Forum: Politik
Katalonien vor der Wahl: "Wir sind keine Spanier"
AP/dpa

Soll Katalonien sich von Spanien lösen? Bei der Regionalwahl an diesem Sonntag stimmt das Volk darüber ab. Die Gesellschaft ist tief gespalten.

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Mac_Beth 27.09.2015, 11:59
70. Tendenziöser Artikel

Im Vorfeld dieser Regionalswahlen gab es bereits Demonstrationen, wo alleine die Polizei davon sprach, dass es 1,4 Millionen Teilnehmer gab. Das wäre als ergänzende Information zu den angeblich 70.000 interessant gewesen.
Meinungsumfragen sagen zudem, dass diese Wahl mit einem großen Vorsprung für die Separatisten gewonnen werden könnte.

Wer in der Region auch mal eine zeitlang unterwegs ist wird feststellen, dass man sehr viele katalonische Flaggen sieht und kaum spanische.

Der Artikel suggeriert ein Bild, welches in der Realität so garnicht existiert. Für mich klare Meinungsmanipulation.

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Fakler 27.09.2015, 11:59
71. Verantwortung

Was ich wichtig finde ist dass Deutschland seiner Verantwortung - und es gibt auch eine globale - gerecht wird (siehe Asylpolitik). Nationalistische Bestrebungen werden dieser (und wahrscheinlich auch keiner) Verantwortung NICHT gerecht. Ich kann gut verstehen dass einer nichts abgeben will aber ich glaube dass das langfristig nicht geht (eine der Folgen ist beispielsweise die Zuwanderung aus ärmeren Regionen). Dies gilt für Katalonien, dies gilt für Deutschland.

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alohas 27.09.2015, 11:59
72.

Ob eine Abspaltung Kataloniens von Spanien sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Man sollte aber bedenken, dass Abspaltung von größeren Staatsgebilden ein historischer Prozess ist, genauso wie der Zusammenschluss von kleineren zu größeren Staaten. Niemand hat das Recht, zu bestimmen, was von beidem das Richtige ist, denn es passiert, weil es eben passiert. Noch im Jahre 1800 beherrschte Spanien weite Teile Amerikas sowie die Philippinen. Diese Gebiete haben sich in der Folgezeit allesamt als selbstständige Staaten abgespalten, weil die Bewohner eigene politische Wege gehen wollten. Ähnlich war es bei anderen Großreichen mit Kolonialbesitz, oft unter großer Solidaritätsbekundung der internationalen Linken für die sich separierenden Kolonialvölker. Nun halten die Katalanen wohl kaum her als „edle Wilde“, die von linksfühlenden Antinationalisten verklärt und romantisiert werden könnten, man bedenke aber, dass sie zumindest unter der faschistischen Franco-Diktatur sehr gelitten haben und vehement Widerstand leisteten. Das dürfte doch
gerade im linken Lager ausreichen. Oder dürfen nun,
da verbohrte Natiophobe glauben, die goldene Zukunft läge alternativlos in einem zwangsvereinigten europäischen Großreich mit ein paar Regionen, gewisse als „Reichsbürger“ auserkorene nicht mehr für ihre staatliche Unabhängigkeit einstehen, ohne dass sie als kleingeistige Reaktionäre verunglimpft werden?

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hans.beimler 27.09.2015, 12:00
73. Ich finde es gut.

Sollen sich die Katalanen doch von Spanien abspalten, wenn sie sich von ihrer Regierung nicht vertreten fühlen. Das ist schließlich ganz allein deren Sache, auch wenn da so mancher "Europäer" Schnappatmung bekommt. Wirtschaftlich nutzt eine Abspaltung auch deutlich mehr dem schwächeren Teil, da dieser durch Abwertung seiner Währung dann konkurrenzfähiger wird. Natürlich nur, wenn die Katalanen auch ihre eigene Währung bekommen.

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gustavsche 27.09.2015, 12:01
74.

Zitat von Achmuth_I
...wir leben in einer globalisierten Wirtschaftswelt, in welcher die Wirtschaft immer dahin ausweicht wo sie die angenehmsten Regeln findet und in der sie Nationen gegeneinander ausspielt. Deshalb ist es dringend nötig Institutionen zu gründen die ebenso globalisiert agieren. Die Supranational Regeln aufstellen und deren Beachtung auch durchsetzen können. Wenn Sie meinen sich hiergegen mit Kleinstaaterei durchsetzen zu können, dann bitte ich mal um einen Plan.
Auf deutschen Boden gab es genau zwei Staaten, die keine Kleinstaaterei duldeten. Angesichts dieser Erfahrungen, die mit Rechtsbruch, Barberei und Misswirtschaft einhergingen, Kleinstaaterei immer noch als Schimpfwort zu gebrauchen, zeugt nicht gerade von historischen, politischen und ökonomischen Verständnis.

