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Kanadas Außenministerin Freeland: "Trumps Vorwurf ist absurd"
REUTERS

"Wir haben uns umorientiert": Außenministerin Freeland erklärt Kanadas Politik seit Donald Trump - und warum die Deutschen ihren internationalen Einfluss unterschätzen.

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chimonanthus 01.09.2018, 19:49
40. @ 41 oli-offen,liberal, inform

Zitat von Oli-offen,liberal,inform.
für Freeland und Trudeau, Kanada ist Teil der Five Eyes, wie auch von ihr erwähnt - Deutschland ist davon weiter entfernt denn je, zurückhaltend formuliert. Übertriebene Begeisterungskundgebungen sind also (deutlich) fehl am Platze. Deutschland ist momentan reich und, ausschließlich wirtschaftlich(!), relativ mächtig, andererseits aber in vieler Beziehung ein Koloss auf tönernen Füßen, da die EU derzeit eine, auch moralische, Zerreißprobe durchmacht. Miss Freeland wird mehr als freundschaftliche Worte wollen, um Kanada voranzubringen.
Ich habe nirgends etwas von "five eyes" gelesen. Was ist das?

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artep 01.09.2018, 20:54
41. Bedenkliche Zeiten !

Wenn die kanadische Außenministerin Deutschland als einflussreich in der Welt hervorhebt und unseren Außenminister als Freund bezeichnet, hat sie Vorteile für ihr Land im Sinn. Immer noch liegt Kanada auf dem amerikanischen Kontinent und die USA sind das Hemd, das viel näher liegt als der europäische, bzw. deutsche Rock. Schmeicheleien muss man mit Vorsicht begegnen ! Im Übrigen ist dieses ganze Interview gekennzeichnet durch Ausweichen, sich nicht Festlegenwollen und Warten auf günstigere Gelegenheiten. So ein Wischi - Waschi kann Deutschland nicht gebrauchen und ich warne vor einem voreiligen Freihandelsabkommen mit Kanada. Nur zur Erinnerung: Die Queen ist Staatsoberhaupt in Kanada und Kanada ein sehr wesentliches Mitglied des Commonwealth. Immerhin hat die EU gerade Brexit- Verhandlungen mit GB.

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flohzirkusdirektor 01.09.2018, 21:00
42. Was ein Ärger aber auch!

Zitat von quark2@mailinator.com
[...] OK, wenn Sie zugeben, die Ureinwohner fürchterlich behandelt zu haben, wann geben sie denen ihr Land zurück [...]
Denn in dem Land, das sich später einmal Kanada benennen würde - "Canada" ist das Irokesische Wort für Dorf - wurden die Indigenen vergleichsweise gut behandelt. Zu den Zeiten der Indianerkriege Ende des 19. Jahrhunderts konnten in den U.S.A. lebende Indianer nach Kanada fliehen unter dem Schutz der North West Mounted Police. Besuchen Sie mal Ft. Steele/BC, dort liegen ca. 180 Mounties begraben, die im Kampf mit der U.S. Cavalry fielen ...

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flohzirkusdirektor 01.09.2018, 21:07
43. Fangen Sie schon wieder damit an?

Zitat von fixik
Die Dame klingt nett, aber mir ist Kanada letzte Jahre so unsympathisch geworden, dass ich hier sehr, sehr skeptisch bin. Kanada hat zur Zeit mit vielen Ländern Streit. Und sehr oft aus eigenem Verschulden. Im Streit mit USA mögen die Kanadier im Recht sein, aber das sind selber keine Unschuldige, sondern teils sehr aggressive Akteure.
Beim letzten Mal konnten Sie dafür doch auch kein einziges Argument vorbringen! Blödsinn wird nicht durch ständiges Repetieren wahrer ...

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flohzirkusdirektor 01.09.2018, 21:16
44. Nicht?

Zitat von lupenrein
[...] Mir ist kein Land bekannt, das die Sicherheit der USA bedroht.
Also so ad hoc fallen mir da schon einmal drei ein, die es hinbekämen, und eines, dass das sehr gerne könnte ...

