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Katars Staatschef im Gaza-Streifen: Der Emir mit den vollen Taschen
DPA

Er ist der erste Staatsgast seit Jahren und kommt nicht mit leeren Händen. Der Emir von Katar gibt bei seinem Besuch im Gaza-Streifen den Startschuss für umfangreiche Bauvorhaben. Mit seiner Geldspritze von mehr als 300 Millionen Euro stützt Scheich Hamad auch die dort herrschende Hamas.

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graphicdog 23.10.2012, 19:29
1. Erklärung?

Zitat von sysop
Er ist der erste Staatsgast seit Jahren und kommt nicht mit leeren Händen. Der Emir von Katar gibt bei seinem Besuch im Gaza-Streifen den Startschuss für umfangreiche Bauvorhaben. Mit seiner Geldspritze von mehr als 300 Millionen Euro stützt Scheich Hamad auch die dort herrschende Hamas.
Ist der Scheich jetzt eigentlich einer von den Guten, oder den Bösen?

Und,wenn er einer von den Guten ist, wie kann das sein, wo es in seinem Land doch weder Demokratie noch Rechte für Frauen gibt? Und Wenn er einer der Bösen ist, weil er doch scheinbar die Feinde Israels unterstützt, warum werden dann keine Sanktionen verhängt?

Fragen über Fragen.

graphicdog

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toponepercent 23.10.2012, 19:58
2. -

Zitat von graphicdog
Ist der Scheich jetzt eigentlich einer von den Guten, oder den Bösen? Und,wenn er einer von den Guten ist, wie kann das sein, wo es in seinem Land doch weder Demokratie noch Rechte für Frauen gibt? Und Wenn er einer der Bösen ist, weil er doch scheinbar die Feinde Israels unterstützt, warum werden dann keine Sanktionen verhängt? Fragen über Fragen. graphicdog
Das in Katar die Frauen weniger Rechte haben ist korrekt, doch sie haben eben weniger, d.h. nicht das sie keine haben. Viele Frauen dort finden das übrigens gar nicht komisch, sondern als völlig normale Rollenverteilung. Sie können nicht eine deutsche emanzipierte Frau mit einer Frau vergleichen, die in Katar geboren und aufgewachsen ist. Da prallen zwei Kulturen und zwei Weltbilder aufeinander.

Sie sehen die Demokratie als die richtige Staatsform, die Mehrheit der Menschen in Katar und den VAE wohl eher nicht. Einen Grund sich zu beschweren haben sie auch nicht. Sie müssen nur ein paar Jahre arbeiten, bekommen ein bedingungsloses Grundeinkommen, es scheint immer die Sonne und es werden die tollsten Bauwerke aus dem Boden gestampft. Die Verbrechensrate liegt bei unter 1% und Krieg kennt man auch nur aus dem Fernsehen.

Anhand der Staatsform des absolutistischen Monarchen oder den geringeren Rechten für Frauen, lässt sich also schon mal nicht festmachen, ob der Emir den böse ist.
Fakt ist, er ist deutlich konservativer als der sehr weltoffene und USA Freund Sheikh Al Maktum von Dubai oder auch die Königsfamilie aus von Abu Dhabi. Auch ist er wohl ein Unterstützer der "Islamisierung" der Welt, sprich das sich der Islam so weit wie möglich verbreitet.

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glücksbärchi35 23.10.2012, 20:04
3.

Zitat von graphicdog
Ist der Scheich jetzt eigentlich einer von den Guten, oder den Bösen? Und,wenn er einer von den Guten ist, wie kann das sein, wo es in seinem Land doch weder Demokratie noch Rechte für Frauen gibt? Und Wenn er einer der Bösen ist, weil er doch scheinbar die Feinde Israels unterstützt, warum werden dann keine Sanktionen verhängt? Fragen über Fragen. graphicdog
Das ist ein guter, weil der uns Öl liefert und fleissig bei uns einkauft.

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vitalik 23.10.2012, 20:33
4. Die Frage

Zitat von toponepercent
Das in Katar die Frauen weniger Rechte haben ist korrekt, doch sie haben eben weniger, d.h. nicht das sie keine haben. Viele Frauen dort finden das übrigens gar nicht komisch, sondern als völlig normale Rollenverteilung. Sie können nicht eine deutsche emanzipierte Frau mit einer Frau vergleichen, die in Katar geboren und aufgewachsen ist. Da prallen zwei Kulturen und zwei Weltbilder aufeinander.
Die Frage ist nicht, ob es so ist, sondern was passiert, wenn es Frauen nicht mehr sein wollen. Wenn man immer unterdrückt wurde, wird man sich damit irgendwann abfinden. Würde man aber versuchen etwas dagegen zu unternehmen, will ich nicht wissen was passiert.
Es ist jetzt keine Kenntniss, sondern nur ein Stammtischgelabber aber wie schnell ist eine Frau plötzlich Sünderin und wird gesteinigt, wenn diese nicht das macht, was der Mann sagt.

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pikeaway 23.10.2012, 20:41
5. Emir löst seine Zusage ein

Zitat von glücksbärchi35
Das ist ein guter, weil der uns Öl liefert und fleissig bei uns einkauft.
Schon vergessen?
Palestina sollte 2011 turnusmäßig die Präsidentschaft der Arabischen Liga übernehmen, verzichtete aber darauf in der Nacht vor der Sitzung.

Der Grund: Qatar hatte mit Palestina einen 400 Mill. USD- Deal gemacht. Palestina verzichtete zugunsten von Qatar.

