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Kassel und der Mord an Walter Lübcke: "Eine Stadt ist durchgerüttelt worden"
Uwe Zucchi/ picture alliance

Braune Vergangenheit: Das rechtsextreme Attentat auf Walter Lübcke hat Kassel erschüttert. Und es weckt Erinnerungen an das Wüten des NSU in der Stadt - und Kassels unrühmliche Zeit unter den Nazis.

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hadwerker 27.06.2019, 17:41
1. Viele Leute

Es muss einfach aufhören sich über fremde Menschen mit anderem Glauben oder dunkler Haut mit ausländerfeindlichen Sprüchen wichtig zu machen. Und ganz wichtig, ein jeder muss aufhören innerlich zuzustimmen. Das machen nämlich viel zu viele. Denkt dran morgen könntet ihr diejenigen sein, auf die so herabgesehn wird. Früher waren die Juden die Bumänner, heute die Asylanten, morgen seid vielleicht ihr es, weil ihr irgendwann eine unbedachte Äusserung gemacht habt. Dieses heimliche Kopfnicken zu rechten Taten muss aufhören, sonst geht die Spirale genauso weiter und endet so wie im dritten Reich. Und das hat uns nur geschadet, denkt mal drüber nach.

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andre_36 27.06.2019, 17:48
2. Endlich

"In diesen Tagen gehen die Menschen in Kassel gegen den rechtsextremen Terror und gegen den Hass auf die Straße." Endlich wird ernsthaft aufgeräumt mit den braunen Gesellen. Es wurde Zeit. Lange habe ich darauf gewartet, und nun passiert es. Zuversichtlich sehe ich in eine Zukunft ohne Terror und Hass. In Kassel beginnt der Widerstand und er wird sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa ausbreiten. Demonstriert weiter Ihr mutigen Demokraten!

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denkpanzer 27.06.2019, 17:49
3. Schlimm

Schlimm das erst ein CDU Politiker ermordet werden mußte bis auch die Konservativen endlich mal begreifen das Nazis ein Problem sind. Interessanterweise hat auch die Polizei Hessen wohl endlich mal was gegen die Drohbriefschreiber aus dem Polizeipräsidium Konstablerwache unternommen. Zeitlicher Zufall?

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Dr. Kilad 27.06.2019, 18:12
4. Es wird aber auch Zeit

Wenn laut Umfrage trotz des Mordes über 80 Prozent der AfD-Anhänger keine Gefahr von rechts sehen, spricht dies Bände. Offenbar sind die "besorgten BürgerInnen" im AfD-Umfeld nur wegen Überfremdung und Umvolkung besorgt. Nimmt man den Satz, aufgrund dessen Lübcke schchließlich ermordet wurde und die typische AfD-Ideologie ist nicht zu übersehen, welche Gefahr von der AfD für den auf Menschenrechte orientierten Staat ausgeht. Der Unterschied reduiziert sich auf die Tat, nicht auf die Ideologie.

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draco2007 27.06.2019, 18:24
5.

Zitat von andre_36
"In diesen Tagen gehen die Menschen in Kassel gegen den rechtsextremen Terror und gegen den Hass auf die Straße." Endlich wird ernsthaft aufgeräumt mit den braunen Gesellen. Es wurde Zeit. Lange habe ich darauf gewartet, und nun passiert es. Zuversichtlich sehe ich in eine Zukunft ohne Terror und Hass. In Kassel beginnt der Widerstand und er wird sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa ausbreiten. Demonstriert weiter Ihr mutigen Demokraten!
"Es wurde Zeit. Lange habe ich darauf gewartet, und nun passiert es."

In Hamburg gabs schon vor Jahren Demos von ein paar Dutzend bis Hundert "Neuen Rechten", die von Tausenden Hamburgern beantwortet wurden.

Also der Widerstand beginnt jetzt nicht in Kassel...nur breitet er sich endlich aus...hoffentlich...

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vormaerz 27.06.2019, 18:41
6. Hessen, nicht Kassel

Hier sei auch an die Umtriebe in Kirtorf inkl. überregional ausstrahlender Nazirock-Konzerte (der wegen der Drohfaxe verhaftete Polizist stammt daher, merkwürdige Überpüfung von Polizeianwärtern), Vorfälle aus Amöneburg, den Wohnsitz des Altnazis und NPD-Vorderen Manfred Röder usw. verwiesen. Hessen hat ein lange verdrängtes Naziproblem, man muss nur hinsehen wollen.

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Newspeak 27.06.2019, 18:53
7. ...

"Dass das Böse in unverdächtiger Nachbarschaft verborgen sein kann"

Das zu glauben, und immer wieder bei solchen traurigen Gelegenheiten zu offenbaren, ist eigentlich nur Ausdruck einer grenzenlosen Naivitaet der Mehrheit der Menschen. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass der Attentaeter auch in seinem Bekanntenkreis bereits rechte Sprueche gemacht hat. Das wollen diejenigen, die darueber gelacht, vielleicht auch den Kopf geschuettelt, aber nicht sofort widersprochen haben, nur jetzt nicht mehr so gerne wissen.

"Diese Demonstrationen der Gegenwehr sind deshalb wohltuend, weil sie garantiert kein kurzes Leben haben werden."

Auch das nur ein Ritual der Selbstvergewisserung, das solange anhaelt, bis man sich kollektiv "reingewaschen" hat, und sich gegenseitig versichert, dass man "keiner von denen" ist. Es wird weiter Nazis geben, alles wird sein wie vorher, weil man es immer, immer, immer noch nicht ernst nimmt, sondern gefaellige, menschenfreundliche Texte ueber ein Problem schreibt, das nicht gefaellig noch menschenfreundlich ist.

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heiko1977 27.06.2019, 18:55
8.

Ich habe einige Zeit in Kassel gelebt. Dort eine wunderbare Studienzeit verbracht an einer wunderbaren Uni. Leider aber auch die dunkle Seite Kassels kennen gelernt. Habe dort erstmals ein massives Problem mit Rechtsradikalen erlebt, was ich vorher aus meiner rheinländischen Heimat nicht kannte. Ich habe die eingeschlagenen Scheiben und rassistischen Grafitis an einer türkischen Bäckerei gesehen wie auch die rassistischen Grafitis im Flur eines Nachbarhaus. Ebenso sah ich wie die Gruppe um Bernd Tödter in unserer Straße von Türschild zu Türschild gingen und sich die Namen notierten. Leider habe ich nur selten erlebt wie sich die Kasseläner, Kasselaner und Kasseler (wer aus Kassel kommt kennt die drei Teilung) gegen diese Gruppe "Sturm 18" gewehrt haben. Man schaute lieber dem Treiben am Frediricuum lieber weg.

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berghamburg 27.06.2019, 19:25
9. Walt(h)er

Sieht man bei der Tat vielleicht Parallelen zu dem 1922 von Nazis ermordeten Reichsaußenminister Walther Rathenau ? Elf Jahre später waren sie an der Macht. Hoffen wir mal, dass das Volk jetzt etwas schlauer ist ...

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