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kajoter 02.09.2018, 00:10
45. @ #2

Zitat von Atheist_Crusader
"Der Vorwurf, Kanada bedrohe die USA, ist absurd. Schließlich sind wir nach US-Gesetz Teil des amerikanischen Verteidigungskomplexes." Trump hat nicht direkt Kanada als Bedrohung bezeichnet, sondern das Fehlen einer starken amerikanischen Stahlindustrie (wofür er zum Teil Kanada verantwortlich macht). Das hängt mit dem Autonomiegedanken der USA (speziell der Konservativen) zusammen und einem tiefgehenden Misstrauen gegenüber allen anderen: Man betrachtet sich als "greatest country" on earth, als Jemand der alles besser macht und kann und weiß als alle Anderen - und man will sich auf keinen Fall an irgendjemanden binden, um keinen Preis von irgendwelchen Ausländern vorschreiben lassen was man zu tun und zu lassen hätte. Deswegen hat man ja auch so ein Problem mit der UN und deswegen mag man die NATO (normalerweise): in der ersteren ist man nur einer von Vielen, zwar mit Sonderstatus aber eben nicht überwältigender Macht. In letzterer ist man der unangefochtene King, es zieht vielleicht nicht immer jeder überall mit, aber die NATO wird niemals gegen die Interessen der USA handeln. Wirtschaftlich ist das nicht anders, dazu muss man sich z.B. nur mal anschauen wie die US-Streitkräfte einkaufen: praktisch ausschließlich amerikanische Rüstungsgüter. Und die die man von woanders kauft werden in den USA produziert, entweder von lokalen Zweigstellen oder auf Lizenz. Deswegen war auch Niemand ernsthaft überrascht, als der Deal mit den Tankflugzeugen vor ein paar Jahren nicht an Airbus sondern an Boeing ging. Es anders zu handhaben hieße, sich von einem anderen Land abhängig zu machen, das dann einfach im Falle eines unliebsamen Krieges den Nachschub unterbrechen könnte (man erinnere sich an den glorreichen Irak-Feldzug in dem diese doofen Deutschen und Franzosen einfach nicht mitziehen wollten). Und das kann man nicht haben. Man muss jederzeit bereit sein mit jedem im Konflikt zu sein, notfalls gegen den ganzen Rest der Welt. Um das tun zu können muss die Rüstungsindustrie unabhängig sein - und das geht nicht ohne eine starke Stahlindustrie. Das meint Trump wenn er sagt "if you don't have steel, you don't have a country". Er hält Kanada nicht wirklich für eine Bedrohung und ihm ist vollkommen klar dass diese in einem Konflikt mit den USA niemals den Hauch einer Chance hätten. Darum geht es ihm auch nicht. Er will einfach nicht dass Jemand die gleiche Art von Erpressung auf die USA anwenden kann, die er selbst so gerne praktiziert. Die USA muss frei sein zu tun was immer sie für richtig hält - egal was der komplette Rest des Planeten davon hält.
Trotz Ihrer Erklärungen gebe ich Frau Freeland Recht. Trump dürfte seine Strafzölle nicht erheben, wenn er die entsprechenden Handelsbereiche nicht als "Gefährdung der nationalen Sicherheit" definieren würde. Darauf nahm Frau Freeland Bezug. Trumps Begründung ist absurd, wenn man sich die gemeinsame Geschichte beider Länder anschaut. Vor allem in den beiden Weltkriegen gestaltete sich deren Zusammenarbeit als derartig eng, dass man kaum noch von zwei unterschiedlichen Ländern sprechen konnte.

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Ökofred 02.09.2018, 00:44
46. Welche Zahlen?

Zitat von pragmat
Wenn Sie hier schon Zahlen manipulieren und Behauptungen aufstellen, sollten Sie die richtigen Zahlen benutzen. Aus dem Annex des Klimaschutzabkommens von Paris 2015 geht hervor, dass die USA seit der Referenz von 1990 ihren Anteil des Ausstosses an der Welt-Emission von CO2 von 25% auf 18% reduziert. haben. China dagegen hat seinen Anteil von 3% auf 20% im Jahr 2016 erhöht und Indien von 2% auf gefakte 4%. Das liegt am Einsatz von industrieller Kohle (Koks) für die Stahlherstellung, die in den USA kaum mehr stattfindet.
Meinen Sie diese Zahlen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/
Der Ausstoß der USA liegt / Kopf der Bevölkerung beim VIERFACHEN Chinas.
Mit den Aussagen meines Posts auf den Sie geantwortet haben hat das übrigens nichts zu tun, aber das iinteressiert Sie sicher nicht.

