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Kauder über Bauern-Hilfe: "Wir sollten nicht kleinlich sein"
DPA

Unions-Fraktionschef Volker Kauder hat Landwirten in Deutschland Unterstützung zugesagt. Er befürwortet aber, die Erntebilanz abzuwarten. Grüne und SPD fordern auch bei den Bauern ein Umdenken.

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geschneider 01.08.2018, 10:54
150. Wo leben wir denn?

Was da jetzt abgeht, interessanterweise auch in der CDU und speuiell bei Herrn Kauder, ist Sozialismus pur. Die Agrar-Unternehmer, Bauern im herkömmlichen Sinn gibt es so gut wie nicht mehr, sollten sich genau so am Markt behaupten müssen wie jeder andere Betrieb. Die Alternative sind VEB die von der Regierung mit 5 Jahres Plänen versorgt werden.
Wenn sich die Agrar-Unternehmen absichern wollen, kein Problem. Es gibt das Genossenschaftsrecht und auch die Möglichkeit eine Versicherung auf Gegenseitigkeit ins Leben zu rufen. Solche Eigeninitiative staatlicherseits in der Startphase zu unterstützen ist etwas ganz anderes als Subventionen zu verschenken.

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Bananenschale 01.08.2018, 10:55
151. Humbug

Zitat von wuxu
Die Bauern bekommen doch schon Abermilliarden an Steuern. Hilfen kann es nur unter Berücksichtigung des regionalen Wetters und der sonstigen Einkünfte aus Windkraft, Mietwohnungen etc. geben. Und die Hilfen kann es nur als Kredit geben. Wo bleibt ansonsten das Unternehmerrisiko, von dem die Bauern immer schwafeln.
Landwirte schwafeln nicht über ein Unternehmer-Risiko. Sondern eher darüber, daß sie Gutes tun für die Ernährung der Menschen und für den Erhalt einer Kultur-Landschaft. Das ist im Prinzip sogar richtig, wäre da nicht der Widerspruch zwischen Ethos und Wirklichkeit. Wenn die Landwirte nämlich nicht mal langsam von den Mono-Kulturen und von dem Einsatz von Pestizide wegkommen, werden wir einen ökologischen Zusammenbruch erleben, der auch in Dtl. Hunger bedeuten wird. Und das sogar recht bald. Alles das natürlich hilft nichts gegen Dürren. Die sind Ausdruck eines Klimawandels. Der wiederum ist Folge von Entscheidungen der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, die Jahrzehnte zurückliegen. Da sind i.Ü. die Landwirte eher weniger in der Schuld. Neben der Pestizid-Frage wäre das wichtigste Ziel, Landwirtschaft die CO2-neutral hinzubekommen. Die Lösung dafür gibt es nicht. Die Landwirte können das allein unmöglich schaffen. Und ohne Entschleunigung des Wettbewerbs ist da sowieso nichts zu wollen.

Hilfen auf Kredit sind keine Hilfen. Nicht jeder nämlich ist Kredit-würdig, obwohl er Hilfe verdient. Und: Kredit will Zins, Zins braucht Wachstum. Woher soll das kommen? Das von Ihnen vertretene falsche Denken ist die Ursache, nicht die Lösung.

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w.diverso 01.08.2018, 10:56
152. Immer wieder überraschend

was für ein so kleiner Teil der Bevölkerung eine so starke Lobby hat. Wenn man dann noch berücksichtigt was durch die Landwirtschaft für Schäden entstehen, siehe Nitratbelastung des Grundwassers und diverser Gewässer durch Überdüngung, Insekten ausrotten durch übermäßigen Einsatz von Spritzmitteln, nicht artgerechte Nutztierhaltung und sicher noch einiges mehr. Es wäre vielleicht klüger die Landwirtschaft weniger zu fördern und dafür mehr in Bildung zu investieren. Aber scheinbar machen die Lobbys der industriellen Landwirtschaft einen mörderischen Druck und das nicht nur in der EU sondern auch in USA. Mit der Hälfte der industriellen Landwirtschaft und mehr kleineren Betrieben ginge es der Umwelt sicher besser. Es ist zu hoffen, dass die Unterstützung bei den Trockenschäden auch eine Obergrenze beinhaltet und nicht die Großbetriebe wieder einmal überproportional unterstütz werden.

