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Kapitalismuskritik und Internet: Wie böse ist Amazon?

Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.

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muellerthomas 05.08.2014, 16:24
10.

Zitat von Kasimir Schneck
Amazon kritisiert muss das Problem riesig sein. Amazon bleibt nicht bei Büchern stehen, aktuell wird der komplette Einzelhandel monopolisiert.
Und vermutlich wird es so laufen, wie beim stationären Einzelhandel. Eine zeitlang finden es alle toll, dass man in einem Laden alles findet und dann setzen sich nach und nach Spezialisten durch und die Generalisten bekommen Probleme.
Zitat von
Das Los der Tante Emma Läden erreilt jetzt die kleineren und mittleren Onlineshops, das Sortiment wird dünner werden und sobald der Wettbewerb verschwunden ist auch teurer -
Weshalb sollte in einem Markt mit extrem neidrigen Eintrittsbarrieren der Wettbewerb verschwinden?
Zitat von
Schöne neue Welt, wir essen MCDonald und kaufen bei Amazon.
Seit wann ist McDonals Monopolist?

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tkirchner 05.08.2014, 16:26
11.

Nicht Amazon ist der Markt, sondern die Leute, die dort kaufen. Es gibt schließlich auch andere Internetversandhändler. Bei den meisten Verlagen kann direkt bestellen, dann verdient der Verlag etwas mehr, die Zwischenhändler etwas weniger. Das ist das Problem der Marktwirtschaft, man hat die Qual der Wahl.

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dod1977 05.08.2014, 16:27
12. Lagerarbeiter und Tarif

Dabei bekommen die Lagerarbeiter bei Amazon doch sogar mehr Geld als der Tarifvertrag für Lagermitarbeiter vorsieht. Sie bekommen nur weniger als ein Einzelhändler. Was meiner Meinung nach durchaus berechtigt ist, denn schließlich sind sie keine Einzelhändler sondern eben, genau, Lagermitarbeiter. Daran ziehen sich Amazon-Hasser aber schon seit Monaten hoch..

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Onzlow 05.08.2014, 16:29
13. Wer kauft denn noch Bücher?

Und EPUB ist eh besser als AZW.

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muellerthomas 05.08.2014, 16:29
14.

Zitat von nachtmacher
Ich mache das seit Jahren so. Ich schaue bei Amazon nach Büchern, schreibe mir die ISBN-Nummer auf und bestelle beim Buchladen meines Vertrauens.
Als der Onlinehandel aufkam wurde es als moralisch falsch gebrandmarkt, im stationären Handel zu schauen und sich zu informieren und dann günstiger online zu bestellen. Umgekehrt scheint es in Ordnung zu sein, die Online-Leistungen in Anspruch zu nehmen und dann stationär zu kaufen.



Zitat von
Die Bücher sind meist am nächsten Tag da, kosten keine Versandkosten.
Zahlt man bei Onlineanbietern üblicherweise auch nicht.



Zitat von
Und anstatt meine Packetbenachrichtigung zur Post zu tragen um mein Buch abzuholen (wer ist schon immer zu hause, wenn DHL vor der Türe steht?) gehe ich halt nochmal in den Laden. In meinem Falle der geringere Aufwand.
Also ist der gerignere Aufwand für Sie durchaus ein Argument, stationär zu kaufen. Umgekehrt lassen Sie das Argument für den Onlinehandel aber nicht gelten?


Zitat von
Buchläden sind meist so flexibel, dass sie auch anrufen, wenn das bestellte Buch da ist, oder sie heben die Bestellung auch mal ein paar tage auf, wenn man keine zeit zum Abholen hat. In diesem Fall schickt die Post ihr Buch einfach wieder zu Amazon zurück...
Nach 7 Werktagen.


Zitat von
Amazon bedient halt die Faulheit der Menschen.
Sie selbst sagen doch, dass der Gang zum Buchhändler für Sie bequemer ist. Würden Sie auch dort kaufen, wenn es nicht bequemer wäre?


Zitat von
Und die eigene Bequemlichkeit geht für die Meisten halt auch über sowas wie Moral, faire Arbeitsplätze etc.
Kennen Sie denn die Arbeitsbedingungen bei Ihrem Buchhändler?

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Lankoron 05.08.2014, 16:36
15. Und was will

uns dieser Kommentar sagen? Dass Herr Fleischhauer keine Ahnung hat?
Vor ein paar tagen prangert man a. an, weil sie rechte Literatur im Angebot haben (dieselbe Literatur, die man auch bei Thalia und co. bestellen kann übrigens....). Heute greift mana. an, weil sie eben solche Bücher aus dem Sortiment werfen.
Von den "Protestlern" kenne ich niemanden. Aber ich kenne auch sehr wenig "Biofleisch"käufer, denn Leute dieser Gehaltsklasse (unschwer an den dicken PKW zu erkennen), die ausserdem eher "Bioäpfel" aus neuseeland kaufen anstatt welche aus dem regionalen Umfeld, mit denen möchte ich auch nicht bekannt sein.
Ach ja, Herr Fleischhauer: a. bezahlt seine Lagerarbeiter nach Tarif. Aber schön, dass sie auf die Verdi-Propaganda hereinfallen, einer Gewerkschaft, die bis heute den Unterschied zwischen Lagerarbeit und Einzelhandel NICHT erklären kann.

