Forum: Politik
Katar unter Druck: Der Fall des jungen Emirs
REUTERS

Als er die Fußball-WM nach Katar holte, war Tamim Bin Hamad Al-Thani auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch jetzt der junge Emir unter Druck, weil er Islamisten unterstützt. Kann er seinen Clan und sein reiches Land retten?

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jh2015 08.06.2017, 18:57
1. Noch viele Fragen

So klar wie hier - und in anderen Medien - beschrieben , erscheint die Rollenverteilung sicherlich nicht zu sein. Fakt ist doch , das der IS getragen und gesteuert wird von Sunniten , in der Spitze aus den alten Geheimdienstzirkeln des IRAQ. Der IRAN ist DIE schiitische Regionalmacht und damit der besondere Feind des IS in der Region ( Assad gehoert zu den Alewiten ). das Katar sowohl mit dem IRAN wie auch mit dem IS in Verbindung stehen soll erscheint vor diesem Hintergrund sehr urwahrscheinlich zu sein. Bemerkenswerterweise wird im Artikel auch der IS nicht erwaehnt. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden , dass es hier nicht um die Frage " Wer unterstuetzt welche Terroristen?" sondern viel mehr um die Frage " Wer ist auf der Seite des IRAN " geht.

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mathmag 08.06.2017, 19:13
2. Und Saudi-Arabien?

War nicht vorher Saudi-Arabien immer an erster Stelle, wenn in Artikeln Staaten, die den Terror unterstützen, genannt wurden?
Nachdem Gabriel dort Waffen hin verkauft und Trump einen vermeintlichen Superdeal dort gemacht hat, wird zum Dank nun ein Rivale der Saudis an den Pranger gestellt, oder wie darf ich mir das vorstellen?
Ich vermisse die kritischen Hintergrundartikel.

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zompel 08.06.2017, 19:13
3. auch das

Zitat von jh2015
So klar wie hier - und in anderen Medien - beschrieben , erscheint die Rollenverteilung sicherlich nicht zu sein. Fakt ist doch , das der IS getragen und gesteuert wird von Sunniten , in der Spitze aus den alten Geheimdienstzirkeln des IRAQ. Der IRAN ist DIE schiitische Regionalmacht und damit der besondere Feind des IS in der Region ( Assad gehoert zu den Alewiten ). das Katar sowohl mit dem IRAN wie auch mit dem IS in Verbindung stehen soll erscheint vor diesem Hintergrund sehr urwahrscheinlich zu sein. Bemerkenswerterweise wird im Artikel auch der IS nicht erwaehnt. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden , dass es hier nicht um die Frage " Wer unterstuetzt welche Terroristen?" sondern viel mehr um die Frage " Wer ist auf der Seite des IRAN " geht.
http://www.focus.de/sport/fussball/eklat-in-wm-qualifikation-saudi-arabische-spieler-boykottieren-schweigeminute-fuer-london-opfer_id_7228265.html
zeigt schon das ein Terrorist auf den anderen zeigt

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thomas_gr 08.06.2017, 19:21
4.

So eine Heuchelei und einfach unglaublich wie die deutschen Medien sich jedesmal per Knopfdruck auf das neue USA/Israel Ziel stürzen. Ah, jetzt soll Katar und der Iran fertiggemacht werden, auf auf ihr Schreiberlinge. Einfach unfassbar. Hat Saudi-Arabien nicht von Anfang an den Terror durch die ISIS finanziert, gedeckt durch die USA und Israel. Alles überprüfbare Fakten. In einer intakten Welt müsste man jeden Tag nur hierüber berichten, in einer kranken Welt stürzt man sich auf das nächste Störfeuer, um die Affen am Bildschirm zu unterhalten.

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fleischwurstfachvorleger 08.06.2017, 19:35
5. Dachte

Saudi-Arabien würde Terroristen unterstützen.

Wenn ich mich recht erinnere, stammten die meisten der Attentäter von 9/11 aus Saudi-Arabien

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Haarfoen 08.06.2017, 19:41
6. ... Hauptsache: Wichtig !!!

Der Westen geht immer davon aus, dass die Akteure im Mittleren Osten von strategischen Überlegungen oder logischen Handlungen geleitet werden. Dies ist aber nicht der Fall. Häufig geht es (bedauerlicherweise) um latent vorhandene Minderwertigkeitskomplexe und das Bedürfnis überhaupt wahrgenommen zu werden. Herr al-Thani ist auch so ein Kandidat. Hauptsache an Einfluss gewinnen und globale Medienaufmerksamkeit erhaschen. Zur Not idiotische Fussballstadien in die Wüste klatschen und sich ein Duell hinsichtlich der Höhe babylonischer Skyscraper mit den anderen Golfstaaten liefern. Dann den IS unterstützen und hinsichtlich der Zahlungshöhe die Saudis toppen, usw. usw. - häufig ohne Hirn und ohne Verstand, leider. Ein amerikanischer General (Name entfallen) hat es vor nicht allzu langer Zeit mal recht klar formuliert: Der nervige Minderwertigkeitskomplex der Saudis gegenüber der persischen Hochkultur, das Ziel die Perser zu übertrumpfen mit immer mehr Waffen ... und der dazu instrumentalisierte Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten. Hauptsache: Wichtig! Hinter großen Konflikten stehen meist profane, zutiefst menschliche (Ab-) Gründe und Herr al-Thani täte gut daran, mal eine Psychotherapie zu machen und im Falle einer Heilung seinem Land und seinen Untertanen nachhaltige Investitionen zu bescheren. Diese Feststellung gilt auch für andere Golfstaaten.

