Forum: Politik
Katalonien: Der Tag der Spanier
AP

Es ist die zweite pro-spanische Demonstration innerhalb weniger Tage: In Katalonien werden die Gegner der Unabhängigkeit immer lauter - sie haben aber ein Problem.

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jackberlin 12.10.2017, 22:07
10. Na da freut sich die EU

statt des katalonischen Lokalpatriotismus, setzt sich spanischer nationalkonservativer Neoliberalismus durch. Hauptsache dem Kapital wohlgesonnen. Vielen Dank, den Meinungsmachern und den drohenden Wirtschaftsunternehmen. Mit Rechts konnten die schon immer gut.

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Stäffelesrutscher 12.10.2017, 22:12
11.

Mit mehreren Tagen Verzögerung geht SPON also auf die ideologische Ausrichtung treibender pro-Madrid-Kräfte ein - nachdem in anderen Medien schon längst die Franco-Fahnen zu sehen waren und als solche benannt wurden.

Nun bin ich gespannt, wann SPON davon berichtet, dass der Sprecher der Rajoy-Partei PP dem katalanischen Präsidenten des Jahres 2017 in Aussicht gestellt hat, er könne so enden wie der katalanische Präsident des Jahres 1934 - der wurde von der Gestapo verhaftet, an Spanien übergeben, schwer gefoltert und erschossen.

»esperemos que mañana no se declare nada. A lo mejor, el que lo declare acaba como el que lo declaró hace 83 años« - »Lassen Sie uns hoffen, das morgen nichts erklärt wird, weil derjenige, der das erklären könnte, ähnlich enden könnte, wie derjenige, der das vor 83 Jahren erklärte.«

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kumi-ori 12.10.2017, 22:14
12.

"Konservative Spanier sprechen seit Sonntag davon, dass die schweigende Mehrheit in Katalonien endlich den Mund aufmache."

Wieso sollen diejenigen, die für einen Erhalt Spaniens sind, die Konservativen sein, während die, die eine Abspaltung wollen, für sich beanspruchen, die Progressiven zu sein? Meiner Auffassung nach sind separatistische Bestrebungen nicht per se weniger faschistisch als gesamtstaatliche. Vielleicht mag hier vor 80 Jahren die Partei Francos eine bestimmte Richtung eingeschlagen haben, aber das hat ja wohl nichts mit dem Spanen von heute zu tun. Und es war immerhin der (gesamtspanische) König Juan Carlos, der den faschistischen Putschisten nach Francos Tod die Stirn geboten hatte.

Es ist heute ein beliebte Methode in der Politik, demjenigen, der anderer Meinung ist, Faschismus vorzuwerfen. Der Spiegel sollte nicht unreflektiert auf diesen Zug aufspringen.

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lagoya 12.10.2017, 22:14
13. So einfach ist das Ganze nicht.

Zitat von wauz
Wer die neoliberale Wirtschaftsideologie mit Gewalt durchsetzen will, wird zum Faschisten. Guido Westerwelle hat in Deutschland mit seiner Hetze der AfD den Boden bereitet. Im Königreich Spanien laufen die Dinge, der eigenen Geschichte wegen, etwas anders. Aber da gibt es eben immer noch den Überrest der Franco-Faschisten. Ein gut Teil davon ist in der PP des Regierungschefs Rajoy. Aber die Ciudadanos, als starke neoliberale Gruppe im neuen Gewand, ist da nicht weit entfernt. Und wir erinnern uns auch, dass unter Schröder und Fischer sich die SPD auf die neoliberale Seite gestellt hat. So muss man auch das "pro-spanische" Vorgehen der PSOE einschätzen. (Der Seeheimer Kreis könnte deren linker Flügel sein). Der Konflikt in Katalonien zeigt auf, wie die ökonomischen Interessen das Geschehen bestimmen. Und dass die "Volkspartei" PP in Wahrheit eine Partei des Kapitals ist.
Katalonien wurde jahrzehntelang von einem korrupten Präsidenten (Pujol) und dessen Familie belogen und betrogen, auch ihre CIU-Partei , die praktisch nur aus Kapitalisten besteht und sich mit Schwarzgeld finanzierte , hat das Land jahrelang ausgepresst. Vor 5 Jahren , als die Proteste immer grösser wurden, sind deren Politiker so clever gewesen , die Unabhängigkeitsbewegung fÚr ihre eigenen Ziele zu benutzen und hat sich schnell umbenannt in PdCat . Trotzdem sind noch immer über ein Dutzend Parteiniederlassungen versiegelt und der Prozess wegen illegaler Finanzierung steht noch aus.
Interessant ist auch, dass der Präsident der Börse von Barcelona mit seinem Familienunternehmen,das jahrelang die Unabhängigkeitsbewegung Omnium cultural finanzierte, den Firmensitz schon vot Tagen ausserhalb Kataloniens verlegt hat. Man ist sich offenbat nicht so sicher über den Ausgang des 'Experiments'.

