Forum: Politik
Katalonien: Der Tag der Spanier
AP

Es ist die zweite pro-spanische Demonstration innerhalb weniger Tage: In Katalonien werden die Gegner der Unabhängigkeit immer lauter - sie haben aber ein Problem.

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Reinhard Gehlen 12.10.2017, 22:47
20. Nain

Zitat von pepe-b
Ja, genau weil es bereits einen Artikel dazu gibt. In dem Artikel zum heutigen Vorbeiflug eines Kometen finden Sie auch nichts über den Absturz. Und schlimmerweise auch nichts über diese Demo. Unverschämt.
Es ist eben nicht eine Lappalie. Ein Grund warum Katalonien Frei seien möchte sind die komplett unterschiedlichen Auffassungen einer Wertegemeinschaft.
Ich gebe ihnen mal ein paar Beispiele
Katalonien=Dänemark >=< Spanien=Maghreb
PAH=parteiunabhängige Bürgerinitiative unterstützt vorwiegend von Zwangsversteigerung bedrohte Betroffene der Krise, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können, Ada Colau, katalanische Aktivistin und seit Juni 2015 Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt Barcelona. >=< Knebelgesetz, „Ley Mordaza“ Nur der Freitag, Telepolis und die taz. haben es für nötig empfunden, über dieses Gesetz zu schreiben. Im Fernsehen kam ein 1 minütiger Beitrag darüber bei RT, ansonsten nichts. Wäre ein ähnliches Gesetz in der Türkei oder in Russland verabschiedet worden, hätte man wochenlang darüber berichtet.
sechs Jahren sind Stierkämpfe in Katalonien verboten >=< Jetzt haben die spanischen Verfassungsrichter dieses Verbot wieder kassiert. In der Urteilsbegründung hieß es, der Stierkampf gehöre zum kulturellen Erbe Spaniens etc ....
12 Oktober in Katalonien, wir stellen jeden Frei, ob er Arbeiten möchte oder nicht, wir öffnen heute unsere Ämter >=< Nationalfeiertag =Kolumbus Tag , Militärparade, Kontrovers zu den Südamerikanischen Ländern, teils wurden Umbenennung oder Abschaffung gefordert.

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KingTut 12.10.2017, 22:50
21. Keine seriöse Analyse

Zitat von keine Zensur nötig
[Es ist Zeit für ein Zeichen -] durch die spanische Regierung und das Königshaus. Entweder werden endlich die aufgehobenen Autonomierechte hergestellt oder es droht ein baskisches Szenario a la ETA. Erst deren terroristisches Agieren zwang Madrid zu Kompromissen. Nur - muss das sein? Das Auftreten von Francisten und Faschisten schüttet Öl ins Feuer - und diffamiert alle, welche eine friedliche Lösung wollen. Dass die EU-Führung dem Ganzen einfach zuschaut und sich jeglicher Meinung enthält - kein gutes Zeichen, da es eine stillschweigendes Einverständnis mit dem Madrider Gewaltkurs ist.
Wie kommen Sie darauf, dass die Autonomierechte Kataloniens aufgehoben wurden? Gerade diese spanische Provinz genießt außerordentliche Privilegien, und zwar in politischer, kultureller und sprachlicher Hinsicht. Ferner ist mir nicht klar, wen Sie mit "Francisten und Faschisten" meinen. Sie können unmöglich die Massendemonstranten in Barcelona meinen, die sich für einen Verbleib Kataloniens in Spanien aussprechen. Im Artikel wird auf eine leidenschaftliche Rede von Inés Arrimadas Bezug genommen, in der sie Puigdemont scharf angriff, und zwar mit folgenden Worten
"Meine Eltern, Geschwister und Neffen leben in Andalusien", sagt sie. "Ich werde nicht zulassen, dass sie ihren Pass zeigen müssen, wenn sie mich besuchen!" Diesen Personenkreis kann man wohl kaum als Francisten und Faschisten bezeichnen. Ebenso wenig wie jene Katalanen, die sich gleichermaßen als Spanier, Katalanen und Europäer verstehen. Ich ziehe den Hut vor ihnen!
Dies sind normale Bürger mit einem gesunden Menschenverstand. Ich weiß auch nicht, woher dieser Jubel einiger Forumskollegen für eine Abspaltung und einen Verfall Spaniens kommt.
Ich kann dem keinerlei Sympathie entgegenbringen. Für mich gehören Spanien und Katalonien untrennbar zusammen und ich hoffe inständig, dass diese Revolte von unverantwortlichen Personen baldmöglichst in sich zusammenfällt.