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quark2@mailinator.com 02.09.2018, 01:42
47.

Zitat von Der Pragmatist
Quark2 (Kommentar 17) widerspricht sich selbst. Er sagt: “man erhebt Zoelle, um bestimmte eigene Industriezweige vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Kanada hat sich entschieden, seinen Milchmarkt nicht zu oeffnen und das ist deren gutes Recht” Dann haette er auch sagen muessen, “ Die USA haben sich entschlossen, ihren Stahlmarkt zu schuetzen und das ist deren gutes Recht”. Warum der weltweite Aufschrei ueber 25% Zoll auf Stahl bei den USA, wenn Kanada 270% Zoll auf Milchprodukte erhebt. Warum der große Aufschrei, wenn die USA 20% Zoll auf europäische Autos erheben will waehrend gleichzeitig die EU Zoll von 10% auf amerikanische Autos und 22% auf amerikanische pick ups und 25% Zoll auf amerikanische Motorräder erhebt. Es ist reine Heuchelei
Ich habe gar nichts zu Stahl geschrieben, sondern Sie unterstellen mir eine Position, die ich nicht vertreten habe. Aber da Sie es ansprechen - bzgl. Stahl denke ich ebenfalls, daß die USA (und alle anderen) sich an die in Verträgen vereinbarten Positionen halten sollten. D.h. wenn man der WTO angehört, sollte man sich an die WTO-Regeln halten. Soweit ich gelesen habe, lassen diese die Zölle auf Stahl und Alu nicht zu, außer es handelt sich um strategisch wichtige Dinge. In diesem Fall stimme ich Trump zu, daß ein Land eine eigene Stahlindustrie braucht, um unabhängig zu sein. Ich weiß aber nicht, ob deren Existenz in den USA wirklich bedroht war. In jedem Fall widerspreche ich mir nicht selbst - Verträge sollen eingehalten werden. Ggf. kann man sie fristgerecht kündigen.

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quark2@mailinator.com 02.09.2018, 01:58
48.

Zitat von chimonanthus
Ich habe nirgends etwas von "five eyes" gelesen. Was ist das?
Zusammenschluß von USA, UK, Kanada, Australien und ich glaube Neuseeland, die weltumspannend SIGINT betreiben, also Kabel und "Äther" abhören und sich dafür gegenseitig Einblick in die Erkenntnisse garantieren. Schauen Sie sich mal die Lage der (Internet)kabel nahe Europas an. Die gehen fast alle über UK in die USA. Es gibt auch noch andere strategische Engstellen, an denen nicht gerade zufällig der alte britische Commonwealth liegt ... und mithört. GCHQ ... schon mal gehört ? Die USA räumen den kleineren Partnern so umfangreiche Privilegien ein, weil diese sich als Plattform zur Verfügung stellen. Kanada wird auch gebraucht, weil es auf der direkten Route Russland-USA über den Nordpol liegt. Das geht seit dem 2.WK so. Ob Kanada aber wirklich enger mit den USA verbunden ist, als DE, ist nicht so leicht zu sagen, denn auch DE stellt sich zur Verfügung (Bad Aibling, Ramstein, etc.) und erhält im Gegenzug US-Material. Ich denke, was wir sehen, sind einfach nur die Verwerfungen, die durch die aktuelle Stärke Chinas entstehen, wobei die USA durch ihre neue Unabhängigkeit von Ölimporten (ex. Kanada) stärker geworden sind und daher wieder dominanter auftreten (nachdem EU, Naher Osten und Südamerika geschwächt sind). Wir leben in interessanten Zeiten.

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Fantastic 02.09.2018, 19:48
49.

Mich würde mal interessieren, wie groß die Exporte von Kanada nach Saudi-Arabien und umgekehrt sind. Konnte da leider nichts finden.
Droht hier möglicherweise Saudi-Arabien, die Kanadier mit Wattebäuschen zu bewerfen?
Rauswurf der kanadischen Diplomaten, Einstellung der direkten Flugverbindung. Na und?
Einstellung von Öllieferungen nach Kanada? Dem Land mit den Ölsänden.

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