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keine Zensur nötig 08.06.2017, 19:45
7. Der junge Emir und seine Probleme

Seine Probleme:
- er zapft eines der größten Erdgasfelder der Welt an und ist einer DER LNG-Lieferanten der Welt, Hauptabnehmer in Asien, aber auch Europa
- am selben Gasfeld bohrt auch der Iran, alter und neuer Erbfeind der USA

Was kaum jemand beachtet hat - geplant war eine Gaspipeline durch Saudi-Arabien und Syrien zum Mittelmeer - und weiter nach Europa. Damit hätte man den Russen ganz toll ein Bein gestellt. Hätte, denn der syrische Despot verweigerte seine Zustimmung zum Projekt und bevorzugte eine iranische Variante. Nachdem er das verkündete hatte er den Bürgerkrieg im Land - angefacht durch wahabitische Prediger made in Saudi Arabia. Der angestrebte und offen verkündete Regimechange (war eine gewisse Clinton) allerdings ging schief und Syrien ersäuft im Blut, weil ALLE wahabitschen Wanderprediger ihre Schäfchen aus aller Welt holten und die Golfpotentaten ihre Petrodollar munter zu Ausstattung dieser Verbrecherbanden nutzten.

Zurück zum kleinen Emir, der sein Geld in weiser Voraussicht weltweit anlegte - auch im mittlerweile US-Feindlichen Deutschland. Siehe auch Hunnenrede in einem Bierzelt.

Der Nachbar Saudi-Arabien als regionale Stellvertretermacht von US-Potentaten hat mittlerweile so große finanzielle Probleme, dass er sich mit Russen verabredet, um den Ölpreis nicht vollkommen in den Keller zu lassen. Der Iran gegenüber allerdings muss sich nicht an diese Absprachen halten. Und unser kleiner Emir weiss das und pflegt gute Beziehungen zum Iran.

Zeitgleich haben die Staaten das Problem einer Überproduktion durch Fracking.

Es geht um schlichte Geopolitik und Geld. Und der kleine Emir ist zwischen die Fronten geraten. Sein Gas kommt nicht per Pipeline nach Europa, er sucht die Nähe zum Erbfeind und ist nicht abhängig von US-Ideen und ist Wirtschaftsfaktor im Neufeind EU. Das wurde ihm zum Verhängnis.

Vielleicht hatte er ja auch die krude Idee sein Gas auch gegen Euro oder andere Währungen als den US-Dollar zuverkaufen. Sollte das so sein, ist sein Sturz auf der Agenda.

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keine Zensur nötig 08.06.2017, 19:48
8. Der junge Emir und seine Probleme

Seine Probleme:
- er zapft eines der größten Erdgasfelder der Welt an und ist einer DER LNG-Lieferanten der Welt, Hauptabnehmer in Asien, aber auch Europa
- am selben Gasfeld bohrt auch der Iran, alter und neuer Erbfeind der USA

Was kaum jemand beachtet hat - geplant war eine Gaspipeline durch Saudi-Arabien und Syrien zum Mittelmeer - und weiter nach Europa. Damit hätte man den Russen ganz toll ein Bein gestellt. Hätte, denn der syrische Despot verweigerte seine Zustimmung zum Projekt und bevorzugte eine iranische Variante. Nachdem er das verkündete hatte er den Bürgerkrieg im Land - angefacht durch wahabitische Prediger made in Saudi Arabia. Der angestrebte und offen verkündete Regimechange (war eine gewisse Clinton) allerdings ging schief und Syrien ersäuft im Blut, weil ALLE wahabitschen Wanderprediger ihre Schäfchen aus aller Welt holten und die Golfpotentaten ihre Petrodollar munter zu Ausstattung dieser Verbrecherbanden nutzten.

Zurück zum kleinen Emir, der sein Geld in weiser Voraussicht weltweit anlegte - auch im mittlerweile US-Feindlichen Deutschland. Siehe auch Hunnenrede in einem Bierzelt.

Der Nachbar Saudi-Arabien als regionale Stellvertretermacht von US-Potentaten hat mittlerweile so große finanzielle Probleme, dass er sich mit Russen verabredet, um den Ölpreis nicht vollkommen in den Keller zu lassen. Der Iran gegenüber allerdings muss sich nicht an diese Absprachen halten. Und unser kleiner Emir weiss das und pflegt gute Beziehungen zum Iran.

Zeitgleich haben die Staaten das Problem einer Überproduktion durch Fracking.

Es geht um schlichte Geopolitik und Geld. Und der kleine Emir ist zwischen die Fronten geraten. Sein Gas kommt nicht per Pipeline nach Europa, er sucht die Nähe zum Erbfeind und ist nicht abhängig von US-Ideen und ist Wirtschaftsfaktor im Neufeind EU. Das wurde ihm zum Verhängnis.

Vielleicht hatte er ja auch die krude Idee sein Gas auch gegen Euro oder andere Währungen als den US-Dollar zuverkaufen. Sollte das so sein, ist sein Sturz auf der Agenda.

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Atheist_Crusader 08.06.2017, 20:22
9.

Der Mann steht NICHT unter Druck weil er Islamisten unterstützt hat. Er steht unter Druck, weil er eine Art von Islamisten unterstützt hat, die seinen Nachbarn nicht passte.

Grundsätzlich haben so einige Regimes in der Region keinerlei Probleme damit, wenn im Namen des Islams Leute niedergemetzelt werden - nur halt nicht ihre eigenen.

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