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Kandidaten, Trends, Szenarien: Was Sie zur Mega-Wahl in Brasilien wissen müssen
AFP

Korruption und Verbrechen beuteln Brasilien, die Menschen sehnen sich nach einem Präsidenten, der das Land nach vorn bringt. Reicht es für den Rechtspopulisten Jair Bolsonaro? Die Fakten zur Wahl.

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itajuba 07.10.2018, 14:35
20.

Kommentar 18: Richtig stellen: die Kandidatin als Vizepräsidentin in Koalition mit der PT

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carahyba 07.10.2018, 14:37
21. Zynismus ...

Obwohl ich ein strikter Gegner des Faschisten Bolsonaro bin, sehne ich mich vielleicht, dass er die Wahl gewinnt und Präsident.

Er wird keinen einzigen Punkt seiner Versprechungen umsetzten können, denn dazu müsste er gegen seine eigenen Unterstützer in Politik und Ökonomie vorgehen. Auch mehr Militär in Elendsviertel und Städten entsenden geht nicht, die Militärs protestieren jetzt schon.

Haddad wird auch nichts machen können, weil er keine Mehrheiten im Kongress zusammenbringen könnte.

Die Zersplitterung im Kongress mit über 30 Parteien und Gruppierungen, die oft nicht mehr als 3 Mitglieder haben verhindert jede sinnvolle politische Arbeit. Mehr als die Hälfte der Kongressmitglieder ist lediglich Sponsoren verantwortlich und/oder haben Korruptionsverfahren am Hals.

Brasilien ist politisch im Chaos und ökonomisch dient es lediglich dem Finanzkapital, dem geht es ausgezeichnet wie der Economisst konstatiert.

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horstenporst 07.10.2018, 14:40
22.

Zitat von icke_floripa
Ich finde es sehr erschreckend mit welcher Leichtigkeit hier in Brasilien, aber auch woanders, Menschen als Faschisten tituliert werden nur weil sie nicht auf einer gleichen (oft linksextremen) Meinung sind. Nur mit der bloßen Kritik an PT oder Lula oder Dilma wird man als Faschist bezeichnet, auch wenn man eher eine soziale Auffassung hat. Dies ist hier besonders stark bei linksextremen Parteien wie PSOL, PT, PSTU ua. zu erkennen welche oftmals auch noch den Kommunismus verteidigen. Es sollte nur zu bedenken sein, dass bei den stalinistischen Säuberungen genau dies auch getan wurde. Kritiker wurden verfolgt und ermordet mit dem Argument sie seien Faschisten. Dies hatte die Ermordung von mindestens etwa 3 Millionen bis hin zu weit über 20 Millionen Menschen zur folge. Bitte aufpassen mit solchen Polarisierung, sie sind nicht nur unzutreffend sondern auch gefährlich und stellt den der diese so nutzt genau in die Ecke des Extremen die er so verhasst!
Bolsonaro ist eindeutig ein Faschist! Schauen sie sich doch einfach seine Aussagen an. https://en.wikiquote.org/wiki/Jair_Bolsonaro

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carahyba 07.10.2018, 14:46
23. Na und ...

Zitat von itajuba
Kommentar 17 von Carahyba. Wie schlecht Sie informiert sind, bezeugt ihre Angabe, dass Bolsonaro "Senator" war. Das stimmt nicht, jeder kann das bezeugen, er war deputado (Abgeordneter) und nicht senador.
Im Senador habe ich mich geirrt, er ist Abgeordneter, genauso schlimm. Alles andre stimmt, auch dass er ein Faschist ist. War bis vor ein zwei Jahre noch ein politischer Niemand, wurde erst bekannt durch seine faschistische Rhetorik.

Gruss von einem der lange in Brasilien gelebt hat und die Familie ins Exil schickte, weil sie Angst hatte dass er umgebracht würde.

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famon 07.10.2018, 14:50
24.

Zitat von itajuba
Famon (Kommentar 12) nennt den Attentäter Geistesgestörter. Interessant, dass schon 15 Minuten nach dem Attentat vier der bekannstesten Rechtsanwälte von Minas Gerais seine Verteidigung übernahmen und bis heute nicht sagen, von wem sie dafür bezahlt werden.
1. Könnte es nicht sein, dass der Anwalt nur durch einen spektakulären Fall das Scheinwerferlicht sucht, auch wenn dabei wenig Geld zu haben ist?
2. Was hat die Frage unter 1. sowie Ihre Anmerkugen über den Geisteszustand des Attentäters zu sagen?

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aehne 07.10.2018, 14:55
25. Brasilien am Scheideweg

