Forum: Politik
Kapitalismuskritik und Internet: Wie böse ist Amazon?

Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.

Seite 1 von 26
Aase 05.08.2014, 16:04
1. Erst die Industrie, jetzt die Schöngeister

Das Ausschalten von Herstellern von Produkten ist doch nix neues im Kapputalismus. 'Früher' wurden die Hersteller plattgemacht; jetzt sind eben mal andere im Fokus der modernen RaubritterInnen.
Niemand wird gezwungen, bei Amazon einzukaufen. Amazon möchte vielleicht den gesamten 'Markt' aufmischen, aber hierfür ist Amazon von der KäuferInnenschaft abhängig. Wenn die nicht will ...
Solche aufdringlichen Leute, wie die Chefs von Amazon kriegt man doch locker auf ein Minus in ihrem 'Laden'. Und noch etwas: Bei ErpresserInnen (nichts anderes macht Amazon gegenüber denen, deren Produkte es verramscht) kaufe ich nicht ein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000015195 05.08.2014, 16:06
2. Was soll daran böse sein?

Das nennt sich Vertragsfreiheit. Amazon kann frei auswählen welche Bücher es anbietet und welche nicht. Ich kaufe auch sehr gern bei Amazon, aber was passiert denn wirklich wenn Amazon bestimmte Artikel zurückhält? Die Leute werden einfach woanders kaufen, wenn man wirklich das Buch haben will - letztlich wird Amazon sich damit nur selbst schaden. Amazon hält ja schließlich kein Monopol. Mache ich genauso - gibt es den Artikel nicht bei Amazon dann gucke ich eben bei Thalia usw. Jede größere Buchhandlungskette hat doch inzwischen auch bequeme Onlineshops.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fwittkopf 05.08.2014, 16:08
3. Der Mensch lebt nicht

vom Markt allein.
Schluß mit dem bösen Neoliberalismus.
Fangen wir mit Amazon an und wählen eben nicht den billigsten Anbieter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kasimir Schneck 05.08.2014, 16:09
4. wenn schon Jan Fleischhauer

Amazon kritisiert muss das Problem riesig sein. Amazon bleibt nicht bei Büchern stehen, aktuell wird der komplette Einzelhandel monopolisiert. Das Los der Tante Emma Läden erreilt jetzt die kleineren und mittleren Onlineshops, das Sortiment wird dünner werden und sobald der Wettbewerb verschwunden ist auch teurer - (schon heute können Onlineshops günstiger und schneller liefern und haben trotzdem gegen den Fast-Monopolisten keine Chance). Schöne neue Welt, wir essen MCDonald und kaufen bei Amazon.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StörMeinung 05.08.2014, 16:09
5.

Zitat von sysop
Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.
Ich kaufe gern bei Amazon, die Unfreundlichkeit, Servicefeindlichkeit und Trägheit vieler Einzelhändler ist nur noch nervig, das betrifft Buchläden, wie sogenannte "Elektrofachgeschäfte" mit fachlich-unterbelichteten Verkäufern.

Im 19. Jahrhundert wurde auch das AUS der Segelschiffe beweint, der Tante Emma Laden verschwand wegen der großen Supermärkte, ... das ist nun einmal so.

Und so schlecht verdienen Amazon Mitarbeiter nicht, manche kämpfen sogar für ihren Betrieb GEGEN die Gewerkschaften.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Untertan 2.0 05.08.2014, 16:10
6.

Amazon fällt ja nicht zum ersten mal negativ auf. Ironischerweise kaufe ich dort schon länger keine Bücher mehr (dafür gibt es genug Alternativen), aber jede Menge andere Dinge, die ich nicht so ohne weiteres sonstwoher bekomme.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
OskarVernon 05.08.2014, 16:11
7.

Zitat von sysop
Das nennt man Marktmacht: Jemanden dazu verurteilen, dass er künftig vom Handel ausgeschlossen ist
Bitte nicht so übertreiben, geschätzter Herr Fleischhauer, das ist doch sonst nicht Ihre Art ;-)
Natürlich ist niemand "vom Handel ausgeschlossen" wenn ein einzelner Händler, und sei der noch so "mächtig", seine Produkte auslistet oder gar nicht in sein Sortiment aufnimmt. Das ist ein ganz normaler Vorgang, nicht anders als es z.B. meinen bevorzugten Apéritif nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Gar nicht wenige sind sogar stolz auf so was und werben ausdrücklich damit, dass ihr exklusives Produkt nur bei ausgesuchten, gutsortierten Fachhändlern oder direkt bei ihnen selbst erhältlich ist - und eben nicht im Supermarkt, Kaufhaus oder online verramscht wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
beirette 05.08.2014, 16:12
8. Es ist...

...gar nicht so einfach, die Amazonproblematik an ausreichend Menschen heranzutragen. Ich sähe die Überzeugungsproblematik schon in meiner Familie. Geschwister und Elternteile kennen die Problempunkte nicht bzw. erkennen sie nicht als solche - und damit auch nicht die Möglichkeit, selbst gegenteilig mitzuwirken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nachtmacher 05.08.2014, 16:20
9. ganz ohne Symbole...

wer braucht schon Symbole, um einfach nicht bei Amazon zu kaufen? Ich mache das seit Jahren so. Ich schaue bei Amazon nach Büchern, schreibe mir die ISBN-Nummer auf und bestelle beim Buchladen meines Vertrauens. Die Bücher sind meist am nächsten Tag da, kosten keine Versandkosten. Und anstatt meine Packetbenachrichtigung zur Post zu tragen um mein Buch abzuholen (wer ist schon immer zu hause, wenn DHL vor der Türe steht?) gehe ich halt nochmal in den Laden. In meinem Falle der geringere Aufwand. Einzige Ausnahme und Quelle schlechten Gewissens sind seltene Fachbücher (meist auf Englisch) oder Bücher zu ausgefallenen Themen. Buchläden sind meist so flexibel, dass sie auch anrufen, wenn das bestellte Buch da ist, oder sie heben die Bestellung auch mal ein paar tage auf, wenn man keine zeit zum Abholen hat. In diesem Fall schickt die Post ihr Buch einfach wieder zu Amazon zurück...
Amazon bedient halt die Faulheit der Menschen. Und die eigene Bequemlichkeit geht für die Meisten halt auch über sowas wie Moral, faire Arbeitsplätze etc.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 26