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Kampf gegen Populismus: Das neue Selbstbewusstsein der EU
DPA

Ist der Dreifach-Schock von Brexit, Türkei-Putschversuch und Trump-Wahl heilsam für Europa? Die EU zeigt erste Anzeichen einer Rückbesinnung auf ihre Werte - und den Willen, sie offensiv zu vertreten.

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jojack 26.11.2016, 12:20
170. Also alles richtig gemacht?

Selbstbewusstsein ist ja gut und schön. Könnte es sich hierbei aber vielleicht auch um ein Ablenkungsmanöver von eigenen schweren Fehlern handeln? Merkels Handeln in der Flüchtlings- und Euro-Krise war von folgenschweren Fehlern geprägt. Ich erkenne bei ihr nur keine Reue - dafür umso mehr Versuche der Volksverdummung. Mit ihrem erneuten Antreten bei der Bundestagswahl kann ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, für die CDU zu stimmen.

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theodtiger 26.11.2016, 12:22
171. Fakten, bitte und Nachdenken

Zitat von Ad Diabel
Die längste Friedensperiode in Europa hat uns der "Kalte Krieg" beschert - mithin die Balance zweier gleichstarker Blöcke. Die aktuelle Situation ist Ausdruck eines labilen Schaukelns. Die Protagonisten der EU haben aus einem Projekt der Herzen aller Europäer ein Bordell für eine Bürokratensoldateska gemacht, deren einziges Anliegen die eigene, persönliche und nationale Gewinnmaximierung ist.
Die EU beseitigt potentielle Ursachen für Kriege, indem gemeinsame Probleme der Nationen gemeinsam zum Wohle aller gelöst werden. Der "Kalte Krieg" hat indessen allenfalls ein fragiles Gleichgewicht gebracht - dass wie historisch belegt ist - mehrmals ganz knapp nicht in eine katasprophale kriegerische Auseinandersetzung ausgeartet ist (Beispiele: Kuba Krise, russische Atom- U - boote, die falsche Informationen hatten).
Was in dem obigen Beitrag mit "Bordell für die Bürokratensoldateska" gemeint ist, erschließt sich mir nicht. Wo sind Belege? Wer betreibt persönliche oder nationale Gewinnmaximierung? Wer wäre dann dabei bisher erfolgreich gewesen? Etwa Deutschland, dem es zur Zeit vergleichsweise besonders gut geht?

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skr72 26.11.2016, 12:26
172. Die EU ist die einzige Institution überhaupt welche die Flüchtlingskrise bewältigen kann

Zitat von syn4ptic
Reden wir hier über das "Papier" oder die reale Welt? Wie bei Unternehmen auch, mögen in der EU viele Dinge auf dem Papier stehen, die man tut oder auch nicht oder für die man sich vorgeblich einsetzt. Die Realität sieht allerdings nicht immer so aus, wiederum vergleichbar mit dem was bei Unternehmehnsaudits passiert. Was Sie hier schreiben ist in meinen Augen blanker Idealismus, denn Ihre Ausführungen verkennen, dass die EU Staaten bei weitem nicht immer nach ihren selbstgesetzten Maximen handeln - Musterbeispiel: Flüchtlingskrise.
Wer denn sonst? Ist es ihrer Meinung nach also besser wenn jedes Land in Europa diese wichtige Aufgabe nach dem St.Floriansprinzip ignoriert und eigene Zäune baut um sich dann mit dem Nachbar-Staaten über die Aufnahme der Flüchtlinge streitet? Die Lösung kann nur sein, dass die Gemeinschaft dies regelt und die Pflichten gerecht verteilt. Der Fortschritt darin wird ja leider durch zu viele Rechte der Nationalstaaten in dieser Frage blockiert. Die schrecklichen Folgen des Trumpismus werden unweigerlich ein Zusammenrücken aller Europäer in dieser ja so wichtigen aber auch überbewerteten Frage beschleunigen. Die Geschichte der EU hat bisher gezeigt, dass diese zwar lange für eine erfolgreiche Lösung brauchen, aber dann große Einigkeit besteht, wenn diese gefunden ist.

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Elfes 26.11.2016, 12:45
173.