Brasilien ist auf dem besten Weg eine Kopie von Trump Amerika zu werden. Rührt wahrscheinlich daher, daß 80 % der politischen Analfabeten sich jetzt dem politischen Mainstream anhängen. Wenn 30 % der Bevölkerung am Wahltag immer noch nicht wissen, wenn sie jetzt wählen sollen, wäre es eigentlich am besten, sie bleiben der Wahl fern. Es ist die erste Wahl in Brasilien, die interessant verläuft. Wobei bei Politik in Brasilien immer die Emotionen die Logik ersetzen. Grob gesagt ist es so, daß die absolute Mehrheit von den Politikern einfach die Schnauze übervoll haben. Da aber Wahlpflicht herrscht, kann nur ungültig gewählt werden oder die Nichtteilnahme muß schriftlich begründet werden.
Es gibt momentan in ganz Brasilien keine Persönlichkeit mit Führungsqualitäten. Die meisten Kandidaten sind aus der 2. Reihe. Bolsonaro hat sich geschickt als Retter der brasilianischne Kultur aufgebaut. Die meisten seiner Stimmen kommen aber aus einer Anti-PT (Antikorruptionsstimmung). Diese wird seit Jahren sehr geschickt von den Medien aufgebaut. Fakt ist, dass nicht die PT, sondern die Koalitionsparteien der bürgerlichen Mitte wesentlich mehr in Korruption verstrickt sind. Aber den Medien ist es sehr geschickt gelungen, diese Fakten zu verheimlichen. Anderes Problem ist, daß Brasilien einen enormen Reformstau hat. Fiskalpolitik, politische Reformen und vor allem eine Reform der Rentenkasse (Renteneintritt ab 25 Beitragsjahren)müssen dringenst angegangen werden. Der öffenliche Dienst ist völlig überbesetzt und ineffizient. Die Lösungsverschläge dieser Probleme werden von den Parteien nur mit Schlagworten angesprochen. Die hauptsächlichen Streitpunkte sind dann Brochüren über Sexualerziehung und ähnliche Nebenkriegsplätze. Egal wer gewinnt, es werden keine durchgreifenden Reformen erfolgen und es wird ähnlich wie in Deutschland einfach weitergewurschtelt. Bei der nächsten Wahl gewinnt dann wieder die jetzige Opposition und so weiter.
Das damit kein Aufschwung erreicht wird liegt auf der Hand. Kriminalität soll durch noch mehr Polizei geändert werden. Auf keinen Fall durch sozialen Ausgleich. Dabei ist die Polizei ein Teil des Problems. Richterliche Unabhängig gibt es schon lange nicht mehr. Die Präsidentin Dilma wurde mit angeblichen Handlungsfehlern abgesetzt, die in der gleichen Art von allen bürgerlichen Vorgängerregierungen genauso begangen wurden. Lula, der die Wahlen auf jeden Fall gewonnen hätte wurde mit Korruptionsvorwürfen aus dem Verkehr gezogen. Die gleichen beweisbaren Vorwürfe wurden bei Mitte-Rechts-Kandidaten unter den Tisch gefallen lassen. Fazit: Brasilien erreicht nicht mal mehr den Status einer Bananenrepublik

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guki0340 07.10.2018, 15:07
26.

Wenn ich die bisherigen Beiträge bewerten darf hält sich links und rechts ca. die Waage. Zugegeben, ein Linker Beitrag disqualifiziert sich da er Unwarheiten verbreiten will.
Mir liegt das Land am Herzen und meine brasilianische Frau leidet. Sie leidet, weil hier in D sehr undifferenziert und teilweise unqualifiziert über Brasilien berichtet wird, bzw. nicht berichtet wird. Gester Abend berichtete die Heute Nachrichten minutenlang über die Wahl in Kamerun!! Und keine Wort über die wichtige Wahl in Brasilien. Wissen die TV-Macher nicht, dass die deutsche Industrie sehr stark in Brasilien investiert ist und somit auch auf Erträge von dort hoffen. Ich darf leider dort nicht wählen, könnte ich, dann Bolsonaro.

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famon 07.10.2018, 15:20
27.

Zitat von guki0340
Ich darf leider dort nicht wählen, könnte ich, dann Bolsonaro.
Damit verhalten Sie sich wie die Erdogan-Boys, die hierzulande Freiheit und Demokratie genießen und gleichzeitig die Diktatur andernorts unterstützen.

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WilliButz 07.10.2018, 15:34
28. Es gibt soetwas wie die 5% Hürde

Leider sind die Informationen des Herrn Glüsing unvollständig: für diese Wahl gilt eine 1,5%-Klausel für den Zugang zur öffnetlichen Parteienfinanzierung, die alle Parteien benötigen: dafür braucht sie mindestens 1,5% (bald: 3%) der Stimmen bundesweit + 1% der Stimmen in mindestens 9 Bundestaaten oder mindestens 9 gewählte Abgeordnete aus 9 Bundesstaaten. Ohne dies gibt es kein Geld und keine Zeit in TV und Radio, was lebenswichtig ist. Ausserdem wurden Koalitionen zu diesem Zweck verboten, also eine deutliche Stärkung der grossen Parteien.

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neanderspezi 07.10.2018, 15:37
29. Ein weiterer Versuch demokratische Einrichtungen zu missbrauchen

Immerhin ist es den Verteidigern und Bewahrern oligarchischer Zustände in Brasilien gelungen, der im Mittelfeld und darunter angesiedelten Bevölkerung weiß zu machen, dass ihr Champion, dieser Bolsonaro, von Korruption irgendwie unbeleckt Politik zu machen verstünde. Das geht so weit, dass sie den faustischen Pakt mit US-Trump und Militär im eigenen Land einschließlich radikaler Gewaltanwendung im Stil eines Duterte mit Einsatz von Mörderkommandos der Bevölkerung schmackhaft zu machen verstehen. Die neuerliche Einführung von Gewaltmaßnahmen in bewährtem Stil erlaubt die Errichtung einer Klassengesellschaft mit einem Machthaber, dessen oberstes Ziel die Etablierung eines auf ihn zugeschnittenen autokratischen, vom Militär unterstützten Regimes ermöglicht. Das Wahlvolk wird mittels falscher Unterrichtung zum Wahltrottel degradiert und eigenartigerweise lässt es sich dazu nahezu widerstandslos dank demokratischer Willfährigkeit abrichten.

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