Forum: Politik
Kann Karl-Theodor zu Guttenberg Verteidigungsminister bleiben?

Die Doktor-Affäre des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg schlägt lang andauernde Wellen. Immer neue Informationen zur Promotion des CSU-Politikers gelangten an die Öffentlichkeit, zu Guttenberg will jetzt "vorübergehend auf seinen Doktortitel" verzichten. Kann er unter diesen Umständen noch Verteidigungsminister bleiben?

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niepmann 28.02.2011, 13:08
11430. Man muss sich selbst kritisch überprüfen

Zitat von JayMAF
Darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein. Aber ich konzidiere, daß es einen schleichenden Verfall des Wertesystem zu geben scheint. Zumindest in den jüngeren Generationen - so meine Lebenserfahrung. Aber deswegen muß ich - persönlich - so etwas nicht gutheißen. Darum meine klare Position: KTzG muß zurücktreten.
Es ist wichtig, am System nicht zu verzweifeln. Resignation ist eine Schutzreaktion. Resignieren bedeutet aber nicht Meinungsänderung. Ich bleibe dabei: KTzG muss gehen.
das globalisierte Wirtschafts- und Polit-System weist deutliche Züge organisierter Kriminalität auf.Mit Hinweisen darauf könnte man ein Buch füllen.
Nein, es ist nicht die jüngere Generation, der ein nachhaltiges Wertesystem abhanden gekommen ist.
Es sind die Älteren, die für Macht und Geld alles andere über Bord werfen. Die Jüngeren schauen sich das an und lernen dabei, wie es funktioniert.

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pkeszler 28.02.2011, 13:09
11431. Täter oder Opfer?

[QUOTE=Herbert_Klupp;7267518
Frau Käsmann hat sich (im AMT!) verfehlt - Herr zu Guttenberg hat sich (vor! seiner jetzigen Amtszeit) verfehlt. Ich weiß nicht, ob man beide Fälle hundertprozentig vergleichen kann.
Bei Herrn zu Guttenberg ist ALLES ANDERS ! WARUM WOHL ?
Weil er ein allzu "passendes" Opfer dieser Sucht nach Abschüssen Konservativer ist.

Ich denke, er hat keine Chance mehr. Die "Meute" wird keine Ruhe mehr geben bis sie ihren "Orgasmus", ihr "High", seinen Abschuß als Minister erreicht hat.[/QUOTE]

Sie wollen hier zwischen Hauptsache und Nebensache unterscheiden. Nebensache ist, in welcher Zeit die Verfehlung stattgefunden hat. Hauptsache ist dagegen, ob Herr zu Guttenberg aufgrund seiner nachgewiesenen Verfehlung und seiner offensichtlichen Charakterschwächen weiterhin das Amt eines Bundesverteidigungsministers ausüben kann bzw. darf. Ob er dafür überhaupt geeignet ist? Er ist nicht das Opfer einer Kampagne, sondern ein Täter seiner eigenen Verfehlungen. Das muss man immer wieder klar unterscheiden.

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aronia 28.02.2011, 13:10
11432. Prädikatsexamen, auch Schwindel ?

Auf der Homepage des Herr Guttenbergs wurde der erschwindelte Dr. schnell gelöscht. Ein Weilchen stand noch, das der Herr ein Studium der Rechts- und Politikwissenschaften mit einem Prädikatsexamen ablegte.

Und siehe da, das Prädikatsexamen ist von seiner Homepage auch verschwunden.
Mich würde nun interessieren, war das auch Schwindel?

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h.brentano 28.02.2011, 13:10
11433. Friedes Meinung

Zitat von archelys
Ich habe eine seltsame Ahnung, dass sich die Dinge anders verhalten und Herr zu Guttenberg weder aus sich selbst heraus noch durch parteiinterne Bindungen dahin gekommen ist, wo er jetzt ist. Es sieht so aus, als hinge er an langen Überseefäden.
Die Fäden enden beim Springer Hochhaus und das ist bekanntlich nicht in Übersee sondern in der Bundeshauptstadt Berlin.
Nach dem heutigen Spiegel - Titel kann vermutet werden,dass Bild der allgemeine Meinungsbildner in Deutschen Landen ist. Auch der Spiegel weiß nicht alles, ich bilde mir nicht Friedes Meinung.

