Forum: Politik
Kapitalismuskritik und Internet: Wie böse ist Amazon?

Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.

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Ulrike E. 12.08.2014, 16:35
250. Amazon Marektplace:

Hi,

nein ich meinte mokieren. Beanstanden wäre nicht *stark genug gewesen.*

Zitat von Eliza
Meinten Sie "beanstanden"? WER erhält den Betrag? Bzw erhält ihn nicht? Wer versendet da was, der Käufer oder der Verkäufer? Wenn Sie auch als Verkäufer über amazon gegangen sind. sich somit durch die ganzen amazon-Vertragsbedingungen hindurchgeackert haben, wieviel Zeit haben Sie da investiert?
2.) Amazon zieht den Verkaufspreis vom Konto des Käufers ein: Dann erhält der Verkäufer eine Email via Amazon, dass ein Artikel verkauft wurde. In dieser Email wird man (Verkäufer) aufgefordert, den Artikel binnen 24 Stunden zu verschicken. Dazu loggt man sich über das Amazon-Konto ein, dort erhält man die Versanddaten, kann den Verkauf bestätigen, die Verkaufsbestätigung ausdrucken und dem Päckchen beifügen.

Nach der Versandbestätigung, wird das Geld auf dem Verkäuferkonto *angezeigt*. Ab da gibt es 2 Optionen: 1.) manuelle Versendung des Geldes auf das angegebene Girokonto. 2.) kumulierte Versendung des Geldes auf das Girokonto - dies wird i.d.R. bevorzugt, da es 1-mal pro Monat passiert.

Die Amazon-Gebühr beträgt. *15 %, dies sieht in der Realität so aus:

Verkäufer gibt Nettopreis an: z.B. 10 Euro für das Buch, wenn es in einem sehr guten Zustand ist (Buchpreisbindung beachten!), dazu rechnet Amazon ein Grundporto von 3 Euro - die Summe wäre als 13 Euro - hiervon werden 15% erhoben. (1,95€) Dies ist die Summe die Amazon erhält, falls der Artikel verkauft wird. Verkauft man nichts, bekommt Amazon keine Gebühren.

(Man kann seinen Preis jederzeit anpassen, erhöhen, senken, ganz nach Belieben) Der niedrigste Preis liegt bei 0,01€ (dazu kämen dann noch die 3 Euro Porto), aber solche Preise will ich nicht anbieten, da es mir wichtig ist, dass auf jeden Fall das Porto meiner Päckchen gedeckt ist.


Zum Durchlesen der AGBs habe ich 1/2 - 1 Stunde investiert, da ich mir diese AGBs auch noch abgespeichert habe. Erst danach, als meine Fragen geklärt waren, habe ich dem Modell zugestimmt.

Ach ja, eines noch: ein Punkt, der Privatverkäufer betrifft ist die Höhe des Portos, auf dass man *noch keinen Einfluss hat*. Bei gewerblichen Verkäufern ist dies anders geregelt. Ich mache es jedenfalls so, dass ich wenn es möglich ist *1 Lieferung* mache, und das Porto erstatte. Bei einer Büchersendung lege ich dann das Porto in Briefmarken bei, da ich meine Kunden *nicht ausnehmen* will.

Ein Punkt, der mir momentan nicht so gefällt, betrifft die "Bewertungsdauer". Diese ist auf den Kunden ausgelegt. Bei Marketplace kann ein Verkäufer seinen Kunden erst dann bewerten, wenn dieser eine Bewertung abgeben hat. Dafür hat er 80 Tage Zeit.

Wen der Kunde es nicht möchte, dann kann man als Verkäufer gar nichts machen.

Über die Steuermodelle möchte ich mich nicht äußern. Es gibt eine Vielzahl von Unternehmen die diese Vorteile nutzen. In dem Punkt wäre die Politik gefragt, aber solange man sich in dem Punkt nicht einigt, wird sich daran kaum etwas ändern.

Ich hoffe, dass es jetzt etwas klarer ist. Für weitere Rückfragen bin ich offen.

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yumyum 15.08.2014, 18:32
251. Herr Fleischhauer

Zitat von sysop
Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.
Herr Fleischhauer, wenn letztendlich durch die Monopolstellung Amazons Schreiberlinge wie sie in der Versenkung verschwinden, bin ich bereit sogar Geschirrspülwasser bei Amazon zu bestellen.

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Eliza 16.08.2014, 20:14
252.

