Forum: Politik
Kapitalismuskritik: Du, was macht das mit dir?

Was haben Frauenzeitschriften wie "Brigitte" mit Bewegungen wie Occupy zu tun? Mehr als man meinen sollte. Statt um Argumente geht es bei dem Protest vor allem um Gefühlslagen.

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InfiniteSpace 25.03.2015, 15:03
210. Lösungsvorschläge ...

Zitat von jowitt
Sie können, eben genau wie von "Fleischi" beschrieben, die bestehenden Probleme auflisten, aber eben keine praktikablen Lösungsvorschläge anbieten.
... sind allerdings systemisch so radikal, dass sie nicht ernsthaft diskutiert werden können.. Ein Vorschlag wäre: Umverteilung von Oben nach Unten über Steuern. Erbschaftssteuer. Sehr viel höhere Besteuerung von Großverdienern (so ab 100000 aufwärts). Dadurch zum Beispiel Grundeinkommen finanzieren. Aber sowas kommt leider niemals durch, weil die Menschen hier wegen des Leistungsgedanken anderen sowas missgönnen. Anderer Vorschlag: vom ewigen Wachstumsgedanken verabschieden. Das wird mangels Ressourcen nicht ewig so weitergehen können. Okay, dann werden wir alle weniger haben. Eben nicht mehr jedes Jahr ein neues Handy, sondern nur alle 4, insgesamt weniger Luxus, aber das Leben wird weitergehen.

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brehn 25.03.2015, 15:03
211. emotional

Na sicher Herr Fleischauer. Auf jemanden, welcher die durchaus vernünftigen Argumente nicht nachvollziehen kann, welche im zusammenhang mit den problemen des Kapitalismus aufkommen, muss das ganze ja emotional motiviert wirken.
Ist eben alles eine Sache des Standpunktes und der daruas resultierenden Perspektive.
Das SIE kein Problem mit dem Kapitalismus haben herr Fleischauer, DAS glaube ich ihnen sofort....

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marcw 25.03.2015, 15:07
212.

Zitat von brdistmist
Meine frage ist: Was spricht dagegen? Ich als befürworter des Bedinungslosen Einkommens nene gerade solche von Ihnen gelieferten Argumente. Sie haben bestimmt Angst davor, auf Menschen zu treffen die Arbeiten weil Sie Arbeiten wollen? Und nicht unter Zwang tun, weil die dann Sanktionen befürchten müssen, und das hat der einzelne Arbeiter dort baut Autos oder Panzer nicht unbedingt aus innerer Überzeugung, sondern weil er einen Arbeitsplatz braucht, um Geld zu verdienen nähmlich nicht, Weil nicht unser Demokratisches System sondern das Wirtschaftssystem die Menschen unterdrückt. So funktioniert ein Sozialstaat,wo der Einfluss der Wirtschaft Emens hoch (einfach zu groß) ist...Sozialstaat ja, aber nur wenn du Arbeitest was wir wollen, und nicht das Humane Kapital. Es ist dringend notwendig das in dieser richtung ein Ruck durch die Gesellschaft geht. Tatsache ist: Das Kapital und deren abhänigen braucht weder Demokratie, Kommunissmu,Soziallismus...sondern nur Humanes Kapital
Dagegen spricht, dass die Bedürfnisse der Menschen und die Lust, diese Bedürfnisse zu erfüllen, nicht annähernd deckungsgleich sind. Würde jeder nur das arbeiten, worauf er wirklich Lust hat, hätten wir ein gigantisches Überangebot an halbgaren Bastlern, Malern, "Sängern", "Musikern" und sonstigen Tätigkeiten, die für die meisten in den Bereich "Hobby" fallen, weil es nicht genug Bedarf gibt, dass jeder mit seinem mehr oder weniger vorhandenen Lieblingstalent seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Es würde uns an allem wichtigen mangeln und wir würden mit Trivialitäten überschüttet, wenn nicht der Bedarf, sondern nur Lust und Laune für unsere Tätigkeit entscheidend wäre.

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Afa81 25.03.2015, 15:09
213. Wut?

Wut ist keine Entschuldigung und zwar aus zwei Gründen nicht.
1. Würde man Wut als Entschuldigung zählen, könnte ich damit jedwedes Handeln legitimieren.
2. Wenn ich den ganzen Tag in meiner Kommune sitze, mir den ganzen Tag nur die gleichen YouTube Videos über ein Massaker nach dem anderne reinziehe, diese Bildung dann noch mit dem Begriff Intelligenz gleichsetze, Tag und Nacht mit den immer gleichen Leuten über die immer gleichen Themen unterhalte bin ich selbst schuld, wenn sich mein Bild auf die Welt verzerrt.
Meine Nicht ist 11 Jahre alt - sie hat begriffen, dass es die empfundene Wirklichkeit manipuliert, wenn man seinen Tag so gestaltet - und da gerade Linke hohe intellektuelle Maßstäbe setzen (und weniger häufig erfüllen) darf man diese Reife schon verlangen.

