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Kassel und der Mord an Walter Lübcke: "Eine Stadt ist durchgerüttelt worden"
Uwe Zucchi/ picture alliance

Braune Vergangenheit: Das rechtsextreme Attentat auf Walter Lübcke hat Kassel erschüttert. Und es weckt Erinnerungen an das Wüten des NSU in der Stadt - und Kassels unrühmliche Zeit unter den Nazis.

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SozLib 27.06.2019, 19:27
10. Kassel

Wer in Kassel lebt, muss schon verdammt blind sein, wenn er nicht weiß WIE braun diese Stadt ist.

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carlitom 27.06.2019, 19:46
11.

Was ich nicht verstehe... Wenn man die Bilder z.B. von dem Rechtsrock-Konzert in Ostritz sieht,.. sieht, was für T-Shirts die Leute da tragen (stilisierte oder nur leicht entfremdete Hakenkreuze, Parolen, "Wehrmacht", kriegsverrlichende und naziverherrlichende Propaganda, entsprechende Fahnen/Embleme usw.) und was dort an rechtsradikalen Parolen verbreitet wird, die Reden hört, die Texte der Lieder usw., dann fragt man sich wirklich, warum das in unserem Rechtsstaat noch mit unseren Gesetzen und der Verfassung wirklich erlaubt. Wie kann das sein? Ist es wirklich vereinbar? Gibt es keine Handhabe, solche Konzerte, solche Klamotten, Reden, Symbole zu verbieten? Und wenn ja, kann man das ändern? Dann wäre es allerhöchste Zeit.

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Heinrich_Hoert 27.06.2019, 19:53
12. Es ist traurig,

das erst ein Politiker ermordet werden musste, damit die politische Klasse merkt das die Rechtsradikalen alles andere als harmlose Spinner sind. Ds hat nichts mit Folklore zu tun. Ich Denke wir sollten uns mehr um die ideologischen Hintermänner und ihre parlamentarische Vertreter kümmern. Natürlich ist das heute nicht Weimar. Aber es ist längst an der Zeit sich gegen diese Umtriebe zu stellen.

Man könnte versucht sein die AfD als den parlamentarischen Arm der Mörder von Herrn Regierungspräsidenten Walter Lübcke zu sehen. Frau Steinbach würde ich da an erster Stelle nicht ausschliessen wollen.

Der Rechtsradikale Sumpf gehört endlich trocken gelegt und die Leute, die meinen sie könnten hier klammheimliche Freude bekunden über den Tod eines Menschen, die gehören zumindest dafür belangt.

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seamanslife 27.06.2019, 20:02
13. die Herren Dregger und Filbinger haben dafür gesorgt

das sich "ihr" politischer Nachwuchs so richtig ungestört wohlfühlen konnte. In der Nähe von Stuttgart soll es auf einer Burg eine Kaderschmiede der "Rechten" gegeben haben, erzählte mir mein Schwager der dort in der Nähe wohnt. Dort ist die Saat gesät worden die jetzt aufgeht, waren ja alles nette Jungs mit einem ordentlichen Haarschnitt.

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andre_36 27.06.2019, 20:20
14.

Zitat von seamanslife
das sich "ihr" politischer Nachwuchs so richtig ungestört wohlfühlen konnte. In der Nähe von Stuttgart soll es auf einer Burg eine Kaderschmiede der "Rechten" gegeben haben, erzählte mir mein Schwager der dort in der Nähe wohnt. Dort ist die Saat gesät worden die jetzt aufgeht, waren ja alles nette Jungs mit einem ordentlichen Haarschnitt.
Das muss wohl an der Mentalität der Westdeutschen liegen, die sich nach einer Diktatur sehnen und nie Demokratie gelernt haben.

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schaeferreiner 27.06.2019, 20:46
15. Wo war die CDU?