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ruhepuls 05.08.2014, 16:37
16. Wen juckt es?

Zitat von sysop
Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.
Ich vermute mal, den meisten Usern ist die Politik von Amazon so egal, wie die Haltungsbedingungen ihres Steaks - zumindest solange es billig genug ist.

Im Grund ist der Kapitalismus einfach ehrlich bzw. er hält uns den Spiegel vor: Er zeigt uns einfach, worauf es uns wirklich ankommt, in dem wir bereit sind Geld dafür auszugeben. Und da kommen dann oft ganz andere Prioritäten raus - als wir vorher verbal vorgaben.

Unternehmen bieten das an, was sich verkauft. Wollen die Leute Billigfleisch, dann bekommen sie Billigfleisch. Wollen sie Biofleisch (und sind bereit es zu bezahlen), dann bekommen sie Biofleisch.

Der Kapitalismus kennt keine Moral - und die meisten Kunden auch nicht.

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dedie 05.08.2014, 16:37
17.

Zitat von nachtmacher
wer braucht schon Symbole, um einfach nicht bei Amazon zu kaufen? Ich mache das seit Jahren so. Ich schaue bei Amazon nach Büchern, schreibe mir die ISBN-Nummer auf und bestelle beim Buchladen meines Vertrauens. Die Bücher sind meist am nächsten Tag da, kosten keine Versandkosten. Und anstatt meine Packetbenachrichtigung zur Post zu tragen um mein Buch abzuholen (wer ist schon immer zu hause, wenn DHL vor der Türe steht?) gehe ich halt nochmal in den Laden. In meinem Falle der geringere Aufwand. Einzige Ausnahme und Quelle schlechten Gewissens sind seltene Fachbücher (meist auf Englisch) oder Bücher zu ausgefallenen Themen. Buchläden sind meist so flexibel, dass sie auch anrufen, wenn das bestellte Buch da ist, oder sie heben die Bestellung auch mal ein paar tage auf, wenn man keine zeit zum Abholen hat. In diesem Fall schickt die Post ihr Buch einfach wieder zu Amazon zurück... Amazon bedient halt die Faulheit der Menschen. Und die eigene Bequemlichkeit geht für die Meisten halt auch über sowas wie Moral, faire Arbeitsplätze etc.
Schön für sie wenn sie so viel Freizeit haben um während der Öffnungszeiten eines Buchladen diesen aufsuchen können viele können das nämlich nicht.

Schön für sie wenn sie einen Buchladen in der Nähe haben, ich z.B. muss erste 15 Km in die Stadt fahren und ewig nach einem Parkplatz suchen, das geht vielen genauso.

Die meisten die bei Amazon und Co bestellen sind nicht zu Faul um in den Laden um die Ecke zu gehen die haben entweder gar keinen Laden um die Ecke oder keine Zeit um in den regulären Zeiten mindestens zweimal den Laden um die Ecke zu besuchen weil beim ersten Mal garantiert nicht das da was man will.
Davon abgesehen das bei 99% der Einzelhändler gerade mal 5 % des Sortiments eines gut sortierten Onlinehändlers zu finden ist.

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razer 05.08.2014, 16:37
18.

Zitat von Untertan 2.0
Amazon fällt ja nicht zum ersten mal negativ auf. Ironischerweise kaufe ich dort schon länger keine Bücher mehr (dafür gibt es genug Alternativen), aber jede Menge andere Dinge, die ich nicht so ohne weiteres sonstwoher bekomme.
So geht es mir auch, Zumal man im Einzelhandel-auch in der Großstadt-immer weniger Alternativen hat.
Daß Amazon-wenn alles nach Schema "F" läuft- eine perfekt laufende Maschinerie ist, kommt da noch hinzu.
Wir Konsumenten müssen uns "einfach" gegenüber marktbeherrschenden Unternehmen wesentlich kritischer verhalten, um Monopole zu verhindern. Hier sind vor allen Dingen Apple, Microsoft, Google und Facebook zu nennen.

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muellerthomas 05.08.2014, 16:38
19.

Zitat von fwittkopf
Fangen wir mit Amazon an und wählen eben nicht den billigsten Anbieter.
Und wer garantiert mir dann, dass nicht der "böse Kapitalist" schlicht mehr verdient, sondern der/die Autor/Landwirt/Näherin mehr bekommt?

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