Forum: Politik
Kanzlerin Merkel in Schwedt: Ihr doch egal
Monika Skolimowska / dpa

Es gibt mal wieder Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang von Angela Merkel als Kanzlerin. Und was macht die Regierungschefin? Einfach weiter. Ein Ortstermin

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floydpink 01.05.2019, 10:30
40. Da...

...ist ihr größter Fehler:

"Politik ist nie fertig. Man muss immer wieder reagieren"

Sie reagiert fast nur, kann nicht gestalten.
Eigentlich typisch Union: der Blick nach hinten ist wichtiger, als der Blick nach vorn.

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Wolfgang Heubach 01.05.2019, 10:32
41. Merkel lebt in ihrer eigenen Welt

Sie nimmt Realitäten nicht mehr wahr, zimmert sich "ihre eigene Welt" zurecht. Sie ist völlig überfordert. Natürlich hat der Tag nur 24 Stunden, das weiss jedes Kind. Merkel hat deshalb die Pflicht, sich in allererster Linie um die deutschen Belange zu kümmern, zumal das Haus - bildlich gesprochen - lichterloh in Flammen steht. Ihre Außenpolitik ist ein einziger Trümmerhaufen und bar jeglicher Wertevorstellungen. Politische Agonie nennt man wohl so etwas.

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haarer.15 01.05.2019, 11:10
42.

Zitat von izach
Frau M. ist mittlerweile wirklich alles egal. National ist das ja schon lange so und nun auch International. Da schickt sie den Außenminister durch die Welt den niemand kennt und keiner ernst nimmt und Frau M. bleibt einfach zu Hause und tut mehr oder weniger nichts. Was wichtig Ist bleibt liegen, das soll jemand nach ihr lösen. Die Themen werden von der Opposition gesetzt und die SPD zofft sich weiter intern. Zwei Jahre können bei diesem Stillstand sehr lang sein.
Welche Opposition ? Der Zoff kommt jetzt ja gerade auf die Union zu, weil die noch gar nicht wissen, wohin sie richtungsmäßig wandern sollen. Fairerweise sollte man sagen, dass es einmal mehr die SPD ist, die die Regierungsarbeit vorantreibt - angesichts einer schwerfälligen um nicht zu sagen gelähmten Union. Die ist das aktuelle Problem.

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haarer.15 01.05.2019, 11:18
43.

Zitat von testuser2
Merkel sind viele Dinge egal, nur nicht die Art ihres Abgangs und ihre Hinterlassenschaft. Einen vorzeitigen Abgang sieht sie nicht als Größe sondern nach dem ihr aufgezwungenen Verlust des Parteivorsitzes als weitere Niederlage. Daher versucht sie, das zu vermeiden. Frau Merkel hat unbestreitbar schon deshalb Großes geleistet, da sie lange Bundeskanzlerin eines Landes war. Das alleine kanns aber nicht sein, denn das sind und waren andere auch, die wir nicht als gut bewerten. Mir sind vor allem Merkels Versäumnisse in Erinnerung: Pflegenotstand seit Jahrzehnten, die bisher verpasste Energiewende nach dem erzwungenen Schwenk durch Fukushima, letzlich Nicht-Erreichen bzw offenbar Nicht-Erreichen-Wollen der Klimaziele und Beschuldigen der anderen Länder, Altersarmut und am wichtigsten die Destabilisierung der EU durch eklatante Fehlentscheidungen (Osterweiterung, Vernachlässigen der ursprünglichen EU-Mitgliedsländer GB und Frankreich, katastrophales Grenzmanagement).
Ja. Aber die Dame war unbestritten zu lange Kanzlerin. Sie hatte weder Visionen noch eine eigene Agenda. Weder innen- noch europapolitisch hat sie irgendwelche Akzente gesetzt. Und jetzt ist es dafür viel zu spät. Ein glanzvoller Abgang kann ihr so gewiss nicht mehr gelingen. Mit was auch ?