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taglöhner 12.10.2017, 22:15
14. Reichsbürger

Zitat von wauz
Wer die neoliberale Wirtschaftsideologie mit Gewalt durchsetzen will, wird zum Faschisten. Guido Westerwelle hat in Deutschland mit seiner Hetze der AfD den Boden bereitet. Im Königreich Spanien laufen die Dinge, der eigenen Geschichte wegen, etwas anders. Aber da gibt es eben immer noch den Überrest der Franco-Faschisten. Ein gut Teil davon ist in der PP des Regierungschefs Rajoy. Aber die Ciudadanos, als starke neoliberale Gruppe im neuen Gewand, ist da nicht weit entfernt. Und wir erinnern uns auch, dass unter Schröder und Fischer sich die SPD auf die neoliberale Seite gestellt hat. So muss man auch das "pro-spanische" Vorgehen der PSOE einschätzen. (Der Seeheimer Kreis könnte deren linker Flügel sein). Der Konflikt in Katalonien zeigt auf, wie die ökonomischen Interessen das Geschehen bestimmen. Und dass die "Volkspartei" PP in Wahrheit eine Partei des Kapitals ist.
Wie einige den völkisch-chauvinistischen Mumpitz der dort läuft auch noch als irgendwie links und antifaschistisch verklären gibt ein Gefühl dafür, was in der Weimarer Republik schiefgelaufen ist.

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lagoya 12.10.2017, 22:21
15. Nur zur Kenntnisnahme

Zitat von Velbert2
... warum hat die spanische Regierung vor und während des Referendums dann so einen Aufstand gemacht und Soldaten geschickt, die Urnen und Wahlzettel beschlagnahmt und Wähler daran gehindert hat, zu wählen? Wenn die Stimmung so pro spanisch ist könnte das Referendum doch jederzeit wiederholt werden ohne Einmischung der spanischen Regierung.
Die spanische Regierung hat zu keine Soldaten geschickt . Das Referendum wurde vom Verfassungsgericht als illegal eingestuft und eine Richterin also die Justiz hatte die Polizeikräfte beauftragt, die Abstimmung zu verhindern, die Wahllokale zu versiegeln und die Urnen zu beschlagnahmen . Dass sich ein Teil der lokalen Polizeikräfte nicht an der Durchsetzung des Befehls hielt, hat dann zu Konfrontationen mit der Bevölkerung geführt, die von einer verantwortungslosehn Regional- Regierung aufgehetzt worden war, sich den Sicherheitskräften zu widersetzen.

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libarz 12.10.2017, 22:23
16. Ciudadanos bürgerlich-liberal??

Ciudadanos möchte einen noch härteren Kurs als die PP, und die Verfassung so zurechtschneiden dass nichts mehr von den Autonomien übrig bleibt. Nachdem wäre die Afd auch bürgerlich-liberal, lächerlich

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libarz 12.10.2017, 22:29
17. Ciudadanos bürgerlich-liberal??

Ciudadanos möchte einen noch härteren Kurs als die PP, und die Verfassung so zurechtschneiden dass nichts mehr von den Autonomien übrig bleibt. Nachdem wäre die Afd auch bürgerlich-liberal, lächerlich

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Hamberliner 12.10.2017, 22:45
18. Re: Schön und gut, aber...

Zitat von Velbert2
... warum hat die spanische Regierung vor und während des Referendums dann so einen Aufstand gemacht und Soldaten geschickt, die Urnen und Wahlzettel beschlagnahmt und Wähler daran gehindert hat, zu wählen?
Es wurden keine Soldaten geschickt, und die Guardia Civil untersteht infolge des Tejero-Putschversuchs schon seit Jahrzehnten nicht mehr dem Verteidigungsministerium, sondern wie es sich für eine zivile Polizeibehörde gehört dem Innenministerium.

Ich nehme an, das Einschreiten gegen das illegale Pseudoreferendum sollte vor allem verhindern, dass irgendein Rechtsverdreher in Gestalt eines Richters die Möglichkeit bekommt, Passivität in stillschweigende Billigung umzudeuten.

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loquuntursaxa 12.10.2017, 22:46
19. Der grises Betrug Kataloniens

Nun stellt sich heraus dass die Separatisten die Wahlzaehlungen erfunden haben und wie sie es veeanstaltet haben . Bitte SPON die letzten Polizeiberiichte uebermitteln.

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