Forum: Politik
Kampf gegen rechts: Hater sind immer die anderen
Getty Images

Sind Deutsche "Kartoffeln"? Und das ganze Land eine "Dreckskultur"? Im Kampf gegen die drohende Machtergreifung der Faschisten ist keine These zu abwegig und kein Vergleich zu steil.

Seite 1 von 25
mkalus 26.10.2017, 17:11
1. Und in den USA....

Zitat von
. Kaum war die "taz"-Beschimpfung erschienen, konnte man auf den entsprechenden Seiten eine kuriose Diskussion verfolgen, warum die Abwertung von Gruppen oder Völkern normalerweise einen klaren Fall von Rassismus darstellt, im Fall der deutschen Dreckskultur aber nicht.
Geht es direkt gegen "die Weisse Rasse".

Die Linke hat sich irgendwo ganz arg verlaufen und die Lösung dafür scheint zu sein auf alles draufzuhauen was wie einer selbst aussieht.

Wenn ich mir das alles so anschaue dann fällt mir nur ein: "Spiegeln, Spiegeln an der Wand..." denn es scheint vor allem der Selbsthass zu sein der das ganze treibt. Natürlich auf die andere Seite Projiziert. Und wehe jemand wagt es da nicht mitzusingen, da werden dann u. U. auch Karrieren zerstört.

Es scheint fast so die "Linke" erlaubt sich unter Falscher Flagge all das Dunkle und Eklige rauszulassen was man "befürchtet" der andere könnte u. U. tuen.

Im Englischen gibt es natürlich auch schon einen Namen dafür: "Regressive Left".

Beitrag melden
mymindisramblin' 26.10.2017, 17:19
2. Das Problem ist

dass die heutigen sogenannten Linken doch gar keinen ideologischen theoretischen Unterbau mehr haben. Meine Generation hat damals in den 80ern auch gegen Wackersdorf und die Pershing 2 Nachfüstung und die NPD demonstriert und ja, ab und zu haben wir uns auch mit den Rechten oder der Polizei geprügelt. Aber es wurde eben auch viel diskutiert und theoretisiert, während die heutige Antifa vielleicht noch einTattoo von Che Guevara auf dem Oberarm trägt, aber Garibaldi für eine Käsesorte hält und von Marcuse noch nie gehört hat. Und wenn man mal in den sozialen Netzwerken umherschaut, da wird jeder Andersdenkende sofort mit der großen Nazi– und Rassistenkeule niedergemacht, offenbar reicht es heute schon links zu sein um immer recht zu haben. Argumente zählen nicht mehr, es wird sich immer nur auf die höhere Moral berufen, und inzwischen ist es mir, als Altlinkem, völlig egal wenn mich so ein paar Halbstarke als Nazi verunglimpfen. Dieses Pamphlet in der TAZ habe ich auch gelesen und ich glaube einfach nur dass dieser Dame die intellektuelle Kapazität fehlt um mit einer gehaltvollen Kolumne veröffentlicht zu werden, also wird halt provoziert. Dagegen ist noch Margarete Stokowski eine Intellektuelle...

Beitrag melden
aschie 26.10.2017, 17:19
3. Aufpassen aber nicht durchdrehen

Ich als vermeintlich Linker hab den Artikel von Frau Berg auch gelesen und fan das auch ein bischen übertrieben.
Natürlich wird die AfD überbewertet keine Frage.Und vieleicht kommt diie nächste deutsche Kathastrophe gar nicht von Rechts sondern ganz woanders her .Wer weiss das schon.
Trotzdem darf das auch nicht verharmlost werden.
Niemand konnte sich 1920 einen Adolf Hitler als Reichskanzler vorstellen 13 Jahre spähter war es dann so weit.

Beitrag melden
riedlinger 26.10.2017, 17:20
4. Dankeschön!

Sehr apart, dass sich die SPON-Kolumnistenszene zu Diskussionen aufrafft, die ich im Bundestag vermisse. Herrn Fleischhauer ist zu danken, dass er eine Haltung einführt, die eine ur-finnische Haltung verkörpert, nämlich "Sisu" - ein hochsympathische Art von Gelassenheit (bei Wikipedia und Google Translate völlig falsch übersetzt). Es ist schlimm, dass sich alle, wirklich alle politischen Akteure von der unheilvollen AfD-Ungelassenheit haben anstecken lassen. Und wie sich alle zu PR-Agenten der AfD machen, vom Diskussionsboykott über Herabwürdigungen bis hin zum "Pack"! Tucholsky kannte dafür einen wunderbaren Begriff: die "verfolgende Unschuld".

Beitrag melden
alaskafuchs 26.10.2017, 17:21
5. Na, dann mal ran an´n Speck!, Herr Fleichhauer!

