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Kandidaten für US-Wahl 2020: Trump-Herausforderer, dringend gesucht
AP (3); REUTERS (2); MICHAEL WYKE/EPA-EFE/REX/SHUTTERSTOCK

Nach dem Erfolg bei den Midterms suchen die US-Demokraten die richtige Strategie und einen passenden Kopf, um Donald Trump bei der Wahl 2020 aus dem Weißen Haus zu vertreiben. Wer traut sich?

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ex_berliner 14.11.2018, 20:34
70.

Die Wirtschaft wird, so ist zu erwarten und so wird prognostiziert, irgedwann naechstes Jahr oder spaetstens im ersten Halbjahr 2020 in die naechste Rezession rutschen. Haushaltsdefizite werden dann weit ueber die ohne Rezession prognostizierten > 1 Billion Dollar hinaus wachsen. Die Arbeitslosenquote wird ansteigen und der Immobilienmarkt wird sich weiter abkuehlen (das hat bereits begonnen). Damit duerfte Trump's Kartenhaus in Sachen Wirtschaftspolitik zusammenbrechen.

Trump's aussenpolitisches Kartenhaus ist bereits am Zusammenbrechen. Alte Verbuendete wenden sich zunhemend von den USA ab, der Mittlere Osten ist kein Stueck in Richtung Frieden vorangekommen, Nork Korea bastelt fleissig an seinen Waffenprogrammen weiter und die Strafzoelle gehen komplett nach hinten los so dass die Landwirte in den USA nun an einem Milliardenschweren Tropf der Regierung haengen und der US Verbraucher zusehends hoehere Preise zahlt.

Die Mauer wird es bis auf einen gerade bewilligten 6 Meilen langen Abschnitt nicht geben, da die Demokraten jetzt die Schluessel zur Staatskasse haben und fuer diesen Schwachsinn keinen Cent bewilligen werden. Und auch Mexiko wird entgegen den wirren Behauptungen Trump's natuerlich auch weiterhin jede Kostenuebernahme oder -beteiligung aus der Welt lachen. Keine Kohle = keine Mauer.

All das bereitet eine hervorragende Grundlage fuer die Demokraten in 2020. Aber es kommt auf das richtige Zugpferd an. Es braucht jemanden, der glaubhaft fuer den Otto-Normalverbraucher antritt. Ein Zugpferd fuer ein staerkeres Bildungssystem, dass junge Menschen fuer die Zukunftsjobs vorbereitet, ohne sie hoffnunglos zu verschulden. Fuer ein staerkeres Gesundheitssystem, dass jedem Menschen adequaten Zugang ermoeglicht. Fuer eine Umweltpolitik, die den Kindern eine lebenswerte Zukunft ermoeglicht. Fuer eine Wirtschaftspolitik, die Einkommen nicht nur an die 1% an der Spitze sondern breit in die Bevoelkerung verteilt. Fuer eine Steuerpolitik, die gerecht und nach Leistungsvermoegen besteuert - ohne tausende von Schlupfloechern, durch die Millionaere und Milliardaere ihre Schaefchen ins Trockene bringen, waehrend der Staat und damit alle Buerger immer tiefer in Schulden versinken.

Es darf kein Wischi-Waschi in der Mitte sein, dann verlieren sie wieder. Es sind wirklich progressive Ansaetze sind gefragt und jemand, der die glaubhaft vertreten kann. Jemand wie Bernie Sanders - nur hoffentlich 20-30 Jahre juenger.

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g.eliot 14.11.2018, 23:39
71.

Zitat von bigmitt
Bernie hätte eine echte Chance gehabt Trump zu verhindern ( zumindest hatten das die Umfragen im direkten Duell ergeben) wurde aber seiner Nominierung beraubt. Für Bernie 2020 ist es jetzt wohl leider zu spät.
Welcher Nominierung wurde Bernie Sanders denn beraubt? Er hat als Unabhängiger für die Demokraten kandidiert, wollte sich aber von dem Verwaltungsapparat ausklinken und auch kein Geld von denen nehmen. Dafür hatte er das Grassroots Movement und finanzierte sich privaten Spenden.
In den Vorwahlen schlug Clinton, die der Partei das dringend benötigte Geld brachte, ihn mit ein paar Millionen Stimmen. Das ist enorm viel für die Vorwahl einer Partei.
Niemand hat ihm etwas beraubt. Er hat gegen Clinton verloren, und zwar nicht knapp, Punkt.

