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Koalitionsverhandlungen: Kampf um die Energie-Milliarden
DPA

Bei den Koalitionsverhandlungen zur Energiewende kämpfen Umweltpolitiker gegen Wirtschaftspolitiker, Industriefreunde gegen Verbraucherschützer. Im Kern geht es um die Frage: Wieviel müssen Unternehmen für den Ausbau von Wind- und Solarkraft zahlen?

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diplommaurer 06.11.2013, 17:15
10. Wenn die böse Industrie

unsere Energiewende mitzahlen muss, heißt das, dass sie weniger Steuern und Gehälter zahlt und auf die Angestellten den Arbeitsdruck weiter erhöht, um wettbewerbsfähig zu sein. Ausländische Kunden sind dummerweise nicht bereit, die Kosten der deutschen Energiewende mit zu tragen. Im schlimmsten Fall werden stromintensive Arbeitsschritte wie induktives Erwärmen im Maschinenbau ins Ausland verlagert. Dann haben wir statt einem Steuer zahlendem Arbeitnehmer einen Steuergeldempfänger mehr.
Am Ende zahlt immer die Allgemeinheit, ob direkt über den Strompreis oder indirekt. Die einzigen die einen wirtschaftlichen Vorteil der Energiewende haben, ist die Lobby der Erneuerbaren.

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lilang62 06.11.2013, 17:24
11. Stromkunde oder Verbraucher, was solls?

In der Diskussion wird so getan, als könnten die Kosten für den kleinen Mann verringert werden durch Streichen der Entlastung für die Industrie. Die Industrie trägt aber die Kosten nicht sondern wälzt sie über die Preise wieder auf den Verbraucher ab, mit einem kleinen Aufschlag für Verwaltungskosten und Gewinn. Und wer ist der Verbraucher? Richtig! Wieder der gleiche kleine Mann, der auch den Strom verbraucht.
Also, wie auch immer die Kosten für den Strom verteilt werden, am Ende zahlen immer wir.

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mit66jahren 06.11.2013, 17:35
12. Überflüssigen Strom zu vermeiden

Beim Ausbau der Öko-Energie ist jetzt das oberste Gebot, die Erzeugung von überflüssigem Strom zu vermeiden. Dieser Strom wird letztendlich verschenkt und von der Allgemeinheit teuer bezahlt. Die Phase des "wir tun was" muss vorbei sein und es gilt jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. Die Sonnenenergie muss direkt und großtechnisch in speicherbare chemische Energie gewandelt werden. Und zwar dort, wo keine landwirtschaftlichen Flächen zerstört werden. Entsprechende Forschungsprojekte müssen aufgesetzt werden.

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gamh 06.11.2013, 17:41
13. Schützenhilfe der EU-Kommission

Das find´ ich doch mal gut! Wenn die EU-Kommission diese Sache so durchzieht, wird unserer Wirtschafts-Marionette endlich mal das überfällige Stopschild gezeigt. Da können die Verbände von mir aus weiter auf hohem Niveau jammern und drohen. So lange Thyssen-Krupp die Milliarden übrig hat, komplette Werke in den USA und Südamerika in den Sand zu setzen und daraufhin die tollen Planer mit Millionen-Abfindungen zu schicken, glaube ich denen kein Wort. Merkels wandelnde Umwelt-Sprechblase wird vielleicht das kalte Kotzen kriegen und noch mehr Unfug blubbern als gewohnt, aber das nehme ich gerne dafür in Kauf.

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cypeak 06.11.2013, 17:52
14. wen wundert es?

solange es für private pv-anlagen betreiber attraktiver ist den erzeugten strom einzuspeisen anstat ihn selbst zu verbrauchen um ein stückweit autonomer zu werden, so lange braucht man sich über eeg-umlage nicht wundern.
die anreize sind hier fehlgeleitet.
vor allem die garantierte vergütung in der jetzigen form ist mist. gegensteuern bei unerwünschen effekten wie überkapazitäten nur mühsam und zeitlich stark verzögert möglich.

auf der anderen seite kann es nicht sein dass unternehmen sogar absichtlich strom verbraten um die die verbrauchskategorien zu kommen wo sie sich von den mehrkosten befreien müssen....dazu kommt das sie durch die niedrigen preise an der strombörse profitieren; insofern können sie ruhig ihren beitrag leisten.
das müssen nicht 100% der umlage sein, das kann auch ein akzeptabler prozentsatz (60%? 40%?) sein wenn das unternehmen entsprechend im internationalen wettbewerb steht...

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zoon.politicon 06.11.2013, 18:00
15. Viel Geld fliesst in Propaganda für nicht erneuerbare Energien

Zitat von sysop
Bei den Koalitionsverhandlungen zur Energiewende kämpfen Umweltpolitiker gegen Wirtschaftspolitiker, Industriefreunde gegen Verbraucherschützer. Im Kern geht es um die Frage: Wieviel müssen Unternehmen für den Ausbau von Wind- und Solarkraft zahlen?
Hinter sogen. Wirtschaftspolitikern und Industriefreunden stehen eben "traditionelle" (Energie-)Unternehmen, die viel Geld für PR und Lobbyisten einsetzen, um noch möglichst lange möglichst viel Geld mit ihrer fossilen Energieerzeugung verdienen wollen. Jeder Tag, jede Woche, die sie das noch können, bringt ihnen Millionen.
Die Propagandamaschinerie läuft und die Tatsache der begrenzten Ressourcen an fossilen Energien sowie die mit der Erzeugung verbundenen Umweltschäden wird ignoriert.

