Forum: Politik
Kanzler der Einheit: Eine Jugend unter Kohl
AFP

Helmut Kohl war nie mein Kanzler. Bis er es doch noch wurde.

Seite 14 von 21
wjb27 17.06.2017, 11:08
130.

Zitat von ludwig49
Gelitten habe ich unter oder mit Kohl nicht, aber ich war wahrscheinlich nicht der Einzige, der diesen Mann absolut nicht mehr leiden und noch weniger wegen seiner Selbstgefälligkeit hören konnte.
Ich weiß, Basta Kanzler sind Ihre Wahl.

Beitrag melden
Kunstgriffe 17.06.2017, 11:09
131. Nix Gutes jedenfalls

Auch meine Jugend wurde von Kohl geprägt. Ich kann mich erinnern an die Abschaffung des Bafögs als kostenlose Unterstützung für arme Familien, an die Kriminalisierung von THC-freien Cannabissamen und an die Einführung der Nationalhymne zm Programmschluss. Plötzlich war es wieder möglich stolz ein Teutscher zu sein ...
Die Wiedervereinigung hat er geschenkt bekommen und ist kein Deut verantwortlich dafür. Und dann hat er auch noch blühende Landschaften versprochen.

Völlig überbewertet der Mann.

Beitrag melden
RainerSchwarz-Ambold 17.06.2017, 11:13
132. Helmut Kohl ...

war nie mein Kanzler und wurde es auch zu keiner Zeit.
Meine Teilnahme gilt seinen beiden Söhnen, die es in den letzten Jahren wohl schwer mit der sich ihnen bietenden Situation hatten.
Das Helmut Kohl heute als Macher und Architekt der deutschen Einheit dargestellt wird, finde ich vermessen und nicht der Realität entsprechend. Willi Brand hat mindestens eben so viel Anteil an dieser Architektur, die im Übrigen bis in die 80iger von der CDU vehement veruteilt und verpönt worden ist. Aber Deutschland war schon immer berühmt für seinen verstellten Blick der Vergangenheit.

Beitrag melden
werhaettedasgedacht 17.06.2017, 11:14
133.

Zitat von uhrentoaster
"und der es so möglich machen konnte, die Teilung Deutschlands zu heilen. " Kohl war zufällig zu dieser Zeit Kanzler. Ein anderer Kanzler hätte sich genau so engagiert für die Einheit eingesetzt. Schließlich war die Einheit ja immer das Ziel gewesen. Letztendlich war sie auch gar nicht zu vermeiden, nachdem sich die Grenze geöffnet hat.
aber doch ein Erzkommunist Erzsozialist Herr Fram nicht

Beitrag melden
Izmir..Übül 17.06.2017, 11:17
134.

Zitat von Berg
....Ich landete dort fast punktgenau als Rentner....
Dann gehören Sie natürlich zu den Wendegewinnern mit einer guten Rente auf der Basis einer DDR-typischen lückenlosen Erwerbsbiographie und fiktiven Westgehältern, die sie realiter niemals bezogen haben, aber etwas weniger Herablassung gegenüber den Menschen, die es nicht so gut getroffen haben, wäre dennoch angebracht.

Beitrag melden
.patou 17.06.2017, 11:17
135.

Zitat von cybernic
Es ist schon erstaunlich, in welch glanzvollem Bild Kohl jetzt plötzlich überall da steht. Für mich bedeutete Kohl als junger Mensch Stillstand
Geht mir auch so. Ich hatte damals das Gefühl, dass der bleierne Muff der Kohl-Jahre, der sich wie Mehltau über das Land gelegt hat, nie zu Ende geht. Mir klingt jetzt noch das Geschwafel von der "Geistig-moralischen Wende" in den Ohren.

Abgesehen von seiner pro-Europa-Haltung verbinde ich mit Kohl nichts Positives.