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Ventil4tor 15.11.2018, 08:33
72. Wer im Glashaus sitzt...

"Sollen die Demokraten ihre Macht im Repräsentantenhaus dazu nutzen, Trump scharf zu attackieren?"
Ja klar, warum nicht? Trump macht es doch genauso und das ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. Also, Feuer frei! Donald gilt es endlich mal seine Grenzen aufzuzeigen und das passiert wohl kaum mit "sanfteren Tönen". Er hat etliche Leute beleidigt und kommt ständig ungeschoren davon. Wer diesen Frauen feindlichen, selbstlobenden, widersprüchlichen, unberechenbaren Mann unterstützt und feiert, hat seine Seele dem Teufel geschenkt.

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isi-dor 15.11.2018, 09:34
73.

Zitat von Geopolitik
Die Kommentare der Foristen sind einmal wieder vom Feinsten. Ein Genuss! Die wenigsten haben eine Ahnung, und die allerwenigsten scheinen es zu vermögen eine Analyse hinzulegen, warum Trump gewonnen hat und letzte Woche nicht verloren:
Mein Herr, mehr als Trump in dieser Wahl verloren hat, kann man letztlich gar nicht verlieren. Er hat die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren, die Mehrheit der Stimmen von Frauen und selbst in den größten Hochburgen der Republikaner wurde die Wahl derart knapp, dass nachgezählt werden muss. Sogar im republikanischen Südstaat Arizona hat eine offen bisexuelle Frau gegen den erzkonservativen Amtsinhaber gewonnen. Man muss auch mal bei den Fakten bleiben, Trump gehört zu den größten Losern aller Zeiten. Die übergroße Mehrheit der US-Amerikaner will ihn nicht als Präsidenten und er regiert mit seinen Dekreten ohne Parlament nur deshalb, weil ihn ein absurdes Wahlkreissystem ins Amt gehievt hat. Eigentlich ist er nur Präsident von Kansas und Nevada geworden.

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isi-dor 15.11.2018, 09:39
74.

Zitat von widower+2
Bei einem DNA-Test werden die Ergebnisse in der Regel in Prozenten angegeben, die sich wiederum umrechnen lassen. 1/1024 würde zum Beispiel bedeuten, dass jemand zu mehr als 99,9 Prozent nicht indianischen Ursprungs ist. Und das ist verdammt wenig, um darauf quasi eine indianische Identität zu begründen.
So etwas behaupten allenfalls Leute, die von Genetik nicht die geringste Ahnung haben. Tatsache ist, dass im Genom des Menschen, und zwar ALLER, immer noch über 2,5% Gene des Neandertalers stecken, also 1/40. Sie sollten also nicht alles glauben, was Trump so dummtwittert. Trump hat nicht mal die geringste Ahnung davon, wie man einen Bruch ausrechnet.

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ex_berliner 15.11.2018, 15:44
75.

Zitat von Geopolitik
Die Kommentare der Foristen sind einmal wieder vom Feinsten. Ein Genuss! Die wenigsten haben eine Ahnung, und die allerwenigsten scheinen es zu vermögen eine Analyse hinzulegen, warum Trump gewonnen hat und letzte Woche nicht verloren: aus einer Koalition der Minderheiten werden die Demokraten noch einige Wahlen hin keine Mehrheit mehr schustern können. Jemand aus der Mitte, der oder die alle einbindet - auch weisse Männer mittleren Alters - wie es von den im Artikel genannten Personen vielleicht am ehesten Senatorin Amy Klobuchar vermag könnte Trump wahrscheinlich schlagen. Bernie Sanders mit Gegenmodell zu Trump hätte es vielleicht schon vor zwei Jahren geschafft.
Trump hat gewonnen? Wow. Schaun wir mal:

Im US Repraesentantenhaus haben die Demokraten trotz massivem Gerrymandering, betrieben von den Republikanern nach dem 2010 Census, so viele Sizte dazugewonnen, wie in keiner Mid-term Wahl seit Watergate. Ja, man muss ueber 4 Jahrzehnte zurueckblicken, um einen aehnlich starken Erfolg der Demokraten zu finden.

20 Gouverneursposten, die die Republikaner besetzten, standen zur Wahl. Sieben davon haben die Republikaner and die Demokraten verloren - einen sogar im tiefroten Kansas. Die Demokraten haben nicht einen Gouverneursposten verloren.

