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Kampf um den Brexit: May rechtfertigt überparteiliche Gespräche
DPA

Die Gespräche zwischen Premierministerin May und Labour-Chef Corbyn über den Brexit werden in beiden Lagern kritisiert. Jetzt warnte May: Es bestehe die Gefahr, dass "uns der Brexit durch die Finger flutscht".

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haarer.15 07.04.2019, 19:27
10. No go

Zitat von Werner Koben
Wofür sollen die Gespräche mit Labour gut sein? Mag sein, daß sich May und Corbyn auf einen Kompromiss einigen, auch wenn es im Moment nicht danach aussieht. Im Unterhaus wird May für diesen Deal dann möglicherweise ein paar Stimmen von Labour dazugewinnen, im Gegenzug aber reihenweise Stimmen ihrer eigenen Partei verlieren, so daß am Ende wieder keine Mehrheit zustande kommt. Schwer vorstellbar, daß die EU sowas als ernstzunehmenden Plan für eine erneute Verschiebung des Austrittstermins akzeptiert.
Klar, das ist nur Hickhack - und weit entfernt von einem Plan. Das gesamte Unterhaus ist ein Tollhaus.

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Hukowski 07.04.2019, 19:32
11. Da..

..kommt mir als Sprachästhet plötzlich ein Gedanke.
Wenn England nicht mehr in der EU ist, besteht dann eigentlich noch irgendein Grund, englisch als "Amtssprache" der EU zu verwenden, oder kann man dann endlich auf schönere Sprachen zurückgreifen?

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syracusa 07.04.2019, 19:38
12.

Zitat von Proggy
Wenn die beiden, den mehr oder weniger diktierten EU-Deal annehmen wollen
Wer soll diesen Deal denn diktiert haben? Putin vielleicht?

Der Backstop ist das einzige (!) Hindernis für die Annahme des Deals durch das britische Parlament. Aber ausgerechnet der Backstop ist ja erst auf Drängen Mays in den Deal eingebaut worden! Hat vielleicht doch May der EU den Deal diktiert?

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Bell412 07.04.2019, 19:40
13. Worauf sich die EU auf keinen Fall einlassen darf:

Dass die Briten wieder irgend jemanden ins EU Parlament entsenden.
Keine Teilnahme der Briten an der Europa-Wahl! Sie wollen gehen, also sollen sie gehen!
Sonst holen wir uns freiwillig die Pest ins Haus, siehe Statement von Rees-Mogg (https://www.welt.de/politik/ausland/article191467125/Brexit-Verlaengerung-Roth-fassungslos-ueber-Aeusserungen-von-Rees-Mogg.html).
Oder wer will Farage weiterhin in Brüssel sehen?
So doof kann nicht einmal die EU sein.
Obwohl.. wir haben auch schon genügend korrupte Länder aufgrund falscher Informationen in die EU "eingemeindet"..

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lanzelot72 07.04.2019, 19:48
14. Proggy (5)

Es gibt überhaupt kein Irland-Problem, sondern es gibt ggf. ein Nordirland-Problem. Und das entsteht dann einzig und allein auf britischer Seite. Ich habe von Ihnen allerdings nichts anderes erwartet. Vorgestern haben Sie ja auch behauptet, Nordirland würde für ein Referendum die Zustimmung Westminsters benötigen. Aber wen scheren schon völkerrechtliche Abkommen, wenn sie dem eigenen Weltbild widersprechen?

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pnegi 07.04.2019, 19:57
15. Dieser Verrat am Wähler wird sich rächen...

Sowohl May als auch Corbyn teilen eine Gemeinsamkeit. Sie sind beide Remainer. Das, was hier also abläuft, ist einzig ein Verrat an der Mehrheitsentscheidung der Britischen Wähler, die mit 52% für Leave gestimmt haben. Nachdem Frau May nun bemerkt hat, dass sie in der eigenen Partei nicht weiterkommt, macht sie jetzt gemeinsame Sache ausgerechnet mit ihrem politischen Gegner. Die ganze Sache wird nun aber dadurch besonders brisant, als dass das konservative Britannien gemeinsam mit einem grossen Teil des Mainstreams gerade versuchen, Corbyn in die politische Schmuddel-Ecke eines Antisemiten zu pressen. Was zwar ebenso hanebüchen ist, jedoch dazu führt, dass diese Collusion zwischen May und Corbyn vollends ins Groteske absackt. Letztendlich könnte diese Farce dazu führen, dass der Britische Wähler sich nach diesem ganzen Brexit-Wahnsinn einer völlig neuen Form der Demokratie zuwenden könnte, da diese gegenwärtigen MPs in der jetzigen Demokratieform so ziemlich alles "repräsentieren", nur nicht den Willen der eigenen Wähler. Es wird also spannend...

