Forum: Politik
Kampf gegen Populismus: Das neue Selbstbewusstsein der EU
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Ist der Dreifach-Schock von Brexit, Türkei-Putschversuch und Trump-Wahl heilsam für Europa? Die EU zeigt erste Anzeichen einer Rückbesinnung auf ihre Werte - und den Willen, sie offensiv zu vertreten.

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eule_neu 25.11.2016, 19:45
1. Was oder Wer ist ein Populist oder betreibt Populismus?

Ich dachte immer, ich hätte eine gefestigte Meinung zu diesem Begriff.
Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher. Ich habe heute den Bundestagsreden gelauscht. Bei einigen Leuten war ich mir nicht mehr sicher, ob sie keine populistische Rede gehalten haben. Der kommende Wahlkampf der Parteien wird sicherlich noch mehr Anschauungs- und Hörmaterial liefern, da bin ich mir sicher. Ich glaube auch anderen Mitbürgern geht es so wie mir. Vielleicht wird dieses Wort in den Papierkorb geworfen. Die deutsche Sprache bietet so viele Wörter, um einen Sachverhalt eindeutig zur Erklären. Aber anscheinend braucht die Politik solche nebulösen Wörter, um zu stigmatisieren ...

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winterwoods 25.11.2016, 19:51
2. Lust an der Schäbigkeit

Was die Rechten betrifft - es sind meiner Meinung nach nicht nur die offensichtlichen Probleme der EU und der neuen Weltordnung, soziale Ungerechtigkeit etc., welche Leute in die Fänge der Rattenfänger treibt. Sondern es ist ebenso eine seit einigen Jahren zu beobachtende, zunehmende Lust an der Schäbigkeit, die Freude am Verrotten, auch am eigenen moralischen eines gewissen Anteils der Bevölkerung. Eigentlich ein Auswuchs der Dekadenz, eine Art moralischer Wohlstandsfettleibigkeit, die sehr oft von echten und wahren Problemen (wie beispielsweise in Aleppo auf die Straße zu gehen, um ein Brot zu suchen) noch nicht die Spur einer Ahnung hat - sie aber sehr schnell gewinnen würde, wenn hier wieder mal die Panzer rollen. Bis dahin ist es ein wohlfeines Gänsehautkribbeln von Revolte - wobei man aber nicht die geringste Vorstellung hat, wie infernalisch eine solche in Wirklichkeit wäre. Etwa so, wie jemand, der noch nie einen Mord erlebt hat, gerne den Tatort guckt. Es ist jetzt genug vom Umschmeicheln dieser erwachsenen, selbstgerichten und ichsüchtigen Kinder, die dem Ärmsten alles neiden, was sie selbst aber immerhin noch haben. "Besorgte Bürger" - ich kann es nicht mehr hören. Verzogene Wohlstandsjammerer trifft es oft besser. Sicher - viele hier haben ebenso finanzielle Probleme, Sorgen, Nöte. Aber nichts davon kann jemals auch nur im Ansatz eine Ausrede dafür sein, sich solchen Rattenfängern anzuschließen und damit in die Armee der Neider und Sozial-Egoisten einzutreten.

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Franz Herren 25.11.2016, 19:56
3. Richtig

Populisten bilden in Deutschland zum Glück keine nennenswerten Mehrheiten, andere Länder im Europäischen Ausland sind da anfälliger. Guy Verhofstadt liegt daher richtig damit, diese Leute und ihre Ideen beim Namen zu nennen. Die rechtsnationalen Parteien, die sich derzeit in Europa formieren, stehen gegen unsere europäischen Werte und sind alles andere als Patrioten: Sie würden lieber heute als morgen Chaos und Bürgerkrieg sehen.

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michael_1976 25.11.2016, 19:59
4. Erstmal daheim aufräumen

Falls Europa tatsächlich den Populisten Kampf ansagen möchte, müssen Polen und Ungarn die Gemeinschaft verlassen. Dann kann man sich mit Putin und Erdogan auseinandersetzen.

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nofreemen 25.11.2016, 19:59
5. selbstverliebt bis über die Ohren

Das neue Selbstbewusstsein mag in der Politiker-Blase vorherrschen. Beim Volk selbst ist davon nichts zu verspüren. Oder kann man in den Apotheken Tabletten dafür beziehen? Journalisten und Politiker leben in einer eigenen, anderen Welt. Was wirklich abgeht da draussen erfahren diese Herren immer erst nach den Wahlen. In der Zwischenzeit hält man sich süfissant an die eigenen, fantastischen Prognosen und trinkt noch einen drauf. Also dann Prost.

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kramoar 25.11.2016, 20:03
6.

Die EU, als politisches Konstrukt dysfunktional und wegen der Schwäche der maßgeblichen Akteure in hohem Maße erpressbar, wird denke ich noch höchstens 5 Jahre überleben - wenn überhaupt. Der Italixit zeichnet sich bereits ab und auch der Frexit scheint nicht unmöglich. Scheiden aber diese beiden Gründungsstaaten aus, dann hat die EU ihre politische und wirtschaftliche Geschäftsgrundlage verloren. Außerdem wird man den Euro nicht ewig halten können. In der Euro-Zone haben wir eine Krise falscher relativer Preise. Die wird sich nicht lösen lassen, indem die zu teuren Südstaaten sich in den Tod sparen. Deutschland müsste intern massiv aufwerten, mit Gehaltssteigerungen von 20-30 %. Da letzteres aber illusorisch ist, gibt es da denke ich keine Alternative zum Tode des "europäischen Projekts", so schade das auch sein mag. Jedenfalls ändern auch noch so mitreißende Reden altbewährter Premiumeuropäer nichts an den Rahmenbedingungen.

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Besserwizzer 25.11.2016, 20:04
7. ...und das

Man muss sich nur mal die Reden, von Angela Merkel anhören. Was ist denn das? Ich höre da nur irgendwelche ineinander geschachtelten Satzbausteine, die quasi alles über Nichts sagen. Nie Fakten, Visionen geschweige denn zielführende Inhalte.

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andyc4s 25.11.2016, 20:04
8. Hilfe von oben

Himmel hilf, dass es wirklich so ist, und nicht nur an der Oberflaeche.

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zeisig 25.11.2016, 20:07
9. Rückbesinnung ?

Entschuldigung, aber das Gegenteil von Rückbesinnung wäre wohl eher angesagt. Die EU steht im Moment vor einem Scherbenhaufen, der doch genau auf diese Politik der letzten Jahre zurückzuführen ist. Ich möchte es am Beispiel Solidarität festmachen. Ich vermute, der Autor meint mit Werten, die es hochzuhalten gilt, unter anderem auch die Art von Solidarität, die wir vor nicht all zu langer Zeit Griechenland entgegengebracht haben. Getreu dem Motto "der Starke (also Deutschland) hilft dem Schächeren. Das ist aber genau das was ich nicht will. Die EU muß sich verändern. Nicht Rückbesinnung ist angesagt, neue Ziele müssen formuliert werden.

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