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Kampf gegen "Islamistischen Staat": Die drei Lücken in Obamas Strategie
AFP

Barack Obama will den Kampf gegen den "Islamischen Staat" auf Syrien ausweiten. Er kündigt Bombardements an. Doch auf drei zentrale Fragen hat der US-Präsident keine Antworten.

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Hansjuerg 11.09.2014, 14:22
40. Die Augen reiben

Die Verfasserin des Artikels hat es ja gut gemeint. Und irgendwie ist ja der Glaube an das Gute verständlich. Aber in Wirklichkeit hat es im Himmel keine Geigen.

Die drei Lücken:
Welche Rebellen will er unterstützen? Die Antwort gab Frau Salloum gleich selbst. Es gibt keine gemässigten mehr.

Welches Verhältnis zu Assad strebt er an? Falsch, er wird Assad nicht unterstützen. Wenn er erst mal in Syrien bombt, wird er nicht unterscheiden zwischen IS und der syrischen Armee. Die USA bringt es ja nicht mal fertig in Afghanistan zwischen Hochzeitsgesellschaft und Taliban zu unterscheiden. Die "Kollateralschäden" werden massiv zunehmen. Ziel ist, die syrische Armee auch zu vernichten.
Für welche Werte steht er? Das darf ich hier nicht schreiben. Das würde nie aufgeschaltet. Allerdings braucht es nicht viel Überlegung, man kann leicht von selbst darauf kommen.
In diesem Zusammenhang wage ich sogar zu behaupten, die ganze Sache war so geplant.

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coldplay17 11.09.2014, 14:23
41. Noch einmal für alle notorischen US-Basher:

Zitat von vivare
.......... McCain, der dem völkerrechtwidrigen und auf Lügen basierenden Irakkrieg nicht nur zugestimmt hat, sondern diesen sogar immer noch verteidigt, ist wirklich ein glaubwürdiger Advokat für eine Lösung dieses Konfliktes, denn der Irakkrieg hat selbstverständlich überhaupt nichts mit der Instabilität in der gesammten Region zu tun und mit dem Erstarken des Islmistischen Terrorismus...
Die Instabilität der irakischen Region haben einheimische Akteure (unverbesserliche Saddamisten,
verbohrte Religionsfanatiker) zu verantworten.
Die Amerikaner haben mit ihren begrenzten Möglichkeiten
versucht, ein wenig Stabilität im Irak zu installieren.
Die Bekämpfung ausländischer Dschihad-Krieger und eine massive -aber vergebliche- Einflussnahme auf den ehemaligen Machthaber Maliki, die Sunniten mehr an der
Regierung zu beteiligen, gehört dazu.

Ohne die Invasion der Amerikaner hätte es auch im Irak einen Arabischen Frühling gegeben, mit den gleichen mörderischen Folgen wie in Syrien ! Insoweit liegt Mc Cain mit seiner nachträglichen Befürwortung des Irak-Krieges garnicht daneben.

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max.tacheles 11.09.2014, 14:38
42. Wo bleibt die Nachhaltigkeit der Nahost-Strategie?

Bombardierungen ausweiten. Nun gut, dies ist Völkerrechtlich sehr bedenklich aber vielleicht notwendig, um schlimmeres zu verhindern. Doch ist das alles? Was ist mit den Nachschublinien von IS?
Wie will man erreichen, das sich die Türkei voll und ganz auf die Seite der Koalition stellt, um Rückzugs- und Nachschubswege der Terrortruppe zu blockieren? Was ist mit der Irakischen Armee? Sollte nicht sie aufgerüstet werden, wenn schon jemand? Welche wirtschaftlichen und zivilen Anreize will man im Irak (und sonstwo) generieren, um das Leben im IS-Staat für die Kämpfer und Unterstützer unattraktiv zu machen. Wieso hat der Irak erst jetzt eine Regierung, in der alle Volksgruppen vertreten sind?
Ich habe leider den Eindruck, dass es sich hier nur um eine Art Strafaktion handelt. Verzweifelter Aktionismus, der das Versagen der Nahost-Strategie (wenn es jemals eine gegeben hat) zu kaschieren. Auf Gewalt folgt Gewalt folgt Gewalt...