Zitat von Ulrike E.
Zum Durchlesen der AGBs habe ich 1/2 - 1 Stunde investiert, da ich mir diese AGBs auch noch abgespeichert habe. Erst danach, als meine Fragen geklärt waren, habe ich dem Modell zugestimmt.
Sie scheinen ein Genie zu sein. Ich habe mindestens drei Dateien von insgesamt über 20 Seiten ausgedruckt und sie mit Bleistiftbenutzung durchgeackert. Das war sehr zeitaufwendig (weit über anderhalb Std), und vieles, wobei juristische Fallstricke hätten lauern können, wurde mir überhaupt nicht klar.
Zitat von Ulrike E.
Ach ja, eines noch: ein Punkt, der Privatverkäufer betrifft ist die Höhe des Portos, auf dass man *noch keinen Einfluss hat*. Bei gewerblichen Verkäufern ist dies anders geregelt. Ich mache es jedenfalls so, dass ich wenn es möglich ist *1 Lieferung* mache, und das Porto erstatte. Bei einer Büchersendung lege ich dann das Porto in Briefmarken bei, da ich meine Kunden *nicht ausnehmen* will.
Ohne meine Kunden ausnehmen zu wollen, wäre das Porto bei einer neuwertigen, umfangreichen wissenschaftlichen Gesamtdarstellung der englischen Sprache (über 3 kg), die ich verkaufen will (versehentlich doppelt erhaltenes Geschenk, wo ich von dem Betrag wenigstens etwas für den Schenker wieder hereinholen möchte) in meinem Fall knapp 7.- EUR, und die hätte ich dem Kunden gern in Rechnung gestellt. Dies Geld müsste man also dem angebotenen Verkaufswert hinzufügen, wenn man sie wieder zurückhaben will, was sich dann offenbar in der Amazon-Provision niederschlägt.
Zitat von Ulrike E.
Über die Steuermodelle möchte ich mich nicht äußern. Es gibt eine Vielzahl von Unternehmen die diese Vorteile nutzen. In dem Punkt wäre die Politik gefragt, aber solange man sich in dem Punkt nicht einigt, wird sich daran kaum etwas ändern.
Welche Steuermodelle? Schlagen solche überhaupt an, wenn man nur ausnahmsweise als Privatmensch ein Buch über amazon verkauft?---
Danke für alle übrigen Infos.

Hier noch ein (in meinem Falle) fachlicher Hinweis zum Sprachgebrauch:
Zitat von Ulrike E.
„Will man jetzt mokieren, dass man nur Kindle-Ebooks damit lesen kann?“ nein ich meinte mokieren. Beanstanden wäre nicht *stark genug gewesen.*
Mokieren, zu frz [i]se moquer[i/], 'sich lustig machen über' ist mW auch im Deutschen nicht transitiv. http://www.duden.de/rechtschreibung/mokieren Meinten Sie dann: "Will man sich darüber mokieren, dass nur Kindle-Ebooks damit gelesen werden können?“. Andernfalls durchschaue ich diese Ihre Wendung nicht.---Mit dt “verspotten” wäre ein transitiver Gebrauch akzeptabel.---Oder meinten Sie monieren (< lat monere, ‘beanstanden’), was transitiv in Ordnung ist?

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Ulrike E. 18.08.2014, 16:15
253. Antwort 2

Zitat von Eliza
Ohne meine Kunden ausnehmen zu wollen, wäre das Porto bei einer neuwertigen, umfangreichen wissenschaftlichen Gesamtdarstellung der englischen Sprache (über 3 kg), die ich verkaufen will (versehentlich doppelt erhaltenes Geschenk, wo ich von dem Betrag wenigstens etwas für den Schenker wieder .....
Hi Eliza:
Es gibt noch andere Plattformen, auf denen man seine Waren anbieten kann und auch die "Portokosten" selbst bestimmen kann, z. B. Booklooker - schau doch mal bei Bedarf rein.

Man muss sich eben entscheiden, ob man international oder national seine Produkte anbietet.

Mir wäre es auch lieber, wenn man das Porto selbst anpassen kann, vielleicht passiert etwas in der Richtung, in einigen Kategorien haben sich vor kurzem Änderungen ergeben, die den Verkäufern zu Gute kamen.
Du musst auch keine Waren verramschen. Lege eindeutige Kriterien fest und mach dir Notizen, sinnvoll ist es auch, sich zu erkundigen, ob ein Artikel noch verfügbar ist oder längst vergriffen. Bei Büchern gilt sonst die "Buchpreisbindung".
Amazon listet dir bei Produkten, die man angeben will, den *aktuellen* Listenpreis auf. Dann liegt die Entscheidung jedoch beim Verkäufer.

Bsp: Buch: 1-mal gelesen, Aussehen: wie neu: keine Knicke, Kratzer oder sonstige Eintragungen, Unterstreichungen... Preis 5-6 Euro (bei einem Taschenbuch)

--> Hierbei muss man ehrlich sein, denn sonst kann man recht schnell Ärger mit den Kunden bekommen.

Wenn ich Bücher versende oder andere *kleinere Artikel* schicke ich diese immer in luftgepolisterten Päckchen. Dadurch kann ich sicher gehen, dass die Ware gut geschützt ist.

Je größer die Ware, um so mehr ist Umdenken erforderlich: Bei Brettspielen oder großformatigen Bücher (Bildbände, etc.) wird es in einem Paket verschickt, dass entsprechend gepolstert ist.

