Forum: Politik
Koalitionsoptionen der SPD: Etwas mehr Links wagen
AFP

Merkelmania hat das Land erfasst. Offenbar wird übersehen: Die schwarzgelbe Regierung hat die Wahl verloren. Der Sieger ist die Mehrheit links der Mitte. Die SPD muss etwas daraus machen.

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Thomas Mayer 23.09.2013, 15:34
100.

Zitat von ingenieur
...findet mal ein Korn. Denn auch ich finde: die Linken haben die Mehrheit, dann sollen sie es auch machen. Soo viel können die in diesem Land in vier Jahren auch wieder nicht kaputt machen. Und mich würde brennend interessieren, wie die Grünen damit umgehen, dass ihnen die Energiewende immer mehr um die Ohren fliegt. Das weiß die Merkel übrigens auch. Ich will nicht ausschließen, dass sie gar nicht mehr regieren will und die Koalitionsverhandlungen absichtlich scheitern lässt.
Glauben Sie, die können in vier Jahren ALLES kaputt machen... Wir hier im Süden werden ja jetzt auch innerhalb von 2 Jahren vom Musterschüler zum Nehmerland. Abgestürzt in den Schuldenstaat und nur noch von Kraft's NRW überboten. Ich beobachte das auch relativ fassungslos, ich hätte mir nie gedacht, dass man aus reiner Ideologie einen wirtschaftlich starken Bundesstaat unter das Niveau von Berlin drücken kann.

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garfield 23.09.2013, 15:36
101.

Zitat von Palmstroem
Was die SPD für eine Mehrheit braucht - wäre mehr Mitte.
Stöhn! NOCH mehr Mitte? Die sitzen doch jetzt schon auf Merkels Schoß in der engen Mitte, oder sogar schon rechts von ihr, denn das habe ich doch richtig verstanden, dass die Union "sozialdemokratisiert" ist, nicht wahr?

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simha 23.09.2013, 15:36
102. Auch wenn es einigen nicht passt...

Herr Augstein hat natürlich völlig recht. Ja, es ist unfassbar, wie soviele Menschen in diesem Land der perspektivlosen, nicht kommunizierenden, empathiefreien Frau Merkel die Stimme geben können. Da dachte man, es wäre mal eine Zeit des Mitfefühls und des menschlichen Wirtschaftens gekommen... aber nein. Oder doch? Dieser Artikel erfasst es genau: Es gibt eine Mehrheit links der Dunkelheit und diese Mehrheit steht gegen außen- und innenpolitische Kälte. Die SPD ist offensichtlich auch Grünen-, Linken- und anderen Wählern gewählt worden, um Merkelt zu verhindern. Es steht in der Tat zu hoffen, dass sie es endlich einmal merkt. Die Wahlen werden, zumindest mehr für die SPD, nicht in der Mitte gewonnen. Die Mitte, die zuletzt noch die FDP für sich reklamierte, ist eine analytische Illusion: Tatsächliche gibt es ein dialektisches Verhältnis zwischen 'links und rechts': Allgemeiner vs. immer konzentrierterer Wohlstand, wirtschaften für die Menschen oder abstrakte Gewinne, Ausbeutung von Resteuropa oder echte Partnerschaft. In dieser Dialektik muss die SPD endlich Stellung beziehen und sich erinnern, dass sie eigentlich eine 'linke' Partei ist, oder es zumindest mal war. Sie darf nicht wieder, wie etwa auf Landesebene in Berlin wieder zur Erfüllungsgehilfin der Rechten werden. Das war sie zu oft. Sei es durch Koalitionen, sei es durch Steilvorlagen wie Hartz IV, die dann zu noch weiterem Sozialabbau von Schwarz-Gelb ausgeschlachtet wurden. Danke für diesen klärenden Artikel. In der Tat, die SPD muss jetzt endlich Farbe bekennen... oder wohl endgültig versiegen. Liebe SPD, das Linke Programm muss akzeptabler sein, als das der CDU, sonst betrügt ihr euch und die Wähler wiedermal... (P.S. Die Zahlen und Inhalte sprechen eine klare Sprache, mit "hinrechnen" hat das nichts zu tun. Wer mehr punktet hat mehr Punkte, alles klar?).