Wir brauche nicht mehr internationale Einrichtungen, die Regeln durchdrücken, sondern weniger Regeln. Wenn Unternehmen wegen der Steuern abwandern, dann sollen die Verlassenen sich mal überlegen, was sie selber falsch gemacht haben. Steuerwettbewerb ist gut und richtig!!!

Internationale Einrichtungen kann man doch getrost in die Tonne treten. Ich erinnere an die UN. Die meisten Resolutionen wurden gegen Israel beschlossen und das waren mehr als die Summe aller Resolutionen gegen Nordkorea, Saudi-Arabien und Iran. Und Saudi-Arabien hat heute den Vorsitz des UN-Menschenrechtsrat inne. Warum sollen wir uns im Westen von solchen schwachen internationalen Organisation bestimmen lassen? Organisationen, die nicht immun sind gegen den unverholenen Antisemitismus von Arabern.

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mtk10 27.09.2015, 12:02
75. Ende der Solidargemeinschaft

der Satz "Katalonien trage mehr als ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung Spaniens bei, bekomme von der Regierung aber nur weniger als ein Zehntel zurück" sagt an sich schon alles.
Es ist wie bei den Piloten und Ärzte-Gewerkschaften.
Reiner Egoismus, nur nix Abgeben!
Übrigens hat jede große Mafiaorganisation ihre "eigene Sprache".

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ad2000 27.09.2015, 12:03
76.

Zitat von florian29
ausserhalb der EU und des Euros. die Wirtschaft Katalonien exportiert massenhaft nach Spanien. da bin ich mal gespannt zu welchem Zwerg das eh schon arme Katalonien schrumpfen wird. wahrscheinlich werden sie dann entwicklungshilfe beantragen. Unabhängigkeit ist dumm, gefährlich und tötet den letzten Keim von Wachstum in Katalonien. ich bin mal gespannt wie sie die Renten auszahlen wollen...
Von welchen Armenhäusern außerhalb der EU und des Euros reden Sie bitte? Nennen Sie mir die Länder! Die Schweiz und Norwegen können Sie nicht meinen, Island auch nicht und dann wird die Auswahl schon knapp. Oder wollen Sie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Kataloniens etwa mit der Albaniens oder Makedoniens gleichsetzen?

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ph.latundan 27.09.2015, 12:06
77. das zeigt nur ............

das zeigt nur das europa eben nicht mehr als die ultimatische loesung aller probleme angesehen wird. bruessel mit ihren z.t. unsinnigen gesetzesvorlagen ist den meisten menschen fremd, sehr fremd.

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Fakler 27.09.2015, 12:06
78. Mehrheit

Zitat von rwkmc
Wenn 51 % für eine Unabhängigkeit sind was passiert mit den anderen 49 % ? Wer fragt danach wie die Mehrheit überhaupt zustande kommt ? Wer auszählt und wie ? In welcher Form dürfen die Gegner der Unabhängigkeit Wahlkampf betreiben? Ich selber habe lange im Baskenland gelebt und Tatsache ist nunmal dass die Befürworter der Einheit mit Spanien zwar in der Mehrheit sind aber von den Unabhängikeitsfanatikern derart eingeschüchtert wird so dass ein fairer Wahlkampf gar nicht möglich ist. Auch ist die Medienpräsenz beider Lager extrem ungleichmäßig verteilt. Ein Referendum zum jetzigen Zeitpunkt würde die wahren Tatsachen gar nicht wiederspiegeln.
Einverstanden. Glaube auch dass es nicht möglich ist das Rad der Zeit zurueckzudrehen und alle Immigranten nach Hause zu schicken. Bin selbst für diese Nostalgie anfällig - der Kampf (Baskenland viel radikaler als in Katalonien) wird mit allen Mitteln geführt, mir sind die baskischen Nationalisten sympathisch, und auch die katalanischen, aber es ist die Sympathie mit dem Unterlegenen. Für die Sieger habe ich keine Sympathie.
Insgesamt gibt es sicher keine Mehrheit fuer die Unabhängigkeit. Da gibt es zu viele Nichtwähler und zu viele die spanische Parteien wählen.

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schmiedt 27.09.2015, 12:07
79. Was soll man denn glauben, bei den vielen Fehlern?

"sangen die Hymne der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung": Es gibt keine Hymne der Unabhängigkeitsbewegung. Es gibt eine Hymne Kataloniens
"Die Regierung der Region hatte die Wahlen vorgezogen, weil es sonst keinen legalen Weg gab, ein Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten" Es ist immer noch kein Referendum, es ist eine nicht bindende Befragung (consulta no vinculante). Juristisch zwischen Trickserei und gegenstandslos einzustufen
Muss man wirklich einen 16-jähringen als Zeugen aufrufen? Mehr Sachverstand war nicht aufzutreiben?

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