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Kampf gegen Terror: Papst fordert Gespräche mit "Islamischem Staat"
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Der IS schockiert die Welt mit Gräueltaten, Papst Franziskus sagt dennoch: "Man darf nie die Tür verschließen." Kritik übt er an "Staatsterrorismus, der vorgibt, gegen Terrorismus vorzugehen".

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Whitejack 25.11.2014, 20:18
1.

Vor allem muss man das Gespräch mit den Menschen vor Ort suchen, die offenbar den IS als geringeres Übel wahrnehmen und ihn deshalb unterstützen. Wenn es gegen einen äußeren Feind geht - in dem Fall die Regimes in Bagdad und Damaskus - werden auch die größten Schlächter oft zu Helden verklärt. Unsere eigene Geschichte ist voll von diesen "heldenhaften" Gestalten, die nach modernen Maßstäben blutsaufende Mörder wären, aber Beinamen wie "der Große" oder "der Eroberer" tragen.

Man kann Krieg führen, um den IS von weiterer Ausbreitung abzuhalten. Aber man wird ihn nicht aus Syrien oder dem Irak herausbomben können. Es sei denn, man akzeptiert dermaßen viele Tote, dass der IS wie das kleinere Übel aussieht.

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gunpot 25.11.2014, 20:29
2. mit dem IS reden?

Sonst gefällt mir der Papst ja, aber hier geht seine christliches Verständnis zu weit. Mit dem IS dieser Mörderbande kann man nicht reden und nicht nur der Westen, sondern die gemäßigten arabischen Staaten haben ihm den bedingungslosen Kampf angesagt. Ich empfehle dem Papst hinsichtlich des IS, sich mal für die als Frau in der arabischen Welt sehr mutige Rede der jordanischen Königin zu konsultieren.

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Brillalein 25.11.2014, 20:31
3. Holla...

Ich muss sagen, der Franz, der hat deutlich mehr Respekt verdient als diese ganzen Politiker-Wiesel... Für einen Papst nicht schlecht, was er da vertritt, Hut ab. Wenn doch bitte wenigstens nur ein Quentchen davon auf diese Wiesel niederrieseln würde...
Und, nein, ich bin nicht religiös oder so. Vielleicht sollte der Franz sich mal mit dem Dalai Lama auf einen Tee treffen, die Beiden ziehen den Strang in die selbe Richtung.

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kpfeilst 25.11.2014, 20:38
4. Obwohl ich Atheist bin

schätze ich einen Papst der klare Worte in einer Zeit spricht, in der das ethische Gerüst, bzw. die Gerüste der Zivilisation auf wackligen Beinen steht. Weiter so...

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fortelkas 25.11.2014, 20:41
5. Papst fordert Gespräche mit Islamischem Staat

"Auge um Auge, Zahn um Zahn"! Dieses Prinzip hat in der Geschichte der Menschheit immer nur kurzfristig zu politischen Scheinerfolgen geführt . Endlich einmal eine Stimme, die versucht, dieses verheerende Prinzip zu durchbrechen.
Auch mit dem "Islamischen Staat" ist ein Gespräch möglich, davon bin ich überzeugt, die mächtigen Staaten dieser Erde müssen es nur wollen!
Ob ein Dialog daraus wird, wissen wir vorher nicht.
Realistische Politik ist eben das beharrliche Bohren von dicken Brettern.
Und vergessen wir eine Tatsache nicht: Das Aufkommen und Erstarken des "IS" ist eine Folge des mit einer Lüge begonnenen Irak-Krieges des George Bush. Das war Staats-Terrorismus!
Erwin Fortelka

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maxuli 25.11.2014, 20:48
6. Alternativen

Es gibt in so einem Fall wie dem IS nur zwei weiterführende Möglichkeiten: die totale Ausrottung mit Millionen (auch kolleteral-) Toten oder die (provisorische) Anerkennung als Staat, um Friedens-Verhandlungen zu führen. Der Krieg nach jetzigen Muster kann sich dagegen noch viele Jahre oder Jahrzehnte hinziehen und letztlich auch Millionen Tote kosten.

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lampenschirm73 25.11.2014, 20:51
7.

Zitat von gunpot
Sonst gefällt mir der Papst ja, aber hier geht seine christliches Verständnis zu weit. Mit dem IS dieser Mörderbande kann man nicht reden und nicht nur der Westen, sondern die gemäßigten arabischen Staaten haben ihm den bedingungslosen Kampf angesagt. Ich empfehle dem Papst hinsichtlich des IS, sich mal für die als Frau in der arabischen Welt sehr mutige Rede der jordanischen Königin zu konsultieren.
Upps?
Gemäßigte arabische Staaten?
Wen meinen Sie damit?
Syrien, ok, aber Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und co sind in keinster Weise gemäßigt. Die sehen IS als Bedrohung ihrer Macht bzw als Konkurrenz. Ideologisch passt zwischen die beiden kein Blatt Papier.

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nur_sagend 25.11.2014, 20:56
8.

Zitat von gunpot
Sonst gefällt mir der Papst ja, aber hier geht seine christliches Verständnis zu weit. Mit dem IS dieser Mörderbande kann man nicht reden und nicht nur der Westen, sondern die gemäßigten arabischen Staaten haben ihm den bedingungslosen Kampf angesagt. Ich empfehle dem Papst hinsichtlich des IS, sich mal für die als Frau in der arabischen Welt sehr mutige Rede der jordanischen Königin zu konsultieren.
Oh, ein Expert für den IS, der jahrelang vor Ort die Entwicklungen beobachtet hat und sein sehr differenziertes Bild nicht aus den westlichen Medien hat.
Solche Leute brauchen wir! Die können dann auch mal eine vor Ort-Berichtserstattung zu Drohnenmorden machen und wie es der betroffenen Bevölkerung damit geht.

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mk70666 25.11.2014, 21:08
9.

Zitat von fortelkas
... Auch mit dem "Islamischen Staat" ist ein Gespräch möglich, davon bin ich überzeugt, die mächtigen Staaten dieser Erde müssen es nur wollen! Ob ein Dialog daraus wird, wissen wir vorher nicht. ...
Wozu braucht man für ein "Gespräch" mächtige Staaten? Ein Dialog setzt Kompromissbereitschaft vorraus. Kompromisslosigkeit ist aber ein Grundprinzip des IS. Daher bin ich überzeugt, dass Gespräche mit dem IS vollkommen sinnlos sind.

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