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tulius-rex 01.05.2019, 13:06
44. Nicht egal

Merkel ist ein KanzlerInnenwechsel ganz und gar nicht egal. Sie würde lieber heute als morgen gehen, doch wie soll das gehen? AKK besitzt im Bundestag keine Mehrheit; ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU gegen die eigene Kanzlerin ist Unsinn. Neuwahlen will keine Partei, nicht mal die Spendensünder der AfD. Träte Merkel heute zurück wäre jahrelanger Stillstand die Folge. Merkel handelt richtig auch wenn Schreiberlinge das anders herbeischreiben wollen.

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AWG 01.05.2019, 13:39
45. Wie passt das zusammen?

Sie unterschreiben ein Bild in ihrem Artikel mit "Merkel muss weg" Rufer kamen nicht. Einen Absatz weiter oben schreiben Sie: "Gespannte Gesichter bei den etwa 60 Bürgerinnen und Bürgern aus dem brandenburgischen Schwedt und Umgebung, die an diesem Dienstagnachmittag an der Gesprächsrunde mit der Kanzlerin teilnehmen dürfen. Die lokalen Veranstalter haben sie ausgewählt."
Wenn ich auf diesen Widerspruch hinweise, wird das von Ihnen nicht veröffentlicht. Aber vielleicht können Sie mir erklären, wie Kritiker hätten kommen können, wenn zu den "Bürgerdialogen" mit dieser Dame ohnehin nur ausgewählte Personen kommen dürfen?

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Fragen&Neugier 01.05.2019, 16:52
46. Bis Ende Legislatur ist's noch eine Weile hin ...

Zitat von realist12345
Sie ist auch bis 2021 gewählt worden und nicht nur für die Hälfte. Eine AKK wird viele Wähler vertreiben.
Merkel bleibt bis Ende ihrer Amtszeit, wie man sie kennt. Merkel ist schon so lange im Amt, dass man sich kaum eine andere Person vorstellen kann im Kanzleramt.

AKK kann dann anders dastehen als heute - man wird sehen. Ich denke, sie käme bei den Wählern besser an als bei den Medienschaffenden. Und in ihrer Partei. Die auch im Umbruch ist. Allerdings nicht so erruptiv wie die SPD.

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Fragen&Neugier 01.05.2019, 16:56
47.

Zitat von HerrTurtur
Gewählt werden Parteien und Abgeordnete. Die Bundeskanzlerin wird dagegen aus der Mitte des Deutschen Bundestages gewählt. Daher kann sich kein Bürger beschweren, er habe doch Merkel gewählt. Wenn sich daher eine Mehrheit für eine andere Person finden sollte, wäre das völlig im Ordnung. Unabhängig davon finde ich die Aussage der SPD, sie würden AKK keinesfalls wählen, etwas unverständlich. Hätte sie Spahn oder Merz lieber gehabt? Sachfragen sollten entscheidend sein.
Wenn die SPD AKK nicht wählt, wird sie eben nicht gewählt und es gibt glaublich Neuwahlen. Vermutlich denkt man bei der SPD, das sei die Chance für die Partei. Ganz nach dem Motto, schlimmer geht nimmer - aber schlimmer geht immer - in der Praxis mindestens.

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Fragen&Neugier 01.05.2019, 17:07
48. Klima versus Wachstum ...

Zitat von mucschwabe
Über eine CO2 - Steuer redet sie gar nicht. What? Fand sie es vor kurzem nicht toll, dass junge Menschen am Freitag auf die Straße gehen um für das Klima zu demonstrieren? Es ist dieses heuchlerische. Dieses so tun als ob und dann passiert nix in der Realität. Es ist bei fast jedem wichtigen Thema so. Nichts geht voran, aber immer zeigt sie Verständnis und tut so, als ob sie hart an den Problemen arbeitet. Dieses Stillstand wird uns noch teuer zu stehen kommen.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nun wirklich nicht die einzige, die das Klimaparadoxon nicht lösen kann, nicht aus dem Wachstumszwang herauskommt.

Man kann jede Zeitung oder Zeitschrift nehmen - es ist überall das gleiche.

Auf Seite X werden Massnahmen gefordert, die z.B. den Flugverkehr "wirksam" eindämmen, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen.

