Forum: Politik
Katalonien-Konflikt: Es lebe die Nation...
AFP

...aber nieder mit dem Nationalstaat. Die Katalanen weisen den Weg: Anstatt düsterer Kleinstaaterei feiern sie einen fröhlichen Patriotismus. Europa und die Deutschen sollten sich ein Beispiel daran nehmen.

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guillermo_emmark 23.10.2017, 16:46
130. Politik vs. Sprache

Zitat von romeo_mike
Wenn Sie schon dort hingezogen sind: Warum lernen Sie dann nicht die Sprache, die dort gesprochen ......
In Spanien gibt es neben dem Castellano, das wir als Spanisch bezeichnen, noch drei weitere Sprachen. Insofern ist es recht praktisch und - das darf ja nicht fehlen... - wirtschaftlich auch sehr sinnvoll, wenn man sich mit einer Sprache überall im Land verständigen kann.

Ich lebe auf den Balearen, wo auch katalanische Dialekte gesprochen werden. Dennoch kommt man mit Kastilisch überall prima durch und auch die meisten Zeitungen erscheinen in dieser Sprache. Wie übrigens auch in Barcelona...
Das ganze ist also weniger ein sprachliches und mehr ein politisches Problem.

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DiegoMarlasca 23.10.2017, 16:46
131. Der Artikel ist vollkommen daneben

alleine schon die 450.000 Demonstranten als beachtenswert zu erwähnen. Von 7.5 Millionen Katalanen hätte ich zumindest die Beführworter der 43%igen Wahlbeteiligung erwartet. Das wären dann rund 2.8 Millionen. Aber es war lediglich ein Sechstel davon auf der Strasse. Wo sind denn die restlichen Independistas geblieben? Herr Puigdemont hat momentan ein Angebot vorliegen, sich noch ohne Gefängnis aus der Sache herauszuziehen. Würde Herr Augstein genauso schreiben, wenn sich plötzlich ein Bundesland von Deutschland trennen würde?

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libarz 23.10.2017, 16:47
132. Vielen Dank Herr Augstein

Endlich hat jemand ins schwarze getroffen, der ganze "Proces" ist basisdemokratisch, grass-roots, es hat mit emporwerment der Bürger zu tun.Bloss die EU, hat eine Panik davor endlich ein demokratisches Europa aufzubauen, so wie es Gründerväter eigentlich wollten. Die Schelte der vielen Foristen zeigt nur, dass eine Debatte bitter nötig ist. Sie denken weit voraus. Bravo!!

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romeo_mike 23.10.2017, 16:48
133.

Zitat von Eisbär
.... Die EU ist jetzt schon ein Flohzirkus, mir fehlt die Vorstellungskraft, wie die EU dann funktionieren sollte.
In bezug auf die heutige EU kann ich Ihren Gedankengang mit dem "Flohzirkus" gut verstehen und nachverfolgen. Und für das, was Ihre (und auch meine) Vorstellungskraft momentan ein wenig übersteigt, hier schon mal ein paar interessante Infos: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/katalonien-krise-spanien-eu-zukunft-unabhaengigkeit/seite-2

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Karl-Heinz-Willi-Eberhard 23.10.2017, 16:50
134. Augstein? Absolut zutreffend!

Herr Augstein, selten, das ich mal einen Artikel von Ihnen gelesen habe, in dem ich Ihnen zustimmen kann. Heute ist es aber so weit! Und dafür danke ich Ihnen sehr! Sie haben es tatsächlich geschafft, entgegen der allgemeinen deutschen Meinung zum Thema Katalonien, andere Gedankengänge als die neoliberalen Fortschrittszerstörungen anzuführen. Sie bringen auf den Punkt, das es sehr wohl Menschen gibt, die friedlich gegen eine unheilvolle Macht (Rajoy und seine Gesetze, die häufig als gesetzeswidrig eingestuft werden) demonstrieren. Sie sprechen auch an, das es einen Unterschied zwischen Gesetz und Recht gibt, was den meisten Menschen als unvorstellbar gilt. Gesetze werden und wurden in den vergangenen Jahren, besonders auch in Deutschland, meistens zum Schaden der Durchschnittsbevölkerung erlassen. Das muss ein Ende haben.