Alles nichts Neues.

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ernstrobert 06.11.2013, 18:11
16. Sagen, wo's lang geht

Zitat von stefan_sts
Diese ganzen Schreihälse produzieren also entweder ohne ständige Subventionen im Minus oder schöpfen ständig das Geld für die oberen Etagen ab und haben pure Verlustängste , in beiden Fällen sollten sie inständig ihr Geschäftsmodell noch einmal überdenken .
Da zeigt sich die Politik tatsächlich zu nachgiebig, wenn sie bestimmten Firmen jegliches Kostenrisiko nimmt, denn in erster Linie sind das die Lohn- und Energiekosten. Die Alternativen sollten klar sein: Entweder Energieschleuder oder Entlastung durch das EEG; entweder Arbeitsplätze sichern oder Mindestlohn von min. 9,00 Euro.
Das heißt, nur die Firmen bekommen Nachlässe, die aktiv Energie sparen oder sich mit eigenen Kraftwerken an einem intelligenten Energieverbund beteiligen; genauso, wie es Ausnahmen beim Mindestlohn nur dort geben dürfte, wo nachweislich Arbeitsplätze geschaffen und nicht abgebaut werden. Nur so kann Politik Steuerungswirkung entfalten und der Lobby sagen, wos lang geht, nicht umgekehrt.

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e_d_f 06.11.2013, 18:32
17. Die Energiewende ist ein teurer Spaß, ....

... der so oder so bezahlt werden muss. Am Ende zahlt immer der Bürger.Wer A sagt, muss auch B sagen. 80 % der Bürger wollen den Atomausstieg. Warum jammern diese dann? Pelz waschen ohne nass zu machen geht nun mal nicht.

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AllesnureinWitz 06.11.2013, 18:42
18.

Zitat von diplommaurer
unsere Energiewende mitzahlen muss, heißt das, dass sie weniger Steuern und Gehälter zahlt und auf die Angestellten den Arbeitsdruck weiter erhöht, um wettbewerbsfähig zu sein. Ausländische Kunden sind dummerweise nicht bereit, die Kosten der deutschen Energiewende mit zu tragen. Im schlimmsten Fall werden stromintensive Arbeitsschritte wie induktives Erwärmen im Maschinenbau ins Ausland verlagert. Dann haben wir statt einem Steuer zahlendem Arbeitnehmer einen Steuergeldempfänger mehr. Am Ende zahlt immer die Allgemeinheit, ob direkt über den Strompreis oder indirekt. Die einzigen die einen wirtschaftlichen Vorteil der Energiewende haben, ist die Lobby der Erneuerbaren.
Denken Sie einmal an all jene Unternehmen, die nicht von der Ausnahmeregelung betroffen sind und brav EEG-Abgaben leisten. Das sind zumeist kleine und mittelständische Unternehmen. Warum sollen die großen Unternehmen dies nicht auch leisten können? Es ist doch eindeutig, dass das Wehklagen der Industrie ein Jammern auf ganz hohem Niveau ist. Wenn man sich auch in anderen Bereichen ansieht, wie die Industrie politisch zur Rentabilität gepampert wird (kostenlose Emissionsrechte, Lohn-Aufstockungen u.s.w.), sind die ewigen Forderungen der Industrie geradezu anmaßend. Immer wird damit gedroht, Leute zu entlassen oder den Standort zu wechseln. Früher ergab sich der Erfolg der deutschen Industrie aus den Innovationen und der Schaffenskraft - heute aus der Macht über die Politik und der Gesellschaft im Würgegriff.
Und am Ende soll man dankbar sein, dass diese Vereine die nötigsten Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen. Hätten wir eine echte Marktwirtschaft, würden sie allesamt pleite gehen und Platz für Unternehmen schaffen, die es besser können.

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capitain_future 06.11.2013, 19:13
19. DAS EEG ist bürgerfeindlich

Zitat von zoon.politicon
Hinter sogen. Wirtschaftspolitikern und Industriefreunden stehen eben "traditionelle" (Energie-)Unternehmen, die viel Geld für PR und Lobbyisten einsetzen, um noch möglichst lange möglichst viel Geld mit ihrer fossilen Energieerzeugung verdienen wollen. Jeder Tag, jede Woche, die sie das noch können, bringt ihnen Millionen. Die Propagandamaschinerie läuft und die Tatsache der begrenzten Ressourcen an fossilen Energien sowie die mit der Erzeugung verbundenen Umweltschäden wird ignoriert. Alles nichts Neues.
Ich finde es ein Frechheit,wenn der Steuersatz auf Energie nicht an zwei sehr realen Sachen gemessen wird:

a)nach der Benutzung,den Verbrauch ,vor Steuern.
b)nach den Zuverfügung stehenden Kapital/Einkommens des privat Haushalts oder Firma.

Dass wäre fair!

Warum gibts nicht einfach einen fließenden Steuersatz auf Energie?

Wie es auch einen fließenden Steuersatz auf Einkommen wie auf MWST geben müsste.

Geschenke an Reiche und die Wirtschaft verteilen ist nicht sozialmarktwirtschaftlich und ein Fall für Gerichte!

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