Auf Seite X-3 hat man dann aber schon gelesen, dass die heimische Fluggesellschaft in Gefahr sei, nicht mehr wachsen könne, weil dieser oder jener Flughafen Zuwenig Kapazitäten hätte. Da ist die "Gefahr" zu wenig Wachstum und drohender Verlust der "Wettbewerbsfähigkeit" der Nation.

DAS ist der Stillstand - es wissen alle, wie es weiter gehen soll - nur zerren beide Seiten in eine andere Richtung und jede ist froh, dass eigentlich niemand was ändern will oder nicht weiss, was zu ändern wäre. Niemand hat einen Plan, der Wachstum und Nachhaltigkeit zu verbinden vermöchte, nicht mal in der Theorie.

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Fragen&Neugier 01.05.2019, 17:31
49.

Zitat von jonath2010
Moderieren, Themen auf die lange Bank schieben, Probleme aussitzen. Das waren die klassischen Verhaltensweisen der Kanzlerin in ihrer nunmehr 14 jährigen Regierungszeit. Nur bei einem Thema hat sie schnell und im Alleingang reagiert: Bei der (nach ihren Worten) "humanitären Ausnahmesituation" im Herbst 2015. Wir alle müssen schon heute mit den Folgen dieser Entscheidung leben. Aber erst, wenn unsere Kinder und Enkel erwachsen sind, wird sich richtig zeigen, was Merkel mit ihrer Flüchtlingspolitik angerichtet hat.
Ach was, der September 2015 ist doch längst Schnee von gestern. Wenn man die Probleme sieht, die die EU-Grenzländer heute haben, kann man geradezu froh sein, dass Merkel sich mehr hat treiben lassen denn entschieden hat. Mit dieser "einmaligen humanitären Geste" der im übrigen nur kurzen Willkommenskultur hat sich Deutschland einen Ruf erworben im Ausland, der es noch auf Jahre schützt vor Immigration. Neben der geographischen Lage.

Über diesen "einsamen Entscheid" sind schon Bibliotheken geschrieben worden. Es waren wohl auch eine Reihe von Zufällen, Kanzlerin im botanischen Garten, Innenminister de Maiziére mit über 40° Fieber im Bett, Seehofer nicht erreichbar. Gabriel und Steinmeier sagen JA, JA, JA und meinen eigentlich das Gegenteil. Die Grünen beten für Merkel.

Wenn man die Entwicklung heute im Rest der EU sieht, kann man durchaus zum Schluss kommen, aus dem "Bauch heraus" entschieden - falsch entschieden vielleicht - aber das Ergebnis stimmt für Deutschland heute.

Ander Länder müssen mindestens prozentual viel mehr Flüchtlinge aufnehmen als Deutschland 2015 - aber keines hat sich diese befreiende Reputation damit erworben, ganz im Gegenteil. Alles Populisten und EU-Feinde. Dagegen steht Deutschland mit seiner (sehr kurzen) Willkommenskultur im Glanz der "einmaligen" Humanität.

Was will man mehr als Deutscher? Rhetorischen Krawall? Utopien und Visionen? Abgesehen von ihrer EU-Freundlichkeit und ihrer neoliberalen Grundhaltung, marktgerechte Demokratie! statt wie früher soziale Marktwirtschaft hätte ich wohl kaum viel auszusetzen an der Kanzlerin.
Sie redet nicht viel, m.E. viel zu wenig - aber dass sie nicht handelte, stimmt meiner Beobachtung nach nicht. Preussisch-stur und stoisch wie ein Steinesel geht sie durch jedes Gewitter. Sehr unterhaltsam ist diese Kanzlerin nicht. Aber nur von rhetorischen Feuerwerken wird Deutschland auch nicht in den Olymp gerissen werden.

Merkel weg! ist das jetzt die neue Formel für: es wird alles besser? Sehr simple Antwort auch sehr komplexe Fragen.

Wenn man Merkel so vergleicht mit den möglichen Alternativen kann man schon zum Schluss kommen, sie war lange Zeit tatsächlich "alternativlos".

Aber eben, aus dem Ausland haben andere Länder meist immer die besseren Politiker - die kennt man weniger genau und kann gar nicht so kritisch sein - man hat keine Argumente.

Und dann gilt der Prophet nichts im eigenen Land und das Gras ennet dem Hag ist immer grüner als das eigene.

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