"Senior political sources have confirmed that last September, Qatar "bought" the president's position of the Arab League from the Palestinians in return for a donation of US$400 million in "aid" to PA President Mahmoud Abbas who at the time was "prioritizing" payment of salaries to employees - it was Palestine's turn to hold the rotating Arab League President's position. [9]

The presidency - along with its position as chair of the League's Syria committee - gave Qatar the opportunity to pursue Assad's fall. However, all this may change in March with Iraq's assumption of the six-monthly presidency."

Asia Times Online :: UN shenanigans on Syria

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KnoKo 23.10.2012, 21:19
6. Sarkasmusdetektor einschalten

Zitat von toponepercent
Das in Katar die Frauen weniger Rechte haben ist korrekt, doch sie haben eben weniger, d.h. nicht das sie keine haben. Viele Frauen dort finden das übrigens gar nicht komisch, sondern als völlig normale Rollenverteilung. Sie können nicht eine deutsche emanzipierte Frau mit einer Frau vergleichen, die in Katar geboren und aufgewachsen ist. Da prallen zwei Kulturen und zwei Weltbilder aufeinander. Sie sehen die Demokratie als die richtige Staatsform, die Mehrheit der Menschen in Katar und den VAE wohl eher nicht. Einen Grund sich zu beschweren haben sie auch nicht. Sie müssen nur ein paar Jahre arbeiten, bekommen ein bedingungsloses Grundeinkommen, es scheint immer die Sonne und es werden die tollsten Bauwerke aus dem Boden gestampft. Die Verbrechensrate liegt bei unter 1% und Krieg kennt man auch nur aus dem Fernsehen. Anhand der Staatsform des absolutistischen Monarchen oder den geringeren Rechten für Frauen, lässt sich also schon mal nicht festmachen, ob der Emir den böse ist. Fakt ist, er ist deutlich konservativer als der sehr weltoffene und USA Freund Sheikh Al Maktum von Dubai oder auch die Königsfamilie aus von Abu Dhabi. Auch ist er wohl ein Unterstützer der "Islamisierung" der Welt, sprich das sich der Islam so weit wie möglich verbreitet.
Ihr Mühe der ausführlichen Antwort in allen Ehren, aber Sie haben anscheinend den sarkastischen Tenor des Beitrages von "graphicdog" übersehen.

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S_Bast 23.10.2012, 21:47
7. Qatar und die Schmugglertunnel.

Zitat von sysop
Er ist der erste Staatsgast seit Jahren und kommt nicht mit leeren Händen. Der Emir von Katar gibt bei seinem Besuch im Gaza-Streifen den Startschuss für umfangreiche Bauvorhaben. Mit seiner Geldspritze von mehr als 300 Millionen Euro stützt Scheich Hamad auch die dort herrschende Hamas.
Zitat von
Unter der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen verlaufen noch immer Dutzende Tunnel, durch die Schmuggler Waren und Güter aller Art in das palästinensische Gebiet transportieren.
Genau, und auf die muss Qatar denn auch zugreifen oder was? Qatar hat Geld wie Heu und hilft den anderen Ölmultis die amerikanischen Rüstungskonzerne in der Wirtschaftskrise ausgelastet zu halten.
Es hat während der Lybienkrise eine Tonne diplomatischer Browniepunkte bei der Nato gemacht, während Netanjahu's letztes Bild für die Welt das ist, auf dem er die Funktion einer Cartoonbombe erläutert.

Wenns sein muß lässt der Emir eine U-bahn von Kairo nach Gaza bauen. Es wird nicht sein müssen, da werden selbstverschreiblich einfach Inspektoren auf der Baustelle sein, solange sie sich benehmen. Schließlich hat der Emir den Ministerpräsidenten ja auch dazu gekriegt ihn einfliegen zu lassen um zu verkünden, was er da baut, da würden dann Schikane bei den Arbeiten schon reichlich kleinlich auf al Dschassira aussehen.

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kannmanauchsosehen 23.10.2012, 21:48
8.

Zitat von sysop
Er ist der erste Staatsgast seit Jahren und kommt nicht mit leeren Händen. Der Emir von Katar gibt bei seinem Besuch im Gaza-Streifen den Startschuss für umfangreiche Bauvorhaben. Mit seiner Geldspritze von mehr als 300 Millionen Euro stützt Scheich Hamad auch die dort herrschende Hamas.
Ein großes Bravo an die westliche Wertegemeinschaft. Durch die einseitige Parteinahme für Israel geraten die Palästinensergebiete nun zwangsläufig noch mehr in den Einflussbereich wohlhabender, radikaler Islamisten.

Es gab noch Zeiten, da war die Bevölkerung in den Palästinensergebieten relativ modern, und christliche und muslimische Palästinenser lebten friedlich zusammen ... Nach dem Exodus palästinensischer Christen und der relativ gut ausgebildeten Elite bleibt dem Land nur noch frustrierter, radikalisierter Kern.

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glücksbärchi35 23.10.2012, 21:52
9.

Zitat von pikeaway
Schon vergessen? Palestina sollte 2011 turnusmäßig die Präsidentschaft der Arabischen Liga übernehmen, verzichtete aber darauf in der Nacht vor der Sitzung. Der Grund: Qatar hatte mit Palestina einen 400 Mill. USD- Deal gemacht. Palestina verzichtete zugunsten von Qatar.
Ich kann ihrem Argument leider nicht folgen.
Selbstverständlich ist das Ziel von Katar die Stärkung der radikalen Islamisten und nicht die Präsidentschaft der Arabischen Liga.

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