Forum: Politik
Kapitalismuskritik: Am Schmelzpunkt des sozialen Systems
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Die Welt steckt in der Krise: Das Vertrauen in das kapitalistische System ist verloren gegangen. Was sind Begriffe wie Gerechtigkeit, Verantwortung oder Demokratie noch wert? Bei der Wahl sein Kreuzchen zu setzen, ist zu wenig.

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ratio_legis 02.08.2013, 12:05
540. Sind das die Lösungen?

Zitat von zudummzumzum
Nehmen Sie als Beispiel die unterschiedliche Behandlung von Geldvermögen in USA und bei uns. Dort ist die "selbstverordnete Rentenkürzung" gesellschaftlich breit akzeptiert. Wenn die Aktiendepots aus irgendwelchen Gründen ihren Wert verlieren und deshalb auch die obere Mittel- und untere Oberschicht ihr Leben ändern müssen, passiert ... nichts. Hingegen sind bei uns auch Betriebsrenten garantiert und müssen weiter steigen usw. Letztlich ist aber genau das auch der Hintergrund für unsere Bankenrettungsprogramme: es fehlt einfach die Balance: während durch die GM-Pleite auch die Rentner mit ins Boot geholt waren, ist unsere Politik darauf angelegt, dass zwar die Bochumer Opelaner arbeitslos werden dürfen, aber die Rente der ehemaligen Opelaner sicher ist. Wenn die HRE pleite gegangen wäre, hätte das die kapitalgedeckte Altersversorgung schwer mitgenommen - hier hat der Staat seine schützende Hand drauf gelegt. Aber die Beschäftigten von Schlecker dürfen ruhig in die Röhre schauen. Es ist die einseitige Parteinahme fürs Kapital seitens der Poltik, die die Ungleichheit schafft. Nein, es sind nicht wie wenigsten und es geht auch nicht darum deren Vermögen umzuverteilen. Sondern es ins Risiko stellen reicht aus. So, wie die Amis tatsächlich während der Rezession der 1930er Jahre Billionen verloren haben, so wie wir auch unsere NewDeals mit den Währungsreformen hatten, so muss es auch dem Geld endlich erlaubt werden sich selbst genauso zu vernichten, wie es sich aus sich selbst heraus schaffen kann (Zuschreibung durch Wertsteigerung). Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen! Es geht nicht um Umverteilung durch Steuererhöhung, sondern es geht darum, dass sich Leistung lohnen muss und leistungsloses Einkommen nicht in einen Rechtsanspruch umgewandelt wird - weder oben, noch unten. Wer Kapitalismus will, muss weg davon sein Geld dem Staat leihen zu können, statt Steuern zu zahlen. Das würde, fürs Erste, schon mehr als reichen.
Warum berät ein Experte wie Sie nicht die Bunderegierung? Ich bin kein Ökonom, aber das klingt mir alles zu widersprüchlich und wohl ein wenig nach einfachen Lösungen für komplexe Zusammenhänge. Um diese Problematik hinlänglich zu erörtern, müsste man sich wohl mindestens einen seeehr langen Abend zusammensetzen und alle zuverlässig bekannten Informationen berücksichtigen. Geld soll sich selbst vernichten können, gleichzeitig loben Sie die schützende Hand des Staates, wenn er Banken rettet?? Sie wollen den Leuten ihr Geld nicht wegnehmen, es aber "ins Risiko stellen" - bedeutet das letztlich nicht auch, dass es zur Disposition gestellt wird und der mögliche Verlust einer Quasi-Enteignung gleichkommt? Ausserdem, ich fragte bereits danach: was kommt danach, wer wird dann angezapft? Ist das ein Konzept? Zu bedenken wäre auch die Rolle der Notenbanken und das ständig nachgedruckte Geld. Daran schließt sich unmittelbar die Frage an, wie die Vergrößerung der Geldmengen, aber auch sog. Luftgeschäfte oder Leerverkäufe und Spekulationen am Kapitalmarkt im Verhältnis zu den tatsächlich vorhandenen Werten stehen. Das da einiges im Argen liegt, kann nicht bestritten werden.

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Kunstwirt 03.08.2013, 13:26
541. Lieber gesund und reich als krank und arm

Das Problem mit Rudolf Augsteins Kommentaren ist die Schwammigkeit seines Gebrauchs von Begriffen und jegliches Fehlen von Alternativen für die meist zu Recht hingewiesenen Missstände. So sind viele „Linke“ wie er nicht in der Lage den Begriff „Kapitalismus“ zu skizzieren und ihn beispielsweise in Bezug auf die Rolle der „Märkte“ hin zu analysieren. Er hat sicherlich Recht, wenn er zum Handeln aufruft, es wäre jedoch nützlich, wenn er auch kurz andeuten könnte, was den von diesem Handeln gefordert werden soll. Natürlich wollen wir alle, dass Unternehmer, Banken, Politiker und auch Journalisten „moralischer“ handeln, doch was bedeutet das? Und wie lässt sich so etwas durchsetzten? Vielleicht wäre es ein guter Anfang, wenn Rudolf Augstein weniger polemisch schreiben und reden würde und anfing zu denken und Lösungen vorzuschlagen. Missstände aufzuzählen ist notwendig, aber letztlich einfach. Praktische Alternativen zu entwerfen ist um einiges schwieriger.

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mjanitzky 04.08.2013, 11:42
542. Deutschland verkommt zum Augias-Stall, was nun ?

„Wir wählen die Freiheit !“
Was für ein unvergeßlicher Appell an uns Deutsche von Konrad Adenauer im Jahre 1952, noch heute nicht nur in allen Ohren derjenigen, die seiner Rede damals im Rundfunk begeistert lauschten.
Damals drohte die Schändung unserer Freiheit aus dem Osten, heute droht sie ausgerechnet von Westen und sogar per standhaft verheimlichter Kollaboration im eigenen Hause seitens der eigenen nicht nur in Finanzdingen pflichtvergessenen Regierung.
Die heute unserer Freiheit drohende Schändung heißt schleichende Übernahme ausufernder Schulden unserer mißwirtschaftenden Nachbarn, Steuerverschwendung im eigenen Land sowie dreist ausufernde Überwachung und Bevormundung unserer Bürger in fast allen Fragen notwendiger Mitsprache.
Da die Altparteien gegenwärtig diesbezüglich nur scheinheilig ablenkendes Geschwafel von sich geben, wird die als einzige im Umgang mit unseren Grundrechten noch nicht heillos verstrickte neue Partei Alternative für Deutschland vor allem auch der Freiheit mutig und entschlossen das Wort reden, denn diese ist die unverzichtbare und unteilbare Grundlage der Demokratie !
Zu dieser Freiheit gehört eben auch das Recht und die Forderung, eine weitere Verschwendung unserer Steuergelder für unsinnige Euro-Rettungsmaßnahmen zu beenden und unsere Bürgerrechte wieder so herzustellen, wie sie in unserem Grundgesetz sehr deutlich beschrieben sind.
Daher nochmals gerade jetzt erneut Adenauers legendärer Ausruf, geändert nur an einer Stelle und ganz unabhängig von der Frage ob nun mit oder ohne Euro: Leisten wir uns doch den Mut zu der erneut unüberhörbaren, heute wie damals zwar verkürzten, dafür aber überzeugend zusammen fassenden Wahlkampfaussage:
Wir stehen vor der Wahl zwischen Täuschung und Freiheit :
Wir wählen die Freiheit !

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