Forum: Politik
Kataloniens Premier über den Bruch mit Spanien: "Wir wollen unser Recht"
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Die Katalanen wollen raus aus Spanien, sie trotzen der harten Reaktion aus Madrid. Hier spricht der katalanische Ministerpräsident Puigdemont über Ohrfeigen für sein Volk, die Zukunft des FC Barcelona - und den Zorn der EU.

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hru 21.09.2017, 15:00
40.

Zitat von meri_auferil
Hallo liebe EU, wie agiert die EU wenn eine bewiesene korrupte Partei mit direkter Diktaturabstammung (PP- Mariano Rajoy) die paramilitärischen Kräfte des Landes gegen die Zivilbevölkerung aus ideologischen Gründen einsetzt? Wie agiert die EU wenn Politiker aus ideologischen Gründen festgenommen werden? Wie agiert die EU wenn die spanische Regierung die eigenen Ökonomischen und Sozialverbrechen nicht verfolgt aber ein Teil des europäischen Volkes (die Katalanen) unterdrückt? In der Vergangenheit hat man das Diktatur genannt. Wann haben die Katalanen endlich das Recht ihre eigene politische Zugehörigkeit zu bestimmen? Und nur aus Kuriosität; woher wissen denn die Medien, dass ein Großteil der Katalanen die Unabhängigkeit nicht streben, wenn genau ihnen diese Antwort gewalttätig untersagt wird? Es wird langsam Zeit, dass die EU für die Rechte der europäischen Bevölkerung sich einsetzt, denn die Regierung den Willen der Bevölkerung repräsentieren sollte. Nicht andersrum. Herzliche Grüße aus Ulm, Meritxell Auferil
HOHOHOHHH.
Zum einen ist die Polizei gegen Verantwortliche vorgegangen, da ist Zivilbevölkerung ein bisschen stark.
Zum anderen ist es jetzt nicht so, dass Katalonien ein besetztes Land ist. Ich stimme zu, dass sich die spanische Regierung dämlich anstellt aber es als Besetzung zu bezeichnet ist ein Hohn auf alle die wirklich besetzt sind.
Und die Annahme, dass es keine Mehrheit für den Austritt geben wird beruht auf der Annahme, dass die Katalanen genügend Vernunft besitzen, Ihre Situation zu verstehen. Ein unabhängige Katalonien verliert nicht nur einen großen Teil seines Heimmarktes (nämlich Spanien) sondern fliegt auch aus der EU ohne jede Aussicht da wieder rein zu kommen. Da sind die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits ja eher Peanuts gegen.
Und gezündelt wird nach meiner Beobachtung auf beiden Seiten.

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Knippi2006 21.09.2017, 15:01
41. Mittelbau abschaffen

Wir haben in Europa eine völlig überflüssige Bürokratieebene - und zwar die nationalen Parlamente und Regierungen. Ein Europa mit einem europäischen Parlament und einer zweiten Kammer, in dem die Vertreter der Regionen (Flamen/Wallone, Friesen, Bayern, Westfalen, Normannen, Andalusier usw. usw.) sitzen wäre wesentlich demokratischer als die jetzige Konstruktion.

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ersatzaccount 21.09.2017, 15:04
42.

Schwachsinnige Idee, wir brauchen weniger Grenzen in Europa nicht noch mehr.

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zorrilla 21.09.2017, 15:04
43. Fragen oder Stichpunkte?

Ich wundere mich ein wenig, dass Puigdemont nur Stichwörter in den Mund gelegt werden, statt kritisch nachzufragen. Mich hätte z.B. interessiert, was er geantwortet hätte, wenn man ihn auf die fehlende Mehrheit der separatistischen Parteien angesprochen hätte (nach den letzten Wahlen zusammen 48,5 %).
Und warum keine kritische Nachfrage zur undemokratischen Vorgehensweise? Laut Puigdemont würde ja auch eine Wahlbeteiligung von 30 % reichen, um sich - eine relative Mehrheit vorausgesetzt - unabhängig zu erklären.