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berlinerin95 28.02.2011, 13:11
11434. @Michael_Mittermueller

Zitat von Michael_Mittermueller
................. In einem Rechttstaat haben alle den Anspruch auf eine angemsessen Verteidiung und die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze und Verfahren. Egal was sie tun. Wer einen Tabubruch oder irgendeine Verfehlung zum Anlass nimmt die Rechsstaatlichkeit und grundlegende Prinzipien der Fairness ausser Kraft zu setzen der gefährdet und zerstört genau das, was er angeblich schützen will. Mit zivilem Ungehorsam oder gar Aufklärertum hat das nichts zu tun. Es ist Willkür.
Genauso sehe ich dies auch. Mich erstaunt immer noch, dass namhafte Juristen jemanden in der Öffentlichkeit als Betrüger bezeichnen, obwohl noch keine gerichtliche Entscheidung darüber vorliegt.
Zahlreiche Menschen sind schon Opfer gesetzlich fragwürdiger Handlungen geworden, z. B. beim Vertrieb von Kapitalanlagen, im Rahmen sonstiger Geschäftsbeziehungen, im Rahmen von familiären Auseinandersetzungen usw..
Auch wenn der erlittene Schaden noch so groß ist, werden diese Personen auf den Rechtsweg verwiesen und können -häufig über mehrere Jahre- um ihr Recht kämpfem. vielmals mit ungewissem Ausgang.
Und auch wenn die Indizien aus Sicht der Betroffenen noch so erdrückend sind, ist es diesen Personen nicht erlaubt, die vermeintlichen Schädiger in der Öffentlichkeit einer Straftat zu bezichtigen. Sonst droht eine Abmahnung und ggf. einstweilige Verfügung, die recht kostspielig sein kann. Dies auch dann, wenn das Verhalten der Betroffenen menschlich nur allzu verständlich ist.
Im Fall Guttenberg sind diese Grundsätze wohl außer Kraft gesetzt.
Mach meinem Eindruck ist eine gerichtliche Klärung der Angelegenheit wohl auch von beiden Seiten nicht erwünscht. Gleichzeitig wird allerdings in Fällen der Selbstjustiz wie z. B. beim Inkasso außerhalb des gesetzlich vorgesehen Rahmens, das ja nicht gerade selten ist, die nahezu einhellige Meinung vertreten, dass dies rechtlich nicht zulässig ist.
Aber da handelt es sich wohl in den Augen derjenigen, die im vorliegenden Fall in die Öffentlichkeit treten, um Alltagsfälle, bei denen nach deren Meinung wohl andere Maßstäbe anzuwenden sind.

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AndersSehend 28.02.2011, 13:12
11435.

Zitat von Eliza
Politisch hat er sich durch seinen Diebstahl, Betrug und seinen hochfahrenden unehrlichen Umgang mit beidem politisch disqualifiziert. Auch du hebst wie viele auf eine angebliche Trennbarkeit zwischen den von ihm zur Schau gestellten Charakterfehlern bei der Doktoraffäre und seiner politischen Tauglichkeit ab. Diese liegt nicht vor.
die ja, abstrusität dessen, was "wir" gemeinhin als parlamentarische oder repräsentative demokratie bezeichnen, wird angesichts des falls zu guttenberg auf einen bisher noch nicht so klar benannten punkt gebracht: die "argumentationslinie" derjenigen, die aus welchen gründen auch immer an zu guttenberg festhalten wollen, lautet inzwischen so:

"ja, der mann hat mist gebaut. ja, das war nicht in ordnung. er hat sich doch dafür entschuldigt. er muss sich jetzt nach dieser "affäre" erst recht politisch (sic!) beweisen." (u.v.a. wolfgang bosbach bei maybrit illner glaube ich war's). wie bitte, oder aber auch: geht's noch? wo liegt zudem die grenze dessen, das sich als "alternativlos" (für wen?) sowohl in der sache als auch der art und weise, wie diese sache kommunziert wird, verkaufen lässt?

