Forum: Politik
Kann Karl-Theodor zu Guttenberg Verteidigungsminister bleiben?

Die Doktor-Affäre des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg schlägt lang andauernde Wellen. Immer neue Informationen zur Promotion des CSU-Politikers gelangten an die Öffentlichkeit, zu Guttenberg will jetzt "vorübergehend auf seinen Doktortitel" verzichten. Kann er unter diesen Umständen noch Verteidigungsminister bleiben?

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Heimatloserlinker 24.02.2011, 14:51
4730.

Zitat von Kognitive_Dissonanz
Guttenberg räumte gestern in seiner Anhörung vor dem Bundestag ein, dass er "am vergangenen Wochenende seine Arbeit erstmals (Freudscher Versprecher) "gesichtet" habe" und Zeit fand, zu erkennen, welchen "Blödsinn" er da geschrieben habe. Skurriler geht nicht.
Schon wieder gelogen! Den Blödsinn hat er doch offensichtlich schreiben lassen ...

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fc-herrenturnverein 24.02.2011, 14:57
4731. Ja ...

Zitat von blubberdieblubb
Darum geht es doch gar nicht. Natürlich hätte er es nicht nötig im Amt zu bleiben, aber sein Ego erfordert dies: Wir haben es hier mit einem karrieregeilen Machtmenschen zu tun, dessen oberstes Ziel offenbar das formal dritthöchste, faktisch das wichtigste politische Amt unseres Landes, nämlich die Kanzlerschaft sein dürfte. Macht und Ansehen sind die Dinge, die diesem Mann die Hose zu eng werden lassen. Er hätte auch den Doktortitel (wirtschaftlich) nicht gebraucht, aber er wäre genau für dieses Ziel wichtig und hilfreich gewesen - vom Selbstzweck (Ansehen) - einmal ganz abgesehen. Nur so ist auch zu verstehen, warum diese "Arbeit" so unterirdisch ausgefallen ist, denn es ging ihm nicht um ein ordentliches wissenschaftliches Werk, sondern der Titel musste her - und da waren alle Mittel recht und billig.
... und genau deswegen macht mir der Mann Angst.

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der andere 24.02.2011, 14:57
4732. jaja

Zitat von Heimatloserlinker
Zur Demontage Ihrer "Lichtgestalt" bedarf es keiner Opposition. Das erledigt er doch selbst - und seine Chefin gleich mit!
die Opposition hat sich in dieser Sache wahrlich nicht clever angestellt! Waren zu doof, den angeschlagenen Guttenberg völlig zu demontieren.
Mir graut davor, dass diese Bruchpiloten der Opposition wohl bald wieder das Steuer in der Hand haben...

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Clownfish 24.02.2011, 14:58
4733.

Zitat von chrisseidl
Herr zu Guttenberg sollte einfach die auf andere Personen angwendeten Maßstäbe selbst leben. Wer Kapitän Schatz bis zur endgültigen Klärung suspendiert und Knall auf Fall nach Hause beordert, dem bleibt, sofern er nicht in 2 Welten lebt, nur eine Konsequenz.
Ich finde diesen Vergleich nicht sonderlich sinnvoll. Zumindest hoffe ich, dass durch Guttenbergs Betrug keine Menschen gestorben sind.

Zitat von chrisseidl
Als (bisheriges) CDU-Mitglied und (bisher) lebenslanger CDU-Wähler empfinde ich übrigens die Abwehr-Kampagne gegenüber denjenigen, die zu Guttenberg kritisieren als hysterisch und als nicht in Ordnung. Nicht alles, was Politiker anderer Parteien von sich geben, ist per se Quatsch. Die Zeiten sind zu schwierig für Lagerkämpfe alter Art.
Da haben Sie sicher recht. Ich fand das gestern sehr spannend in dieser Hart-aber-Fair-Talkrunde. Die Journalisten haben gezeigt, dass man gegeneinander stänkern und unterschiedliche Ansichten haben kann, ohne dabei ins alberne oder kindische abzudriften. Die beiden Polit-Profis hingegen waren in ihrem Umgang miteinander nur als abschreckendes Beispiel brauchbar.

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Rockker 24.02.2011, 14:59
4734.

