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Katrin Göring-Eckardt: Sie hat Heimat gesagt
DPA

Die Grünen streiten über "Heimat". Das ist lächerlich aber lehrreich: Es geht um alte deutsche Neurosen und neue grüne Unsicherheiten. Denn die Deutschen sind kein normales Volk. Und die Grünen suchen den Weg nach Rechts.

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ritterinstuttgart 09.10.2017, 14:21
20. Parteien in der BRD

Chapeau für diese hervoragende Analyse. Keiner von den öffentlich-rechtlichen hat sowas bisher erarbeitet. Ich danke Ihnen Herr Augstein, auch wenn es ihrem bornierten Vater nicht gefallen wird.

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offonline 09.10.2017, 14:21
21. Haben diese Minderheitenparteien die Deutungshoheit

Wie in dem Bdeitrag Nr.: 3 zu lesen ist.
Zitat:
Es ist das Mindeste, was der Wähler verlangen kann, dass die Mehrheit im Lande bestimmt wo es lang geht und nicht eine braune Minderheit. Die etablierten Parteien waren die Steigbügelhalter der AfD und jetzt sind sie die Lemminge, die ihr hinterher rennen. Das ist schlicht unglaublich.
Zitat-Ende.

Die Mehrheit im Lande bestimmt nur durch Zusammenschluss mit Minderheiten die politische Richtung.
Wenn jetzt schon wieder alle politisch besetzten begriffe in den rechten Bereich "gerückt" werden, dann frage ich mich WER solche Bewegungen steuert und wer aus solchen Deutungen irgendein Kapital schlagen kann?
Als ich noch bei der Bundeswehr war hätte ich meine HEIMAT (NIEDERSACHSEN) gnadenlos auf dem Boden der DDR verteidigt...

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rennflosse 09.10.2017, 14:22
22. Besser

Zitat von michlmeik
Bald wird sich zeigen das es keine Jamaika Regierung geben kann, das mit CSU und Grüne geht gar nicht, entweder CSU oder Grüne. Die Wähler werden evtl. schon kommenden Sonntag zeigen was sie von solch einer Koalition halten.
Es wäre besser gewesen, die Wähler hätten das schon bei der Bundestagswahl gezeigt und Jamaika nicht als einzig mögliche Regierungsform ermöglicht. Da fehlte es an Schwarmintelligenz.
Aber der einzelne Wähler konnte die Tragweite seiner Kreuzchen auch nicht überblicken.

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pieterbruegel 09.10.2017, 14:23
23. Ach die Heimat..

..ich halte es mein Leben lang schon mit dem Grundsatz"ubi bene ibi patria"

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Anoram 09.10.2017, 14:25
24. Es ist leider keine soziale Frage

Natürlich mag sich ein Linker wünschen, dass das derzeitige Abgleiten in den Nationalismus im Kern eine soziale Ursache hat - da wäre er ganz in seinem Gebiet. Dem ist aber leider nicht so. Eine Partei wie die AfD, die bezüglich sozialer Belange auf dem Niveau der FDP abschneidet, könnte man sonst nämlich nur mit geistiger Umnachtung ihrer Wähler erklären. Das mag verlockend klingen, geht aber an der Sache vorbei. Denn es sind nicht so sehr die sozial Abgehängten, die AfD gewählt haben, sondern das (Fach-)Arbeitermilieu, dem es nicht unbedingt schlecht geht, sondern was sich ganz eigennützig sogar etwas davon verspricht, wenn sich der Staat sozial zurückzieht, weil dann die Abgaben sinken, für die hauptsächlich eben die Arbeiter einstehen. Ganz in Untertan-Manier buckelt man dort gern gegenüber der Wirtschaft - solange man nur jemanden zum nach unten treten hat. Genau dieses Bedürfnis, dass sich auch der kleine Arbeiter einmal als Herrenmensch fühlen kann, wird durch die Nationalisten bedient. In einem solchen Klima bleibt die soziale Frage eine rhetorische...

