Forum: Politik
Kampf um den Brexit: May rechtfertigt überparteiliche Gespräche
DPA

Die Gespräche zwischen Premierministerin May und Labour-Chef Corbyn über den Brexit werden in beiden Lagern kritisiert. Jetzt warnte May: Es bestehe die Gefahr, dass "uns der Brexit durch die Finger flutscht".

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Kritik 07.04.2019, 22:12
40.

Zitat von Hukowski
..kommt mir als Sprachästhet plötzlich ein Gedanke. Wenn England nicht mehr in der EU ist, besteht dann eigentlich noch irgendein Grund, englisch als "Amtssprache" der EU zu verwenden, oder kann man dann endlich auf schönere Sprachen zurückgreifen?
Nicht "England" tritt aus der EU aus, sondern das Vereinigte Königreich, bestehend aus England, Schottland, Wales und Nordirland.
Die Republik Irland verbleibt in der EU und hat neben Malta Englisch als Amtssprache (Malta zusätzlich zu Maltesisch). Also kann man Englisch als eine von 24 Amtssprachen der EU nicht abschaffen.
Ich stimme Ihnen zu, daß es "schönere" Sprachen als Englisch gibt, allerdings ist Englisch auch für Menschen mit geringer Sprachbegabung relativ leicht zu erlernen bzw. zu verstehen.

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M. Vikings 07.04.2019, 22:14
41.

Zitat von KR-Spiegel
Die Briten haben den Austritt doch längst umgesetzt, siehe die aktuell ausgegebenen Reisepässe. Die Angst vor dem Brexit ist überzogen, denn die werden eh sehr schnell zur EU-Zollunion stoßen. Erst mit diesem Schritt macht der EU-Austrittsvertrag überhaupt Sinn. Sowohl in GB, als auch der EU würde die Teilnahme der Briten an jener Wahl Allen schaden. Daher am 12. April endgültig Schluß machen und auch den GB Antrag zur EU-Zollunion warten. Die müssen dann eben 2-3 Wochen ohne neues Kloapapier und sonstig Gewohntes auskommen - härtet ab.
Für den Fall eines No-Deal-Brexit hat britische Regierung
unter dem Namen "Operation Yellowhammer" (Goldammer)
zwölf Risikobereiche definiert:

1. Störungen des Transportsystems
2. Störungen der Grenzübergänge
3. Störungen der Überführung wichtiger Güter an den Grenzen
4. Gesundheitsdienste
5. Energie- und kritische Industriezweige
6. Lebensmittel- und Wasserversorgung
7. Auswirkungen auf britische Staatsbürger im Ausland
8. Zugriff auf die Datenbanken zur Strafverfolgung
9. Bank- und Industriedienstleistungen
10. Auswirkungen auf Nordirland
11. Übersee- und Königsreichgebiete (inklusive Gibraltar)
12. Nationale Sicherheit

Informationen sollen aus dem ganzen Land
von 7.oo Uhr bis 5.3o Uhr gesammelt und ausgewertet werden,
und den zuständigen Ministern morgens zukommen.

Das Verteidigungsministerium hat extra einen Bunker eingerichtet,
um militärische Reaktionen zu koordinieren.

Das klingt so gar nicht nach Vollzug.
Allerdings sollte sie das motivieren,
das Austrittsabkommen doch noch zu unterschreiben.
Nur keine weitere Fristverlängerung,
am 11. April muss ihnen so die Düse gehen,
das Corbyn May bei der Ratifizierung die zittrige Hand führt.

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Kritik 07.04.2019, 22:23
42.

Zitat von Schartin Mulz
Das würde doch bedeuten, dass die Briten jetzt nur noch überzeugte EU-Anhänger nach Brüssel entsenden würden.
Danke für die Aufklärung. Ich war doch tatsächlich der Meinung, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments würden von der Bevölkerung gewählt.

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artep 07.04.2019, 22:26
43. Was soll das heißen

"Dass uns der Brexit durch die Finger flutscht" ? Heißt das, Britannien bleibt in der EU und May, vormals Remainerin, danach aber Verbündete der harten Brexiteers hat diesen ganzen Affenzirkus nur aufgezogen, um zu beweisen, dass Britannien am besten fährt, wenn es in der EU bleibt, mit allen Rosinen ? Was ist mit dem Versprechen ans Volk und dem Versprechen, seinen Willen umzusetzen ?

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Filsbachlerche 07.04.2019, 22:56
44. Nach Lektüre der ersten 43

Forums-Beiträge habe ich nichts Neues erfahren.
Daher bleibe ich bei meiner Forderung: BREXIT am 12. April. ENDE mit diesen Büttenreden.
Neueintrittsverhandlungen mit nachgeordneten Verhandlungskommisssionen nach einem Jahr Ruhe jederzeit erwünscht. Verhandlungen auf Spitzenebene erst, wenn die Grundzüge eines fundierten Abkommen beiderseits – auch durch die jeweiligen Volksvertretungen – gebilligt wurden.
Andernfalls droht auch der EU ein endloser, bröckelnder Zerfall und Erpressung nach Rees-Mogg-Muster durch östliche Mitgliedstaaten und evtl. auch Italien.
Sofern das ausgehandelte Abkommen von den zuständigen Gremien in UK nicht angenommen wird, bleibt nur der No-deal-brexit übrig, den angeblich im House of Commons kaum einer will.
BREXIT JETZT. AM 12. APRIL. IM INTERESSE ALLER KONTINENTALEN EU-BÜRGER.