Zitat von Goldwin
Was das Volk möchte ist auch bei Stuttgart21 irrelevant. Solche Sachen werden auf demokratischen Wege entschieden. Trotzdem schreit Gott und die Welt auf und möchte auf einmal dass sich die Politik nach den "Wutbürgern" richtet. Und genau die, die da aufschreien ignorieren jetzt den Wunsch der Bürger!
Eben..
Die beiden Sachen; Guttenerg uns Stuttgart 21, könnten vielleicht auch das Beispiel dafür sein, dass das Volk in diesen ermüdenden Grabenkämpfen zwischen Parteien, wo die Medien kraftig mitmischen, einfach nicht mitmachen möchte und die Ganze Links-Rechts- bzw. Fortschriftlich-Konservativ-Teilung, ist ihm einfach Schnuppe.
Denn, bei der eine Sache (S 21) haben wir eine vermeintlich "linke", bzw. eine Angelegnheit der Grünen, die das Volk unterstützt und bei der anderen Sache, haben wir eine vermeintlich "rechte", oder "konservative" Angelegnheit, bzw. einen vermeintlich "konservativen" Politiker, den das Volk unterstützt.
Das Gemeinsame an den beiden Sachen ist; dass, die Unterstützer für das Erstere, sowie für das Letztere sich unabnhängig von der Partei-Zuneigung, befinden. Also gemischt und parteiübergreifend.
Also weder bei "Stuttgart 21" sind alle Demonstranten nur Grünen-Ahänger sind (es gibt auch CDU- und andere Anhänger), noch sind bei den Umfragen für Guttenberg alle Unterstützer nur die CDU/CSU-Anhänger, sondern, es gibt sie in allen Parteien.

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collermann 24.02.2011, 14:59
4735. Guttenbergs "ehrenwörtliche Erklärung" ist vergleichbar mit Barschels Ehrenwort!

Zitat von mischli
Guttenberg hat gelogen, was seine Augen in den entscheidenden Passagen gestern verraten haben. Ich fühlte mich sehr schnell an Uwe Barschel erinnert und gestern war das 'Ehrenwort' das einzige, was noch gefehlt hat. Und dies an einem Tag mit drei toten deutschen Soldaten in Afghanistan! Jeder weitere Tag im Amt ist eine Schande!
Der Hinweis auf die Barschel-Affäre scheint mir der wichtigste Beitrag in diesem Forum zu sein. Guttenberg gab laut Promotionsordnung eine schriftliche "ehrenwörtliche Erklärung" ab. Ist das nicht ein Ehrenwort? Guttenberg ist es gelungen, von seinem Ehrenwort abzulenken. Überall wird nur über seine Fehler gesprochen. Eine Frage im Bundestag nach seinem Ehrenwort tat er mit der Bemerkung ab, es handele sich "nur um eine Erklärung". Eine zweite Frage nach dem Ehrenwort beantwortete er einfach nicht. Guttenberg ist bewundernswert geschickt. Er weiß genau, worauf es ankommt und was er machen muss, um die Diskussion auf eine falsche Fährte zu lenken. Ich meine, er hat nach seiner schriftlichen "ehrenwörtliche Erklärung" (= Ehrenwort) abzutreten.

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Rob_Franks 24.02.2011, 15:00
4736. Ui ui ui

Zitat von tkrampitz
Und das ist auch gut so. Deutschland braucht Politiker, die weiter denken als nur ein paar Jahre. Zu Guttenberg vertritt - wie Köhler - die These, dass wirtschaftliche Interessen notfalls militärisch abgesichert werden müssten. Solche Aussagen zeugen von einem weitblickenden Geist, der sich nicht durch profane und überholte Dinge wie dem Grundgesetz behindern lässt. Staatliches Handeln darf nicht kategorisch beschnitten werden.
Das ist Satire - richtig?
Falls nicht, sollten Sie mal ihre "demokratische Einstellung" überprüfen lassen. Zitat: "profane und überholte Dinge wie dem Grundgesetz behindern lässt."
Oder sind "wir" schon wieder "so weit". Zuckt es schon wieder im rechten Arm?

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prof.dr.dr. 24.02.2011, 15:00
4737. der Blender aus dem politischen Dschungelcamp

Was ist Guttenberg eigentlich wirklich für ein Typ?
Eine Indiziensammlung...

- gesteht Fehler erst dann ein, wenn sie ihm zweifelsfrei nachgeweisen wurden (Doktor, Kunduz, ???)
- schiebt Schuld gerne auf Andere (Kunduz, Gorch Fock, ???)
- sucht Bauernopfer (Kunduz, Gorch Fock, der Titel..)
- prahlt mit Werten, Ehrlichkeit und einer anderen Politik (und tritt alles mit Füßen)
- trägt mal gerne dick auf (z.B. als freier Mitarbeiter, statt Praktikant)
- ist Macht-und Titelgeil (hatte extra einen Antag auf vorzeitiges Tragen des Dr. Titels gestellt und nun "schmerzt sein Verlust sehr")
- brauchte 14 Semester für das 1. Staatsexamen und 7 Jahre für eine zusammenkopierte Doktorarbeit (ist er überhaupt so intelligent, wie alle meinen?)