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neanderspezi 12.10.2017, 22:55
22. Spanien wird von egoistischer Kleinstaaterei heimgesucht

Offensichtlich haben die Katalanen die Sprüche ihres Putschdämons noch nicht gründlich genug verinnerlicht. Wenn die Sektiererei ihre Schattenseiten ausrollt, werden Grundrechenarten aktiviert, die den Milch- und Honigstrom der diesen spanischen Landeszipfel mit der Separierung erwartungsgemäß heimsuchen sollte, realistischere Formen annehmen lässt. Wenn jede Region, die durch intensivere Industrialisierung und daraus erfolgter günstigerer Entwicklung den vergleichsweise schlechter abgeschnittenen Regionen den Mittelfinger zeigen würde und sich in überheblicher Form abtrennen wollte und dies auch durchsetzen könnte, dann würde Europa zu einem Flickenteppich kleiner und kleinster Staaten verkommen und würde so innerhalb kurzer Zeit jeden wirtschaftlichen Fortschritt eindämmen und ganz besonders seine löbliche Konkurrenzfähigkeit verlieren.

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Atheist_Crusader 12.10.2017, 23:04
23.

Zitat von Velbert2
Schön und gut, aber... warum hat die spanische Regierung vor und während des Referendums dann so einen Aufstand gemacht und Soldaten geschickt, die Urnen und Wahlzettel beschlagnahmt und Wähler daran gehindert hat, zu wählen? Wenn die Stimmung so pro spanisch ist könnte das Referendum doch jederzeit wiederholt werden ohne Einmischung der spanischen Regierung.
Weil das Referendum nunmal verfassungswidrig war.
Würde die Bundesregierung ein Refernedum zur Abspaltung bayerns zulassen? Oder eine Referendum Sachsens ob man in den odrtigen Personalausweisen den Ariernachweis aufnimmt? Nein, würde sie nicht.
Dann wenn man es trotz aller Verbotenheit zulässt: selbst wenn die Spalter verlieren, haben sie sich damit ein Stück Legitimation erkämpft. Dann werden sie weiter Kampagne machen. Und in ein paar jahren das Gleiche nochmal machen. Vielleicht mitten in einer Wirtschaftskrise, wenn die Wähler besonders anfällig für solchen populistischen Dünnpfiff sind.
Und wie will man es ihnen dann verbieten, wenn man das letzte Mal gezeigt hat, dass man das Gesetz ja zu ihren Gunsten durchaus beugen oder gar brechen kann?

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degraa 12.10.2017, 23:10
24. Unterirdisch ...

Zitat von lagoya
...dann sollten Sie wissen, dass es nicht Katalonen sondern Katalanen heisst. [] []Angeblich ist Madird Schuld, wenn das Personal in den Krankenhäusern mit prekären Vertägen abgespeist wird,
... den Mitforisten aufgrund eines Rechtschreibfehlers abzuklanzeln, aber selber noch nicht einmal die spanische Haupstadt geradeaus schreiben können.
Aber symptomatisch für die Fraktion, die sich weigert, die geschichtlichen, soziologischen und kulturellen Gründe für das große Unbehagen der KataLANEN hinsichtlich der spanischen Zentralregierung wahrzunehmen und nur legalistisch und formaljuristisch argumentiert.

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Wulff Isebrand 12.10.2017, 23:18
25. Madrider Gewaltkurs?

Zitat von keine Zensur nötig
durch die spanische Regierung und das Königshaus. Entweder werden endlich die aufgehobenen Autonomierechte hergestellt oder es droht ein baskisches Szenario a la ETA. Erst deren terroristisches Agieren zwang Madrid zu Kompromissen. Nur - muss das sein? Das Auftreten von Francisten und Faschisten schüttet Öl ins Feuer - und diffamiert alle, welche eine friedliche Lösung wollen. Dass die EU-Führung dem Ganzen einfach zuschaut und sich jeglicher Meinung enthält - kein gutes Zeichen, da es eine stillschweigendes Einverständnis mit dem Madrider Gewaltkurs ist.
Ursache und Wirkung und was soll die EU in einem innerspanischen Konflikt vermitteln? Nachher ruft noch jeder Dörferstreit nach der EU, oder wie? Wenn ich das schon lese: "die spanischen Unterdrücker". Bei jedem Urlaub in Spanien sieht man die Staatsmacht, die auf Freiheitskämpfer einprügelt.

