Forum: Politik
Klimaschutz mit Atomstrom?

Einige Politiker fordern zu einem Umdenken beim Atomausstieg auf, um die Klimaschutzziele erreichen und gleichzeitig die Energiesicherheit gewährleisten zu können. Wie denken Sie, ist für einen nachhaltigen Klimaschutz Atomstrom sinnvoll?

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Ein Belgier 19.06.2008, 21:11
1.

Ich bin ein Verfechter der Nutzung der Atomenergie, aber man sollte nicht mit falschen Argumenten für eine richtige Sache werben. AKW's unter dem Gesichtspunkt der CO2 Vermeidung zu propagieren ist unseriös; alle erreichbaren fossilen Energieträger werden verfeuert werden - mit oder ohne Atomkraft. Die Versorgungssicherheit, die Grundlastfähigkeit, die Zukunftsfähigkeit sowie der günstige Preis sind gute Gründe um Atomkraft bis zur erhofften Realisierung der Kernfusion in Europa einzusetzen.
Für meinen Teil wiegen diese Vorteile die Probleme bzgl. Sicherheit und Endlagerung auf (kann man auch anders sehen), aber das Argument "Klimaschutz" ist nur ein Scheinargument und schadet der Sache mehr als das es ihr nutzt...

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kdshp 19.06.2008, 21:35
2.

Zitat von sysop
Einige Politiker fordern zu einem Umdenken beim Atomausstieg auf, um die Klimaschutzziele erreichen und gleichzeitig die Energiesicherheit gewährleisten zu können. Wie denken Sie, ist für einen nachhaltigen Klimaschutz Atomstrom sinnvoll?
Hallo,

die CDU sollte mal klar sagen wieviel neue AKW´s sie haben will oder nach ihrer vorstellung von nöten wären.

Geht es hier um 1 AKW oder um 20 ? Auch würde mich mal interessieren wo man sich denn die standorte vorstellen könnte ?

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boam2001 19.06.2008, 21:49
3. Ja !!!

Viele Länder in der Welt und um uns herum bauen neue Atomkraftwerke, um den steigenden Energiebedarf zu decken. Nur Deutschland geht mal wieder einen seltsamen Sonderweg. Allein mit Energieeinsparungen, Biogas, Wind- und Solarkraft sowie Kraft-Wärme-Kopplung kann man ein 80-Millionen-Volk nicht mit ausreichend Energie versorgen.

Ob das wohl ausreicht ????

Die Rot-Grüne Vorgängerregierung hat einen entscheidenen Fehler bei der Abschaffung der Atomkraft gemacht: Sie konnte keine geeigneten Alternativen präsentieren bzw. durchsetzen, welche in der Lage sind, die Bevölkerung und die Wirtschaft mit ausreichend Energie zu versorgen.

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knightsurfer 19.06.2008, 22:13
4. Was für ein Unsinn

Zitat von sysop
Einige Politiker fordern zu einem Umdenken beim Atomausstieg auf, um die Klimaschutzziele erreichen und gleichzeitig die Energiesicherheit gewährleisten zu können. Wie denken Sie, ist für einen nachhaltigen Klimaschutz Atomstrom sinnvoll?
Die Klimaschutzziele können durch den Ausbau der Atomkraft nicht erreicht werden. Bei der Stromproduktion fallen keine Treibhausgase an, jedoch müssen Uranabbau, -anreicherung, Kraftwerksbau mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen und Entsorgung sowohl des Atommülls als auch der Kraftwerke mit in Betracht gezogen werden. Bei all diesen Tätigkeiten werden große Mengen CO2 frei. Damit sieht die Bilanz schon erheblich schlechter aus. Des Weiteren ist eine Versorgung Europas durch erneuerbare Energien zu einem Bruchteil der Kosten möglich. Das Problem ist ja nicht, dass nicht ständig genügend regenerative Energie vorhanden wäre, sondern Speicherung bzw. Verteilung. Ein europaweites neues Gleichstromverbundnetz würde diese Probleme lösen.

Außerdem heizen Atomkraftwerke auch ohne Treibhausgasausstoß die Atmosphäre auf. Diese Kraftwerke erzeugen mit relativ geringem Wirkungsgrad Strom welcher letztendlich wieder in Wärme umgewandelt wird. Diese Wärme wird an die Umwelt abgegeben und erwärmt zusätzlich.

Die tatsächlichen Kosten der Kernenergie sollte man auch nicht ausser Acht lassen: Würden die Entsorgungskosten nicht sozialisiert sondern auf den Strompreis aufgeschlagen, wäre der Atomstrom so teuer, dass ihn niemand abnehmen würde.

Fazit:

Atomstrom ist eine Technologie von gestern, die die Fragen von morgen nicht beantworten kann.

Knightsurfer

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Adran 19.06.2008, 22:13
5.

Zitat von boam2001
Viele Länder in der Welt und um uns herum bauen neue Atomkraftwerke, um den steigenden Energiebedarf zu decken. Nur Deutschland geht mal wieder einen seltsamen Sonderweg. Allein mit Energieeinsparungen, Biogas, Wind- und Solarkraft sowie Kraft-Wärme-Kopplung kann man ein 80-Millionen-Volk nicht mit ausreichend Energie versorgen. Ob das wohl ausreicht ???? Die Rot-Grüne Vorgängerregierung hat einen entscheidenen Fehler bei der Abschaffung der Atomkraft gemacht: Sie konnte keine geeigneten Alternativen präsentieren bzw. durchsetzen, welche in der Lage sind, die Bevölkerung und die Wirtschaft mit ausreichend Energie zu versorgen.
Wenn viele Länder Atomkraftwerke bauen, dann hat das auch auswirkungen auf den preis von Uran, und ob dann die energiequelle noch so günstig bleibt, wie sie ist, darf bezweifelt werden. Angebot und nachfrage gelten auch bei Uran, und er ist noch seltner als Öl..
Nach kampf ums Öl geht dann der kampf ums uran los..super vorstellung..

