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Kaschmir-Konflikt: Volk unter Arrest
Mukesh Gupta/ REUTERS

Festnahmen, Hausarrest, Telefon- und Internetleitungen gekappt - mit demonstrativer Härte geht Indien gegen die Bevölkerung in Kaschmir vor. Doch der Konflikt findet weltweit kaum Beachtung. Warum?

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biba_123 14.08.2019, 14:14
1. Wie mir der ein oder andere Einwohner der Provinz Jammu in Pakistan einst sagte:

Wir haben kein Öl und sonst auch nichts, deswegen interessiert die Welt nicht, was hier ist. Ganz einfache Antwort auf Ihre Frage, lieber Autor.

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Nordschwabe 14.08.2019, 14:19
2. Weshalb?

Was ich mich frage ist, weshalb Indien so an Kaschmir festhält? Ein kurzer Blick in Wiki zeigt keine besonders verlockende Wirtschaft oder Bodenschätze, es scheint ein vollständiges Agrarland zu sein - gewissermassen fruchtbar. Aber wer führt schon heutzutage einen Krieg um ein Agrarland - das geschieht vielleicht in naher Zukunft, mit der Klimaveränderung, aber so weit sind wir noch nicht.
Ist es der Schutz der Nicht-Muslime? Im von Pakistan verwalteten Teil ist der Anteil der Muslime in der Bevölkerung 100%, keine Zahlen zu dem chinesischen Gebiet, aber das von Indien verwaltete Gebiet hat einen grossen Anteil an Buddhisten und Hindus, bis zur Hälfte der Bevölkerung. Nur im Kaschmir-Valley selbst ist der Anteil überwiegend muslimisch. Ist da die Angst, dass Pakistan die nicht-muslimische Bevölkerung nicht beschützen kann/will? Wie real ist diese Gefahr? Weshalb wurde bei der Trennung 1947 Kashmir-Valley dann überhaupt zu Indien zugefügt, damals wurde doch nach Glaubenszugehörigkeit getrennt? Das sind alles Fragen die einem Leser auftauchen und gerne in solch einem Artikel angeschnitten werden könnten. Das Gebiet ist halt weit weg und man kennt die Hintergründe nicht. Eines ist zumindest klar, auch hier können Populisten nur eines: Öl aufs Feuer giessen.

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Knacker54 14.08.2019, 14:39
3. Oh Mann, ist das traurig

Da leben Menschen. Menschen in Armut und Elend. Zwei Länder mit Atomwaffen und ebenfalls einer sehr armen Bevölkerung, teilweise Hunger leidend - diese beiden Länder streiten sich um den Flecken, dessen Menschen am liebsten selbstbestimmt leben würden. Schade, dass die UNO nicht in der Lage ist, ein freies Kaschmir auszurufen und die beiden Kontrahenten in die Schranken zu weisen. Es ist ein Elend...

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Ishibashi 14.08.2019, 14:49
4. Alternativen?

Was sind denn sie Alternativen? Es scheint mir logisch dass indien den zunehmenden Terrorismus, der sich ja auch oft bis in die Metropolen ausweiter nicht akzeptieren kann. Ohne die massive Unterstützung durch den Pakistanischen Geheimdienst wären solche groß angelegten Aktionen kaum möglich. Ob sich die unwegsame Grenze durch mehr Soldaten wirklich kontrollieren lässt bleibt aber fraglich.

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thomas0815-1 14.08.2019, 14:58
5. Diesen Satz:

"Kaum ein Politiker aus dem Ausland widerspricht ihm - mit Indien, dem Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt und großem wirtschaftlichen Potential will es sich niemand verscherzen." muss man sich mehrmals durchlesen. Gilt auch für China - Hongkong, Brasilien - indigene Bevölkerung usw.usf. Ein dreifaches Hoch auf Demokratie und Menschenrechte!

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bernteone 14.08.2019, 15:13
6. Indien ist halt

nicht China oder Russland , also kein definierter Feind der westlichen Demokratie

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oldman2016 14.08.2019, 15:26
7. Keine Bodenschätze? Kein Interesse

Hat Kaschmir Bodenschätze? Oder eine nennenswerte Industrierproduktion? Und wie sieht es dazu im Vergleich mit Indien aus? Wen interessieren Menschen in einer Welt, in der Geld und Wirtschaftsinteressen regieren.

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wüste 14.08.2019, 16:22
8. Geopolitik

Zitat von Nordschwabe
Was ich mich frage ist, weshalb Indien so an Kaschmir festhält? Ein kurzer Blick in Wiki zeigt keine besonders verlockende Wirtschaft oder Bodenschätze, es scheint ein vollständiges Agrarland zu sein - gewissermassen fruchtbar. Aber wer führt schon heutzutage einen Krieg um ein Agrarland - das geschieht vielleicht in naher Zukunft, mit der Klimaveränderung, aber so weit sind wir noch nicht. Ist es der Schutz der Nicht-Muslime? Im von Pakistan verwalteten Teil ist der Anteil der Muslime in der Bevölkerung 100%, keine Zahlen zu dem chinesischen Gebiet, aber das von Indien verwaltete Gebiet hat einen grossen Anteil an Buddhisten und Hindus, bis zur Hälfte der Bevölkerung. Nur im Kaschmir-Valley selbst ist der Anteil überwiegend muslimisch. Ist da die Angst, dass Pakistan die nicht-muslimische Bevölkerung nicht beschützen kann/will? Wie real ist diese Gefahr? Weshalb wurde bei der Trennung 1947 Kashmir-Valley dann überhaupt zu Indien zugefügt, damals wurde doch nach Glaubenszugehörigkeit getrennt? Das sind alles Fragen die einem Leser auftauchen und gerne in solch einem Artikel angeschnitten werden könnten. Das Gebiet ist halt weit weg und man kennt die Hintergründe nicht. Eines ist zumindest klar, auch hier können Populisten nur eines: Öl aufs Feuer giessen.
Man will halt den Feind (Pakistan) nicht noch näher vor der Haustür haben.

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proteinman 14.08.2019, 16:55
9. Chance für Kashmir?

Was in dem Artikel leider fehlt, ist dass die Ladakhis sich endlich von Jammu und Kaschmir trennen können und sich über Ihr eigenes Unions-Territorium freuen.
Von der Autonomen Regierung in JK wurde diese Region (großer Anteil an Buddhisten) nämlich stark vernachlässigt. Jetzt gibt es Geld direkt von Delhi statt aus Srinagar.
Zudem können jetzt erstmals Investitionen auch von Nicht-Kaschmiris in JK getätigt werden, was vielleicht den Tourismus und Arbeitskräfte entstehen lassen kann.
Das könnte eine Chance für die Bevölkerung dort sein und evtl. ein Weg für die junge Bevölkerung aus der Radikalisierung.

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