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Wulff Isebrand 12.10.2017, 23:27
26. Man man

Zitat von joG
....viel und sehe nicht dass die Katalonen Teil Spaniens bleiben wollen. Dem hingegen sind die Demonstranten in großen Zahlen Spanier aus anderen Provinzen. Und obschon das nun nicht von den Politikern oder Demonstranten thematisiert wird, ist eine wesentliche Triebfeder das gefühlte andauernde Unrecht. Eine der größten Punkte ist eine geradezu unverschämte Jährliche Zahlung an Madrid die bei geringerer Bevölkerung doppelt so hoch sind wie die bayerischen.
starker Tobak. Da wo Sie so "viel" leben, demonstrieren also überwiegend Spanier aus anderen Regionen für den Verbleib Kataloniens in Spanien, weil die "Katalonen" so viel bezahlen.EIgentlich bezahlen die ganz Spanien, wie die Bayern ganz Deutschland finanzieren. Ich glaube man kann das föderale System Deutschlands nicht mit Spanien vergleichen. Überhaupt Spanien; für mich war das mit Ausnahme des Baskenlandes eigentlich immer ein homogenes Staatswesen mit Regionen wie bei uns Ostfriesland,Bayern oder Schwaben. Auf jeden Fall historisch vereint, schon im Kampf gegen die Mauren und danach bei der Kolonisierung Südamerikas. Was Sie beschreiben, sehen wohl nur die armen unterdrückten Katalanen so. Sorry Katalonen. Die bekommen ja auch nichts von der Zentralregierung zurück z.B. Schutz durch die Armee o.ä..
Also ich für meinen Teil als Europäer, kann auf die Katalanen als Katalanen gerne verzichten.Auf Spanien nicht! Catalonya sucks mit ihrem willkürlich vom Zaun gebrochenen Independence day

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didiomesschultz 12.10.2017, 23:29
27. ciutadans sind brandstifter

Ich wohne seit bald 24 Jahren in Katalonien und kann die Lage glaube ich gut einschätzen. Die Rechtsradikalen, Neonazis und Francoanhänger sind nicht ein "Problem für Ciutadans " sondern werden von ihnen gezielt angesprochen. "Die Liberalen" wie sie in deutschen Medien bezeichnet werden sind sie ganz sicher nicht , sondern sie überholen die PP mit ihrer Anti- Katalanischen Attitüde oft genug rechts.

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probeabstimmer 12.10.2017, 23:43
28.

Wo spanische Flaggen auftauchen, gibt es automatisch Gewalt.
Die Bürgergesellschaft der Katalanen mobilisiert seit Jahren Millionen Menschen auf der Straße, alles läuft geregelt ab wie ein Uhrwerk.
Schauen Sie sich die ultrarechten Stühlewerfer auf der Rambla von Barcelona an: das ist nicht Europa.
Diese "raza" braucht niemand.
Und Investoren haben kein Interesse an einem maroden,
arroganten Retro-Spanien, das seine Klüngel bedient.
Die Katalanen können es, der Rest braucht Unterstützung.

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Reinhard Gehlen 12.10.2017, 23:47
29. Bundesverfassung in Spanien

Es scheinst so das alles durcheinander Läuft, da man versucht Institution zweier europäischer Länder mit einander zu vergleichen wodurch die ganze Diskussion was rechtmäßig ist oder eben nicht völlig aus dem Ruder lauft. Nur zum einfachen Verständnis wo gewaltige Unterschiede liegen. Das d. Bundesverfassungsgericht besteht aus sechzehn Richterinnen und Richtern. Die eine Hälfte wählt der Bundestag, die andere der Bundesrat, jeweils mit Zweidrittelmehrheit. Das Spanische Verfassungsgericht muss sich eine qualifizierte Mehrheit von 3/5 der Mitglieder der jeweiligen Kammer für einen Kandidaten aussprechen. Nun kommen wir zu den aktuellen Mehrheitsverhältnisse in Spanien. Im zweiten Wahlgang am 29. Oktober 2016 erreichte Rajoy aufgrund einer mehrheitlichen Enthaltung der PSOE-Fraktion die für seine Wahl ausreichende einfache Mehrheit. Auf ihn entfielen wiederum 170 Stimmen (PP, Ciudadanos, UPN, FAC, Coalición Canaria) bei 111 Gegenstimmen (Unidos Podemos, ERC, EAJ-PNV, CDC, Compromís, EH Bildu, Nueva Canarias, die 7 Abgeordneten der PSC und 8 weitere Abgeordnete der PSOE-Fraktion) und 68 Enthaltungen (Rest der PSOE-Fraktion).
2/3 vs 3/5 , 60 % reichen dazu die Richter des Verfassungsgericht zu ernennen, in Deutschland bedarf es 66 %. Wie sieht es im Bundesrat aus: 149 PP, 62 Sozis, 20 Podemos, 12 ER (Katalonien), 6 PNV (Basken), 6 Canarien Katalanen, 11 rest.
Vielen Dank fürs zuhören.

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