Forum: Politik
Klitschko in Kiew: "Ein Drittel liebt ihn, ein Drittel hasst ihn"
REUTERS

Keine zwei Jahre nach der Maidan-Revolution muss Vitali Klitschko als Bürgermeister von Kiew wieder in den Wahlkampf. Das Heldenimage des Ex-Boxers hat Kratzer bekommen: Klitschko hat sich in undurchsichtige Seilschaften verstrickt.

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brehn 24.10.2015, 18:35
1. typisch

irgendwie typisch für vom Westen angestrebte Regime-Changes. Länder in welchen vorher relative Ruhe und Ordnung geherscht hat versinken danach in Chaos und Korruption.

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rhodos3000 24.10.2015, 18:47
2. Ach ja, das Märchenland aus

Bidders Feder, wo "die Reformen zu langsam voran gehen". Reformen, deren Wortbesetzung allein schon eine Lüge ist, weil damit versucht wird, dem Leser unterzuschieben, dass "Reformen" per se irgendeinen positiven Gehalt haben müssten, zumal in der Ukraine. Wo doch in Deutschland jeder weißt, was die Uhr geschlagen hat, wenn immer von "Rentenreform", "Gesundheitsreform" oder von "Hartz-Reformen" die Rede war. Und sollte Klischkos Amtszeit im Märchenland jetzt vorfristig zu Ende gehen, so kann er sich trösten: Vielleicht siegt an seiner Stelle eine Fleisch gewordene Figur aus dem amerikanischen Märchenland: Darth Alexeejewitsch Wader, offizieller Wahlkandidat bei allen Ukraine-Wahlen seit der "Revolution der Würde" 2014. Mit ein klein wenig Glück gelingen in der Restukraine solche "Reformen", dass das Ergebnis die heutigen Flüchtlingsströme nach Europa wie ein Rinnsal aussehen läßt. Dann kann sich Frau Merkel wieder mit Brot und Salz an die Grenze stellen, zusammen mit allen seinerzeitigen Maidanbesuchern aus Deutschland als Begrüßungskomitee.

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johannesraabe 24.10.2015, 18:55
3.

Petro Poroschenko ist genauso eine undurchsichtige Person, wie die Oligarchen vor ihm. Sich ihm unter zu ordnen, war ein massiver politischer Fehler Klitschkos.

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sagitta 24.10.2015, 18:58
4. Hintergrund

Es wäre schön, von Herrn Bidder mit seiner gesammelten Erfahrung und besten Kontakten in der Region, etwas mehr über die Hintergründe des Klitschko Wahlkampfes zu erfahren. Insbesondere interessiert, ob die Konrad Adenauer Gesellschaft Klitschko wie in der Vergangenheit aktiv unterstützt, selbstverständlich nur organisatorisch. Ebenso wäre es hilfreich, etwas zur Wahlkampffinanzierung der jeweiligen Kandidaten zu erfahren, statt diese Frage wie im Falle von Dumchev offen zu lassen. Ukrainische Medien bieten hier schon etwas. Aber das ist erstens alles furchtbar schwierig und undurchsichtig, und zweitens müsste man die Hintergründe dessen, worüber man schreibt, auch kennen.

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säkularist 24.10.2015, 19:01
5.

Klitschko hat einen bekannten Namen und wurde von Westeuropa gepusht.
Deswegen wurde er Bürgermeister.
Allerdings fehlen ihm offenkundig die handwerklichen Fähigkeiten eine Stadt zu führen. Herausragende intellektuelle Fähigkeiten, mit denen er dieses Defizit ausgleichen kann scheint er auch nicht zu haben.
Also kein Wunder, dass er letztendlich enttäuscht hat. Das darf man ihm nicht vorwerfen. Peinlich ist es nur für die Politiker die ihn vor 2 Jahren so gepuscht hatten.

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criticos 24.10.2015, 19:10
6. Plötzlich: vom Maidan zum

Irgendwie klappt es mit der Berichterstattung nicht ganz: die Verwicklung Klitschkos und seiner "Consulting"-Agentur in ukrainetypische Machenschaften waren schon bekannt, als Bidder ihn noch als Hoffnungsgestalt bewunderte. Was von der von Poroschenkos Sendern zusammengerufenen Revolte zu erwarten war, konnte man vor langem im Detail lesen: http://www.taz.de/!5029885/

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broväsor 24.10.2015, 19:13
7.

Der von der Regierung in Kiew gegen das eigene Volk geführte Krieg -dieser hat das Land noch weiter in den Abgrund gestürzt- mag neben Korruption und Pleite, auch ein gewichtiger Grund für Klitschko`s sinkende Sympathie-Werte bei der Bevölkerung sein. Und nicht nur dort: Die Berichterstattung bzgl. der Ukraine hat sich doch im Ton sehr zum negativen für das Regime in Kiew verändert. Das ist dann doch ein Fortschritt. So wie die gute Nachricht über die wahrscheinliche Nicht-Beteiligung von Jazenjuk`s "Volksfront" (Volksfront!) bei den Kommunalwahlen. So darf es weitergehen.

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stefan taschkent 24.10.2015, 19:15
8.

Chaos und Korruption gab es vorher und gibt es heute, so etwas verschwindet nicht über Nacht. Das gilt auch für das 'Musterländle' Georgien, wo im Bereich petty corruption (korrupte Polizisten usw.), nicht jedoch in den wirklich wichtigen Claims die Mafia Schrägstrich Oligarchen irgend etwas besser/anders geworden wäre. Siehe auch Moldawien. Korrupt und ruiniert war das Land schon lange vor Maidan und Krieg. Letzterer dient gern als Entschuldigung für eigene Underperformance im Bereich Wirtschaft. Die allerdings braucht Zeit, sehr viel Zeit. Drücken wir Klitschko die Daumen, denn viele von seinem (aus meiner Sicht ehrlichen) Schlag gibt es dort nicht.

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hubertrudnick1 24.10.2015, 19:22
9. Klitschkow

Wird sich der Liebling des Westen weiter halten können, oder werden andere Klevere die politische Bühne betreten?

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