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spätaufsteher 21.09.2017, 15:05
44. Regionalismus, nicht Nationalismus

Zitat von dweird
Dass Herr Puigdemont die Abtrennung Kataloniens mit der Wiedervereinigung Deutschlands vergleicht, ist ja wohl ein schlechter Witz. Bei der einen ging es um die Vereinigung eines Volkes, das seit dem Krieg getrennt war, und ein Teil 40 Jahre unter einer Diktatur litt. Bei Katalonien scheint es sich jedoch um eine Verirrung von Nationalstolz und landsmannschaftlichem Egoismus zu handeln. So, als würde Bayern, das zweifellos einige ärmere Bundesländer mit durchpäppelt, sich vom Rest Deutschlands abspalten (was vielleicht der eine oder andere als gar nicht so schlimm empfände...). Dieser national "Wir zuerst"-Egoismus, der nicht erst seit Trump immer mehr um sich greift, ist wirklich zum Kotzen und ein Rückschritt in die dunklere Vergangenheit. Man sollte meinen, die Menschheit wäre inzwischen klüger geworden. Und genauso wie die politischen Irrlichter Michael Farage & Co., die mit wahnwitzigen Behauptungen den Brexit vorangetrieben haben und damit ein ganzes Land in die Krise gestürzt haben, will sich Herr Puigdemont nach der Abstimmung aus der Verantwortung verabschieden. My job is done, now it's your turn. Ihr wolltet es so haben - nun seht zu, wir ihr damit klar kommt. Das Schlimme ist nicht Katalonien (who cares about Catalanes?) - das Schlimme ist, dass dieser neue Separatismus als nationaler Selbstfindungstrip weitere Kandidaten beflügeln könnte und die EU so erneut in die Krise stürzen könnte.
Es geht um Regionalismus, nicht um Nationalismus. Herr Puigdemont sagt sehr klar im Interview, dass sich Katalonien ausdrücklich als Teil Europas fühlt, ausdrücklich keine ethnischen Nationalismus betreibt, die Finanzfrage ausdrücklich nicht der hauptsächliche Motivator ist.

Katalonien hat eine eigene Geschichte, eigene Kultur, eigene Sprache. Es gibt in der Politik und leider auch in weiten Teilen der deutschen Presse gerade ein sehr große Bereitschaft Motive in den katalanischen Wunsch nach Unabhängikeit reinzulesen, die wenig mit den Verhältnissen vor Ort zu tun haben.

Daneben gibt es ein Selbstbestimmungsrecht der Völker. Mit welchem Recht sollte das ignoriert werden können? Nur zur Erinnerung: Jugoslawien haben wir seinerzeit völkerrechtswidrig bombardiert als Belgrad die Unabhängigkeitsbestrebungen des Kosovo nicht anerkennen wollte.

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scoopx 21.09.2017, 15:05
45. Das läßt sich ändern!

Zitat von lars.nitsch
Also ginge es nicht um die Liga-Teilnahme des FC Barcelona, wäre das Thema echt völlig belanglos. Aber so...
Aschaffenburg spielt ja auch nicht in der Bayern- sondern in der Hessenliga (wegen der kürzeren Wege).

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alohas 21.09.2017, 15:07
46.

Grundsätzlich unterstütze ich den Willen einer Nation nach einem eigenen Staat. Bei den Katalanen ebenso wie bei den Kurden, auch wenn es da doch erhebliche Unterschiede gibt. Die Kurden haben eine Vergangenheit dauernder Unterdrückung erlebt und haben nun seit ein paar Jahren ein autonomes Gebiet in Irak, einem Staat, der als nationale Entität ganz offenkundig nicht funktioniert. Dass die nun unabhängig werden wollen ist absolut nachvollziehbar und es besteht kein Zweifel, dass sie es auch mit Leib und Seele wollen. Bei Katalonien wirkt das doch eher ein wenig wie Wischiwaschi, Mal-so-Mal-so und viel Traumtänzerei; das geht aus dem Interview mit Herrn Puigdemont deutlich hervor; man will zwar unabhängig sein, aber der FC Barcelona z. B. soll doch bitte weiter in der spanischen Liga spielen dürfen, wenn er will, in der EU möchte man auch bleiben (obwohl das in der Realität ausgeschlossen wäre) und wenn es ums Eingemachte geht, tut man so, als sei man halt eine reine Willensnation und keine Ethnie. Dann könnte man ja ganz Spanien zur Willensnation erklären und gut ist, das Land besteht ohnehin aus mehreren ethnischen Gruppen, man bedenke auch die Basken. Hier handelt es sich ganz klar, v. a. im direkten Vergleich mit den Kurden um einen Separatismus der Verwöhnten. Nö, so nicht, Senyor, entweder ganz oder gar nicht bitteschön!

