Forum: Politik
Kinderstars: Der Thunberg-Effekt
DPA

Der Aufstieg von Greta Thunberg zum Star der Klimaschutzbewegung zeigt die Macht des emotionalen Appells in der Politik. Wer sich nicht von Kinderaugen rühren lässt, muss ein Schuft sein. Oder gibt es Einwände?

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maiterdoktor 07.02.2019, 16:20
10. Wie immer hab ich bei Fleischhauer Probleme...

zu kapieren was er uns auf den weg geben will, die "take home message"...
Will er wirklich einen kausalen Zusammenhang zwischen Extremismus wählen und Greta Thunberg herstellen ? Nach dem Motto ich kann mich ja nicht mehr frei äussern weil ich sonst als Kinderhasser gelte, deswegen wähle ich heimlich die sogenannte AfD ? Um die zu bestrafen die ein Kind vorschicken um uns ein schlechtes Gewissen zu machen weil wir nach Asien fliegen anstatt in den Bayrischen Wald zu trampen ?
Ziemlich weit hergeholt und ziemlich komische Denkweise. Vielleicht ist Thunberg wie so viele andere Kinder und Jugendliche besorgt, weil sie viel länger mit dem veränderten Klima leben müssen als Herr Fleischhauer. Besorgte Bürger eben nur ein wenig jünger...

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LDaniel 07.02.2019, 16:21
11. So ist es

Genau so ist es. Das Mädchen ist ja nur ein Beispiel. Die Rot-Grüne Gesinnungszensur verbietet einem natürlich nicht, zu sagen was man denkt, allerdings sanktioniert sie unliebsame Meinung gleich mit sozialer Ausgrenzung. Das Problem ist - langsam bewegt sich der Teil der Ausgegrenzten über die 50% Marke, so dass sie zur Mehrheit werden.
Genau so ist Trump Präsident geworden - nicht weil er überzeugte, nicht weil er so toll war. Sondern einfach nur weil er sich gegen die immer obskureren Forderungen der „politisch Korrekten“ (dort Social justice warriors) gestellt hat. Und genau das passiert auch grade bei uns und überall in den westlichen Demokratien. Die Leute wollen nichtmehr mit Genderwahn, Ökowahn, Feinstaubwahn, Feminismuswahn, fünftem Geschlecht, etc etc gegängelt werden bzw sollen diese Themen nichtmehr den Diskurs bestimmen.
Aber vielleicht hat Herr Fleischhauer recht - die Abrechnung kommt erst an der Wahlurne. Schade, dass man die Warnschüsse nicht als Warnung sondern als Ansporn zu noch mehr von dem Verrückten Zeug gesehen hat - die nächsten Wahlen werden wohl leider keine Warnschüsse mehr bleiben

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gm-nk 07.02.2019, 16:23
12. Absolut richtig

Jeder, der es wagte, die junge Dame anzuzweifeln wurde als Hasser beschimpft. Eine gegensätzliche Meinung wird oftmals nicht geduldet und gnadenlos abgestraft. Dabei vertritt das Kind eine Meinung die von vielen nicht geteilt wird. Aber wie der Autor schon richtig beschreibt, am Ende wird die Entscheidung in der Wahlkabine getroffen - so oder so.

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Paule Paulson 07.02.2019, 16:25
13.

Zitat von erwachsener
Am 02.02. erschien in SPON ein Interview mit Greta Thunberg. Sie machte darin nicht den Eindruck als ob sie erwarte, daß man wegen ihres Alters oder Ihrem Asperger-Syndrom besondere Rücksicht auf sie nimmt. Sie erwartet vor allem, daß man ihr wegen ihres Alters abnimmt, daß sie sich ernsthafte Sorgen um die zukunft macht - eine Zukunft, welche viele derer, die gerade darüber entscheiden, wahrscheinlich nicht mehr erleben werden. Herr Fleischhauer benutzt hier einen sog. Strohmann, indem er eine nie aufgestellte Behauptung angreift. Greta Thunberg als ein Beispiel für ein außerrhetorisches Mittel ur Beeinflussung hinzustellen ist selbst ein rhetorischer Trick, um Thunbergs berechtigte Sorgen mit einem ad hominem Argument zu entkräften.
Ja, ich glaube auch nicht, dass Greta Thunberg selbst sich gesagt hat "Ich bin ein kleines Mädchen mit Asperger, das nutze ich jetzt"
Aber ihr Erfolg kommt - meiner Meinung nach offensichtlich - trotzdem genau dadurch zu Stande. Wäre sie nur 100. grauhaarige Experte, würde es keinen Menschen interessieren.

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Olaf 07.02.2019, 16:26
14.

Ich halte es für Grenzwertig sein Kind so für eine Kampagne in die Öffentlichkeit zu stellen. Damit tut man ihr wirklich keinen Gefallen.

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olicrom 07.02.2019, 16:26
15. Alles richtig. Aber....

.... Herr Fleischhauer übersieht m.E. die grundsätzliche Unmöglichkeit absoluter Emotionslosigkeit auch in der Politik resp. dem, was man sonst so unter "sachlichem Austausch von Argumenten" versteht. Selbst weitentwickelte und hochwirksame Blocker wie Merkel arbeiten selbstverständlich andauernd und permanent mit Gefühlen. Subkutaner, pointierter und natürlich nicht so mit der Brechstange. Und letztendlich muss man doch sagen: ein Idiot, der Politik ohne Gefühl betreibt. Ich glaube nach wie vor an Altvordere wie Strauß, Wehner oder Brand, um nur mal die positiven Beispiele zu nehmen. Zumindest taten sie so, als würde hinter ihren Argumenten jede Menge hochexplosive, aber authentische Emotion stecken. Und daher geht es für mich im Fall Thunberg nicht um Emotions-Missbrauch in einer wichtigen Debatte, sondern um Authentizität. Ob echt oder nicht, mag ja eine andere Frage sein. Aber Authentitzität ist unbestritten nicht Thunbergs Problem, dafür aber ein Problem der Politik. Deren Darstellung nun sogar als "moralische Erpressung" zu diffamieren, wirkt da schon ein wenig hilflos, oder - um im Beispiel zu bleiben - dem Authismus des zeitgenössischen Politikstils verhaftet. Also: mit Emotionen in der Politik zu arbeiten ist riskant und mit dem Risiko des Missbrauchs versehen. Aber deren völliges Auslassen spricht noch lange nicht für eine bessere Politik.

