihre Innenstädte mit Werbung zupflastern wie es Ihnen beliebt.

Darüber hinaus scheinen Sie ein weiterer Beleg dafür zu sein, dass eben weder Geburtsort noch Rasse, noch Geschlecht, im Wesentlichen über den menschlichen Werdegang entscheiden, sondern die Sozialisation. Und die hat bei Ihnen halt im Schwabenland stattgefunden.

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aron.dornauer 29.04.2015, 20:23
392. Die 68er stalinistischer Prägung haben gewonnen

Webungfotos sind natürlich nur nach sexistische Gewalt, wenn Frauen darauf abgebildet werden. Wenn zugleich Männer mit Sixpack abgebildet werden, dann ist das ein emanzipatorischer Erfolg. Zugleich hält die gender-stalinistische Mischpoke von der Allgemeinheit geförderte Seminare ab, an denen explizit "weiße Männer" nicht teilnehmen dürfen, da von ihnen, den weißen Männern, ein prinzipieller struktureller Sexismus und Rassismus ausgeht. Das ganze wird wohl erst dann aufhören wenn die AKP in Kreuzberg einen Parteiableger gründet. Früher wär es mi ein Graus gewesen, heute wünsch ich es mir fast ;)

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katzenheld1 29.04.2015, 21:48
393. Zuviel des Guten

Zitat von wiebitte
Ihr erster Irrtum: Frau wiebitte ist ein Herr wiebitte,das hätten Sie durch tatsächliches Lesen meines Beitrages sehr leicht in Erfahrung bringen können. Noch dazu Westberliner, wir reden also über zwei fremde Welten. Des Weiteren weiblicher Schönheit zugeneigt und vom Geschmack her durchaus im Mainstream zu verorten. Das ändert aber nichts daran, dass ich mich durch Werbetreibende und ihre dumpfbackigen Verkaufsversuche sowohl intellektuell als auch ästhetisch beleidigt fühle und insbesondere auch meiner Tochter den beschränkten Horizont der Konsum fördernden Maßnahmen nicht zumuten möchte. Dann noch eine Bitte: Auch wenn ich demnächst Berlin verlasse. Bitte verschonen Sie meine zurückgelassenen Freunde mit ihrem anlasslosen Lächeln. Wir alle bevorzugen es mit Anlass zu Lächeln und finden Anlässe genug. Verschönern Sie doch einfach weiterhin mit ihrem rosa Jogginganzug Ihr geliebtes Schwabenländle und lassen Sie uns unser graues Berlin. Jeder bleibt bei seinen Vorurteilen und uns geht es allen gut. Sie dürfen sich dann auch ihre Innenstädte mit Werbung zupflastern wie es Ihnen beliebt. Darüber hinaus scheinen Sie ein weiterer Beleg dafür zu sein, dass eben weder Geburtsort noch Rasse, noch Geschlecht, im Wesentlichen über den menschlichen Werdegang entscheiden, sondern die Sozialisation. Und die hat bei Ihnen halt im Schwabenland stattgefunden.
Irgendwie war ich fest davon überzeugt, dass nur eine Feministingenderistin derart verbiestert schreiben kann wie Sie … sogar Frauen wie ich – mit ziemlich viel Lebenserfahrung – können eben gnadenlos daneben liegen. Mit dem gesamten Rest meiner Verwandtschaft aus der völlig anderen Welt Westberlin konnte ich mich übrigens stets recht gut verständigen. Die primäre Sozialisation (Mutter/Vater Berliner) hat auch ganz gut geklappt.
Allerdings ist Ihr „im Mainstream verorteter Geschmack“ wohl eher der Grund zu einer fundamentalen Inkompatibilität unserer Ansichten (na? gut?), insbesondere die Sicht auf „sowohl intellektuell als auch ästhetisch beleidigende“ Werbeaktionen. Mainstream hat bei mir – nach langer Zeit des Ertragens des ihm innewohnenden arroganten Erziehungsanspruchs (na? auch gut?) – meine zunächst nur latent vorhandene Veranlagung zur Reaktanz zum Durchbruch verholfen (aber jetzt!). Mainstream = Konformismus können viele …
„Geliebtes Schwabenländle“ – nur kein Neid. Ich habe mit Schwaben gut streiten und gut feiern können, ich habe gute Freunde gefunden und die ziehen mich auch heute noch (sehr nett) damit auf, dass man mir die Berlinerin noch anhört.
Mein anlassloses Lächeln werde ich weiterhin verteilen. Wer es nicht mag, wird wegschauen. Aber ganz sicher nicht erschrecken oder sich belästigt fühlen. Bei Ihren Freunden würde ich es sogar Lachen wagen, manchmal kann man damit sogar Leichenbittermienentragende überrumpeln. Erschrecken Sie eigentlich manchmal, wenn Sie in den Spiegel schauen? Lächeln Sie dann doch einfach, der im Spiegel lächelt zurück. Obwohl er gar keinen Anlass dazu hätte.