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Korken 21.09.2017, 15:08
47. Etwas undurchdacht

So richtig durchdacht kommt mir das alles nicht vor. Auch im Interview mehr larifari als konkretes. Auch auf den Demos sieht man lediglich ein paar zehntausende und wieviel Millionen leben dort laut eigenen Aussagen, ca. sieben? Wäre die EU nicht auf Nationalstaaten angewiesen sondern selbst ein Nationalstaat mit den jetzigen Ländern als Bundesländer, könnte das ja funktionieren. Mehr Regionalität ist sicher schön aber solange die Nationalstaaten souverän auftreten ist das zerstückeln nciht gerade praktikabel. Andere freuen sich eher auf die Schwächung Europas.

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spätaufsteher 21.09.2017, 15:10
48.

Zitat von marty_gi
Ich kann keinen wirklichen Grund erkennen, warum sie den "Kaxit" wollen.... ausser dem unspezifischen Stolz. Den auch andere haben. Man nehme die Bayern. Die ja auch mit Sicherheit lieber eigenstaendig waeren. Was diese ganze Separieren anbelangt - ich verstehe es nicht. Warum will jeder sein eigenes Sueppchen kochen, oder als zusaetzlicher Koch mit am Herd stehen? Er sagt ja selbst, er kann nicht mal klar eingrenzen, wer Katalane ist - wie soll und will er sich dann ausgrenzen von denen, die es nicht sind? ...hat manchmal auch so ein bisschen Anklaenge an unsere deutschen "Reichsbuerger", die auch alle lieber ihren eigenen Staat haetten.
Ich zitiere Voltaire: "Monsieur, ich halte das was Sie sagen für Blödsinn, aber ich wäre bereit mein Leben dafür zu geben, dass Sie es sagen dürfen."

Bezogen auf Katalonien: Mir persönlich ist die katalonische Unabhängigkeit schnuppe, aber als Demokrat ist es für mich nicht hinnehmbar, wenn der Wunsch nach einem demokratischen Referendum mit Polizeigewalt unterdrückt wird. Das ist nicht das Europa in dem ich leben will! Und das es problemlos anders und zivilisiert geht, haben Großbritannien und die schottische Regierung vor nicht einmal zwei Jahren eindrucksvoll bewiesen...

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skater73 21.09.2017, 15:10
49. Zwiespältig

Einerseits: Wenn sich eine Region unabhängig machen will, sollte sie das dürfen. Andererseits: Wie kann er darauf pochen, dass die spanische Gesetzgebung keine Mindestbeteiligung vorsieht bei Wahlen und im fast selbigen Atemzug gegen genau dieses spanische Recht verstoßen wollen, denn nicht die spanische Regierung hat die Wahl als illegal eingestuft, sondern die spanische Justiz gemäß spanischem Recht.

Sollen Sie aus Spanien und der EU austreten. Da muss auch nicht lange verhandelt werden, für die EU ist Katalonien dann halt dasselbe wie Marokko oder Tunesien mit allen Einreise- und Importvorschriften und fertig aus. Der militärische Schutz wird dann genauso ausgesetzt wie auch Flüchtlingshilfen, wenn die dort anlanden.
Dass solche Politiker so oft vergessen, dass ihre Region deshalb wohlhabend ist, weil sie Handel mit vielen Regionen und Ländern treiben.

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