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Kapitalismuskritik und Internet: Wie böse ist Amazon?

Der Buch-Versender Amazon will sich den Markt unterwerfen. Widerspenstigen Verlagen und Autoren drohen Handelsboykotte. Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.

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semanino 05.08.2014, 16:38
20. Und was mach Der Spiegel?!

Danke Herr Fleischhauer, ich kaufe nichts bei dieser Firma, außer das gewünschte Produkt gibt's wirklich nirgendwo anders.

Auch ihre Cloud und was sie sonst so noch verchecken können die sich gerne wohin schieben.

Aber: gehen Sie doch bitte mal zu Ihren Kollegen vom Vertrieb - auf der Spiegel-Homepage wird aktuell (in der Randspalte) z.B. ein eBook über die Türkei angeboten - der Link darunter: "Einfach und bequem: Bei Amazon kaufen".
Hat der Spiegel seinen eigenen Shop jetzt dichtgemacht oder was? Hat dem Management etwa irgendso ein bescheuertes Beraterbürschchen das schöne Märchen vom goldenen Outsourcing erzählt? Mannomann...

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systembolaget 05.08.2014, 16:42
21. Es geht nicht um Bücher

Amazon hat das erklärte Ziel, den Europäischen Einzelhandel zu verdrängen. Google hat das fast-Monopol auf Internetsuche und Kartendienste. Ebay das auf Internetauktionen. Facebook das auf soziale Netzwerke. Und so fort. Aus China kommen demnächst Alibaba, Baidu und Konsorten im ganz großen Stil.

Die Europäischen Regierungen verfallen gegenüber den Großkonzernen aus den USA in Duldungsstarre und nehmen den Monopolismus klaglos hin und gestatten darüberhinaus die Aufweichung von Arbeitnehmerrechten und den trickreichen Umgang mit Unternehmenssteuern. Europa hat den "Four Sisters" absolut nichts entgegenzusetzen, der Kleinstaaterei und der mangelnden Innovationskraft sei Dank.

Den Schnäppchenjägern und Bequemlingen gefällt's. Denn in Deutschland gilt: "Billich willich!"

Zitat von Kasimir Schneck
Amazon kritisiert muss das Problem riesig sein. Amazon bleibt nicht bei Büchern stehen, aktuell wird der komplette Einzelhandel monopolisiert. Das Los der Tante Emma Läden erreilt jetzt die kleineren und mittleren Onlineshops, das Sortiment wird dünner werden und sobald der Wettbewerb verschwunden ist auch teurer - (schon heute können Onlineshops günstiger und schneller liefern und haben trotzdem gegen den Fast-Monopolisten keine Chance). Schöne neue Welt, wir essen MCDonald und kaufen bei Amazon.

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axel_roland 05.08.2014, 16:42
22. einfach bei den Verlagen kaufen

Marktmacht hin, marktmacht her: Die Spiegel Bestsellerliste hat vermutlich noch mehr davon. Fast alle Verlage haben inzwischen einen eigenen Onlineshop - meist zu gleichen Konditionen wie Amazon. Einfach dort kaufen: Der Verlag muss nichts abgeben und man hat sein Buch genauso schnell.

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deegeecee 05.08.2014, 16:43
23. Blinde Wut...

Zitat von sysop
Manchmal reicht ein Vorfall, damit sich die Konsumenten besinnen. Als die geplante Versenkung der Ölplattform Brent Spar die Autofahrer dazu brachte, statt bei Shell bei der Konkurrenz zu tanken, hatten alle ölverschmierte Robben vor Augen.
Ein vorzügliches Beispiel für eine völlig fehlgeleitete öffentliche Empörungskampagne!

Die Versenkung als beste Lösung war Ergebnis mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen. Greenpeace musste sich damals für die Agitation mit grob falschen Zahlen entschuldigen.

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deegeecee 05.08.2014, 16:46
24. Blind vor Wut ii?

Zitat von fwittkopf
Schluß mit dem bösen Neoliberalismus. Fangen wir mit Amazon an und wählen eben nicht den billigsten Anbieter.
Amazon hält sich in Deutschland - wie jeder andere Anbieter auch - an die Buchpreisbindung.

