Forum: Politik
Katalonien-Krise: Puigdemont-Mitstreiter kehren nach Barcelona zurück
AFP

Wo ist Carles Puigdemont? Die Zeitung "La Vanguardia" hatte berichtet, der ehemalige Regionalpräsident Kataloniens habe Brüssel in Richtung Barcelona verlassen. Dort kamen aber bloß einige seiner Ex-Regierungsmitglieder an.

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Hamberliner 01.11.2017, 10:51
60.

Zitat von elmino
hier siehtman deutlich wie die gehirnwäsche von spon und anderen medien wirkt. ein kleines volk wird geknechtet unterdrückt und die ethnischen katalanen leiden unter den zugewanderten
Nachdem ich bis 1975 zwölf Jahre lang mitten drin steckte: Die leiden nicht drunter, sondern die haben die Andalusier ausgelutscht. Der katalanische Wirtschaftsvorsprung basiert auf dem Schweiß und der Knochenarbeit andalusischer Immigranten. Ich habe jeden Morgen meinen Schulweg mit deren Weg zur Arbeit im Zug geteilt. Wir hatten sie als prekäre Nachbarn, in selbstgemauerten Slum-Hütten. Sie haben geschuftet, sie haben die katalanischen Bauwerke betoniert, sie haben an der Drehbank gestanden und sich als Kellner und Zimmermädchen für die Touristen die Füße plattgelatscht und den Rücken krumm gemacht. Autos konnten sie sich nicht leisen, bestenfalls eine Derbi. Was glaubst Du wo die riesigen Felsbrocken herkommen, aus denen die Außenmole des Hafens von Barcelona bestehen? Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sie immer zu dritt pro Fuhre von den Steinbrüchen bei Garraf herunterkamen - diese alten Pegaso-LKW hatten weder Servolenkung noch Klimaanlage, das war Schwerstarbeit. Ich habe gesehen, wie die alternative Straße nach San Cugat gebaut wurde, an Las Planas vorbei, der Planierraupen-Fahrer und die LKW-Fahrer haben andalusisch gesprochen.

Deren Nachfahren bekommen nun einen Tritt, und die Separatisten klemmen sich die Früchte dieser Arbeit unter den Arm.

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kleinsteminderheit 01.11.2017, 10:52
61. Veruntreuung öffentlicher Mittel?

Diese Anklage der Veruntreuung öffentlicher Mittel ist natürlich ein Notbehelf. Wir reden hier ja nicht von Veruntreuung im Sinne von persönlicher Bereicherung oder Vorteilsgewährung,, sondern von den Kosten einer Volksbefragung, welche nach geltendem Recht so nicht hätte stattfinden dürfen.
Vielleicht sollten wir uns hier an Spanien ein Beispiel nehmen. Nur fielen da auch in Deutschland einige Fälle ein, in denen Gerichte politische Entscheidungen einkassiert haben, nachdem bereits hohe Kosten entstanden waren. Dazu kommen all jene Bauprojekte, bei deren Beschluss schon allen Beteiligten nachweislich bewusst war, dass der Kostenrahmen aus politischen Gründen unrealistisch kalkuliert ist.
Wenn wir das konsequent verfolgen und die verantwortlichen Politiker auch ohne persönliche Bereicherung, Vorteilsnahme oder -gewährung in Regress nehmen, dürften In unseren Parlamenten so manche Sitze verwaisen.

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pavel1100 01.11.2017, 10:52
62. Falsche Behauptung

Zitat von Karl10
Kunststück! Mit Gewalt hat Spanien auch die Basken erfolgreich genötigt. Überzeugende Argumente, demokratische Mittel gab es auch seinerzeit nicht. So bleibt den Katalanen nur die Zwangsehe mit Spanien und Prügel und die Häme Resteuroas.Frankco hätte seine Freude daran.
Die "Ehe" wurde 1978 freiwillig geschlossen. Es ist legitim dass die Mehrheit der Katalanen und die anderen Spanier die Einheit des Staates und die Demokratie verteidigen. Ich erinnere micht noch dunkel dass die Basken terroristische Anschläge begangen und Menschen ermordeten. Finden sie das in Ordnung?

