Forum: Politik
Koalition gegen "Islamischer Staat": Das türkische Dilemma
AFP

Die USA versuchen, eine Zehner-Koalition zu formen gegen die Terrormilizen des "Islamischen Staates". Einer der wichtigsten Partner soll die Türkei werden - doch der Nato-Staat zögert. Er steckt wegen seiner verfehlten Außenpolitik in der Klemme.

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Ruhri1972 09.09.2014, 18:00
1.

Aus dem türkischen Dilemma sollte keines der NATO werden. Schon in der Vergangenheit wurde die NATO von der Türkei instrumentalisiert (Kurden-Frage, PKK, Syrien-Politik u.a.)

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Untertan 2.0 09.09.2014, 18:03
2. Dilemma?

Ein Dilemma ist das eigentlich nur, wenn man Freiheit und Menschenrechte als abwägbare Güter ansieht...

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klugscheißer2011 09.09.2014, 18:03
3. Die Türken und die Kurden

Das ist für die Türkei nicht ein außenpolitisches, sondern aus ihrer Sicht auch ein innenpolitisches Problem.
Denn die Türken werden kaum ein Interesse daran haben, die Kurden hochzurüsten. Zu tief sitzt die Angst davor, dass sich Kurdistan mit denselben Waffen gewaltsam abspalten könnte.

Dabei wäre die Zustimmung der Türkei zu einem schrittweisen friedlichen Weg hin zu einem freien Kurdistan genau das Signal, was die Region jetzt bräuchte.

Das Ganze könnte ja in langen Schritten erfolgen.
1. Ende jedweder Unterdrückung der kurdischen Identität in der Türkei
2. Anerkennung der PKK als ligitime Kraft der Kurden, wenn sie sich im Gegensatz zur Gewaltfreiheit gegenüber dem türkischen Staat verpflichtet.
3. Gewährung von Autonomie in mehreren Schritten bis hin zur Selbstverwaltung des kurdischen Gebietes und Bildung einer Konförderation Türkisch-Kurdistans mit der Türkei

Die EU könnte diese friedliche Entwicklung positiv begleiten und der Türkei als "Belohnung" im Erfolgsfall die Vollmitgliedschaft anbieten.

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BettyB. 09.09.2014, 18:04
4. Auch zu dumm...

Erst hat die Türkei mit den USA dafür gesorgt, dass die IS entsteht, jetzt sollen sie mit den USA gegen sie kämpfen - und das in Vorfreude auf das demnächst entstehende Groß-Kurdistan. Dumm gelaufen...

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tandorai55 09.09.2014, 18:11
5. Und wieder eine Zwickmühle für die NATO:

Igendwie geht aber auch alles schief. Erst fixiert die NATO (war das nicht mal ein Verteidigungsbündnis?) sich auf eine Auseinandersetzung mit Rußland, die jetzt höchst wahrscheinlich mit einer zerbrochenen UA endet. Dann - eher vorher - legt man sich darauf fest, den "Diktator von Damaskus" aus dem Amt zu jagen, aber Assad hält bisher den Islamistenhorden stand. Man muß jetzt mit der Türkei einen Staat umgarnen, der ganz offen eine regionale Hegemonie anstrebt und hierzu jede sunnitische Gräultat gutheißt, solange sie nur in sein expansives Kalkül paßt. Die NATO hat's schon schwer - so groß und so dämlich!

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seneca55 09.09.2014, 18:19
6. Dilemma des Meisters und Präsident Erdogan?

Die AKP-Regierung unter Erdogan hat 3 Jahre lang die militanten sunni-Islamisten mit allen Mitteln unterstützt, um den shiit.-alevit. Assad zu stürzen. Erdogan hat die Türkei zur Sunni-Führungsmacht in der Islam. Welt machen wollen, unterstützt wiederum von den 'Freunden Syriens'. Jetzt gibt es die Konsequenzen, das der Partner Erdogans - ISIS - seit Juni ein Sunni-Kalifat ausgerufen hat, hinter dem viele Sunniten nicht nur in der Türkei stehen ( z. B.im KSA 92% lt.repr. Umfrage ). Jetzt soll die Türkei Aufmarschgebiet der NATO-Koalition gegen das Kalifat des Islam. Staates v. Mossul werden, auf das viele Gläubige 90 Jahre warten mussten? Viele Türken stehen seit den Siegen Erdogans dem Westen unfreundlich gegenüber und werden es nicht zulassen, dass die NATO diese Sunni-Hoffnung in Mossul vernichtet wie in 2011 in Abbotabad. Jetzt muss sich der neugewählte President Erdogan sich für oder gegen den ungläubigen Westen/NATO resp. Sunni-Kalifat des IS entscheiden.

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fabio 09.09.2014, 18:25
7. Nicht nur die Türkei

hat im Syrien Konflikt auf das falsche Pferd gesetzt.Auch der Westen, allen voran die USA, taten dies.
Die USA haben diese Radikalen bewaffnet und direkt und indirekt (Katar) finanziert.
Hauptsache gegen Syrien (gemeint ist natürlich die russische Marinebasis).
Einmal mehr: Katastrophale westliche Politik!

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xxticoxx 09.09.2014, 18:28
8. Die Geister die ich rief

Man sollte die Türkei jetzt aber bitte nicht als Schurkenstaat darstellen. Sie haben - übrigens mit der Usa, Gb und Frankreich im Syrien-Konflikt mal komplett auf das falsche Pferd gesetzt. Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Aber grundsätzlich zu behaupten, dass die Türkei permanent Terroristen unterstützt (übrigens mittlerweile schon sowieso nicht mehr) halte ich schlicht und einfach für falsch.

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wolle0601 09.09.2014, 18:32
9. Falls die Türkei da nicht klar Stellung bezieht,

würde ich das als Grund sehen, mal generell den Status innerhalb der EU zu überprüfen. Sowas wie (hoffentlich vorübergehend) die Einstufung von "wahrscheinlich Freund" auf "weiß nicht" setzen. Siehe auch das Thema BND.

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