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Koalitionsverhandlungen: Union und SPD bei Gesundheitsreform tief zerstritten
DPA

In einigen Jahren drohen Millionen Krankenversicherten hohe Zusatzbeiträge. Der Aufschlag entwickelt sich immer mehr zu einem zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen zwischen Union und SPD.

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tubelayer53 18.11.2013, 23:48
1.

Zitat von sysop
Lauterbach zufolge wolle die SPD weiterhin Schritte in Richtung einer Bürgerversicherung und damit eines einheitlichen Systems durchsetzen. Die Zusatzbeiträge, die finanziell angeschlagene Krankenkassen von den Arbeitnehmern erheben dürfen, müssten weg. "Das ist für die SPD eine ganz harte Forderung", fügte er hinzu. Das "System der Kopfpauschalen" sei für sie nicht verhandelbar.
Es hat glaube ich keinen Sinn, wenn man diese Gesundheitstaliban wie Lauterbach verhandeln lässt: "Nicht verhandelbar" etc. pp. sind meist schlechte Voraussetzungen für eine Kompromiss, vor allem, wenn man ungefähr nur etwas mehr als die Hälfte der Wählerstimmen im Vergleich zu der größeren Blockpartei auf sich vereinigen konnte.

Übrigens, Karl: Bürgerversicherung ist scheiße. Guck' mal auf Länder mit staatlicher Gesundheitsvorsorge, UK, Polen etc pp. Dort kriegt man für gar nichts eben auch gar nichts, und für alles andere darf man zahlen, zahlen, zahlen. Wenn das System entsprechend designed ist, gern auch schwarz.

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nemensis_01@web.de 18.11.2013, 23:52
2. In der Gesundheitspolitik

müssen endlich einmal neue, inovative Ansätze gefunden werden. Meiner Meinung nach, sollten Krankenkassen abgeschafft werden und sämtliche Beiträge der Versicherungen direkt unter den Pharmakonzernen aufgeteilt werden. Gemeldet werden dann die Versicherten bei einer Pharmasammelstelle. Dort werden die persönlichen Daten nebst Krankenakten für die Pillenhersteller abrufbar sein. Diese können dann, bedarfsgerecht und sogar nach aktueller Aktenlage ihre Medizin produzieren. Das schafft Klarheit, keiner muss sich mehr über eventuelle Einflussnahme Sorgen machen, der ganze Lobbyismus kann abgeschafft werden und sogar den Ärzten ist geholfen, da sie keine langwierigen Diagnosen mehr stellen müssen, somit höheren Patientendurchsatz und so kommt mehr Geld in die maroden Praxen. Und - auch wichtig - wieder mehr Freizeit für unsere Mediziner. Man will den Porsche ja nicht nur besitzen, man will ihn auch mal fahren. So ist allen gedient, der Versicherte kann klar kalkulieren, eine fixe jährliche Steigerungsrate von 0.5% wird gleich mit festgeschrieben und der Gesundheitssektor ist endlich in der Hand derer, die auch etwas von der Materie verstehen.

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jewiberg 18.11.2013, 00:14
3. Kein Wunder

bei dem SPD Verhandlungsführer. Ich habe Herrn Lauterbach in der Fußgängerzone am SpD Wahlkampf Stand getroffen und ihm eine kritische Frage gestellt. Er hat dann völlig an der Frage vorbei geantwortet. Auf mein Nachfassen wurde er pampig und wollte nichts mehr sagen, "wenn Ihnen meine Meinung nicht passt, dann gehen Sie jetzt".
Im übrigen wundere ich mich, dass die SPD schon wieder eine unverrückbare Forderung aufstellt. Ich habe fast den Eindruck, daß die SPD das Wahlergebnis nicht mehr kennt.

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ayahuasca2 18.11.2013, 00:32
4. der Überflieger

Spahn sollte erst einmal sein Geld so verdienen wie der Normalbürger. Nach seiner Ausbildung zum Sparkassen-Angestellten nur ein Jahr als solcher gearbeitet und dann nur noch in der Politik seinen Posten gesucht und gefunden. Wenn in der nächsten Zeit die Krankenkassenbeträge um nur 30 ? angehoben werden sollten, wird ihn das nicht jucken, aber den kleinen Rentner oder den Niedriglöhner wird es weh tun. Politiker die so abgehoben und so weit weg von der Realität der Mitbürger sind, haben kein Recht solche Forderungen auch nur an zu denken. Junge, verdien dein Geld mit anständiger Arbeit.

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Miere 18.11.2013, 01:14
5. Kapitalreserve???

Da sagt die SPD einmal was sehr Richtiges und Wichtiges: dass wir eine Bürgerversicherung für alle brauchen, in die auch die Reichen und Gesunden und die Beamten einzahlen, die sich derzeit privat versichern, damit alle gleichmäßig die Lasten tragen.

Und dann wiegen sie das wieder auf durch die Forderung nach einer Kapitalreserve, ausgerechnet zu einer Zeit, wo die Zinsen auf Angespartes weit unter der Inflation liegen, diese Reserve also täglich an Wert verlieren würde.

Bei riesigen Finanzproblemen fragen Sie Ihren Volkswirt oder Mathematiker.

