Forum: Politik
Katalonien: Rajoy redet Wahlerfolg der Separatisten klein
DPA

Der Wahlsieg der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter kam für Spaniens Ministerpräsident Rajoy offenbar überraschend. Nun versucht er, das Ergebnis zu relativieren - und stellt Bedingungen für Gespräche.

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gatopardo 22.12.2017, 16:01
1. Nicht enden wollendes Theater

Sie sollen sich in Madrid mit Barcelona endlich zusammensetzen und die Autonomie so gestalten, dass ein anachronistischer Austritt aus Spanien und somit aus der EU nicht mehr nötig ist.

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muekno 22.12.2017, 16:24
2. Rajoy hat sich massiv verkalkuliert

Sein Partei hat 75% der Size verloren.
Er ist untragbar und Schuld an dem ganzen Theater, weil er vor Jahren den Kompromiss mit den Katalanen, der von allen Seiten abgesegnet war, unbedingt vor das Verfassungsgericht bringen musste. Rücktritt wäre konsequent.

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dirkozoid 22.12.2017, 16:27
3. Meinungspluralität, aber keiner will PP

Da sind sich in Katalonien offenbar mehr als 95% einig, dass man von Rajoy und seiner Partei die Nase gestrichen voll hat. Kein Wunder nach den Gewaltszenen beim Referendum.

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bötzow33 22.12.2017, 16:40
4. Zweierlei Mass-Politik in Brüssel

Wo hat Rajoy eigentlich Demokratie gelernt? Bei Franco etwa oder bei der EU-Führung etwa in Brüssel? Während Warschau und Budapest von Juncker und Brok massiv mit der juristischen "EU-Atombombe" bedroht werden, schaut man in Brüssel in puncto Autonomiebestreben der Katalanen demonstrativ weg. Der Wählerwille wird ignorieret und einfach zur innerspanischen Angelegenheit erklärt. Man kann in einem demokratisch vereinten Europa nicht mit zweierlei Mass messen. Wenn ja, ist Europa zum Scheitern verurteilt !

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giftzwerg 22.12.2017, 16:45
5. Rechtsstaat

Zitat von muekno
Er ist untragbar und Schuld an dem ganzen Theater, weil er vor Jahren den Kompromiss mit den Katalanen, der von allen Seiten abgesegnet war, unbedingt vor das Verfassungsgericht bringen musste.
Dazu hatten Rajoy und der PP jedes Recht. Das nennt sich Rechtsstaat. Klagen darf jeder und das Gericht hat ihm in Teilen Recht gegeben.

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wynkendewild 22.12.2017, 16:55
6. Entweder oder

Zitat von gatopardo
Sie sollen sich in Madrid mit Barcelona endlich zusammensetzen und die Autonomie so gestalten, dass ein anachronistischer Austritt aus Spanien und somit aus der EU nicht mehr nötig ist.
Dann hätte man diese Wahl gleich ganz bleiben lassen sollen. Diese Gespräche hätten schon viel früher stattfinden müssen. Madrid hat sich jedoch nie bewegt. Dann sollten zwar Wahlen abgehalten werden, was dann ja auch geschehen ist nur scheint es jetzt auch wieder nicht zu passen.

Entweder werden Wahlen als legitimes Mittel der politischen Willensbildung akzeptiert oder man lässt sie schlicht und einfach bleiben.

MfG:
wynkendewild

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cyrano11 22.12.2017, 16:56
7. Informiert doch richtig

Mit dieser Art von Berichterstattung macht sich SPON angreifbar.
Stellen Sie doch bitte das Wahlergebnis nach Seperatisten und Befürwortern richtig dar und erläutern Sie dann
auch warum die Seperatisten trotzdem eine absolute Mehrheit an Sitze bekommen konnten, obwohl diese von den Stimmenzahlen mit 48 zu 52% unterlegen sind.
Wie schlecht ist egentlich Journalismus heute

- - - - - - - - Bitte werfen Sie auch einen Blick in die anderen aktuellen Berichte zur Katalonien-Wahl. Danke! MfG Redaktion Forum

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andy_bcn 22.12.2017, 16:58
8. keine absolute Mehrheit

Man kann es nicht oft genug wiederholen: die drei Separatistenparteien haben zusammen 2 Millionen von insgesamt 4,3 Millionen Stimmen erhalten. Das ist viel, aber keine absolute Mehrheit. Diese haben sie nur in Sitzen im Parlament, aufgrund des lokalen Wahlrechts. Man kann also nicht daraus ableiten, dass eine Mehrheit der Wähler die Abspaltung von Spanien wünscht. Man kann nur hoffen, dass sie Zentralregierung jetzt endlich Verhandlungsbereitschaft zeigt und dass die Separatisten ihre unsinnigen Tagträume aufgeben.

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Rania 22.12.2017, 16:58
9.

Spaniens Ministerpräsident Rajoy ist auf einem Holzweg, wenn er das Bürger-Votum für die Separatisten Kataloniens klein reden will. Je mehr Zwang Rajoy ausübt, umso größer wird die Protestreaktion der wütenden Bürger Kataloniens ausfallen. Das Gleiche blüht übrigens auch der EU, wenn sie sich z. B. weiter so wie bisher in die inneren Angelegenheiten gewisser souveräner EU-Staaten einmischen will wie z. B. in deren Migrationspolitik. Die EU hat schließlich das auszuführen, was die Menschen wollen und nicht umgekehrt. Und ich behaupte mal, die Leute wollen nicht, dass noch mehr Flüchtlinge in die EU einreisen (insbesondere nach Deutschland, denn wir haben unser Soll mehr als erfüllt mit allen Problemen, die die nötige Integration mit sich bringt). So war es auch ein großer Fehler, die Bürger in Deutschland seinerzeit nicht selbst über die Einführung des Euro entscheiden zu lassen. Heute sehen wir die Konsequenzen, dass wir der Geldpolitik der EZB durch Mario Draghi völlig ausgeliefert sind und unsere Bundesbank zu unser aller Last quasi nichts mehr zu sagen hat. Nicht zuletzt auch daraus erklärt sich eine gewisse EU-Skepsis der Menschen hierzulande. Wenn sich an der permanenten Bevormundung nichts ändert, sehe ich schwarz für die EU.

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