"Freiheit der Meinung und der Rede ist gar keine so schlechte Utopie, wäre meine Antwort. Sie setzt allerdings voraus, dass man sich an das hält, was man für andere fordert."

Das finde ich schon lange. Neuerdings reden auch alle davon, seitdem die AfD im Bundestag sitzt.

Warum scheuen die Journalisten eigentlich das Grundsatzprogramm der AfD wie der Teufel das Weihwasser? Dahinter stehen neben ein paar Schreihälsen immerhin ca. 28.000 Miglieder, deren Bildungsdurchschnitt nicht schlechter ist als der anderer Parteien.
Ich wünsche mir, dass sich EINMAL ein Journalist das Programm Punkt für Punkt vornimmt, ohne endlose Polemik.
Ich persönlich hätte z. B. nichts gegen die Punkte
1.1. Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild
1.6.2 Einführung eines Straftatbestandes der Steuerverschwendung
9.7. Einbürgerung- Abschluss gelungener Integration.

Auch einem Herrn Glaser sollte man zuhören, aber vorher mal kurz in den Koran hineinschauen...

Beitrag melden
de vriend 26.10.2017, 17:24
6. Unterschied?

Wer in die USA auswandert und dort lebt und die amerikanische Staatsbürgerschaft erwirbt wird meist sagen"ich bin Amerikaner mit Herkunft X" Und in der Regel nicht sagen Ich bin X und ich pfeife auf die Amis. aber hier ist man, obwohl die 3 oder 4 Generation in D geboren noch X oder Y, das Herkunftsland kennt man vom Urlaub und das wars. Das trägt natürlich zur Liebe der Kartoffeln zu anderen Gewächsen bei. Frau Berg kennt sicher auch die einseitige Liebe zwischen D und CH, die D mögen die CH, aber die CH die D nicht sonderlich. Verständlich wenn man in der CH wohnt und recht häufig Hoch-D hört, da ist die Angst vor Überfremdung aus dem Nachbarland schon groß und etabliert sich in entsprechenden Gesetzen.
Mein pers. Erlebnis: ein Mitbürger gleich welcher Nation meinte Scheiss-D und Scheiss-Kartoffeln. Ich habe ihm den Vorschlag gemacht, ihn persönlich zum Flughafen zu fahren und ihm auch ein one-way Ticket in sein Heimatland zu zahlen, aber merkwürdigerweise hat er das Angebot nicht angenommen

Beitrag melden
Sharoun 26.10.2017, 17:24
7. Auf der rechten Hirnhälfte nix los?

Wenn man ignoriert, daß mittlerweile in rasendem Tempo Thesen wieder hoffähig geworden sind, die in den letzten Jahrzehnten in der dunkelsten Versenkung verschwunden waren - und das AUS GUTEM GRUND -, wenn man die - trotz selbstverordneter, taktischer Kreidefresserei - deutlich wahrnehmbare Militanz auf rechter Seite vernachlässigt, und wenn man außer Acht läßt, daß durchaus eine Minderheit ausreicht, um ein ganzes Land zum Gleichschritt zu zwingen .. wenn man also praktisch sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart komplett am Rande liegenläßt und mit seinen ganz speziellen Scheuklappen durch die Gegend rennt -- ja: dann kommt man wohl zu solchen Aussagen wie der Fleischhauer hier.

Beitrag melden
NahGha09 26.10.2017, 17:27
8. Quellen

Zitat von
Im Netz macht gerade der Text einer jungen "taz"-Autorin Karriere, in dem sie Deutsche als "Kartoffeln" beschimpft und der ganzen "deutschen Dreckskultur" den Untergang wünscht.
In der Regel mache ich mir die Mühe, auch die Quellen zu einem Artikel zu lesen. Aber besagten Artikel in der taz habe ich einfach nicht hinunterbekommen. Nach dem ersten Absatz hat es mich so gewürgt, dass ich mit dem Lesen aufhören musste. Haben Sie den ganz gelesen, Herr Fleischhauer? Dann haben Sie wirklich ein dickes Fell.

Beitrag melden
Peter Meyer01 26.10.2017, 17:27
9. Allergie-Reaktion

Das Problem fängt da an, wenn so eine Art Überschussreaktion einsetzt. Erstens arbeitet sie sich dann nutzlos ab wo weniger es getan hätte. Zweitens werden so immer Steilvorlagen geliefert dass die andere Seite "aber selbst" glaubhaft sagen kann um die schon Zugeneigten endgültig zu überzeugen. Das listen von Beispielen lasse ich gerade mal.

Beitrag melden
Seite 1 von 25
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!