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stanislaus2 18.11.2013, 01:24
6. Hohe Zusatzbeiträge...

Also erwartet die Politkaste zwingend wieder einen Einbruch der Beschäftigung und dass die angeblichen 43 Mil. sozialpflichtig arbeitenden Menschen in diesem Land (nach dem nie gesehenen Beschäftigungswunder :-)) wieder abgebaut werden. Beschäftigung und Einkünfte der Kassen stehen in einem direkten Verhältnis.

Dies wundert mich kaum bei der n i c h t vorhandenen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Herrscherkaste. Ist doch sowieso alles nur vorgetäuscht. Alte Regel: wenn die Politik sich einmischt, wird alles teuer und knapp.

Die arbeitenden Menschen in diesem Lande finanzieren eine Sterbekasse (60 % der lebenslangen Krankheitskosten eines Mitglieds entstehen in den letzten 1 1/2 Jahren Intensivmedizin*), was auch für die ca. 10 Mio. Mitglieder gilt, die auf lau versichert sind. Die Krankheitskosten eines arbeitenden Menschen liegen im Durchschnitt bei 68 Euro im Monat, dazu kommen noch die ca. 3 % :-) Verwaltungskosten. Der kostendeckende Beitrag eines Arbeitnehmers dürfte also 70,04 €uro nicht übersteigen. 1970 lag der gesamte Krankenkassenbeitag bei 7 % und das deutsche gesetzliche Krankensystem bot den Versicherten mehr Leitungen als heute (z.B. Sterbegeld und keine Zuzahlungen).

Dafür werden heute durchschnittlich von dem arbeitenden Menschen ca. 400 Euro an die Krankenabkassierer bezahlt. Der Beitragssatz hat sich verdoppelt, ohne dass die Krankheiten sich verdoppelt haben, sondern gleich geblieben sind. Gesetzliche Kassen sind immer eine ziemliche Ausplünderei zu Gunsten der bevorzugten Gruppen der Politik.

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thelma&louise 18.11.2013, 01:24
7. Seit Jahrzehnten verfehlt

Es wird in einer Bürgerversicherung nur eine Form der Kostenbegrenzung geben, nämlich die Einschränkung der Leistungen. Das läuft schon lange über diese Schiene. Terminprobleme beim Facharzt hat man z.B. bewusst geschaffen, indem man die Zahl der Patienten, die pro Quartal behandelt werden dürfen, festgeschrieben hat auf einem früheren Stand (Fachausdruck: Fallzahlzuwachsbegrenzung) Wartezeiten sind daher bei guten Ärzten zwangsläufig und eher ein Zeichen für das hohe Vertrauen, dass der Arzt in der Bevölkerung genießt.
In den nächsten Jahren werden viele Praxen verschwinden, nicht nur auf dem Land. Dennoch werden die verbliebenen nicht mehr Patienten behandeln dürfen. Viele Ärzte gehen auch noch jenseits der fünfzig ins Ausland, viele gehen in Rente, und der Nachwuchs bleibt lieber im sicheren Hafen der Klinikanstellung, denn bei den heutigen Arbeitszeitregelungen ist die Belastung in der Klinik nicht mehr mit der von vor zehn oder gar 20 Jahren vergleichbar. Dennoch sind die Kliniken niemals in der Lage, die Patienten zu behandeln, die nun ambulant kommen sollen, weil sie nicht ihren Wunschtermin in einer Praxis bekommen haben. Dafür fehlt auch in der Klinik das Personal. Und da wo es geht wird mehr operiert werden mit fragwürdiger Indikation, weil der Arzt in der Klinikambulanz grundsätzlich weniger Erfahrung hat, als der Niedergelassene (denn zuerst ist man Klinikarzt und dann kann man in die Praxis, nicht umgekehrt). Von dem mangelnden Interesse der Kliniken an konservativer Behandlung ganz zu schweigen.
Die Lösung wäre nicht "AoK für alle" sondern wie in der Schweiz alle zu Privatpatienten machen. Die Leistungsverpflichtung der Versicherungen kann man gerne an die evidence based medicine binden und alles darüber hinaus zur Selbstzahlerleistung erklären. Nur sollte man aufhören mit der Lügerei, dass diese Leistungen durchweg unnötig seien.

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HankTheVoice 18.11.2013, 02:09
8. 20 Mrd € Überschuß - das drohende Szenario kann man abwenden

wenn nun gut gehaushaltet wird, sollten die hochbezahlten Spezialisten von den Krankenkassen und aus der Politik doch das drohende Szenario abwenden können..... oder?

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Knack5401 18.11.2013, 03:30
9. Hallo Herr Span,

jetzt kann man die große Lippe riskieren, aber ich bin gespannt wie Sie in 25 Jahren über Ihre eigenen egoistischen Visionen denken werden. Oder haben Sie die Hoffnung, dass Ihre großzügigen Absicherungen als Bundestagabgeordneter künftig eine bessere Versorgung ermöglicht? Werden Sie erst mal alt, und reden dann darüber. Sie werden dann einiges anders sehen. Oder wollen Sie wirklich, dass die nächste oder übernächste Generation genauso kaltherzig mit Ihnen mit grauen Haaren umgeht?

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