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skeptikerjörg 09.10.2017, 14:27
25. Ist Heimat gleich Staat?

Ich glaube nicht, dass jemand an einen Staat, an Deutschland als Ganzes denkt, wenn er von Heimat spricht. Heimat ist etwas viel intimeres, kleineres, heimeliges. Heimat ist lokal, regional, familiär, nicht Antipode zu global und Globalisierung. Schreiben und schrieben die sogenannten Heimatdichter über Deutschland? Die Hermann Löns, Theodor Storm, Theodor Fontane, usw.? Nein, taten sie nicht! Zeigen Heimatmuseen deutsche Universalgeschichte? Nein, tun sie nicht! Es sind ausschließlich Linke, die in "Heimat" etwas negatives, belastetes sehen. Leider. Und, Lieber Jakob Augstein, sie behaupten:"Aber in Deutschland ist das H-Wort kontaminiert. Die Nazis haben uns die Heimat kaputt gemacht." Können Sie dafür mal einen Beweis antreten? Der Begriff "Heimat" hatte bei den Nazis keine große Bedeutung, deren Schlüsselbegriffe waren "Volk, Volksgemeinschaft, Volksgenossen, Schicksalsgemeinschaft", weil sie damit auch die nicht im Reich lebenden Deutschen einschließen und alle, die nicht "Deutschen Blutes" waren, ausschließen konnten. Und als zentralistischer Führerstaat hatten sie auch gar kein Interesse, so etwas dezentrales, regionales, lokales wie Heimat zu fördern. Das Credo der Nazis war Deutschtum, nicht Thüringen oder Franken oder Schleswig oder Samland oder Schwaben.

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andreas_reinold 09.10.2017, 14:30
26. Gefühle lassen sich auf Dauer nicht unterdrücken.

Wenn ich zu meinen Eltern fahre, kommen mir ab einem bestimmten Punkt der Strecke schon unwillkürlich Heimatgefühle (wie Gefühle das halt so tun). In letzter Konsequenz speist sich die Heimatverbundenheit aus der Zuneigung zur Familie. Das lässt sich nicht unterdrücken, allenfalls kann man es verbergen. Dieses Gefühl überträgt sich für mich auf den Nationalstaat insoweit, als dass letzterer dem Schutz der Heimat dient (also zumindest so lange, bis er das nicht mehr tut, weil man es mal wieder total übertrieben hat). In dieser Relation verstehe ich auch Gustav Heinemanns Aussage im Hinblick zu seinen Gefühlen ggü. diesem Staat bzw. Frau Heinemann. Man sollte bei all seinen kritisierbaren Facetten nicht vergessen, dass der Nationalstaat auch einmal Instrument der Freiheit war, namentlich der Freiheit von Fremdherrschaft (Ja, ich meine Dich, Frankreich!). Zur Erbauung und als Beleg noch zwei Heinemann-Zitate:
- "Traditionen sind mit anderen Worten keineswegs das Privileg konservativer Kräfte. Noch weniger gehören sie in die alleinige Erbpacht von Reaktionären, obgleich diese am lautstärksten von ihnen reden."
- "wir stehen erst am Anfang der ersten wirklich freiheitlichen Periode unserer Geschichte. Freiheitliche Demokratie muss endlich das Lebenselement unserer Gesellschaft werden. […] Nicht weniger, sondern mehr Demokratie – das ist die Forderung, das ist das große Ziel, dem wir uns alle und zumal die Jugend zu verschreiben haben. Es gibt schwierige Vaterländer. Eines von ihnen ist Deutschland. Aber es ist unser Vaterland."
Und den noch zur geistig-moralischen Vergatterung:
"Nicht der Krieg ist der Ernstfall, in dem der Mann sich zu bewähren habe, wie meine Generation in der kaiserlichen Zeit auf den Schulbänken lernte, sondern der Frieden ist der Ernstfall, in dem wir alle uns zu bewähren haben."
Qualitativ gleichwertiges habe ich schon länger von keinem Bundespräsidenten gehört.
Gibt es eigentlich aktuell eine Gustav-Heinemann-Marke? Ich würde extra Briefe schreiben, um sie kleben zu können.