Beitrag melden
bammy 17.06.2017, 11:20
136. RiP und Respekt für Helmut Kohl

Das nenne ich mal Reflektion.
In den heutigen Zeiten, wo so gut wie jeder Haushalt über ein Internetanschluß und PC verfügt. Wo fast jeder Bürger ein Handy und schon Kinder und Sozialhilfeempfänger (HartzIV) über Mobiltelefone im Werte eines ganzen Monatsgehaltes verfügen.
Per Internet werden wir im Sekundentakt über jeden (pardon) *Pfurz* der in dieser Republik gelassen wurde im Sekundentakt informiert.
In Zeiten wo den Menschen wieder einfache Antworten auf Komplexe Fragen suggeriert werden. Wo es in Teilen der Gesellschaft En Vogue ist, unser Regierung und Politik zu verachten und alles was nicht genehm ist, als Lüge zu bezeichnen. Wo Demokratieverständnis nur noch für die eigene Meinung gilt. Da traut man sich kaum noch zu sagen RiP Helmut Kohl. Weil man heutzutage sich nur nach an allem Negativen ordientiert.
Viel Menschen heutztage können sich die Situation zur Wiedervereinigung kaum vorstellen. Vor allem, weil noch am 8. November 1989 eine Wiedervereinigung kaum vorstellbar war.
Wie sehr muß dann ein führender Politiker Idealist sein, die Chance die sich für einen Zeitgeschichtlichen Wimpernschlag bot, zu nutzen. Ungeachtet der dann monströsen Herausforderungen, die es zu bewältigen gab.
Einerseits die Politischen, wo Deutschland in Europa nach wie vor Misstrauen und sogar Hass entegenschlug. Wo Kohl und Genscher in Dilpomatischer Meisterarbeit in Monaten über die MAchtblöcke hinweg eine politische Lösung, an deren Ende der 2+4 Vertrag stand gefunden haben.
Paralell dazu wurden aber auch schon die logistischen Herausforderungen angegangen. Sicher nicht Fehlerfrei, aber dennoch eine Wahnsinnsleistung, ob Teschnisch, Behördlich oder gar die Währungsunion nehmen.
Wenn man das Alles rundherum betrachtet, muß man schon Helmut Kohl Respekt zollen, für das was er da mit seiner Mannschaft vollbracht hat.
Wohl wissend, das im Zuge der Wiedervereinigung Fehler gemacht wurden.
Aber ich behaupte mal, das wir mit Gauland und Weidel solche Diplomatischen Kunstücke nicht hinbekommen hätte.

Beitrag melden
Palmstroem 17.06.2017, 11:25
137. Kohl war damals der einzig richtige Kanzler

Zitat von uhrentoaster
Kohl war zufällig zu dieser Zeit Kanzler. Ein anderer Kanzler hätte sich genau so engagiert für die Einheit eingesetzt. Schließlich war die Einheit ja immer das Ziel gewesen. Letztendlich war sie auch gar nicht zu vermeiden, nachdem sich die Grenze geöffnet hat.
Da irren Sie sich, lesen sie mal die Spiegelartikel von 1989 nach.
Zwar stand Willy Brandt auf der Seite von Helmut Kohl und auch der damalige SPD-Parteivorsitzende Jochen Vogel stimmte zögernd Kohls Zehn-Punkte Plan zu. Aber Oskar Lafontaine und der linke Flügel der SPD waren gegen die Einheit. Und vor allem hätte Oskar Lafontaine das Vertrauen der USA und Großbritanniens gefehlt.

Beitrag melden
Schnarchnase 17.06.2017, 11:32
138. Sehe ich sehr ähnlich....

... als 66er Jahrgang bin ich durch meine Jugend in den 80ern von Kohl so geprägt (geschädigt?), dass ich es vermutlich mein Leben lang nicht über mich bringen werde, ein Kreuzchen bei der C-Partei zu machen. Er war (und ist für mich immer noch) die Inkarnation des Wackel-Dackel und der eingehäkelten Klopapierrollen auf der Hutablage, die unzähligen mehr oder weniger großen Skandale bleiben haften und hinterlassen nicht nur kleine Kratzer an seinem Ruf.
Aber dennoch sehe ich es sehr ähnlich wie der Kommentator: Er hat die Gunst der Stunde (an deren zustandekommen er allerdings nicht den geringsten Verdienst hatte) genutzt wie es vermutlich kaum ein anderer geschafft hätte. Auch wenn er die ökonomische Situation der DDR völlig falsch eingeschätzt und den Deutschen nie die Wahrheit über die Bürden und Schwierigkeiten der Einheit gesagt hat, ist es seinem Geschick zu verdanken, dass wir heute in einem gemeinsamen Land und vor allem fest eingebettet in euröpäische Strukturen leben können. Denn das ist sein zweiter großer Verdienst: Die EU (bei allen Konstruktionsfehlern, die sie hat) ist der Grund für den heutigen Wohlstand und vor allem die lange Friedensperiode in Europa. Er war ein wirklich großer Europäer, der aus den Kriegskatastrophen Anfang des 20. Jahrhunderts gelernt hat und vor allem etwas für die Zukunft ändern wollte und die EU maßgeblich geprägt hat. Mit ca. 25 Jahren Verzug: Mein Respekt und Dankbarkeit für diese beiden Leistungen, Herr Dr. Kohl (soviel Zeit muss sein!).

Beitrag melden
Izmir..Übül 17.06.2017, 11:33
139. Mantel der Gechichte

Bevor Kohl ohne großes eigenes Zutun die von anderen initiierte Wiedervereinigung praktisch in den Schoß gefallen ist, weil er zu dieser Zeit nun einmal rein zufälligerweise Kanzler war, galt er vor allem als physische Inkarnation des politischen Stillstandes und Aussitzens und wäre 1994 höchstwahrscheinlich nicht wiedergewählt worden. Man soll zwar über Tote nicht schlecht reden, aber man muss sie ja auch nicht unbedingt posthum heiligsprechen.

Beitrag melden
Seite 14 von 21
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!