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karabas 23.09.2013, 15:36
103. Realität ist stärker

Augstein: mal rechnen? Tun Sie AfD und FDP dazu. Immerhin haben fast 10% der Wähler diese nicht-linke Parteien gewählt. Und von der SPD ist mind. 50% der Mitte zuzurechnen. Dann bleibt ca. 65% Mitte-bürgerlich-konservativ gegen ca. 30% Grün-Links. Der Rest nicht zuordenbar.

Ist schon eine echt tiefe Verleugnung, dennoch die Links-Revolution als Volkswille zu sehen. Nein, das Volk will kein Links.

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Tobsen666 23.09.2013, 15:36
104. Realitätsverlust?!?

Schon nach dem ersten Satz muss man diese Diagnose stellen. Bestes Ergebnis aber Wahl verloren?
Die FDP ist weg aber dies als Niederlage von Merkel zu werten ist wirklich fernab jeder Realität.

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analyse 23.09.2013, 15:38
105. Herr Augstein hat seine Schockstarre überwunden !

Gelernt hat er nicht:fängt scho mit falschem Rechnen an Läßt einfach alles weg was unter 5 % liegt,und differenziert nicht zwischen grünen Wählern und "grünen" Funktionären.Er kommt nicht raus aus dem Denken in Schienen (Plevier).Fährt er auch mal ins Ausland ? Weltweit! Kann er einen sozialistischen Staat nennen der funktioniert ? Ja kann er einen vergleichbaren Industriestaat nennen der,besser (im Paket !!) dasteht als die Bundesrepublik ? Oder ist er gerade in Frankreich und schaut sich die schwächelnde Wirtschaft,die steigenden Arbeitslosenzahlen,die Einkommen des unteren Drittels an und die lebendigen Proteste gegen die Eigene Datensammelei,zusammen mit der NSA ? Bitte melden !

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JürgenAmm-Borgetto 23.09.2013, 15:38
106. keine linke Mehrheit

Sehr geehrter Herr Augstein, da scheinen Sie mal wieder einem Trugbild aufgesessen zu sein. Lassen Sie es sich gesagt sein, Sie können rechnen wie Sie wollen, aber es gibt in Deutschland keine linke Mehrheit, weil weder die SPD noch die Grünen als Linke ernst zu nehmen wären. Mithin reden wir über 10, 12% der Wahlberechtigen, also 6 bis 6,5 Millionen Bundesbürger, das eine Mehrheit zu nennen, ist tollkühn. Nein Deutschland ist und bleibt ein konservatives Land, weil eben auch diejenigen, die aus linker Sicht doch links wählen müssten, wie z.B. "Leiharbeiter" eben doch eher CDU oder gar nicht auf keinen Fall aber links wählen. Damits noch mal klar wird: Solange die Tellerwäscher überzeugt sind, dass sie Millionäre werden können und dann auch "dem Staat" den Rücken zu kehren können, solange es ein attraktives Ziel ist die Solidargemeinschaft zu verlassen, solange wird eher die CDU die absolute Mehrheit bekommen, als dass sich eine Mehrheit findet, die sich nicht mal "sozialistisch" verstehen muss, sondern die nur geltendes Recht ernst nimmt: Artikel 14 und 15 unseres Grundgesetzes beispielsweise. Beste Grüße

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hajdydobajdy 23.09.2013, 15:38
107. Wort finden

Der Schnellschuss von Herrn Augenstein ist eher der Vergänglichkeit der Nachrichten geschuldet. Hier gibt er der Bundeskanzlerin jedoch den Trumpf in die Hand, dass er klingt wie das Kind, welches alle Schuld der Mutter gibt.
Jetzt braucht man sich nur noch vorstellen, dass Frau Merkel in ihrem Opernkleid Hern Augenstein an ihre prächtige Brüste drückt.
Hier kann man niemandem bößse sein, weder Augenstein, weder Merkel.
Wenn man jemanden kritisieren könnte, dann wäre es den Wähler, wenn man von meiner Warte ausgeht. Da ich denke, dass viele Wähler, wie die Opposition, den leichten Weg gewählt haben und gerne an eine Luftspiegelung glaubten, selbst wenn man "bedingungslos" zu Europa steht.
Da man den Wähler nicht beschümpfen kann, auch darum, da man selber sehr schnell als Götze Lenin mit dem Zeigefinger endet, sollte man trotzdem die Wahl des Wählers kritisch betrachten.