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latrodectus67 01.08.2018, 10:59
153. komparativer Standortvorteil

das sollte man unter dem Aspekt der Marktwirtschaft sehen. Es gibt eben komparative Standortvorteile und jeder soll nur das machen, was bei ihm gut geht. Also keine Hilfen für die Bauern. Das wäre die non-alternate-fact Antwort auf die Bitte um Hilfe, zumindest wenn man was seit Jahrzehnten auf uns einprasselt . Und was Mitleid betrifft, hat irgendwer Mitleid mit Mitbürgern die zur Tafel gehen müssen, weil sie nicht genug Geld haben, um sich Essen zu kaufen?
Ach ich vergaß, im Herbst sind Landtagswahlen im weiß-blauen Bauernländle Nummer 1.

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Emderfriese 01.08.2018, 11:00
154. Wette

Ich las gerade den -zigsten Beitrag, der Steuermittel für Bauern aus unterschiedlichsten Gründen ablehnt. Ich denke, so ungefähr wird das auch wohl die Stimmung in der nicht-bäuerlichen Bevölkerung sein. Aber um was wollen wir wetten, dass es trotzdem die Milliarde geben wird, die der Bauernverband mindestens fordert?

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ip2018 01.08.2018, 11:01
155.

Zitat von hema-31
Ich frage mich weshalb ein Bauer vom Staat subventioniert werden sollte wenn er genügend Eigenmittel hat um zu überleben. Bei Pflegebedürftigen erwartet man, dass diese ihr Haus verkaufen und fast alle Ersparnisse aufbrauchen um die Pflegekosten zu bezahlen. Ähnlich verhält es sich bei Hartz 4 und anderen Empfängern von staatlichen Subventionen. Wieso verlangt man von einem Bauern nicht das gleiche ?
"....Ich frage mich weshalb ein Bauer vom Staat subventioniert werden sollte wenn er genügend Eigenmittel hat um zu überleben...."

Frage: wieviele Bauern kennen Sie? Es ist wie in der Wirtschaft. Da gibt es nicht nur die Großen, wie VW, Bayer oder Thyssen. Die Mehrzahl sind kleinere Betriebe, die eben keine Rücklagen bilden können. Ich weiß wovon ich rede. Hier auf dem Land wo ich lebe gibt es noch viele Bauern, aber keine landwirtschaftlichen Großbetriebe. Diese Bauern bewirtschaften ihren Hof alleine mit Familie, ohne Angestellte. Mit min. 10 Stunden am Tag, ohne Wochenende oder Feiertage.

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qjhg 01.08.2018, 11:02
156. Überall, wo der Staat eingreift,

um Versorgung im weitesten Sinne zu gewährleisten, werden bis ins Unermessliche Gelder in fast unkontrollierbare Systeme hineingepumpt. Beispiel ist neben der Landwirtschaft das Gesundheitswesen. Man sollte hier einmal grundlegende Änderungen in Betracht ziehen, die einerseits die Umwelt und das Klima schonen oder beim Gesundheitswesen sowohl marktwirtschaftliche Gesichtspunkte als soziale Komponenten berücksichtigt. Dann findet man auch Lösungen, um von der ungerechten Subventionierung dieser Bereiche wegzukommen.

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mont_ventoux 01.08.2018, 11:02
157. Dürre

Als nach den schlechten Wahlergebnissen von CDU und SPD die Einnahmen aus der Wahlkampfkostenerstattung zurück gingen und Dürre in den Parteikassen herrschte, waren sich die Großkoalitionäre im Bundestages rasch einig, dass man sich fortan gegenseitig mehr Steuergeld zuschanzt. Über die Festschreibung der jährlichen Diätenerhöhungen hatte man sich über Parteigrenzen hinweg schon Anfang des Jahres geeinigt.