Für mich klingt das alles nach "große Klappe, nix dahinter". Solche Typen kennt man aus der Arbeitswelt und fragt sich dann immer, wie die es so weit schaffen konnten..

Spontan erinnert er mich nun aber auch an Jay Khan aus dem Dschungelcamp. Dieser trat auch immer schön dominant auf und hat seinen "Mitbewohnern" gedroht, bis er dann nach und nach entlarvt wurde und dann immer verrücktere Aussagen tätigte. Der einzige Unterschied: Beim Volk ist Jay durch, aber den Ex-Doktor lieben sie immer noch.

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keats 24.02.2011, 15:02
4738. Man macht keine Fehler, vlt. Übersieht man mal Kleinkram, vergisst was, oder . . .

. . . aber das auch nur Ansatzweise geht mal, aber nur ganz kurz, der Überblick verloren (der Kleinen Kinder wegen die man als Familienvater hat).
Zitat von Rainer Spass
Die Affaere kann man aus zweierlei Perspektiven sehen: [menschliche]: jeder kann und darf Fehler machen in unserer Gesellschaft. Es sollte immer eine zweite Chance geben, sich nochmals einbringen zu duerfen.
Ist mir neu das man Fehler machen darf, vlt. ist das beim Minister, den Aufsichtsräten und Firmenvorständen u.ä. Personen so, für das Gros der Bevölkerung trifft das in Bezug auf das Berufsleben nicht zu, so jedenfalls meine Erfahrung.

Zum KTG-Fall: Sie bagatellisieren, was heisst hier Fehler ?
Bei der Menge an Plagiaten kann man von Vorsatz ausgehen, vorsätzlicher Betrug !

Oder glauben Sie das ein Bankräuber auch nur einen Fehler beim Geldabheben gemacht hat, selbst wenn er "von" heisst und in Anzug und Krawatte auftritt?
Wohl kaum oder?

Zitat von Rainer Spass
. . . Der politische Betrieb verkommt als Endlagerung von Aussteigern und Amateuren. . . .
Das wirkliche internat. Endlager für europäische Politiker-Reste, bzw. für Politiker die sich auch parteiintern so "beliebt" gemacht haben, dass man sie allzugerne wegbefördern will, liegt in Brüssel.
Mein Eindruck ist, dass man dies auch daran merkt, was so aus Brüssel kommt, oder eben auch nicht.
Um sich in Brüssel endlagern zu lassen halte ich KTG dann doch für zu intelligent und auch (noch) zu ambitioniert !

Zitat von Rainer Spass
. . . Wer will schon freiwillig heutzutage seinen gut dotierten Manager-Vertrag aufgeben, um sich jeden Tag von Presse, Oeffentlichkeit und seinen "Kollegen" blosstellen zu lassen? * alle Woerter dem Duden entnommen
Vermutlich ist das eher umgekehrt, wer keinen guten Manager-Posten ergaunert nimmt den Weg über die Politik.

In der "richtigen" Partei, also immer die die gerade die Macht hat oder demnächst sicher bekommt, vertritt man eine "wirtschaftsfreundliche Politik, zufällig ist es gerade die, die dem Unternehmen-XY gerade besondere Vorteile verheisst, oder evtl. anstehende Nachteile verhindert.
Das nennt sich Klientel-Politik.
Wenn sie das gekonnt betreiben, vlt. sogar einen bedeutenden Posten bekleiden oder wenigstens in den Medien oft genug erscheinen, dass man ihren Namen kennt, dann haben sie (und ihre Sippe) nach der Laufbahn als Politiker ausgesorgt, da können sie sich fast aussuchen was sie zu welchen Gehalt angeblich "machen" wollen !

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LondoMollari 24.02.2011, 15:02
4739. Ah ...

Zitat von tkrampitz
Können Sie mir zeigen, woran Herr zu Guttenberg gescheitert sein soll? Es ist weiter im Amt und wird es auch bleiben. Und das ist auch gut so. Deutschland braucht Politiker, die weiter denken als nur ein paar Jahre. Zu Guttenberg vertritt - wie Köhler - die These, dass wirtschaftliche Interessen notfalls militärisch abgesichert werden müssten. Solche Aussagen zeugen von einem weitblickenden Geist, der sich nicht durch profane und überholte Dinge wie dem Grundgesetz behindern lässt. Staatliches Handeln darf nicht kategorisch beschnitten werden.
.. jetzt fangen die gutti-Fans an das GG als Grundlage unserer FDR als "lästiges Beiwerk" zu bezeichnen? Nur weiter so, nur weiter so ... Sie entlarven sich selbst.

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