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Mattness 20.06.2008, 00:44
6. Ideologie bringt uns nicht weiter.

Es müssen keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden, es würde mir schon reichen wenn die jetzigen weiterlaufen. So ziemlich alle seriöse Studien (z.B. die Klimastudie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft), zeigen, dass neue Kohlekraftwerke als Ersatz für die KKWs gebauert werden oder der Strom aus Frankreich oder anderen Nachbarländern import müssten. Experten plädieren dafür die KKWs mindestens bis 2030 weiterlaufen zu lassen, um in dieser Zeit die Fortschritte in der Off-Shore Windparktechnologie machen zu können (und natürlich auch in anderen Bereichen) um die Kernkraft schließlich zu ersetzen - ohne neue Kohle- bzw. Gaskraftwerke bauen zu müssen.

Momentan würde ein Abschalten der Kernkraftwerke alle CO2 Reduktionziele der Bundesrepublik zunichte machen.

Hier ein Ausschnitt aus der Klimastudie der DPG:
"6. CO2-Emissionen im Jahr 2020 ohne und mit Kernenergie

Der Gesamteffekt dieser Maßnahmen führt im Jahr 2020 bei Abschalten der Kernenergie zu einer über den Trend hinausgehenden Erhöhung der Emission um 54 bis 61 Mio t CO2 pro Jahr, bei Weiterlaufen der Kernkraft zu einer Reduzierung um 51 bis 58 Mio t CO2. Um diese Werte erhöht bzw. verringert sich also der Wert von 871 Mio t CO2-Äqu. pro Jahr, den man erhält, wenn man die Beobachtungen der letzten 15 Jahre bis 2020 extrapoliert. Die Zielvorstellung
"minus 40% bis 2020" wird sogar im günstigsten Fall Kernkraftwerke laufen weiter, maximales Gelingen des Ausbaus der erneuerbaren Energien) um über 60 Mio t CO2-Äqu. verfehlt. Sollten die Kernkraftwerke gestoppt werden, wäre das Ergebnis von 30 Jahren "Klimaschutz" nicht mehr als ein Absenken um 26% gegenüber dem Ausgangswert von 1990."

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dieMegamaschine 20.06.2008, 01:25
7. völlig verantwortungslos

Wer Atomstrom als "Ökostrom" verkaufen will, ist ein verantwortungsloser Heuchler und Lügner.
Der Atomstromausstieg war ja nicht umsonst damals beschlossen worden.
Hieran sieht man, welcher Druck seitens der Energie-Konzerne - allen voran Vattenscheid, EON - auf die Politik ausgeübt wird.
Fakt ist, dass die Energiebilanz von Großkraftwerken hundsmiserabel ist, weil ein Großteil der Energie über Wärme ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben wird.
2. ist die Frage der Endlagerung überhaupt nicht geklärt.
3. Gibt es immer wieder Störfälle, die irgendwann zu einem Supergau führen können. Es gab in Deutschland bereits einige Fälle, die sehr knapp waren. Dies wird natürlich heruntergespielt.
Nein, ich sage, es gibt nur eine gültige Alternative und die heißt richtiger Ökostrom und zwar dezentral mit Wärmekopplung und Energiesparen.
Lasst Euch von den Atom-Lobbyisten nicht hinters Licht führen!
Die Großkonzerne fürchten sich davor, dass sie ihre Macht und ihren Profit verlieren und nicht mehr den Preis bestimmen können.
Dass es auch anders geht, zeigt dieser Link:

http://www.bioenergiedorf.de/con/cms...t.php?idcat=13

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joachim_60 20.06.2008, 01:53
8. Was für ein Argument!

Zitat von knightsurfer
...Atomstrom ist eine Technologie von gestern, die die Fragen von morgen nicht beantworten kann. Knightsurfer
Und Windmühlen und Wasserkraft von vorgestern und Sonnenlicht u.a. zur Trocknung von Lebensmitteln von vorvorgestern.

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joachim_60 20.06.2008, 02:11
9. Wettbewerb ist immer.

Zitat von Adran
Wenn viele Länder Atomkraftwerke bauen, dann hat das auch auswirkungen auf den preis von Uran, und ob dann die energiequelle noch so günstig bleibt, wie sie ist, darf bezweifelt werden. Angebot und nachfrage gelten auch bei Uran, und er ist noch seltner als Öl.. Nach kampf ums Öl geht dann der kampf ums uran los..super vorstellung..
Uran gibt es genug, der Preis schlägt nicht sonderlich auf die kWh durch. Außerdem kann mit der Brütertechnologie die Energieausbeute verbessert werden. Bis auf tiefgrüne Khmers bezweifelt kein Fachmann, dass für die nächsten 50 Jahre ausreichend Kernbrennstoffe zur Verfügung stehen.

Wenn CO2 ein Problem sein sollte, sind AKW´s eine Lösung. Frankreich hat schon heute einen ca. 40% geringeren CO2 Ausstoss/Kopf als Deutschland. Und dies liegt nicht an der geringeren SUV-Dichte.

Wir können aber auch verstärkt auf Kohle setzen, die deutschen CO2-Emissionen werden in Zukunft, wenn China, Indien, ... so weiter wachsen, sowieso nur als statistisches Rauschen wahrgenommen werden ;-((

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