Jetzt, wo andere wirklich existenziell betroffen sind, heißt es erstmal: Abwarten.

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Pless1 01.08.2018, 11:05
158.

Zitat von Andraax
die von Unkenntnis geprägt ist... z.B. sind bei ökologischer Landwirtschaft sind die Böden viel besser aufgestellt um Witterungsbedingungen auszugleichen.
Dann erklären Sie den unwissenden bitte einmal, womit diese Böden den Faktor Wasser substituieren. Der von Ihnen angesprochene Effekt der Bodenschonung hat mit der aktuellen Situation nichts zu tun. Keine der in unseren Breiten angebauten Feldfrüchte ist auf eine solche, monatelange Dürre ausgelegt. Man kann auch nicht in Erwartung einer solchen Dürre einfach was anderes anbauen, denn bei Aussaat weiß ja noch niemand, ob eine Dürre eintritt wie 2018 oder Dauernässe wie 2017.

Im Gegenteil: ökologisch produzierende Betriebe sind eher stärker von der Dürre betroffen, da diese viel stärker auf Raufutter angewiesen sind. Der Futtermangel ist dort daher viel größer. Große Mäster können hingegen auf billiges Importgetreide und -soja warten, die sind praktisch gar nicht betroffen.

Was Sie schreiben ist also in diesem Zusammenhang schlichter Unfug.

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Nur ein Blog 01.08.2018, 11:05
159.

Zitat von Don_Draper
Es gibt doch nie eine Wetterlage, die allen Bauern gerecht wird. Die Obstbauern und Weinbauern werden z.B. bessere Ernten als die Jahre vorher einfahren. Es ist vollkommen richtig, was der Bundesrechnungshof sagt, erstmal den Erntebericht abwarten und wenn 30% Ernteausfälle entstanden sind, dann gibt es Unterstützung. Bei aller Schwere der Arbeit, ich habe noch nie einen Bauern kennengelernt, der nicht was zu jammern hätte.
Bei aller Verschiedenheit der Schwere der Arbeit, ich habe noch nie einen Arbeiter, Angestellten, selbständig Erwerbenden im Gewerbe, in den Medizinberufen Tätigen, Architekten, und erst recht keinen Beamten oder gar Politiker kennen gelernt, der nicht was zu jammern hätte. Mieter und Vermieter, VW-Kunden, usw. übrigens auch nicht. Mehr oder minder zufrieden sind bloss Unternehmer im Export, Manager mit Spitzengehältern und Gewerkschaftsbosse.


Wenn es nicht bald regnet oder hagelt, werden auch die Obst- und Weinbauern Einbussen haben.

Es ist m.E. richtig, die Ernteberichte abzuwarten und dann zu entscheiden.


Auch die Politiker müssen umdenken - es geht nicht nur immer um bezahlbaren Wohnraum und Flüchtlinge - es geht auch um die Ernährungssicherheit aller in Deutschland Wohnenden.

Man kann nicht alles importieren - und wenn die Landwirte den Saatgutmonopolisten, der Agrarchemie, den Grossabnehmern und -verarbeitern und Konsumentenschützern so ausgeliefert sind, dass sie keine Reserven haben, um zwei bis drei Dürren zu überstehen, dann genügt auch ein "Umdenken" in der Landwirtschaft nicht - dann muss sich mehr ändern.

Nahrung ist noch mehr ein Grundbedürfnis aller Menschen als bezahlbarer Wohnraum, da kann man seine Ansprüche noch runterschrauben - das ist bei Nahrungsmitteln nur sehr bedingt möglich. Globale Märkte und globaler Freihandel geht für Luxusgüter problemlos, bei Industriegütern ist das schon komplexer und bei der Agrarwirschaft wird das nie funktionen, wenn man gleichzeitig den Planeten retten muss, Armut und Reichtum in der ganzen Welt gerecht verteilen will usw.

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