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w.diverso 07.04.2019, 23:03
45. Dieser Verrat am Wähler wird sich rächen?

Zitat von pnegi
Sowohl May als auch Corbyn teilen eine Gemeinsamkeit. Sie sind beide Remainer. Das, was hier also abläuft, ist einzig ein Verrat an der Mehrheitsentscheidung der Britischen Wähler, die mit 52% für Leave gestimmt haben. Nachdem Frau May nun bemerkt hat, dass sie in der eigenen Partei nicht weiterkommt, macht sie jetzt gemeinsame Sache ausgerechnet mit ihrem politischen Gegner. Die ganze Sache wird nun aber dadurch besonders brisant, als dass das konservative Britannien gemeinsam mit einem grossen Teil des Mainstreams gerade versuchen, Corbyn in die politische Schmuddel-Ecke eines Antisemiten zu pressen. Was zwar ebenso hanebüchen ist, jedoch dazu führt, dass diese Collusion zwischen May und Corbyn vollends ins Groteske absackt. Letztendlich könnte diese Farce dazu führen, dass der Britische Wähler sich nach diesem ganzen Brexit-Wahnsinn einer völlig neuen Form der Demokratie zuwenden könnte, da diese gegenwärtigen MPs in der jetzigen Demokratieform so ziemlich alles "repräsentieren", nur nicht den Willen der eigenen Wähler. Es wird also spannend...
Scheinbar haben sie ihre Infos teilweise aus dem Schulterblatt, weil Corbyn ist doch wirklich kein Remainer. Habe noch nie von ihm irgendwo eine Aussage in diese Richtung gehört. Außerdem wird der Hauptteil der Brexiteers in 10 Jahren schon gestorben sein. Bei den Remainern sieht das etwas anders aus. Das sind die Jungen mit besserer Schulbildung und besser Job. Das Risiko für die britischen Politiker hält sich also in Grenzen. Es wird zwar bei einem Abblasen des Brexit vielleicht einige Zeit die momentane Polarisierung weitergehen, aber das wird sich bald beruhigen. Laut einem britischen Journalisten machen die britischen Politiker dort ohnehin fast nie das was sich die Wähler wünschen, daher wäre das für die Brexiteers keine große Umstellung. Was mir noch aufgefallen ist: Irgendwie liest sich ihr Beitrag wie einer von RT ab. Liege ich da falsch?

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simonvavi 07.04.2019, 23:07
46. Zu komplex

Brits können mit komplexen Sachverhalte nicht umgehen. Das ist meine Erfahrung nach 12 Jahren in GB. Sie streiten über die Frage, was nach dem Austritt geschehen soll, ohne zu realisieren, dass sie erst einmal den Austritt verabschieden müssen. Und der einzig mögliche Austritt ist der Vertrag, den May ausgehandelt hat. Ohne die Zustimmung zu diesem Vertrag kann es nur einen no-deal Brexit geben, es gibt keine andere Alternative. Was Labour spielt, ist die notwendige Zustimmung zu diesem Austrittsvertrag so teuer wie möglich zu verkaufen, wobei Labour selbst zerstritten ist und nicht weiss was sie will. Manche Labour-MPs wollen gar keinen Brexit, manche wollen die Zollunion, die allerdings die Nordirland-Problematik nicht löst. Daher wird es keine Lösung geben. So können die Diskussionen ewig laufen. Für ein zweites Referendum wird es keine Mehrheit geben. Die einzige Lösung ist, dass Tories einen neuen PM wählen, der no-deal Brexit herbeiführt oder dass die EU die Verlängerungen unterbindet. Es ist leider so, es gibt zu no-deal Brexit keine realistische Alternative.

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Pless1 08.04.2019, 00:02
47. @ der anonyme Schreiber #24

Da irren Sie sich, Zollunion geht auch ohne Personenfreizügigkeit. Sie verwechseln das mit dem Binnenmarkt. An dem kann man nur teilnehmen, wenn man die vier Grundfreiheiten akzeptiert.

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birdie 08.04.2019, 00:12
48. Die Argumentationskette der rechtspopulistischen Brexiteers ...

war von Anfang an bis heute auf Krawall gebürstet. Und es spricht nichts gegen die Annahme, dass eine völlig überforderte PM May das auch nur im Ansatz erkannt haben könnte. So laviert sie sich hilflos mit endloser Zeitschinderei durch die bestehenden Probleme und hofft auf ein Wunder vom verachteten Kontinent zugunsten von Little Britain. Folglich steht ein harter Brexit als Lösung bevor, der zur Lehrstunde für Europa werden wird. Und danach wird es für längere Zeit keinem EU-Mitglied mehr einfallen, Rosinen picken zu wollen.

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Schartin Mulz 08.04.2019, 00:13
49. Genau das war gemeint

Zitat von Kritik
Danke für die Aufklärung. Ich war doch tatsächlich der Meinung, die Abgeordneten des Europäischen Parlaments würden von der Bevölkerung gewählt.
Ging eigentlich aus meinem Beitrag, wenn Sie nicht nur einen Satz daraus lesen, eindeutig hervor, dass ich damit die Wahl meinte.
Aber mancher missversteht ja gerne mal was.

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