Wer sich größte Mühe gibt die Wut in sich selbst immer weiter zu steigern kann dann nicht auf eine ohnmächtige Wut verweisen. Der Bauch ist immer dümmer als der Kopf - immer.

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Afa81 25.03.2015, 15:17
214.

Zitat von brehn
Na sicher Herr Fleischauer. Auf jemanden, welcher die durchaus vernünftigen Argumente nicht nachvollziehen kann, welche im zusammenhang mit den problemen des Kapitalismus aufkommen, muss das ganze ja emotional motiviert wirken. Ist eben alles eine Sache des Standpunktes und der daruas resultierenden Perspektive. Das SIE kein Problem mit dem Kapitalismus haben herr Fleischauer, DAS glaube ich ihnen sofort....
Wir haben ALLE ein Problem mit dem Kapitalismus. Aber: Wir haben ALLE keine Lösung für diese Probleme bzw. eine Alternative dazu.

Es geht um folgende Logik: Nichts tun ändert nichts. Autos anzünden und Bullen mit Steinen beschmeißen ändert nichts. Also zünden wir Autos an. Und das von Menschen, die meist von sich selber behaupten, Materialisten zu sein.

Und kommen Sie mir bitte nicht mit "die Blicke aufs Geschehen lenken." Wir alle wissen von den aktuellen Problemen in Griechenland, Finanzkrise etc. und PiPaPo.

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brehn 25.03.2015, 15:31
215. woher kommt das

Zitat von Afa81
Wir haben ALLE ein Problem mit dem Kapitalismus. Aber: Wir haben ALLE keine Lösung für diese Probleme bzw. eine Alternative dazu. Es geht um folgende Logik: Nichts tun ändert nichts. Autos anzünden und Bullen mit Steinen beschmeißen ändert nichts. Also zünden wir Autos an. Und das von Menschen, die meist von sich selber behaupten, Materialisten zu sein. Und kommen Sie mir bitte nicht mit "die Blicke aufs Geschehen lenken." Wir alle wissen von den aktuellen Problemen in Griechenland, Finanzkrise etc. und PiPaPo.
Zuerst mal: dass "wir" ALLE Probleme mit dem Kapitalismus haben, ist einfach schlichtweg falsch...

Zweitens: Ich habe in keiner Zeile, in keinem Wort, Gewalt irgendwie versucht zu rechtfertigen.
Ich verabscheue Gewalt in nahezu jeglicher Form, gerade im Rahmen solcher Proteste führt Gewalt eben NICHT dazu, dass der Blick auf die wichtigen Punkte gelenkt wird.
Gewalt ist auch hier ein willkommener Vorwand, vernünftige Argumente einfach zu ignorieren.

Wie Sie jetzt dazu kommen, mir zu unterstellen ich würde der von Ihnen genannten Logik folgen, darüber müssen Sie sich wahrscheinlich erstmal selbst klar werden, bevor Sie es mir erklären. (nicht das ich da große Hoffnungen in Sie setzen würde...)

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dieter-ploetze 25.03.2015, 16:14
216. es ist wirklich schwierig links zu sein

ich ordne mich ,mein weltbid,links ein,auf der grundlage,dass das soziale miteinander,ein gewisser sozialer ausgleich ohne gleichmacherei die grundlage einer funktionierenden gesellschaft sind.
was mir hier aber als links entgegenschlaegt,tsipras
z.b. der die linke diskreditiert oder die linke die
mittlerweile dogmatisch und floskelhaft agiert,das alles
laesst mich abstand zur offiziellen linken nehmen ohne
das ich mir aber mein eigenes linkssein nehmen lasse.

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symolan 25.03.2015, 16:21
217.

Zitat von InfiniteSpace
... sind allerdings systemisch so radikal, dass sie nicht ernsthaft diskutiert werden können.. Ein Vorschlag wäre: Umverteilung von Oben nach Unten über Steuern. Erbschaftssteuer. Sehr viel höhere Besteuerung von Großverdienern (so ab 100000 aufwärts). Dadurch zum Beispiel Grundeinkommen finanzieren. Aber sowas kommt leider niemals durch, weil die Menschen hier wegen des Leistungsgedanken anderen sowas missgönnen. Anderer Vorschlag: vom ewigen Wachstumsgedanken verabschieden. Das wird mangels Ressourcen nicht ewig so weitergehen können. Okay, dann werden wir alle weniger haben. Eben nicht mehr jedes Jahr ein neues Handy, sondern nur alle 4, insgesamt weniger Luxus, aber das Leben wird weitergehen.
Ich habe eine kapitalistische Utopie, die sich globale Erbschaftssteuer nennt. Und zwar 100% über einer Grössenordnung.

"Weil Menschen hier wegen des Leistungsgedanken anderen sowas missgönnen"

Das ist nicht wegen dem Leistungsgedanken, sondern weil, halten sie sich fest, die meisten von uns nicht Arbeit als Hobby haben.