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runtothehill 07.04.2019, 19:59
16. Wenn sie nicht wollen

Das der Brexit wirtschaftlich für GB eine Katastropfe wird, ist abzusehen. Leidtragenden ist die Bevölkerung, die diese wirre Idee konservativer Politiker, die alles für das große Britannien tun wollen, zu verdanken haben. Aber so ist Demokratie. Die Briten haben sich für den Ausstieg entschieden, zwar auf Basis falscher Fakten, aber sie haben sich so entschieden. Das was jetzt aber völlig unverständlich ist, ist das ständige No des Parlaments zu allen Kompromissen. Liebe Briten, ich fände es zwar schöner, wenn ihr in der EU bleiben würden, aber wenn ihr raus wollt, dann geht endlich. Ihr müsst doch einfach nichts mehr machen, als wie bisher nichts Alternatives auf dem Weg zu bringen. Und dann könnte am 12.4. schon Schluß sein. Ihr hättet den Brexit. Nur bitte, bitte nicht schon wieder eine Verschiebung der Verschiebung. Entscheidet euch im altehrwürdigen Parlament in Westminster endlich, was ihr wollt!

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Skakesbier 07.04.2019, 20:00
17. Die UK-Gemengelage

ist äußerst komplex!
Zum Sortieren einfach mal ein paar Hinweise:
1) Den 6 Millionen Unterschriften der Remainer-Initiative standen nahezu zeitgleich 5 Millionen Unterschriften der Leaver gegenüber (was in der deutschen Presse weitestgehend ignoriert wurde).
2) Ob die Remainer überhaupt ein 2. Referendum gewinnen würden, ist somit durchaus offen.
3) Die Schotten sind mit erheblicher Mehrheit Remainer, ihre SNP-Abgeordneten im HoC sowieso.
4) Die Nordiren lehnen dezidiert eine 'harte' Grenze zur Irischen Republik ebenso ab wie eine 'unsichtbare' in der Irischen See zu Großbritannien. Sie sind a) gegen jede weitere Wahl, b) gegen May's 'Deal', haben aber selbst keinen auch nur halbwegs vernünftigen Vorschlag zu bieten.
5) Mittlerweile scheint selbst walisischen Abgeordneten 'der Kragen zu platzen'.
6) Die Independent Group setzt auf mehr Überläufer von den Tories bzw. Labour für ihre Forderung eines 2. Referendums (aber siehe dazu oben).

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Watschn 07.04.2019, 20:00
18. May geht den richtigen Weg; man muss mit Labour den Brexit festmachen

Einig sind sich beide (May & Corbyn) in der Beschränkung/Sperrung gegen mehr Migration bzw. anhaltende EU-Personenfreizügigkeit. Das wäre mit dem bisherigen May-Deal, einer EWR-Liechtensteinlösung (mit Personenfreizügigkeitsbeschränkung), einer EU-Zollunion (und natürlich mit einem Hard-Brexit) abgedeckt.
Kniffliger ist das massgeschneiderte global-wirts. Feld in dem sich das UK mit welchen? adäquaten Instrumenten künftig bewegen will.

Die EU-Zollunion schneidet da am schlechtesten ab (sogar hinter einem Hard-Brexit), weil UK die Hände durch die EU gebunden wären, eigene autonome Abschlüsse von UK-Freihandelsabkommen mit anderen Staaten abzuschliessen.

In einer Rangfolge würde am Besten der May-Deal mit rechtl. festgelegten terminierten EU-Übergangslösungen abschneiden.
Dann kommt m.E. aber bereits der Hard-Brexit, welcher evtl. in den ersten Monaten ein paar Schwierigkeiten bereiten könnte, dann aber die EU (insb. angesichts der konjunkturellen Lage u. den engen wirts. Verbindungen zum UK) zur Vernunft zwingen würde, u. somit dem UK ein breites Feld von wirtschaftl. erstklassigen (Handels-)Möglichkeiten eröffnet (CETA-angelehnte Handelsabschlüsse mit der EU/Kanada/Commonwealth-Staaten; Freihandelsabkommen mit den USA mit evtl. Andockung an die USMCA-Freihandelszone, Mercosur-Anschluss, und als Neu-Teilnehmer (UK unter Besitz karibischen o. indo-ozeanischen bzw. pazifischen Territorien; wäre geographisch gegeben) am APEC usw..
Die drittbeste Lösung - eine EWR-Liechtenstein-Lösung würde zwar die Migration einschränken, und UK könnte auch frei & autonom Handelsvereinbarungen mit anderen Ländern abschliessen, müsste aber in der Handelspolitik EU-UK jegliche Bestimmungen der EU ohne Miteinwirkungsmöglichkeit übernehmen (analog Island, Norwegen, Liechtenstein).

Das ist nicht einfach für UK. Das bedeutet eine Wegscheide für Jahre oder gar Jahrzehnten. Und somit ist es einleuchtend, das PM May dafür die möglichst beste u. richtige Entscheidung für UK beschliessen will.
Folgerichtig ist, wenn nötig - ein lange Verlängerung (evtl. mit EU-Parlamentswahlteilnahme), um dies ohne Hast u. Zeitdruck angehen zu können. Eine Festlegung für die Teilnahme UK an EU-Parlamentswahlen per 12.4 wäre aber sinnvoll bzw. gar zwingend.

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Schartin Mulz 07.04.2019, 20:04
19. Könnten SIe mir sagen,

Zitat von 1848
Ja , die Verhandlungen von GB mit allen Staaten dieser Welt gehen erst dann richtig los..... haben Sie das verstanden.... diese tolle Position, in der das größte EX-EX- EX-Empire steckt .???? !!!
was das mit meinem Beitrag zu tun hat?
Warum antworten SIe mir, wenn Sie nicht gedenken, auf meinen Beitrag einzugehen?

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