Forum: Politik
Kampf um Kurdengebiete: Volk ohne Staat
Paul Zinken / DPA

Wieder einmal stehen die Kurden im Zentrum eines Konflikts. Wer sind sie, was wollen sie und warum geraten sie immer wieder in die Konfliktlinie? Der Überblick.

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bpauli 19.10.2019, 13:07
10. Einstufung als Terrororganisation

Bei den Vereinten Nationen, Russland, China, Ägypten, Indien u.a. ist die PKK nicht als Terrororganisation eingestuft und verboten. Auch die Schweiz hat die PKK als Organisation offiziell nicht verboten.
Die PKK vertritt seint 2005 einen sog. Demokratischen Konföderalismus. Der besteht im Kern aus einer basisdemokratischen Selbstverwaltung und einer gleichberechtigten, demokratisch-ökologischen Zivilgesellschaft, ohne einen eigenen Staat zu gründen. Dieses Konzept praktizierte die PYD in Nordsyrien. Auch für die kurdischen Gebiete in der Türkei will die PKK ein Konzept wie in Rojava realisieren. Ein eigener, unabhängiger kurdischer Staat stand seit 2005 nicht mehr auf der Agenda der PKK und von Öcalan.
https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Konföderalismus

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könig dickbauch 19.10.2019, 13:08
11. Überflüssig

#der_beste: das war nun überflüssig. In Deutschland leben u.a. viele Kurden, die ihr Land verlassen mussten, politisch Verfolgte, zerrissene Familien. Wie in dem Artikel beschrieben bleibt ihnen oft nichts anderes übrig als zu kämpfen oder zu flüchten.

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bwk 19.10.2019, 13:17
12. Die Kurden

Den Kurden würde 1918, nach der Zerschlagung des Osmanischen Imperium, die Staatlichkeit von Briten, Franzosen und Amerikanern verweigert. Die hatten andere Interessen als das Selbstbestimmungsrecht einer Nation anzuerkennen und das hat sich bis heute nicht geändert.

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Freifrau von Hase 19.10.2019, 13:17
13.

" Mittlerweile
lebt auch eine nicht zu vernachlässigbare Anzahl von Kurden in Deutschland. Ich bin dafür, dass sie ihr Land hier innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland ausrufen. Meine Unterstützung hätten sie."

Haben Sie auch etwas zur Lösung beizutragen oder wollten Sie nur provozieren?

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Dr. Kilad 19.10.2019, 13:29
14. Ganz guter Überblick, der aber auch zeigt,

dass es völlig einseitig ist, nur die PKK als terroristisch zu bezeichnen. Nimmt man den IS, der auch als terroristisch gilt, steht die Türkei ebenfalls auf der Seite terroristischer Organisation. Hinzu kommt, die PKK hat sich gegenüber den 90ziger Jahren gewandelt, d.h. von früheren Kampftaktiken distanziert. Dem türkischen Islamismus passt das nicht, auch deshalb dieser Überfall auf Syrien, obwohl überhaupt keine kurdische Bedrohung existiert. Außerdem: Die Kurden sind deutlich mehr westlichen Grundwerten verbunden als das Erdogan-Regime. Dieses geht in eine gefährliche islamistische Richtung. Auch wenn schwer zu bekommen: Wer über die PKK sich wirklich informieren will, kommt an Öcalans Schrift "Jenseits von Staat, Macht und Gewalt" nicht vorbei. Der "Witz" ist, dass zwar diese Schrift als die eines Terroristen eingestuft wird, wer aber trotzdem die Möglichkeit hat sie zu lesen, wird sich die Augen reiben. Da ist nichts Terroristisches in Öcalans Vision einer kommunal organisierten demokratisch-ökologischen Gesellschaft.