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Morrison 29.04.2015, 21:50
394. Zielgruppen marketing

Werbung wird ja nicht aus einer laune heraus kreiert! Da wird intensiv marktforschung betrieben und genau analysiert, wie man die anvisierte zielgruppe optimal ansprechen kann! Insofern sind die erwähnten werbeplakate ein spiegelbild der wünschr uns sehnsüchte der Zielgruppe! Ob das nun ein paar verkrampften lesbengruppen in der hauptstadt der Hartz4 empfänger und arbeitslosen nun gefällt oder nicht! Gleiches gilt für alle frauen affinen zeitschriften, sonst würden die frauen sie nämlich nicht kaufen! Und da wird halt klar, dass viele frauen an rezepten und der x-ten diät interessiert sind! Das ist eigentlich auch nichts neues oder gar schlimmes! Passt nur nicht in das selbstbild der og personengruppe! Aber das ist halt auch nur eine von vielen speziellen randgruppen in unserer gesellschaft, die herr F hier herrlich entlarvt!
Ach ja und wie sagte mir neulich meine Freundin: frauen machen sich nicht schön um männern zu gefallen, sondern um andere frauen zu ärgern! Und da liegt glaube ich der hund begraben!

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Troll-Oberkommando 29.04.2015, 22:10
395.

Zitat von fckreg
Männer als Sitzmöbel:Sparkasse Waschbretter:auf jeder Schlüpferpackung Dumme Väter:Köllnflocken,jede Spülmittelwerbung,Cosmos Direkt, Dumme Männer:Duplo, Wasser ins Gesicht:Naßrasierer für Männer(Marke weiß ich grade nicht)
Das liegt daran, dass Werbung von irgendwelchen Profilneurotikern ersonnen wird, die meinen sie müssten den "kleinen Mann" adressieren um die Produkte bestmöglichst loszuschlagen. Daher werden 0815-Gesichter und Durchschnittstrottel gecastet, da eben jene Werber meinen, dass sich der "kleine Mann" damit identifizieren könne. Dabei wird die Intelligenz der Zielgruppe wie immer unterschätzt. Ebenso bei Film- und Fernsehprodukten, die auch kein Schwein mehr sehen will. Daher sollte man Werbung und den anderen Müll einfach sabotieren und den Fernseher einfach ausschalten und auf keinen Fall für irgendeinen gesellschaftlich relevanten Zustands-Ausdruck halten.

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Troll-Oberkommando 29.04.2015, 22:12
396.

Zitat von benutzer5180
"Frauen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt" kennen wir ja alle. Willkommen in der schönen neuen Welt! Alles rechtlich abgesichert! Um "Gerechtigkeit" geht es schon lange nicht mehr. Das ist ein knallharter Kampf um Ressourcen, nicht mehr, nicht weniger.
Ja aber das stimmt ja nicht - der Spruch steht überall auf drauf, aber stimmen tut es natürlich nicht.

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wiebitte 29.04.2015, 22:58
397. Da Sie sich sich weigern

sich Mühe zu geben, werde ich dies jetzt mal tun. Sie liegen nicht gnadenlos daneben, weil Sie sich "ach so menschlich" ausnahmsweise mal geirrt haben (trotz Ihrer Lebenserfahrung), sondern weil Sie sich nicht interessiert haben zu lesen. Weil sie entweder auf eine Antwort in einer Diskussion geantwortet haben, ohne den Anfang zu kennen oder meinen Beitrag nicht mal zu Ende gelesen haben, bevor Sie sich ein Bild erlaubt haben. Ich habe mit "männlich, Westberliner, bald 50" unterschrieben. Sie hätten vielleicht bemerkt, dass ich einem Zeitgenossen geantwortet habe, der mit Freude andere "Menschen weggentrifiziert"; aber vielleicht liegt Ihnen das ja auch. Ihre Schimpfwortschöpfung der Feministengenderistin, die sich wahrscheinlich neben dem Gutmenschen etablieren soll, lässt ihre vorurteilsbeladene Weltsicht erahnen. Weiterhin sei Ihnen unbenommen auch mit Westberlinern klarzukommen, dies kann ich mit umgekehrten Vorzeichen auch von mir behaupten, genau so wie ich sicher nicht jeden Westberliner zum Freund haben will (darunter womöglich Ihre Freunde), nur, da das auch breitgetreten sei, war das überhaupt das Thema? Ich habe mir lediglich erlaubt, Ihre von Ihnen mit Dank bedachte Ausreise/Flucht aus Ostberlin zu DDR-Zeiten als andere Welt, als die meiner Kindheit und Jugend im West-Berlin der 70er und 80er zu bezeichnen, was wohl zweifelsfrei als richtig gelten darf und bei Interesse Ihrerseits auch hätte verstanden werden können.

Naja, und so weiter, den Rest können Sie sich ja bei Neugier noch mal selbst zusammen lesen und dabei feststellen wie falsch sie liegen oder eben auch nicht.

Ich wünsche Ihnen in Ihrem Leben noch viel nicht anlassloses Lächeln

Ach eins noch, für alle die jetzt erst eingeschaltet haben. Eigentlich geht es hier um eine unsägliche Kolumne zum Thema "sexistische Werbung" verbieten ja/nein und um rhetorisches Armdrücken.

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