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MellowYellow 05.08.2014, 16:46
25. Gegenzug: Bei Antaios kaufen

Antaios hat exakt einen Tag geklagt und dann das genau richtige getan:
Den Gegenzug eines eigenen Versandes mit einer Auswahl von mehr als 100.000 Titeln auf die Beine gestellt!
Ich besorge mir alles, was ich nicht gerade bei amazon kaufen muss (Kleinelektronik etc.), nun nur noch bei antaios.
Soviel Gegenwind und Unterstützung muss sein!

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AundZwanzig 05.08.2014, 16:47
26. Der Buchhandel soll mal lieber nicht so...

Zitat von sysop
Wer lesen will, sollte öfter mal wieder zum Buchhändler an der Ecke gehen.
...rummeckern, sondern aktiv etwas mehr Dienstleistung bringen.

Nur ein paar Beispiele, die ich erlebt habe, eines gerade vor einer Woche.

Ich benötige regelmässig überwiegend englischsprachige Fachliteratur. Diese unterliegt nicht der deutschen Buchpreisbindung. Wenn es mir gelang überhaupt bei einem lokalen Buchhändler eine Bestellung aufzugeben, zu der ich das Buch innerhalb einer Woche geliefert werden konnte, dann war es sehr deutlich teurer als bei Amazon oder bei englischen Buchhandlungen, über die man sich auch manchmal beliefern lassen konnte (diese können aber nur selten in angemessener Zeit liefern).

Letzte Woche benötigte ich dringend ein umfangreiches Buch zum Thema "XML" - die Sprache war mir egal. Ich besuchte die örtlichen Buchhändler, darunter auch eine Buchhandlung an der Universität, und fragte nach. Bis auf die Uni-Buchhandlung schüttelten alle den Kopf, aber auch in dieser wurde das letzte derartige Buch nach Aussage des Verkäufers kürzlich verkauft. Auf die Nachfrage, wann es denn wieder verfügbar ist, sagte er mir: "demnächst" - also keine genaue Angabe.

Ich ging nach Hause, schaltete meinen Rechner ein, meldete mich bei Amazon an, suchte kurz und fand, was ich suchte, bestellte mit der kostenpflichtigen Zusatzangabe, dass ich das Buch am nächsten Tag haben möchte, bestellte und erhielt das Buch am nächsten Tag.

Das sind Fakten.

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Vex 05.08.2014, 16:48
27. ...

Ich kaufe sehr oft Bücher, Blue Rays und Musik und ich hab immer noch alles gerne handfest ... alles materiell nichts digitales.
Bei Amazon bestelle ich nur noch Importe oder beim Marketplace sehr seltene oder gebrauchte Stücke meist ebenfalls aus anderen Ländern für die ich sonst keine Plattform (ausser Ebay) gefunden habe.
Gerade was Bücher angeht ist Amazion ja nicht mal günstig sondern oft genau gleich teuer wie andere Ketten mit Versand wie zB Thalia oder jeder andere Buchladen in der Stadt. Auch bei Musik sind sie nicht besonders günstig. Bei Musik ist ein Import aus den USA oder GB direkt von der Künstlerseite oft trotz Versandkosten etwa gleich teuer wie bei Amazon und ich hoffe das dann auch mehr beim Künstler direkt hängen bleibt. Beim digitalen Kauf ja sowieso.
Bei Filmen sind mir die 1-2 Euro dann auch egal denn da ist Amazon tatsächlich oft günstiger.

Für mich ist Amazon nur ein Anbieter von seltenen Nieschenprodukten und der Marketplace ist für mich oft besser als Ebay. Alles was ich leicht irgendwo anders bekomme kaufe ich auch irgendwo anders.

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DerSponner 05.08.2014, 16:48
28. Preise verhandeln

ist also scheinbar grundsätzlich böse? Ich hoffe die Amazon-Boykottierer kaufen dann auch nicht mehr bei Aldi & Co ein, sondern nur noch bei Tante Emmer oder besser noch, direkt beim Erzeuger. Das lässt sich super mit einer wöchenltichen Rundtour mit dem SUV erledigen.

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OskarVernon 05.08.2014, 16:50
29.

Zitat von tkirchner
Es gibt schließlich auch andere Internetversandhändler.
Es gibt auch immer noch konzernunabhängige stationäre Einzelhändler - darunter sogar solche, die statt zu jammern der Online- und Wühltischkonkurrenz ein solides Angebot mit qualifizierter Beratung und dito Service entgegensetzen - oft nur unwesentlich teurer, bei Büchern dank Preisbindung noch nicht mal das :-)

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