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freigeistiger 09.10.2017, 14:31
27. Was für ein Stuss

Heimat, der Begriff ist ok. Aber wie immer springen die Grünen auf ein Thema auf und kauen es nach. Wie die Liberalisierungen von Finanz- und Arbeitsmärkten. Und durch das Wiedergeben von irgendwelchen Parolen fühlen die Grünen sich als kompetent. Ebenso Herr Augstien. Heimat ist rechtradikal, ebenso wie Familie und Patnerschaft, Eigentum, Wohnung, Vertrauen und Loyalität, ist ja ein Zeichen von Abgegrenztheit und Kungelei. Liberalität und Weltoffenheit ist angesagt, weg mit allen populistisch konservativen Normen wie Umgansformen, Wertschätzung, Rücksicht und Fairness. Aber eins geht überhaupt nicht, bei rot über die Fahrbahn gehen. Da hört der Spass und die Liberalität auf.

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J_A_P 09.10.2017, 14:32
28. leider eine

Schlussfolgerung, der ich nicht zustimmen kann. Auch wenn ich sonst vieles von Herrn Augstein unterschreiben kann. Aber wer setzt hier Heimat mit Rechts gleich? Augstein? Heimat ist Heimat. Wollen wir jetzt den Duden durcharbeiten ....und die Wörter nach rechts und links klassifizieren? Das bringt doch nichts. Bösartig könnte man sogar behaupten Augstein treibt junge, heimatverbundene Wähler in die Arme der AFD ...weil sie das Wort Heimat nicht mehr wertfrei in den Mund nehmen dürfen und eine Möglichkeit der Identifikation suchen...die sie dann bei der AFD finden. Sehr sehr weit hergeholt ...genau wie die Zuordnung von Heimat und Rechts. Hat auch Willy Brandt rechte Gedanken gehabt als er anläßlich einer Rede die Heimat erwähnte? Zitat: Der deutsche Widerstand hat opfervoll für Anstand, Rechtlichkeit und Freiheit gekämpft. Er hat das Deutschland bewahrt, das ich als das meine empfinde und das mir mit der Auferstehung des Rechts und der Freiheit wieder ganz zur Heimat wurde."

Klar suchen die Grünen einen Weg (ich habe sie nicht gewählt) um eine Koalition möglich zu machen. Den Auftrag haben wir Wähler gegeben. Und klar identifizieren sie Versäumnisse. Das macht außer der FDP derzeit vermutlich jeder. Aber wie weit die Grünen sich verbiegen werden .... das ist noch nicht raus. Ich bin jedenfalls gespannt.

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bokrause 09.10.2017, 14:35
29. Die Grünen sind in der Heimat entstanden

Die Grünen begleiten mich seit ihrer Gründung hier im Südwesten. Und es war von Anfang an eine Heimatpartei, denn diese sollte vor den AKW und sonstiger Vergiftung geschützt werden. Deshalb stimmt es auch nicht, dass Grüne offenen Grenzen für alle wollen - da irrt Augstein - sondern man möchte eine klare Regelung. Übrigens schiebt das grüne BW mehr Unerwünschte ab, als das ach so schwarze Bayern. Natürlich haben die KBWler und Trotzkisten (Trittin etc.) versucht durch Unterwanderung eine Linkspartei aus den Grünen zu machen, aber zum Glück ist ihnen das nie gelungen, denn der Ursprung war stets bürgerlich. Und übrigens, für mich ist Heimat das Dreiländereck D-CH-F und dann der Rest von Deutschland.

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