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urbanism 07.02.2019, 16:26
16. Pseudo Helden

ich habe diese Kinder/Jugendbewegung immer als Lachnummer gesehen. Wer mit Smartphone bewaffnet, sich jeden Tag mit den besten Kosmetika pflegt, mit Klamotten die von Kindern in irgendwelchen Armutsländern zusammengeflickt werden durch die Gegend läuft, sich von Vati und Mutti mit Auto jeden Tag durch die Gegend kutschieren lässt und auch sonst jede Annehmlichkeit unserer Modernen Welt in Anspruch nimmt und somit Tatkräftig jeden Tag unsere Welt mit zerstört, dem brauch ich keinen Respekt zollen. Wir haben hier, wie bei so vielen Dingen der Neuzeit, einen Modetrend der dankend von den Medien auf ein Podest gehoben wird und nach allen Regeln der Kunst verehrt wird. Fehlt eigentlich nur noch, dass für solche Pseudo Helden der Nobelpreis verliehen wird. Ganz zu Schweigen dass es auf diese Welt soviel Ungerechtigkeiten gibt, gegen die auch jeden Tag Menschen Tapfer Ankämpfen, was aber niemanden in diesem Land interessiert.

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Haarfoen 07.02.2019, 16:28
17. Ethische Defizite

Es ist schon beachtlich, dass ein Mensch mit einem derart dürftigen ethischen Grundverständnis Kolumnist bei SPON wird. In der Frage des Klima geht es nicht um einen Meinungsaustausch. Die Fakten liegen auf dem Tisch und bedürfen keinerlei "Meinungen". Richtig ist, dass die Fakten durch große Teile der Bevölkerung nicht realisiert, bzw. mit naiven und unsinnigen Argumenten ignoriert werden. Diese unzumutbare Bewegungsstarre wird von Herrn Fleischhauer fälschlicherweise als "Gegenrede" bezeichnet und legitimiert. Die sich anbahnende Klimakatastrophe wird so (auch durch den Autor) klein geredet, es wird auf erlernten Denk- und Verhaltensmustern beharrt. Dies bedingt, dass viele junge Menschen Angst vor der Zukunft haben und feststellen, dass eben diese ältere Generation nichts, aber auch nichts unternimmt, um die Lebensgrundlagen für die Zukunft zu sichern und zu einem Klimaschutz beizutragen. Hierbei ist es völlig unerheblich, ob ein/e Vertreter/in dieser jungen Menschen eine Essstörung hatte, depressiv ist oder blaue Wollmützen schön findet. Inhaltlich kann man den jungen Leuten nur zustimmen. Im übrigen ist es doch wohl Greta Thunberg selbst, die auf ein Mitleid oder eine "Beisshemmung" der Erwachsenen pfeift und gar nicht will, dass ihre Person mit den von ihr vorgetragenen Sachargumenten zum Klima assoziiert wird. Es ist schon interessant, welche perfiden Argumentationen sich die Klimaleugner ausdenken, siehe vorliegenden Beitrag von Herrn Fleischhauer. Eine 16-Jährige ist auch "Kinderstar", sie alter Sack (mit Verlaub)!

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RGK20 07.02.2019, 16:31
18. Schüler, Umweltschutz und Hamburger

es sind größtenteils "dieselben" Kinder, die freitags die Schule schwänzen (ein Gesetzesverstoß !), um so aktiv vorgeben unsere Umwelt zu retten und anschließend im Hamburger Restaurant mit Einwegmüll essen gehen und zum Teil die Tüten hinterher auf dem Parkplatz noch einfach so aus dem Auto werfen. Aber dann ist Fernsehen und Presse ja längst über alle Berge. Mahlzeit. Merke auf: Umweltschutz erlangt man nicht durch "demonstrieren" für oder gegen andere, realer Umweltschutz begründet sich im eigenen "Verhalten".

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kayakclc 07.02.2019, 16:33
19. Demokratie und Medien

Das Wesen der Demokratie ist die freie Meinungsäußerung. Das gilt für Greta Thunberg wie für Medien oder Du und ich. Auch ich hatte mit 16 Jahren Meinungen, die damals wichtig und relevant erschienen, die ich in der BRD frei äußern konnte. Was ist davon geblieben nach über 30 Jahren? Greta Thunberg wird von Medien zu einem Medienstar gemacht, auch weil sie mit dem Zeitgeist resonante Meinungen vertritt. Ist völlig in Ordnung, muss mich aber jetzt nicht umbedingt tangieren. In jeder Epoche gibt es Leute, die Untergangsfantasien haben und sich dort hineinsteigern. Um es klar zustellen: der Klimawandel ist da und real. Dazu brauche ich keine Greta Thunberg, besonders wenn ihre Vorstellungen doch sehr an eine 16jährige erinnert, die aus ihrem Erfahrungshorizont glaubt zu Wissen was richtig oder falsch ist. Ich kann nur sagen: man lernt ein Leben lang nie aus. Leider ist die Welt komplexer als es Populisten uns erzählen wollen.Leider!

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