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Klimapläne von CSU und CDU: Union verzichtet auf CO2-Steuer
Andreas Frank/ picture alliance

In wenigen Tagen will die Regierung ihr Klimapaket vorlegen - die Union hat sich nun entschieden: Sie will den CO2-Ausstoß nach SPIEGEL-Informationen per Emissionshandel reduzieren, eine Steuer lehnen CDU und CSU ab.

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np.mueller 12.09.2019, 13:35
60. Nicht sicher,

dass die CO2-Steuer zur Reduktion der Emissionen beiträgt? Die Zertifikate wohl schon? Entschuldigung, aber diese Argumentation ist lächerlich.

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Ruhrsteiner 12.09.2019, 13:36
61. So viel dann zum Thema "Klimakanzlerin", wie gestern zu hören und...

zu lesen war. Man kann nur hoffen, dass CDU/CSU, solange sie noch regieren, sich jetzt auf die alten politischen Gestaltungs- und Planungsgrundsätze Realismus und vor allem Antizipation besinnen, und sich klar machen, dass auch der Emissionshandel nur eine zeitlich befristete Interimslösung sein kann, bis wirklich substanzielle Lösungen zur Vermeidung der Klimakatastrophe realisierbar sind. (Auf so etwas muss man hinarbeiten, auch politisch). Aber warum sollten sie das nach 15 Jahren auf einmal können?

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charlybird 12.09.2019, 13:37
62. Frau Dr. Merkel und Klimakanzlerin

passt jetzt ungefähr so gut zusammen, wie ein Kamel, dass auf Bäume klettert.
Ich erinnere, dass sie zum Antritt ihrer Kanzlerschaft ziemlich spektakulär durch die Welt reiste, auch in der Arktis war und schon damals den Klimawandel, der ja nicht erst seit Greta Thunberg stattfindet, verbal anmahnte und gefühlt auf jedem zweiten Foto in der Natur und im Ostfriesennerz zu sehen war, aber danach nix, oder in Deutsch, Nichts folgen ließ.
Hätte ja auch Geld gekostet, was dann problematisch wurde, denn kurz darauf musste man den Dominobankencrash aufhalten.
Heute kostet ein signifikanter Eingriff zur Änderung des Klimawandels immer noch Geld, aber das durch einen Emissionshandel und steuerliche Abschreibungen bewirken zu wollen, ist nicht nur lächerlich, sondern karikiert die angebliche Ernsthaftigkeit des politischen Vorhabens doch recht deutlich.
Es wäre in etwa damit zu vergleichen und wahrscheinlich auch so wirksam, als ob man Donald Trump den Sozialen Wohnungsbau überlassen würde.
Frei nach Frau. Dr.: Auch im Klima-und Umweltschutz haben wir uns dem Internet angepasst, denn wir befinden uns da wohl noch im Neuland.
Man muss sich auch vor Augen halten: Konservativ und Progressivität gehen nicht zusammen.

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jj2005 12.09.2019, 13:37
63. Volkswirtschaftslehre

Zitat von atom2
Jeder, der mal ein paar Semester Volkswirtschaftslehre belegen durfte, weiss, dass eine Steuer die ineffektivste Variante der Internalisierung externer Effekte darstellt, da der Steuereffekt ("Steuer" hier im Sinne der Steuerung) eher ungenau ist und die Kosten sehr hoch sind. Über Zertifikate hingegen ist der Steuereffekt maximal hoch, da mittels der Zertifikate die Höhe/Menge der CO2-Emission exakt vorgegeben werden kann und sich zudem hierfür - quasi automatisch - die für die Volkswirtschaft sinnvollste Verwendung und der niedrigste Preis einstellen.
Jeder, der sein Studium der Volkswirtschaftslehre erfolgreich abgeschlossen hat, und insbesondere in den Vorlesungen zur Pigousteuer nicht geschlafen hat, weiss, dass eine Steuer die effektivste Variante der Internalisierung externer Effekte darstellt, weil sie es dem Markt überlässt, die optimale Menge zu finden. Zertifikate sind ein höchst ineffektives Derivat der Pigousteuer.

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alexreil 12.09.2019, 13:37
64.

Zitat von der.tommy
Warum ist es so unmöglich, eine co2 Steuer so einzuführen, wie sie bereits einige Länder in der EU haben? Das erschließt sich nicht. Zumal die finanzielle Belastung durch die Zertifikate ja ähnlich wäre, nur weniger effizient.
Weil es dann keine Möglichkeit mehr gibt, der Industrie eine Vorzugsbehandlung angedeihen zu lassen und die Zeche vom Bürger alleine zahlen zu lassen. Denn das wäre keinem mehr vermittelbar und würde dann auch zu einem regelrechten Aufstand führen. Die Regierung hat nämlich schon zu oft gezeigt, dass sie gewillt ist alle denkbaren Belastungen einseitig auf die Bürger abladen zu wollen und sie so die Industrie direkt subventionieren zu lassen. Bei einer CO2 Steuer müsste man sämtliche Verursacher gleich behandeln, damit sie überhaupt wirken kann und damit würden die Belastungen für CO2 intensive Betriebe deutlich steigen müssen.

