Forum: Politik
Kanzler der Einheit: Eine Jugend unter Kohl
AFP

Helmut Kohl war nie mein Kanzler. Bis er es doch noch wurde.

Seite 15 von 21
bammy 17.06.2017, 11:35
140.

Zitat von uhrentoaster
"und der es so möglich machen konnte, die Teilung Deutschlands zu heilen. " Kohl war zufällig zu dieser Zeit Kanzler. Ein anderer Kanzler hätte sich genau so engagiert für die Einheit eingesetzt. Schließlich war die Einheit ja immer das Ziel gewesen. Letztendlich war sie auch gar nicht zu vermeiden, nachdem sich die Grenze geöffnet hat.
Ich weiß nicht wie alt Sie sind. Aber ganz so einfach war es nun nicht.
Deutschland hatte den 2. Weltkrieg verloren und war 1989 auch nicht wirklich beliebt. Höchstens als Geld lassender Tourist.
Ansonsten hatten die Briten, Franzosen für die Deutschen nicht viel übrig und wollten kein vereinigtes Deutschland. Mitterand und insbesondere Thatcher mussten da schon sehr bearbeitet werden. Das Mißtrauen und die Angst vor einem zu mächtigen Deutschland war recht groß. Und nur durch die Integration in die Europäische Entwicklung wurde es möglich, diese Ängste unseren Europäischen Nachbarn zu nehmen. Normal hätten wir mit über 50 Staaten über einen Friedensvertrag und Reparationszahlungen verhandeln müssen.
So ist der 2+4 Vertrag als völkerrechtlicher anerkannter Friedensvertrag mit lediglich den Besatzungsmächten herausgekommen. Mit dem Rest haben wir auch durch unsere Einbindung in Europa und dem Handel keinen Kriegszustand mehr.
Ich würde behaupten, das ein Alexander Gauland oder eine Alice Weidel oder eine Sarah Wagenknecht sowas nicht hinbekommen hättten.
Dafür braucht man schon gestandene Politiker von internationalen Format. Helmut Schmidt wäre das sich auch zuzutrauen gewesen.
Was aber die Leistung Kohls nicht schmälert.

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h.weidmann 17.06.2017, 11:39
141.

Zitat von Izmir..Übül
Ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass es da noch so einen Russen mit einem lustigen roten Fleck auf dem Kopf gab, dessen Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung auch nicht ganz unbedeutend war.
Ja, der bekam viel Geld. Und Bush hielt quasi still und Genscher lieferte eine diplomatische Glanzleistung ab, was Frankreich und Great Britain betraf. Warum Genscher immer vergessen wird, kann ich nicht verstehen.

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werhaettedasgedacht 17.06.2017, 11:39
142. na leute

wenn kohl so eine Katastrophe war
was waren dann fischer und schröder

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Izmir..Übül 17.06.2017, 11:41
143.

Zitat von bammy
Das nenne ich mal Reflektion. In den heutigen Zeiten, wo so gut wie jeder Haushalt über ein Internetanschluß und PC verfügt. Wo fast jeder Bürger ein Handy und schon Kinder und Sozialhilfeempfänger (HartzIV) über Mobiltelefone im Werte eines ganzen Monatsgehaltes verfügen....
Das nenne ich mal Klischees. Aber Sie haben recht: Vor 30 Jahren waren die Leute bescheidener, denn da hatte kaum jemand einen Internetanschluss oder ein Smartphone.

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NauMax 17.06.2017, 11:44
144.

Zitat von Bernhard.R
in Mitteleuropa ein blockfreies, entmilitarisiertes, deutschsprachiges Gebilde (Österreich und die Schweiz erfüllen diese Voraussetzungen bereits) zu schaffen. Ohne die vielen Rüstungsmilliarden in den vergangenen Jahrzehnten hätten wir eine Ausstrahlung auf Europa und die Welt. Ein gewaltiger Beitrag zum Frieden. Die umstrittene Nato-Osterweiterung hätte verhindert werden können. Ihm fehlte diese Vision oder er wollte sie nicht. Vielleicht kam das Schwarzgeld, deren Absender er verschwieg von denen, die gerade diese Entwicklung verhindern wollten.
Wie hätte Kohl die Nato-Osterweiterung verhindern können, wenn Deutschland vorher ausgetreten wäre, um sich weltfremden radikalpazifistischen Träumereien hinzugeben? Für die Staaten Osteuropas wirkte die Bedrohung, Russland könnte eines Tages versuchen, seine alte Einflussphäre wieder aufzubauen so real, dass sie sich nach potenziellen Bündnispartnern umsahen. Ihnen dieses Recht zu verweigern und sie damit auf Gedeih und Verderb einem militaristischen Imperialstaat zu überlassen ist übrigens alles andere als pazifistisch - im Gegenteil! Ein komplett entwaffnetes Europa würde mittlerweile Russisch sprechen!

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Echt jetzt 17.06.2017, 11:45
145. Nicht mein Kanzler!

Zitat von
Und ich bin ihm dankbar dafür, was er für dieses Land getan hat.
Ich nicht. Bei der Wiedervereinigung war er zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und hat es zumindes tnicht komplett verbockt. Durch seine Spendenaffäre jedoch und die Weigerung dafür geradezustehen, hat er seinem Amt und dem politischen System der Bundesrepublik allerschwersten Schaden zugegefügt. Man sehe sich nur an, wie ungeniert Politiker seitdem der Korruption frönen, wohl wissend, dass ihnen keine Strafe droht. Politikverdrossenheit hat Ursachen, und die Birne ist ganz sicher eine davon.