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garno 01.11.2017, 10:56
63. Informieren Sie sich bitte zuerst

Zitat von gatopardo
um das ganze katalanische Unabhängigkeitstheater und über die ebenfalls korrupten Vorgänger von Puigdemont. Das soll aber nicht heissen, dass ich Rajoy verteidige, der ein konservativer Hardliner ist.Wir haben in diesem Land auch andere Volksvertreter als diesen Mann. Spanien ist ein Rechtsstaat wie Deutschland und ich würde gerne erfahren, wie Sie bei einem ähnlichen Vorgang z.B. mit einem Abspaltungsversuch Sachsens oder Brandenburgs reagieren würden.
Soso Spanien ist ein Rechtsstaat wie Deutschland. Es gibt aber schon gewaltige Unterschiede: Deutschland ist ein Bundesstaat, hier bestimmen die Bundesländer über die deutsche Politik entscheidend mit und in kulturelle und Bildungsfragen lassen sie sich auch nicht reinreden. Und das deutsche Grundgesetzt wurde von den Gegnern Hitlers erstellt. Ganz anders in Spanien, da gibt es einen Zentralstaat und von ihm abhängige autonome Regionen. Die spanische Verfassung ist ein Erbe des Franquismus, 4 der 7 "Väter der Verfassung" waren Anhänger Francos, außerdem wachten Francos Generäle darüber, dass die Verfassung im Sinne eines zentralen Nationalstaates ausfiel mit Dominanz des Kastilischen, obwohl Spanien ja ein Vielvölkerstaat ist, wo eigentlich eine föderale Verfassung nötig gewesen wäre.

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Mallorquinsky 01.11.2017, 10:57
64.

Zitat von Crom
Welcher Nationalismus? Der, der Spanier, welche jetzt versuchen missliebige Politiker vor den Neuwahlen wegzusperren? Den Katalanen geht es um Separatismus und Unabhängigkeit, nicht um Nationalismus. Vielleicht machen Sie sich erst einmal schlau, was Nationalismus bedeutet.
Da die meisten Separatisten meinen, daß Katalonien eine eigene Nation sei, kann man schon von Nationalismus reden. Von mir aus auch regionalem Nationalismus. Wenn Sie sich in dem Thema gut auskennen, werden Sie sicher wissen, daß die Separatistem in der Wahlkampagne den Slogan "Soms milliors" zu Deutsch "Wir sind besser" hatten. Leider erinnert daß viele Leute an eine sehr dunkle Geschichte des Nationalismus, bei dem gewisse Leute auch der Meinung waren Sie sind anderen Volksgruppen überlegen.

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Kurt2.1 01.11.2017, 10:57
65. #33

Zitat von w.diverso
Dass gerade ein Deutscher über die Vergangenheit eines anderen Landes sich Gedanken macht, ist schon etwas eigenartig.
Was bitte, finden Sie denn da eigenartig dran? Ist da was verboten, oder anrüchig, oder nicht genehm?
Bitte um Aufklärung.
Bin auch Deutscher und habe mir erlaubt, über Frankreich und seine Vergangenheit nachzudenken. Finden Sie das auch eigenartig?

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maniaci 01.11.2017, 11:04
66. Politiker wegsperren?

Zitat von Crom
Welcher Nationalismus? Der, der Spanier, welche jetzt versuchen missliebige Politiker vor den Neuwahlen wegzusperren? Den Katalanen geht es um Separatismus und Unabhängigkeit, nicht um Nationalismus. Vielleicht machen Sie sich erst einmal schlau, was Nationalismus bedeutet.
Politiker sind diese Leute eigentlich nicht mehr. Oder würden Sie hierzulande "Politiker" wählen, die zuvor die Verfassung mit Füßen getreten haben? Wenn es stimmt, daß Pokemon offiziell zur Teilnahme an den nächsten Wahlen eingeladen worden ist (wurde hier berichtet), kann man dies als ziemlich großzügige Geste Madrids werten. Vielleicht nur, weil man weiß, daß diese Jungs politisch erledigt sind und somit keine "Gefahr" mehr darstellen. Vielleicht aber auch nur, um zu demonstrieren, daß eine Mehrheit der Katalanen einfach gegen eine einseitige Abspaltung ist. Was mir auffällt: Den Separatismus in Katalonien möchten Sie völlig losgelöst von Nationalismus sehen. Was glauben Sie eigentlich, welche Emotionen sonst bei solchen Vorhaben angesprochen bzw. gefördert werden. Kurz: was könnte Menschen dazu verleiten, sich gegen objektiv günstige Verhältnisse hinsichtlich Auslebung der eigenen Identität, Kultur etc. (alles durch die weitreichende Autonomie Kataloniens bereits gegeben) zu wenden und die offene Konfrontation mit der Staatsmacht zu suchen?