Zitat von pragmat
Das Merkwürdige ist, dass sich die EU immer noch als Projekt der Völker verkaufen will, dabei ist die Europäische Union ein Verein etlicher europäischer Regierungen, die mehr oder weniger egoistische Ziele verfolgen. Dabei hat man sich auf eine Reihe von propagandistischen Richtlinien geeinigt, die man "Werte" nennt. Dieser Regierungsverein ist mittlerweile dadurch bekannt, dass er nicht mal die eigenen Richtlinien einhält sondern bricht. Man denke nur an die Maastricht-Kriterien (Finanzen), die Asylrichtlinien (Einwanderung), die Ermächtung der EU-Kommission als nicht-gewähltes Verhandlungsorgan (Grundlagen der Demokratie), die Militarisierung (Außenpolitik) und so weiter. Wer da noch an eine Zukunft dieses Vereins glaubt, ist ein Traumtäzer.
Wie wahr. Inzwischen wird alles alles, was auch nur den Ansatz von Opposition aufweist, als schlimmen Populismus hingestellt.
Die Charta von Paris für ein neues Europa wurde nicht eingehalten, statt dessen nur noch wirtschaftliche Interessen einiger tausend "Führenden" berücksichtigt, und die Bevölkerungen sind die Bürgen. Die EG war ok, die EU...
Und die Briten sind immer noch auf dem eurpäischen Kontinent, auch wenn sie nicht mehr im Zahlbestand der EU sind

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orangutanklaus02 26.11.2016, 12:50
174. Hmm....

Also als die Atomkatastrophe in Fukushima passiert ist, ist die Merkelregierung sofort auf den Populismus Zug aufgesprungen und hat den Atomausstieg gefordert. Damit hat sie sich temporär eine große Anzahl an Stimmen sichern können.

Heute weiß man das dies ein Fehler war, da Deutschland sich damit mehr in eine Abhängigkeit von außen bewegt hat.

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Putenbuch 26.11.2016, 12:55
175. Also mich haben die nicht gefragt xD

Jeden Tag liefern Merkel & Co. neue Gründe gegen die EU. TTIP, Ceta, Tisa, Aufweichung des Datenschutzes, des Vorsorgeprinzips, Handelsverträge, die Schwellenländer benachteiligen, dazu noch diese größenwahnsinnige Merkel mit ihrem "Sendungsbewußtsein", die Neuauflage von "am deutschen Wesen soll die Welt genesen",
die Korruption, der Lobbyismus, Geheimverhandlungen.

Kein Normalbürger, der einigermaßen bei Verstand ist, kann das befürworten.

Dazu kommt, dass die Pro-EU-Rethorik sich kaum von der Contra-EU-Rethorik unterscheidet. Platten Populismus mit plattem Populismus bekämpfen. Damit können die EU-"Granden" wohl kaum den "moral highground" für sich beanspruchen.

Und dann noch Merkel, die zuhause und in der EU sämtliche demokratischen Werte der marktkonformen Demokratie opfert und uns alle in eine Oligarchie steuert. Das Schwadronieren der Frau M über "demokratische Werte" ist nur noch als blanke Verhöhnung des Bürgers zu interpretieren.

Ich bleibe bei meiner Meinung. Die schlimmsten Gegner der EU sitzen immernoch in Brüssel.

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luny 26.11.2016, 12:55
176. Staat

Zitat von syn4ptic
Der europäische Gedanke mag gut sein, funktioniert aber nicht, zumindest nicht derzeit. Dieser ist innerhalb der EU ein ähnlicher Versuch wie Demokratie über Staaten in Nahost zu zwingen. Wenn eine Gesellschaft nicht bereit dafür ist, wird es einfach nicht wie gewünscht funktionieren. Ähnlich sehe ich das hier: die jeweiligen Völker sind noch weit davon entfernt sich als Europäer im staatlichen Sinne zu sehen. Im Sinne der geografischen Herkunft wird es zwar häufiger geäußert, aber die meisten Personen geben immer noch eher an Franzosen, Engländer oder Deutsche zu sein. Ich sehe hier nicht die Bereitschaft für ein Europa wie es sich manche wünschen. Ein Europa, das von einem verlangt die nationalen Identitäten aufzugeben - dazu wäre auch ich nicht bereit. Ich sehe den Vorteil für mich dabei einfach nicht.
Hallo Syn4ptic,

Ihrem Beitrag stimme ich zu.