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NauMax 17.06.2017, 11:48
146.

Zitat von herbert
Unter Kohl gab es Ehe und Familie nur nach den Gesetzen der kath. Kirche. Alles was nicht verheiratet war, wurde ignoriert und wie Aussätzige behandelt. Nichteheliche Väter waren noch nicht einmal mit dem eigenen Kind verwandt und ein Umgang oder Sorgerecht extrem schwer zu bekommen. Das änderte sich ganz langsam, wo Kohls blühende Landschaften im Osten und deren Familien die rund zu 50 Prozent nicht verheiratet waren aber Kinder hatten. Zudem war die EX DDR fast Kirchenlos ! Somit flog Kohl das Thema und sein Familienministerium um die Ohren. NICHT KOHL IST DER AUSLÖSER FÜR DIE DEUTSCHE EINHEIT SONDERN DIE DDR BEVÖLKERUNG 1 WENN HEUTE SO GETAN WIRD; DASS ER DER VATER DER EINHEIT IST; SO IST DAS VÖLLIG DANEBEN, DENN DIE EINHEIT WAR ZUFÄLLIG IN DER KOHL ZEIT !!!
Hat die Bevölkerung der DDR den 2+4-Vertrag ausgehandelt und damit die Grundlage für die Einheit unter Freunden geschaffen? Hat die Bevölkerung der DDR dieses Werk gegen vier Staaten durchgedrückt, die allesamt ihre berechtigten Vorbehalte gegen ein vereintes Deutschland hatten?

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futrakun 17.06.2017, 11:52
147. das Beste was Deustchland passieren konnte-

das sehen wir im Nachhinein-Danke Helmut Kohl und danke an Herrn Kuzmany für diese Kommentar

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Izmir..Übül 17.06.2017, 11:55
148. Spaßbremse Lafontaine

Zitat von Palmstroem
Da irren Sie sich, lesen sie mal die Spiegelartikel von 1989 nach. Zwar stand Willy Brandt auf der Seite von Helmut Kohl und auch der damalige SPD-Parteivorsitzende Jochen Vogel stimmte zögernd Kohls Zehn-Punkte Plan zu. Aber Oskar Lafontaine und der linke Flügel der SPD waren gegen die Einheit. Und vor allem hätte Oskar Lafontaine das Vertrauen der USA und Großbritanniens gefehlt.
Lafontaine war nicht gegen die Einheit, er hat der Bevölkerung nur nicht weismachen wollen, dass "blühende Landschaften" im Osten über Nacht und für den Westen zum Nulltarif zu haben seien, was damals in der allgemeinen Wende-Euphorie natürlich keiner hören wollte, obwohl er im Nachhinein betrachtet recht hatte.

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bammy 17.06.2017, 11:57
149.

Zitat von naklar?
... neoliberale Politik pur. Und der Wahn, die Hauptschule und die Realschule in den Boden zu stampfen begann letztendlich mit SPD_Grüne. Heute zeigt sich wie wichtig doch gut ausgebildete Handwerker und Facharbeiter für das Land sind. Kohls Kanzlerschaft war die Zeit wo Facharbeiter noch überall gut angesehen waren und die Blender in den Banktürmen noch nicht die Überhand gewonnen hatten. Ich gebe Kohl nicht die Schuld an den Kosten der Wiedervereinigung, denn das Zeitfenster dafür war nur für kurze Zeit geöffnet. Die SPD und die Grünen haben dagegen laienhaft den ungezügelten Kapitalismus Tür und Tor geöffnet. Und das in ganz Europa und dafür wird auch noch die Quittung durch den Bürger/Wähler erfolgen.
Naja.
Kurz nach der Vereinigung, begann auch schon das Kommunikationszeitalter und die Globalisierung.
Und nun standen die (teuren) Deutschen Arbeitsplätze mit 35-38h/w im Internationalen Wettbewerb.
Jenseits des eisernen Vorhangs drängten Arbeissuchende auf den Deutschen (Dienstleistungs- und Bau) Arbeitsmarkt, bzw. wurden Produktionsarbeitsplätze dorthin verlegt.
Fernost rückte immer schneller, immer näher.
Dem konnte sich Deutschland nur stellen, aber nicht entziehen.
Dennoch fließen heute ca. 50% der Einnahmen in die Sozialkassen.
Leider ist in der Tat das Reallohngefüge seit Schröder gesunken, was aber Nicht zwingend was mit Neoliberalismus zu tun haben muß, sondern mit der Staatsquote. Denn nominal stiegen die Löhne. Mal mehr, mal weniger üppig. Zumal wir seit 1998 einige Wirtschaftskrisen erlebt haben. Das böse dabei ist, das die Reichen dennoch immer (schneller) reicher wurden.
Ich bin da eher der Meinung, das das Versagen der Gewerkschaften, dem Neoliberalismus der unfeinen Art die Türen auf den Deutschen Arbeitsmarkt geöffnet haben. Die waren halt mit der Situation überfordert, das das Thema 35h erledigt war und man jetzt wirklich um den Erhalt der Arbeitsplätze mit verfünftigen Lohn kämpfen musste.
Nun ganz anders als in den Jahrzehnten zuvor.

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