Ich habe sowohl heute als auch am Marsch vor ein paar Tagen teilgenommen. Es fiel auf, dass hier viele Parteien und Verbände Flagge zeigten, aber bei beiden nicht die CDU (und selbstredend die AfD). Und das, obwohl Walter Lübke aus dieser Partei kam. Naturgemäß waren auch viele weit Linke dabei, aber das Motto gerade heute hieß, "Zusammen sind wir stark". Da hätte auch die CDU Flagge zeigen sollen. Die tiefgehendsten Reden kamen aus der evangelischen Kirche und vom Intendanten des Staatstheater, der auch offen Versäumnisse ansprach wie die 120-jährige Geheimhaltung etlicher Ermittlungsergebnisse im Fall NSU/ Yozgat. Das gehört zur Unzufriedenheit in der Bevölkerung dazu - man hat das Gefühl, Ministerpräsident Bouffier und der Verfassungschutz wollen nicht ernsthaftaufklären. So ist sich jeder Zweite sicher, dass da Größeres vertuscht werden soll, Außmaß und Arbeit von VM´s in der Szene, Verantwortung und Versagen staatlicher Organe, Mittäter und was immer auch noch. Gut, dass es heute angesprochen wurde, damit es nicht ganz unter den Tisch feie, bei aller wirklich tiefen Betroffenheit über die Taten.

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carlitom 27.06.2019, 21:11
16.

Zitat von andre_36
Das muss wohl an der Mentalität der Westdeutschen liegen, die sich nach einer Diktatur sehnen und nie Demokratie gelernt haben.
Ich lach mich weg. Die Westdeutschen sehnen sich nach Diktatur und haben Demokratie nie gelernt? Und im Raum Stuttgart gibts ne Naziburg? Mehr Satire geht wohl nicht in wenigen Sätzen von zwei Foristen. Was ist das hier? Ein Comedy-Club?

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carlitom 27.06.2019, 21:12
17.

Zitat von seamanslife
das sich "ihr" politischer Nachwuchs so richtig ungestört wohlfühlen konnte. In der Nähe von Stuttgart soll es auf einer Burg eine Kaderschmiede der "Rechten" gegeben haben, erzählte mir mein Schwager der dort in der Nähe wohnt. Dort ist die Saat gesät worden die jetzt aufgeht, waren ja alles nette Jungs mit einem ordentlichen Haarschnitt.
Ihr Schwager erzählt großen Quatsch. Aber immerhin unterhält er Sie damit.

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heiko1977 27.06.2019, 21:52
18.

Zitat von carlitom
Ich lach mich weg. Die Westdeutschen sehnen sich nach Diktatur und haben Demokratie nie gelernt? Und im Raum Stuttgart gibts ne Naziburg? Mehr Satire geht wohl nicht in wenigen Sätzen von zwei Foristen. Was ist das hier? Ein Comedy-Club?
Ich denke der Forist meint das Schulungszentrum Weikersheim. Dieses stand/steht als "christlich-konservative Denkfabrik" durchaus im politischen Spektrum der "Neuen Rechte". In dieser wurde einigen Geschichtsrevisionisten und Neue Rechte-Vertreter Raum für ihre Propaganda geboten.

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peaceonearth 27.06.2019, 22:24
19.

Zitat von SozLib
Wer in Kassel lebt, muss schon verdammt blind sein, wenn er nicht weiß WIE braun diese Stadt ist.
Kassel ist nicht braun, auch wenn es braune Umtriebe gibt. Das ist nicht zu leugnen. Ich war heute auf der Kundgebung. Es war ergreifend. So kenne ich diese Stadt. Kassel ist weltoffener als so manche andere Stadt, schon alleine durch die documenta erlebt man dort Toleranz und Offenheit. Kassel ist eine friedliche Stadt, die durch den Mord an Walter Lübcke tief erschüttert ist. Sehr erfreulich fand ich bei der Kundgebung, dass auch der Mord an Halit Yozgat und die Verstrickungen des Verfassungsschutzes zur Sprache kamen. Wir sollten nun darauf drängen, dass die Verfassungsschutzakten geöffnet werden.

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