Höhere Besteuerung von Grossverdienern: Die Frage wäre, würden die Grossverdiener ihre Arbeit weiter treiben bei geringerem Salär. Ich gehöre zu denen und sage ihnen: NEIN. Ganz ehrlich: ich würd mir nicht antun, was ich mir antue, für deutlich weniger Geld.

Vom Wachstumsgedanken verabschieden: Es ist nicht zwingend, dass Wirtschaftswachstum mehr Ressourcen verbraucht. Wir müssen nur schaffen, dass dies häufiger der Fall ist. Beispiel: Musikindustrie. Diese braucht heute wohl weniger Ressourcen als vor 50 Jahren. Nächstes Beispiel wären Zeitungen. Auch hier wird wohl deutlich weniger Papier verbraucht als vor 50 Jahren.

Der grundlegende Fehler m.E. ist aber, dass sie die Problematik nicht global betrachten. Ich behaupte, bei globaler Betrachtung findet gerade eine tendenzielle Umverteilung von oben nach unten statt. Paar hundert Millionen Asiaten haben mehr, als sie hatten. Blöd nur, dass das flexible Kapital da auch gewinnt. Nur der globale Mittelstand halt nicht.

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derHamlet 25.03.2015, 18:26
218.

Zitat von CommonSense2006
Nein, natürlich ist es nicht die Belegschaft, die entscheidet, ob SUVs oder Sparmobile gebaut werden, Panzermotoren oder Fahrräder. Es sind die Kunden. Die Kunden kaufen solche Sachen. Sie befriedigen damit ihre Bedürfnisse. Wenn etwas nicht gekauft wird, wird es auch nicht produziert. Wenn Sie Energie aufbringen wollen, um die Welt zu verändern, dann machen Sie Propaganda gegen SUVs oder Kriegswaffen, aber versuchen Sie nicht, ein neues Zentralkomitee zu installieren, das per "demokratischer" Zentralentscheidung festlegt, welche Autos "vernünftig" sind und deshalb gebaut werden dürfen und welche nicht. Übrigens, wer keine Panzer bauen möchte, kann sich auch einen anderen Job suchen und kündigen, die Leute sind alle sehr gut qualifiziert und würden bestimmt woanders etwas Gutes finden.
Guten Abend common sense,

ich wüßte nicht was dagegen spricht, dass Arbeiter und Konsumenten entscheiden was und wie etwas hergestellt wird, dies hat nichts mit einem "Zentralkomittee" zu tun sondern mit freier demokratischer und bewußter Entscheidung und nichts mit künstlich geschaffenem Bedürfnis.
Bedürfnisse werden aufwendig und kunstvoll durch Politik, Werbung, Suggestion, aggressive Verkaufsstrategien oder gesteuerte Moden geweckt, nur damit die Wirtschaftsmaschine läuft.
Selbstverständlich kann sich ein Mitarbeiter einer Rüstungsfirma eine andere Stellung suchen, ich wünsche ihm auf dem heutigen "Arbeitsmarkt", in dem selbst studierte MINTler Schwierigkeiten haben eine Anstellung zu finden, viel Glück.

Schauen Sie sich den ganzen Müll (Produkte) in den Kaufhausregalen an, der wird produziert und auch verkauft, alles?

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CommonSense2006 25.03.2015, 18:46
219.

Zitat von forsell
sind immer kollektive, ideologisch geformte Bedürfnisse der Gesellschaft. Da die Bedürfnisse der Gesellschaft die des Marktes abbilden, sind in der Konsequenz die eigenen Bedürfnisse immer die des Marktes. "Sieht man einmal von solchen lebensnotwendigen Bedürfnissen wie Essen und Trinken ab, so weiß der Mensch nicht wirklich, was er will. Seine Bedürfnisse und Begierden sind kulturell geformt und richten sich nach dem, was andere für begehrenswert halten bzw. was eine Zeit, eine Mode oder eine Ideologie als Bedürfnisse idealisiert. Die mimetische Aneignung solcher Ideale macht uns zu Imitatoren. In diesem Sinne besteht soziale Mimesis in einem unentwegten Denken und Agieren, das dem Denken und Agieren anderer nacheifert." (Rene Girard)
Das mag für die meisten Menschen sogar stimmen. Aber:
1. gibt es immer wieder Einzelne oder kleine Gruppen, die vom Mainstream der Gesellschaft ausbrechen und mehr oder minder erfolgreich neue Idole und Ideale in das Bewusstsein der Gesellschaft bringen - und diese damit verändern. Haben nicht z.B. die Friedensfreunde, Ökos und Alternativen in den 80ern das Fahrradfahren wieder populär gemacht? Die Fahrradhersteller jedenfalls waren es nicht.
2. Was wäre denn die Alternative? Gesamtgesellschaftlich (staatlich) verordnete Moden, Ideologien und Bedürfnisse? Dann lieber die langsame Evolution wie oben beschrieben.

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