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g.raymond 19.10.2019, 13:49
15. Lieber das Ideal eines Vielvölkerstaates propagieren

Zitat von eunegin
Ein eigener Staat -so nett und fair das auch klingt- ist nicht nötig und wäre genauso konfliktträchtig. Besser wären Autonomierechte und keine Diskriminierung.
Dieser Meinung bin ich auch. Gerade Syrien hat sich, selbst unter den Diktatoren der Assads, als Vielvölkerstaat verstanden und versucht, die unterschiedlichsten kulturellen und ethnischen Minoritäten wie Aramäer, Christen, Juden oder Jesiden unter einem Dach zu halten, wenn das auch nie zu vollständiger Autonomie der Jeweiligen führen konnte. Diesen Vielvölkergedanken sollte man wieder kultivieren. E Pluribus Unum sozusagen, wie es in der Amerikanischen Verfassung steht, ein politisches Ziel, das auch die USA sich erst mühselig mit der Integration der Schwarzen erkämpfen mussten. Das ist mir lieber als die identitären Bewegungen, seien das nun die Katalanen, die völkischen Deutschen oder die Ukrainer.

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gvcom 19.10.2019, 13:53
16. und welche Gegend ?

Zitat von der_beste
lebt auch eine nicht zu vernachlässigbare Anzahl von Kurden in Deutschland. Ich bin dafür, dass sie ihr Land hier innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland ausrufen. Meine Unterstützung hätten sie.
...würden Sie für diesen Staat vorschlagen und was ist mit den Deutschen die dort leben..........

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gvcom 19.10.2019, 13:56
17. Richtig..........

Zitat von bwk
Den Kurden würde 1918, nach der Zerschlagung des Osmanischen Imperium, die Staatlichkeit von Briten, Franzosen und Amerikanern verweigert. Die hatten andere Interessen als das Selbstbestimmungsrecht einer Nation anzuerkennen und das hat sich bis heute nicht geändert.
und genau das ist das Problem, aber betrogen wurden nicht nur die Kurden sondern auch die arabischen Völker durch willkürliche Grenzziehungen und Einsetzung von Marionetten-Regierungen.

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hm2013_3 19.10.2019, 14:01
18. das Abkommen zwischen Trump & Erdoan ist nichtig

es geht um syrisches Land und wenn es zu einem Abkommen kommt, müssen ein paar andere Leute am Tisch sitzen. Das Wort in Syrien haben die syrische Regierung und die Russen. Ohne deren Zustimmung ist alles andere bla bla.

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MyMoon 19.10.2019, 14:01
19. Völkerrecht

Neben den Kurden gibt es auf der Welt noch sehr viele andere Völker die keinen eigenen Staat haben. Das politisch wichtigste wäre hier Palästina.
Warum setzt die EU hier nicht auf Sanktionen und politischen Druck ein?
Hier in den Foren schwafeln dann viele plötzlich etwas von Völkerrecht wenn es um die Kurden geht.
Aber wenn das Völkerrecht für alle Völker gilt, gilt es dann nicht auch für die Palästinenser?
Oder Tschetschenen, Rohinga, Uyguren, Moro (Mindanao), Kaschmir?
Kann es sein daß das "Völkerrecht" nur dann gilt wenn es im Interesse des Westens ist?
Für mich ist das Argument des Völkerrecht dann berechtigt wenn es auch für die oben genannten Völker gilt und umgesetzt wurde. Im übrigen wo war das Völkerrecht als Frankreich und England die Grenzen und damit die Staaten Syrien, Irak gezogen haben, bewusst um den Kurden kein Staatsgebiet zu geben?
In Wirklichkeit geht es darum wie im Jugoslawienkrieg die Völker gegenseitig aufzuwiegeln und die anderen Staaten zu schwächen bzw. aufzuteilen.
Gleichzeitig fusioniert die EU zu einem Staatsgebilde obwohl hier verschiedene Völker mit verschieden Sprachen, Kulturen, Religionen (Katholisch, Evangelisch, orthodox) leben.
Man will nur neben sich keine weitere Großmächte haben die sich zu einer wirtschaftlichen oder machtpolitische Konkurrenz entwickeln könnten.
Menschenrechte, Völkerrecht ist nur eine Fassade und wird maximal für die eigene Bevölkerung angewendet. (noch).

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