mir persönlich bleibt ob dieser "argumentation" schlichtweg nur noch die spucke weg, wenn nicht mehr, mir wird richtiggehend übel dieser tage. der mann soll ohne weiteres übergangslos in die herbeigeschworene, angeblich anstehende zweite chance gehievt werden, obwohl die erste chance noch nicht einmal beendet ist, die er ja auch keineswegs in irgendeiner "objektiv" erkennbaren form "gemeistert" hat, ganz im gegenteil, niemand kann nachvollziehbar darlegen, worin die "leistungen" des wirtschafts- und verteidigungsministers zu guttenberg eigentlich bestehen.
Zitat von Eliza
Das kannst du nicht ernst meinen. Wer das Parlament belügt, verhöhnt das ganze Volk, das dieses Parlament entsandt hat. Es ist DIE demokratische Todsünde. Nie gehört? Wir sollten nicht laschere Standards einreißen lassen als die Engländer, bei denen ein solcher Politiker, dem dies nachgewiesen würde, sofort mit seinem Rücktritt konfrontiert wäre.
lediglich die form in form eines rücktritts zu wahren, reicht bei weitem nicht mehr aus. selbstverständlich sollte der minister - übrigens auch von seinem bundestagsmandat - zurücktreten. aber auch das würde uns bürger und z.t. wähler nicht davor schützen, dass er uns - wie schon diverse vor ihm - wiederum in einigen jahren vor die nase gesetzt würde.

der gemeine wähler hat weder auf koalitionsbildungen, ministerernennungen usw. noch auf agendasetzung und entscheidungen in sogenannten sachfragen irgendeinen einfluss. insofern ist es mir tragischerweise schon fast egal, dass er auch mich über den parlamentsumweg belogen und verhöhnt hat. für mich gibt es nur eine alternative, witzig, ne? nämlich die einführung der direkten demokratie auf allen politisch-repräsentativen entscheidungsebenen.

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bosemil 28.02.2011, 13:14
11436.

Zitat von Herbert_Klupp
Die Linken und die Medien leben in einer seltsamen Symbiose. Wenn es möglich ist, einen "guten Konservativen" mittels .....
Frau Käsman war gestern und hat nicht gelogen und nicht betrogen. Mit dem Vorzeigeminister hat sie gar nichts gemein. Auch hat das ganze nichts mit Links oder Rechts zu tun, sondern mit dem Fehlverhalten eines Mandatsträgers zum einen und einem Minister im Amt der seine Glaubwürdigkeit verspielt hat. ER GANZ ALLEIN!

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Magentasalex 28.02.2011, 13:15
11437. Sprachschludereien

Zitat von JayMAF
Haben Sie in Ihrem zweiten Satz das Wörtchen 'nicht' vergessen ? Oder wollten Sie einer Hoffnung Ausdruck verleihen ?
Tja...die Sprach/Schreibschludereien nehmen immer mehr zu. Jetzt kann man ja noch nachfragen, wenn etwas unverständlich ist. Sollte allerdings in zehn Jahren ein Historiker diesen Threat ausgraben und etwas recherchieren wollen,kann das übel enden.

Hier ein kleines Beispiel:
Zitat von alfredo_spencer Beitrag anzeigen
Und nun stellen Sie sich einmal vor jemand der behauptet seine Dissertation nicht überblickt zu haben führt unsere Truppen in diesem Krieg. Zitatende

Magentasalex fragt:
Da es immer häufiger geschieht, dass man sich nicht sicher sein kann, ob ein orthographischer Fehler vorliegt oder nicht, möchte ich Sie fragen, ob Sie statt "diesem" vielleicht "diesen" gemeint haben könnten. Das ergäbe dann einen ganz anderen Sinn.

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KarlKäfer 28.02.2011, 13:15
11438.

Die Lichtgestalt:

Zitat von
Wie es hieß, sei Guttenbergs juristisches “Prädikatsexamen”, mit dem er auch in seinem Lebenslauf warb, nur ein sogenanntes “kleines Prädikat” mit der Note “befriedigend” im “unteren Bereich”. Mit einer solchen Examensnote sind juristische Promotionen nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.
http://www.blogspan.net/presse/der-t...eilung/203866/

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bibernell 28.02.2011, 13:15
11439. Diese Ansicht...

Zitat von Piri
Ich würde mir deswegen frei nehmen, einen Sekt kaltstellen und daneben sitzen bleiben. Die Guttenberg Debatte hat ihren harten, ernstzunehmenden Kern inzwischen mit so viel Schaum und Heißluft umhüllt, dass man sich fragt, ob die Deutschen eigentlich.....
meine Eindrücke, Empfindungen

ist mir näher als nahe.Dieser Beitrag nimmt diesem Thread etwas von dem fauligen Duft des verrottenden Obstes, was mancher nur in den Regalen anderer wittert,während daheim lediglich auf das Bio-Gefriergut im Liebherr gezeigt wird.

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