Forum: Politik
Karlspreis für Macron: Der unterschätzte Freund
AFP

Die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland ist in der Krise, trotz aller gegenteiligen Bekundungen hat man sich auseinandergelebt. Der Partner Marcron versucht das Verhältnis zu kitten, die Partnerin Merkel aber lässt ihn kalt auflaufen.

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taglöhner 11.05.2018, 11:15
40. Simple Lösungen

Zitat von Ezechiel
Macron dürfte es doch klar sein, dass ihm die Deutschen unterstellen, er hätte es nur auf ihr Geld abgesehen. Er soll doch einfach sagen " Deutsche und Franzosen geben pro Einwohner EUR 100,00 oder EUR 150,00 zusätzlich in den EU Haushalt, ohne dass beide bei der Verteilung etwas zurück bekommen". Dann wäre der deutsche Argwohn widerlegt.
Deutsche und Franzosen profitieren ja nicht gleichermaßen von der EU. Erst mal die Rahmenbedingungen angleichen.

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domino3116 11.05.2018, 11:29
41. Der Meinung bin ich auch.

Zitat von linksrechtsmitte
Europa braucht Visionen. Nur über Visionen lässt sich ein Vielvölkerstaat aufrecht erhalten. Die deutsche Politik aber ist seit langem völlig befreit von Visionen - leider. Egal was Herr M. träumt, man sollte mit ihm an Visionen spinnen, damit etwas davon wahr werden kann.
Und trotzdem gibt es ein "aber". Aber die Visionen kosten Geld. Und das muss jemand bezahlen. Deshalb ist es sehr vernünftig, wenn Frau Merkel nicht sofort Versprechungen macht. Sie kann nämlich nicht sofort von dem Gequatsche ausgehen, dass Deutschland ein reiches Land sei. Der Reichtum befindet sich bei nur wenigen Großkapitalisten, die in die EU - Töpfe im allgemeinen auch nicht außer der Reihe zahlen. Die große Masse der Steuerzahler sind aber Kleinverdiener, die auf einen intakten Staat hoffen: ÖPNV bezahlbar, ordentliche Straßen, gut ausgestattete Schulen aller Bildungsgänge, bezahlbare Krankenversicherungen (ohne IGL-Leistungen), abgesichertes Pflegesystem, eine intakte Sicherheitsstruktur (Polizei, Bundeswehr, ) Fertigstellung aller eingeschlafenen Bauvorhaben (Stuttgart 21, Berliner Flughafen,..., bis hin zur B15 und B178n)...
Wenn stattdessen ein überproportionaler deutscher Anteil für die EU anfällt, auch infolge des Brexit, wird das die Kräfte bei den nächsten Wahlen stärken, die jetzt schon unser demokratisches System in Frage stellen. Wer hätte davon dann einen Nutzen? Macron? Die EU?
Deshalb ist Merkels Reaktion intelligent und diplomatisch richtig. Deutschland ist eben kein Tante-Emma-Laden, der mal so mir nichts dir nichts Schnäppchenangebote machen darf.

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alkman 11.05.2018, 12:19
42. zu früh

Dieser Visionär ohne Vorzeigbares hat den Karlspreis zu früh bekommen. Ich hätte den Preis dem Pragmatiker Sebastian Kurz gegeben, der Europa fürs erste mit dem Schluß der Balkanroute vor der unkontrollierten Überschwemmung mit Migranten bewahrt hat. Wie Macron mit europäischem Pathos Vergemeinschaftung der Schulden zu fordern, die i.w. Deutschland bezahlen soll, kann jeder.

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franz.v.trotta 11.05.2018, 12:37
43.

Liebeserklärungen für Herrn Macron und höchste Anerkennung. Frau Merkel aber hat Mühe, ihn zu stoppen. -

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Ezechiel 11.05.2018, 12:47
44. Merkel hat Mühe ihn zu stoppen.

Zitat von franz.v.trotta
Liebeserklärungen für Herrn Macron und höchste Anerkennung. Frau Merkel aber hat Mühe, ihn zu stoppen. -
Macron ist doch schon gestoppt. Wenn er ohne Merkel etwas tun könnte, hätte er es getan.

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220218 11.05.2018, 13:02
45. Leider

ist es schon üblich, dass hochrangige Politiker Orden bekommen, bevor sie für die Sache überhaupt etwas geleistet hat. Nur reden reicht nicht.

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Fürstengruft 11.05.2018, 13:13
46. Macron muss zu Hause zuerst Hausaufgaben machen ...

seine Wirtschaft ankurbeln, seine Staatsverschuldung von 97,5% vom BiP (Ende 2017) aus eigener Kraft senken, dann erst seine Visionen erklären.
Zum Vergleich, Staatsverschuldung Deutschland Ende 2017 = 64,1 % vom BiP. EU-Durchschnitt 81,6%.
Die florierende Wirtschaft ist das Rückgrat jeder Gesellschaft.
Mit Massenprotesten auf den Strassen und massiven Streiks im eigenen Land, lassen sich Visionen nicht verwirklichen.

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wallot10 11.05.2018, 14:12
47.

die Frage ist nur, warum Deutschland (beim Irak-Krieg) Frankreich danken muss und nicht Frankreich Deutschland.
Ob die Franzosen auch noch so große Europafans sind, wenn ihnen erst klar wird, dass ein erweitertes Europa für sie bedeutet, dass sie - wie alle Nettozahler - mehr einzahlen müssen und weniger rausbekommen, wird sich auch noch zeigen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ihnen das bereits klar ist. Die Niederländer und Österreicher dürften da bereits weiter sein. Ein so großes Land wie Frankreich kann man nicht unterstützen - das müssen sie alleine schaffen. Und bei den Voraussetzungen - industrielle Basis, gesunde Demographie, sprachliche Nähe zum Wachstumsmarkt Afrika - sollten sie es auch schaffen.

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hansaeuropa 11.05.2018, 14:22
48. Deutschland ist zunehmend isoliert

der nächste, der die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse und damit auch die Haushaltsüberschüsse kritisiert. Wenn Deutschland nicht endlich begreift, das dieser Neomerkantilismus in einer tiefen Krise enden wird, müssen die deutschen Bürger am Ende die größte Last tragen.

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wallot10 11.05.2018, 14:25
49.

Zitat von wallot10
die Frage ist nur, warum Deutschland (beim Irak-Krieg) Frankreich danken muss und nicht Frankreich Deutschland. Ob die Franzosen auch noch so große Europafans sind, wenn ihnen erst klar wird, dass ein erweitertes Europa für sie bedeutet, dass sie - wie alle Nettozahler - mehr einzahlen müssen und weniger.....
und gerade weil Frankreich momentan große Reformen macht, sollte man sie nicht überfordern, in dem man den Beitrag für die Nettozahler extrem vergrößert. D. h. nicht, dass sie keinen größeren Beitrag leisten müssen - den müssen nämlich alle Nettozahler leisten. Genauso wenig heißt das auch nicht, dass sie europäisches Geld für ihre Reformen brauchen - die hat Deutschand bei der Agenda 2010 auch nicht gebraucht.

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