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nenntmichishmael 23.10.2017, 16:52
135.

Zitat von kleinsteminderheit
...mal ein Beitrag, in dem die katalanische Unabhängigkeitsbewegung nicht in die dumpfnationale Ecke gerückt wird. Denn es ist in der Tat eine weltoffene, junge Bewegung. Und es Ist ein sehr offener, integrativer Nationalismus ohne Blut und Boden. ...
... außer Du bist Spanier, fühlst Dich spanisch oder sprichst (selbst als Tourist) Spanisch.

Also wirklich. Die Katalanen in ihrer Gesamtheit sind in der Tat sehr weltoffen. Das müssen sie auch sein, als traditionelle Gemeinschaft von Händlern.
Aber diese Weltoffenheit gibt es genau NICHT bei der Unabhängigkeitsbewegung! Die schafft es ja nicht einmal, mit den ihnen kulturell am nächsten stehenden Nachbarn, den Spaniern, ein friedliches Auskommen zu finden.

Auf die ach so globalistische junge Art der katalanischen Separatisten könnte ja auch ich sagen: Ich bin ein fröhlich-patriotischer und weltoffener Nürnberger. Ich hasse nur alle Fürther und Erlanger...

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Aberlour A ' Bunadh 23.10.2017, 16:52
136. Diese deutsche Kleinstaaterei war segensreich!

Zitat von urbanism
Hä!! Was ist los Herr Augstein? Kleinstaatereien versus Nationalstaat. Haben schon einmal mitbekommen, dass die Kleinstaaten die für die Unabhängigkeit sind, meistens wirtschaftlich sehr gut dar stehen! Nationalstaaten ....
Hier ein Link, der Ihnen vielleicht hilft, geschichtlich etwas Neues zu entdecken: https://www.welt.de/kultur/history/article13641035/Diese-deutsche-Kleinstaaterei-war-segensreich.html

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trulala 23.10.2017, 16:54
137. Demokratisch?

Das Problem ist doch, dass hier eine Minderheit ihre Macht missbraucht, um für die Mehrheit zu entscheiden. Daran ändert sich auch nichts, nur weil es vorgibt fröhlich zu sein.
Massive Einschüchterung unf Gewalt gegen diese Mehrheit sind aber auch noch nicht einmal das, geschweige denn friedlich.
Die Fratze des Nationalismus und Patriotismus ist also noch immer da.

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Overseasreader 23.10.2017, 16:55
138. Man hat es schwer

der Logik von Herrn Augstein zu folgen. Ich uebertreibe jetzt einmal. In der Weimarer Republik bis zum Beginn der angeblichen 1000 Jahre hatten wir eine enorme Ansammlung von politischen Parteien, die es nie zu einer langfristigen Regierung brachten. Uebersetzen wir das einmal auf eine Kleinstaaterei, wie ich Herrn Augsteins Ausfuehrungen entnehme, da er die jetzigen Staaten fuer sinnlos haelt, dann wuerde das bedeuten, dass man aus der Geschichte nichts gelernt haette. Ein Sozialdemokrat in Deutschland sprach einmal von der konzertierten Aktion. Das ist genau das, was Europa braucht und nicht Herrn Augsteins Vorstellungen.

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pavel1100 23.10.2017, 16:56
139. Schwaches Argument

Zitat von Flying Rain
Nachdem solche Kleinstaaten nicht sein dürfen nach der Mei ung vieler Foristen wäre ich dafür dann erst mal die Schweiz, ......
Die vorhandenen Kleinstaaten sind historisch gewachsen. Sie sind nun mal da. Ob Staaten dieser Größenordnung in heutiger Zeit sinnvoll sind kann man diskutieren. Man darf aber nicht ihre territoriale Integrität in Frage stellen. Genau so wenig wie die Spaniens. Eine Republik Katalonien darf es geben, wenn alle Menschen in Spanien damit einverstanden sind.

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