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cyborgpiratelaserninja 12.09.2019, 13:37
65.

Zitat von mantrid
Bei einer Steuer müsste, wer mehr verschmutzen will, einfach mehr bezahlen. Eine Begrenzung der CO2-Emissionen wäre so nicht gegeben.(...)
Jein. Es kommt darauf an wie hoch der Steuersatz wäre und wo er überall angewendet wird. Man müsste sich die Steuer auch leisten können. Im Endeffekt würde dann wohl eher die Wohlhabenderen einfach mehr bezahlen um ohne Einschränkungen zu leben. Andere müssen dann verzichten bzw. sich in irgendeiner Form umstellen.
Es geht ja im Prinzip darum künstlich den Druck zu erhöhen um eine Anpassung des Verhaltens zu erzielen. Die Frage die ich mir dabei Stelle ist, wie weit das von der breiten Bevölkerung akzeptiert wird. Wenn die Privilegien von Arm und Reich noch stärker spürbar werden und der Kampf gegen den Klimawandel weltweit sehr asymmetrisch geführt wird. Siehe dazu diesen Artikel: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-wo-er-am-gefaehrlichsten-ist-a-1286390.html Es dürfte schwierig werden z. Bsp. den Deutschen angesichts dieser Entwicklung in der Mehrheit zu überzeugen. Ein klares Dileamma, denn Nichtstun ist auch keine Option.

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mistarich 12.09.2019, 13:41
66. Viel wichtiger sind am 20. 09.

die Entscheidungen ziur Solarenergie. Falls der Deckel von 52GW installierter Solarleisting nicht erhöht wird, ist die Enwrgiewende bis 2040 definitiv nicht zu schaffen.

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sacco 12.09.2019, 13:41
67.

Zitat von vothka
Man kann doch einfach mal aus Erfahrung lernen. Nehmen wir die Zementproduktion - früher mal in Deutschland zu Hause. Für ~8% des CO2 Ausstosses verantwortlich. Weil das natürlich gar nicht toll ist für die deutsche Bilanz hat man sie unter die Wunderwaffe des CO2-Zertifkats gestellt. Nun sind die Werke aus Deutschland raus - was für ein Erfolg. Sie sind aber nicht weg - sondern nur wo anders. Da das Klima nach wie vor bei uns gemacht wird hat man also keinem geholfen
"Da das Klima nach wie vor bei uns gemacht wird..." Aha, wir 'machen' also das Klima - mit 2% Anteil (Tendenz fallend) an den weltweiten Emissionen?

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snoxx 12.09.2019, 13:41
68.

Auch wenn ich die CDU nicht mag, aber hier haben sie recht. Es gibt KEINE Variante der CO2 Steuer die solzial vertretbar ist und noch dazu bringt sie auch nichts. Das Problem ist naemlich nicht CO2 Erzeugung sondern dviel allgemeiner der Energieverbaruch.
Nehmen wir mal ihr Beispiel, der Pool Besitzer kann mit seinem Geld Flaeche kaufen und Solar oder Windkraftanlagen draufpacken und seinen Pool CO2 "Neutral" heizen. Dann bekommt er Monat fuer Monat Geld geschenkt.
Ein Mieter in einem Mietblock hat dagegen in der Regel KEINE Moeglichkeit nur seine Wohnung CO2 "neutral" zu heizen.
Wenn Sie es Sozialvertraeglich haben wollen, dann geht das nur mit einer Energiesteuer. Nach dieser steht Ihnen ein pro Kopf Verbrauch zu und alles was Sie mehr verbrauchen, ganz egal ob CO2 "neutral" hergestellt oder nicht, wird besteuert.
Dann noch Abschlaege in den Ballungszentren wie z.B. Berlin - sprich Berliner haben eine um 15% geringere Pauschale da Sie duch Buendelung wie z.B. OPNV weniger Energie verbrauchen muessen.
Ach und hoeren Sie mal mit den Pendler bashing auf. Stellen Sie sich mal vor die brauchen alle eine Wohnung in ihrer Stadt. Statt auf Pendler einzuschlagen sollte man lieber im Ballungsraeum anfangen. Die Strassen dort werden in der Regel von den Einheimischen blockiert und dass obwohl Sie die bessere OPNV Anbindung haben. Daher weg mit dem kostenlosen Awohnerparken und her mit der Zwangskarte fuer den OPNV.

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Peer Pfeffer 12.09.2019, 13:42
69. Symbolpolitik

Ich wusste doch, dass es die Union wieder vermasselt. Einzig eine CO2-Bepreisung, die alle Co2-Erzeuger erfasst, wird wirksam. Das kann eine Steuer viel besser abbilden.

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