Eines zeigt die Wahl auf, dass eine hohe Wahlbeteiligung wichtig ist.

Dank der Mutti Merkle konnte sich die Opposition in ihrem Schoß in der Vergangenheit weiden. Hier war es entweder Eingebung oder Kalkulation, dass die Kanzlerin immer selber Herr war darüber, welche Schwachpunkte sie offen legte.
Auch wenn es Augenstein nicht direkt anspricht, jedoch im Schluss stimme ich ihm zu, dass es leicht zu Neuwahlen kommen kann. Jedoch hier muss man sich fragen, ob so eine Vermutung nicht die nötige Erneuerung bei den Grünen und der SPD verhindert.
Die Islamfrage und die Entwicklungen in der Türkei, wie internationale Ereignisse, haben den Wind aus den Flügeln der Grünen genommen. Nicht nur die Energiefrage. Hier wird ganz deutlich, wie alte Losungen sich in Personen versteinert haben. Zugleich zeigt es jedoch auf, dass das parlamentarische Leben sehr schnell, für den Wähler, zu Scheingrabenkämpfen führt und oft nur noch zur Selbstbestätigung der beteiligten dient. Hier kann vermutet werden, dass Frau Merkel mit bedacht der Opposition Knochen hinwirft, dass dieser Eindruck durch das eigene Verhalten der Opposition noch verstärkt wird.

Jedoch wie Baden-Würtemberg gezeigt hat, die hohe Prozentzahl der Grünen hängt von Protestwählern ab. Dies wurde wahrscheinlich zu wenig berücksichtigt. Und man hat gedacht, dass man diese Wähler wie seine eigenen Glaubensgenossen "traktieren" kann.

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Europa! 23.09.2013, 15:39
108. Ja, genau: Willy Brandt

Zitat von forbes2425
hat seinerzeit deutlich gemacht: es kommt darauf an eine strategische Mehrheit links von der Union zu organisieren. Das gilt selbstverständlich noch heute. Die strategische Mehrheit links von der Union ist da, es gibt sie, immer - bei jeder Wahl. Allerdings ist die SPD immer aufs Neue nicht bereit sie zu ergreifen und zu führen.
Willy Brandt war Außenminister einer Großen Koalition, als er zum Kanzler gewählt wurde, und sein Koalitionspartner war die Oppositionspartei. Es war sicher kein Zufall, dass Steinbrück heute Morgen ausgerechnet Herbert Wehner zitiert hat, den damaligen "Architekten" der Großen Koalition. Ich könnte wetten, dass Gabriel gern in die Fußstapfen des großen Willy Brandt treten möchte. (Er sollte aber einer Frau den Vortritt lassen!)

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astrid1814 23.09.2013, 15:39
109. Ja Palmström....

Zitat von Palmstroem
Ob die Grünen sich "links" sehen, darf man nach dieser Wahl bezweifeln. Und so bleiben gerade mal 8,5% der LINKEN und 25,5% der SPD als linke "Mehrheit" über - also gerade mal 34%. Was die SPD für eine Mehrheit braucht - wäre mehr Mitte. Mit einer Koalition mit der LINKEN gibt es die aber nicht.
Sie haben ja so recht. Dazu kommt noch, dass der Seeheimer Kreis der SPD und einige andere auch rechts sind und bei der Linken haben sich auch viele Rechte eingeschlichen( siehe die Wahlwanderung von den Linkkswählern zur AfD). Was bleibt da noch. Wahrscheinlich hat die "linke Mitte" die 5% Hürde verfehlt. Ich muss aufhören, im Flur höre ich den Pfleger kommen.:)

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