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halsbeißer 11.09.2014, 14:39
43. Wer tut was

Alles, was die (meisten) deutschen "Kommentatoren" können ist rummerkeln. Im Gegensatz zu selbstgerechtem deutschem Geschwätz hat Obama eine für amerikanische Verhältnisse ungekannt besonnene Rede gebracht, die dennoch konkrete Maßnahmen und Richtungen aufzeigt. Der Krieg gegen ISIS ist ein anderer als der (Bürger-)Krieg in Syrien gegen Assad. Es ist ein kluger Zug, da eine Abgrenzung zu machen: Im Kampf gegen ISIS nicht an der syrischen Grenze Halt zu machen, sich aber nicht direkt in den innersyrischen Krieg hineinziehen zu lassen. Man kann nicht ohne die Unterstützung all der ungeliebten Regime in den Gebieten mit ISIS-Aktivität operieren. Wenn eine begrenzte Kooperation mit Assad - sei es nur durch Legitimierung von Operationen auf syrischem Gebiet - den Kampf gegen ISIS wesentlich wirksamer und schneller durchführen lässt, dann sollten gewisse Leute ihr verbleibendes Unwohlsein mit einem Röhrchen Pillen bekämpfen, wenn sie sonst nicht drüber wegkommen. Diese Mordtruppen müssen SCHNELL bekämpft werden. Das ganze anti-amerikanische Geseiher hier finde ich nur beschämend - gerade im Ansgesicht deutscher Geschichte.

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hei-nun 11.09.2014, 14:41
44. Dilemma

Natürlich steckt Obama in einem starken Dilemma: Egal, was er macht oder nicht macht, er ist der Dumme, geht ein Risiko ein und wird kritisiert.
Ich bin nicht der Meinung, dass die USA im Falle IS eine "Bringschuld" haben, denn die Ursachen liegen in pseudo-religiösen Gründen, die durch gravierende Fehler der politischen Führer der Gegend begünstigt werden.

Natürlich melden sich hier die vielen Amerika-Hasser, die aber erst mal erkennen müssten, dass die anderen Großmächte Russland und China sich lieber mit lokalen Scharmützeln gegen ihr Volk beschäftigen, als sich um Probleme der Welt ernsthaft zu kümmern. In Syrien haben sie ganz bewusst den Aggressor Assat unterstützt.
An alle, die hier den Weg von Obama kritisieren oder Schwachpunkte finden: Wie soll denn eine Alternative aussehen ? Ich habe diese nicht vernommen. Sollen wir die Schlächter der IS einfach gewähren lassen ?

Ich bin froh, dass es Führer wie Obama gibt, die sich
auch für Aktionen einsetzen, die ihnen nichts als Ärger einbringen werden, die aber gegen globale Missstände vorgehen. Und "Öl" ist hier und auch bei fast allen übrigen USA-Aktionen nicht der Grund !

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rosskal 11.09.2014, 14:41
45. Drei Lücken? Drei Fragen!

Welche völkerrechtliche Legitimation (UNO) hat die USA für ein militärisches Eingreifen? Wird den USA wieder einmal ein Verstoß gegen das Völkerrecht durchgelassen (Unverletzbarkeit der Grenzen - siehe Ukraine, wo russische Freiwillige gegen faschistische Bataillone kämpfen)? Wie will die USA bei Bombadierungen "Kollateralschäden", sprich Opfer unter der Zivilbevölkerung, vermeiden?

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Spiegelleserin57 11.09.2014, 14:44
46. Völkerrechtlich???

Zitat von observer2014
Ich frage mich, ob das geplante Vorgehen von Obama völkerrechtlich überhaupt gedeckt ist. Wenn Irak und/oder Syrien sich militärisch nicht in der Lage sehen, die ISIS wirksam zu bekämpfen, steht den Machthabern dieser Staaten der Weg frei, sich an die UNO zu wenden und dort um .....
Genau diese Frage stellt dann auch für Deutschland sollte es Obama unterstützen.

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kuac 11.09.2014, 14:51
47.

Zitat von coldplay17
.......Ohne die Invasion der Amerikaner hätte es auch im Irak einen Arabischen Frühling gegeben, mit den gleichen mörderischen Folgen wie in Syrien ! Insoweit liegt Mc Cain mit seiner nachträglichen Befürwortung des Irak-Krieges garnicht daneben.
Ob es später einen arabischen Frühling (mit welchen Folgen auch immer) in Irak gegeben hätte oder nicht, ist für einen völkerrechtswidrigen Einmarsch in den Irak völlig irrelevant.
Interessant, dass man heutzutage einen Krieg nachträglich befürwortet.

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Spiegelleserin57 11.09.2014, 14:51
48. Stabilität?

Zitat von coldplay17
Die Instabilität der irakischen Region haben einheimische Akteure (unverbesserliche Saddamisten, verbohrte Religionsfanatiker) zu verantworten. Die Amerikaner haben....
ist wohl im Irak den U.S.A. gründlich misslungen eher ist noch mehr Chaos entstanden und ging es dort wirklich um Stabilität, mehr doch wohl ums liebe ÖL!

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uk461 11.09.2014, 14:54
49. Wer soll in das Gebiet der IS einmarschieren?

und dort fuer Ordnung sorgen. Wer spricht mit den dortigen Sunniten? Oder wird das so wie in Afghanistan nach dem Abzug des Westens Ende des Jahres??

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