Die Delegation Kaliforniens im Repraesentantenhaus - 53 Abgeordnete - enthaelt erstmals weniger als 10 Republikaner. Orange County, CA, der Kreis, aus dem grosse Republikaner in der Geschichte kamen, wird im kommenden Kongress voraussichtlich komplett von den Demokraten repraesentiert.

Der Republikaner Ted Cruz musste massiv in seine Wiederwahl investieren und dennoch ist ein rookie Demokrat mit einem stark progressiven Programm auf zwei Prozentpunkte an ihn rangekommen. In Texas.

Nehmen Sie die hunderte von Sitzen in Landesparlamenten, die Demokraten dazugewonnen haben, die Mehrheit der Oberstaatsanwaelte, die Demokraten nun im Lande haben dazu und dann erklaeren Sie mir nochmal, wie das ein Sieg fuer Trump ist.

Es sind im uebrigen nicht die Demokraten, die sich Sorgen machen muessen um ihre Waehlerbasis. Es sind die Republikaner, die da ein strukturelles Problem haben - deren Waehlerbasis ist am aussterben.

Wo ich Ihnen zustimme ist, dass die Demokraten einen Kandidaten finden muessen, der solide progressiven bona-fides mitbringt und glaubhaft die Mittelschicht vertreten kann. Und das auch mit kraeftigem Gegenwind. Beto O'Rourke ist ein solcher Kandidat, nur leider viel zu unerfahren. Bernie Sanders ist ein solcher Kandidat, nur leider viel zu alt. Wer mir in der Auflistung fehlt ist der wohl offensichtlichste Kandidat, der diese Ansprueche erfuellt und der politisch hinreichend gereift ist aber eben noch ein Stueck von seinen 70'ern entfernt: Sherrod Brown - der gerade entgegen dem Trend im Bundesstaat Ohio haushoch wiedergewaehlte Senator.

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bigmitt 16.11.2018, 02:21
76. g.eliot

Wenn doch mittlerweile Parteigrössen wie Elizabeth Warren und Donna Brazile zugeben das die Primary der Demokraten "rigged" war, wieso können Sie das nicht?

Die DNC hat in den Vorwahlen neutral zu sein. Das war sie keinesfalls , und mittlerweile weiss man das es durch die Clinton Millionen deren Einfluss gekauft wurde. ( DWS hat da viel Schindluder getrieben) Leider werden wir nie herausfinden wie es wirklich ausgegangen wäre auf einem level playing field.

https://www.washingtonpost.com/news/the-fix/wp/2017/11/02/ex-dnc-chair-goes-at-the-clintons-alleging-hillarys-campaign-hijacked-dnc-during-primary-with-bernie-sanders/?utm_term=.6dda8571c9cf

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ex_berliner 16.11.2018, 15:13
77.

Zitat von bigmitt
Die DNC hat in den Vorwahlen neutral zu sein. Das war sie keinesfalls , und mittlerweile weiss man das es durch die Clinton Millionen deren Einfluss gekauft wurde. ( DWS hat da viel Schindluder getrieben) Leider werden wir nie herausfinden wie es wirklich ausgegangen wäre auf einem level playing field.
Ein "level playing field" schliesst aber auch ein, dass die Kandidaten beide (oder alle) Demokraten sind. Waren sie aber nicht, denn Bernie gehoert nun mal nicht zu den Demokraten. Er haette doch als Independent selbst zur Kandidatur antreten koennen ohne sich da mit irgendeinem Parteiapparat auseinandersetzen zu muessen - warum musste er sich einer Partei bedienen, der er nicht angehoeren will?

Bernie's hauptsaechliche Beschwerde war im uebrigen, dass die demokratischen Vorwahlen in vielen Bundesstaaten sogenannte geschlossene Wahlen sind - wo nur registrierte demokratische Waehler waehlen duerfen. Er wollte, dass alle an diesen Vorwahlen teilnehmen koennen. Dass ein Kandidat, der einer Partei nicht angehoert, dieser den Prozess ihrer Kandidatenwahl diktieren will, ist schon mehr als fragwuerdig. Dass er die Regeln geaendert haben wollte, als die Vorwahlen bereits im Gange waren, dass er also die Spielregeln waehrend des Spieles aendern wollte, ist da nur, was wir hier "the cherry on top" nennen.

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