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suplesse 01.11.2017, 11:07
67. Anfangs ging es darum

Katalonien mehr Autonomie von der spanischen Regierung eingeräumt zu bekommen. Man muss wissen, dass diese Region die finanzkräftigste in ganz Spanien ist. Die Katalanen finanzieren also die schwächeren Regionen Spaniens mit. Die Katalanen haben auch das Gefühl in ihrer Kultur und Identität von den Spaniern ignoriert zu werden. Darüber wollten die Kaktalanen mit den Sapniern diskutieren. Das hat sich dann aber wegen der Totalverweigerung Spaniens immer weiter hochgeschaukelt. Und wir sind sicher noch nicht am Ende. Man denke nur an das Baskenland.

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neue_mitte 01.11.2017, 11:10
68.

Zitat von Hamberliner
Nachdem ich bis 1975 zwölf Jahre lang mitten drin steckte: Die leiden nicht drunter, sondern die haben die Andalusier ausgelutscht. Der katalanische Wirtschaftsvorsprung basiert auf dem Schweiß und der Knochenarbeit andalusischer Immigranten. [...] Deren Nachfahren bekommen nun einen Tritt, und die Separatisten klemmen sich die Früchte dieser Arbeit unter den Arm.
Die Separatisten klemmen sich die Früchte ganz Spaniens unter den Arm und wollen sie über eine neue Grenze mitnehmen. Ja, Katalonien ist der Wirtschaftsmotor. Aber warum? Wegen Fleiß und Schweiss der Katalanen? Oder doch eher, aufgrund der Ansiedlung von Firmen, dass eine weitere Ansiedlung... und weitere Ansiedlungen... nach sich zog. Die innerspanische Wirtschaftspolitik hat also den Aufstieg Kataloniens ermöglicht, gefestigt und stetig erweitert. In den anderen Regionen ist nun mal nicht viel los, sei es wegen Klima oder Infrastruktur. Die anderen Regionen sind aber dann doch gerne die Abnehmer der katalanischen Produktionen.

Und dieses jahrzehntelange innerspanische Aufbauen von Katalonien wollen sie jetzt einfach so mitnehmen und für sich behalten? So als wenn sie - und nur sie - alles ganz allein vollbracht hätten? Ist doch klar, dass sich darüber in Madrid und im Rest von Spanien Unmut entwickelt. Abgesehen von den rechtlichen Beschränkungen sollten die Katalanen auch mal an die moralischen Beschränkungen denken.

Katalonien ist nicht Kroatien oder Estland, womit hier gerne relativiert wird - Stichwort whataboutism. Es ist kein Staat, der mit Gewalt und ohne Wahl in einen realsozialistischen Verbundstaat hineingepresst wurde. Sie haben frei der gesamtspanischen Verfassung mit allen Rechten und Pflichten zugestimmt. Und auch aktuell werden sie nicht wie z.B. die Kurden aktiv unterdrückt und bekämpft.

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brux 01.11.2017, 11:11
69. Nun ja

Der Vorwurf der Rebellion wird wohl eher schwach ausfallen. Puigdemont hat ja keinen bewaffneten Aufstand angeführt.
Problematisch wird für ihn die Veruntreuung von Steuergeldern. Da ist er dann einfach nur ein normaler Krimineller, der ein paar Jahre in den Knast kommt.
Ein politischer Märtyrer wird er wohl kaum werden.

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