Ich weiß z.B., dass ich bei Amazon nur mit 3 Euro Porto rechnen darf, darum passe ich meinen Preis entsprechend an. Und den Kunden möchte ich auch nicht das Geld aus der Tasche ziehen.

Darum gehe ich selten über den Neupreis einer Ware hinaus. Außer es handelt sich um ein seltenes Sammelstück und selbst da, habe ich mir ganz enge Preisgrenzen gesetzt.

Ein Genie bin ich nicht, aber als Verkäufer bin ich schon einige Jahre bei Amazon-Marketplace dabei und habe in der Zeit nur gute Erfahrungen gemacht.

Was ich mir noch wünschen würde, wäre die Option per Paypal zu bezahlen, da das Amazonkonto jetzt in ein Universal-Account umgewandelt wurde (Ein Passwort für alle Amazon-shops weltweit), denn dann könnte ich Waren auch gezielt im Ausland anbieten.

Dies geht momentan nur mit Kreditktarte und die möchte ich mir noch nicht zulegen.

Hoffe, dass ich dir helfen konnte.

Für weitere Fragen stehe ich jederzeit bereit!^^

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Eliza 19.08.2014, 12:35
254. Antowort 2

Zitat von Ulrike E.
Es gibt noch andere Plattformen, auf denen man seine Waren anbieten kann und auch die "Portokosten" selbst bestimmen kann, z. B. Booklooker - schau doch mal bei Bedarf rein.
Bei booklooker hatte ich mein mE attraktives Angebot schon ein halbes Jahr stehen, ohne Rückfrage. Der Einzige, der das Buch NOCH etwas billiger anbot, hatte es sogar schon ein ganzes Jahr da stehen, und es war ihm nicht abgenommen worden.

Da befürchtete ich, dass booklooker nicht bekannt genug ist. Amazon wäre jedermann bekannt, war mir aber etwas zu gefährlich, da mir undurchschaubar.

Aber Dank für alle Informationen.

NB: Hatten Sie DOCH "monieren" gemeint? (Siehe meinen letzten Beitrag http://forum.spiegel.de/showthread.p...1#post16414787 ;-))

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Ulrike E. 20.08.2014, 23:14
255.

Zitat von Eliza
Bei booklooker hatte ich mein mE attraktives Angebot schon ein halbes Jahr stehen, ohne Rückfrage. Der Einzige, der das Buch NOCH etwas billiger anbot, hatte es sogar schon ein ganzes Jahr da stehen, und es war ihm nicht abgenommen worden. Da befürchtete ich, dass booklooker nicht bekannt genug ist. Amazon wäre jedermann bekannt, war mir aber etwas zu gefährlich, da mir undurchschaubar. Aber Dank für alle Informationen. NB: Hatten Sie DOCH "monieren" gemeint? (Siehe meinen letzten Beitrag http://forum.spiegel.de/showthread.p...1#post16414787 ;-))
Hi,

ich nutze Booklooker hauptsächlich, um europaweit einzukaufen. Habe jedoch auch schon selbst einige Sache über die Webseite verkauft. Über den Bekanntheitsgrad kann ich mich nicht äußern.

Bei Booklooker kann ich immerhin feststellen, wie viele Personen sich für meine Artikel interessieren, diese angeklickt haben. Geht leider mein Amazon noch nicht. Nur ist leider anklicken nicht gleich verkaufen, und die lange Dauer, bis die Änderungen online sind, die finde ich schon nervtötend (bis zu 12 Stunden!).

Persönlich bevorzuge ich nun mal Auktionsseiten, bei denen ich erst im Verkaufsfall eine Gebühr zahlen muss. Denn ohne Shop kann man es bei Ebay z.B. nur für 10 Tage drin haben und muss dennoch bezahlen.

Stimmt, ich meinte monieren: Habe mich doch vertippt. Ein klarer Nachteil des 10-Finger-Systems.^^ (Tippe doch oft schneller und fällt erst nach dem Speichern auf).

Wie gesagt: Artikel biete ich so an, dass meine Versandkosten bezahlt sind und ich noch einen kleinen Bonus habe. Außerdem versuche ich so ehrlich zu sein, wie es geht. Fairness ggü. den Kunden ist mir wichtig.

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Eliza 21.08.2014, 22:44
256.

Zitat von Ulrike E.
Persönlich bevorzuge ich nun mal Auktionsseiten, bei denen ich erst im Verkaufsfall eine Gebühr zahlen muss. Denn ohne Shop kann man es bei Ebay z.B. nur für 10 Tage drin haben und muss dennoch bezahlen... (1) Stimmt, ich meinte monieren: Habe mich doch vertippt. (2)
(1) Da ich unbedingt einen bestimmten Mindestpreis erzielen will, wäre mir eine Auktion zu riskant.

Bei Ebay sah ich aber nicht, dass ich etwas bezahlen muss, falls ich NICHT verkaufe?

(2) ;-))

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