Die EU ist kein Staat. Ein Staat ist erst dann ein Staat, wenn er eine
Verfassung hat. Die für die EU geplante Verfassung fiel jedoch durch.

An dem Beispiel EU-Verfassung konnten die EU-Bürger auch sehen,
daß sie nicht "gleich" sind. In manchen Ländern durften die Bürger
über die EU-Vergassung abstimmen, in anderen nicht.

Anstatt das politische EU-Projekt erst einmal auf Eis zu legen,
beschloß die selbsternannte politische "Elite" ein fröhliches
"WEITER SO", dann eben ohne Verfassung.

Aus meiner persönlichen Sicht fanden alle die EWG vorteilhaft.
Freier Personen- und Warenverkehr, dagegen ist nichts zu sagen.

Was danach kam, war ein rein politisches "Elitenprojekt", das
in der Einführung des EUR gipfelte.

Die selbsternannte politische "Elite" hat sich hoffnungslos verfahren,
erwartet aber trotzdem, daß die gemeinen Bürger ihnen folgen.

Die stehen an der Kreuzung und biegen woanders ab.

LUNY

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skr72 26.11.2016, 13:04
177. Im Osten nichts Neues

Zitat von jojack
Selbstbewusstsein ist ja gut und schön. Könnte es sich hierbei aber vielleicht auch um ein Ablenkungsmanöver von eigenen schweren Fehlern handeln? Merkels Handeln in der Flüchtlings- und Euro-Krise war von folgenschweren Fehlern geprägt. Ich erkenne bei ihr nur keine Reue - dafür umso mehr Versuche der Volksverdummung. Mit ihrem erneuten Antreten bei der Bundestagswahl kann ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, für die CDU zu stimmen.
Ständig die gleiche Leiher der rechten Foristen mit der immer gleichen nervigen Behauptung von angeblichen Fehler Merkels in der Flüchtlingsfrage ohne diese zu benennen.

Ich war nie ein Merkel-Fan und die nachfolgenden Zeilen tun mir aus anderen Gründen weh: Merkel hat selbst in höchst brisanten Zeiten für unser Land stets besonnen gehandelt und meiner Meinung nach waren alle Entscheidungen dazu richtig! Jeder der dies bezweifelt möge dies doch bitte im Detail erläutern, was diese den besser hätte machen können?

Zur Euro-Krise: Wie lange leitet denn die Merkel schon die EU alleine? Die Euro-Krise ist eine Folge der Schulden der Nationalstaaten in Europa: Schulden machen dürfen diese alleine, aber wenn es darum geht die Schuldenkrise zu bewältigen, dann wird die EU zu Hilfe gerufen. Dieser wird dann auch noch der Schwarze-Peter zugesteckt, weil sie sich unweigerlich mit den Folgen der Nationalstaaten befassen muß? Das funktioniert auf Dauer nicht.

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G. Whittome 26.11.2016, 13:06
178. Wer wütet?

Schon eine merkwürdige Wortwahl, die Warnung von Verhofstadt als "wüten" zu charakterisieren. Wäre viel eher bei denen angebracht, gegen die sich seine Warnung richtet: Erdogan, Putin und Trump & Co. Habe ich in dem Zusammenhang beim Spiegel noch nicht gelesen. Vielleicht sind da die Maßstäbe etwas verrutscht?

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kandana 26.11.2016, 13:13
179. Nur starke Nationalstaaten

können eine starke Union bilden. Die EU ist geschwächt, weil alle Mitgliedsländer schwach sind.
Durch gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökonomische Fehlentwicklungen, die erst von der EU in Gang gesetzt wurden.
Und nirgendwo Lösungsansätze, wie man diese Entwicklung wieder in richtige Bahnen lenken kann. Nur immer weiter so, ist zu hören, wird schon alles richtig sein.
Die Globalisiserung hat denen am meisten gebracht, die sich bereits aus der Gesellschaft ausgeklinkt haben. Konzerne, die die öffentliche Infrastrukturen nutzen, aber durch abentuerliche Steuermodelle nicht zur Erhaltung dieser Infrastruktur beitragen wollen.
Warum wollen die Bürger denn mehrheitlich keine Globalisierung?
Darüber sollte man mal nachdenken.

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